Jagd, Trophäen, Wild in der zeitgenössischen Kunst

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#1
Habe in den letzten Monaten mehrfach in Galerien und auf Kunstmessen "Bezüge zur Jagd" gesehen. Mir ist klar, dass dies kein thread für die Top Ten wird. Es geht hier, wohlgemerkt, nicht um den röhrenden Hirsch über dem Sofa. ;-)

Hier nun die ersten Bilder. Jeder soll sich dazu denken, was er mag. (Die Arbeit "Hirn mit Gehörn" verbildlicht ganz gut, mit was sich so hauptsächlich die waidmännische Großhirnrinde in der Blattzeit beschäftigt).
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten ...
 
A

anonym

Guest
#3
Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um Entwürdigung und Missbrauch der Kreatur. Die Friedhöfe, die sich manch Waidmann anlegt sind schon übel genug, dieses aber schlägt dem Fass den Boden aus. Zeitgenössische "Kunst" eben.
 
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#4
Den Faden habe ich ja genau zur richtigen Zeit vor wenigen Tagen erstellt. Gestern nun war ich in Bochum im Museum zu einer Vernissage mit dem Titel "Additionen der Gegenwart". Ein ganz tolle Präsentation, falls jemand sich das mal ansehen möchte!
Und ich habe circa 10 Arbeiten mit Bezug zu Jagd und Wild gefunden. Unglaublich! Jäger sind gar nicht die spießige Randgruppe, als die man uns immer sieht. Hier 3 Beispiele (vermutlich Schmalreh, Kitz, sowie Damspießer mit Kalb) , nachher kommt noch was witziges im nächsten Eintrag. Wie finden die Künstler bloß solche Motive?
 
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#5
Dies Arbeit war klasse! Recht groß, handwerklich einwandfrei gemacht. So eine Art "Laubsägearbeit" im Relief. Auch die Schrift gesägt.
Ein Mädchen (am Streckenplatz?), ein toter Hase. Titel: "Sterben ist Scheisse. Das ganze Konzept ist Kacke."
Ja ja, aus Sicht des Hasen. Da steckt aber auch Lebensweisheit drin ...;-)
Humor hat der/ die Künstler/ in, das muss man ihm/ ihr lassen.
 
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#6
Die letzten Bilder für heute. Die "Frau mit Hase" und "Anatomie vom Alttier im Sonnenblumenfeld".
 
A

anonym

Guest
#7
Die zuerst gezeigten "Objekte" und die später eingestellten unterscheiden sich erheblich. Erstere stellen keine Kunst, sondern eine Verhöhnung der Kreatur dar.

Die Werke aus der Vernissage in Bochum sind wirklich fantastisch gut, sowohl handwerklich und von ihrer Aussagekraft.

WMH OTTO
 
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#8
Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um Entwürdigung und Missbrauch der Kreatur. Die Friedhöfe, die sich manch Waidmann anlegt sind schon übel genug, dieses aber schlägt dem Fass den Boden aus. Zeitgenössische "Kunst" eben.

du kennst weidmänner die einen privatfriedhof zuhause haben??? :unbelievable::unbelievable::unbelievable: also du kennst leute.... ich kenne nämlich niemanden der kerzen, grabsteine und kreuze zu hause im garten hat.
 
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#9
Kunst soll zur Diskussion anregen und anstoßen..Mir gefällt einiges, ein paar Sachen sind plump
@Rehfreund: Danke fürs Einstellen
und... an der Uni nutzten wir Grabsteine als Tischplatten für die Präzisionsgeräte, ein Marterl im Garten oder am Hofweg ist gerade in Süddeutschland zum Glück noch weit verbreitet.
 
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#12
Sehr interessant!

Ohne unqualifizierte Kommentare weiter aufzuwerten, aber Kunst soll gefallen oder man sieht drüber hinweg. Genauso wie die heimische Trophäenwand gefallen soll. Wer generell moderne Kunst (die irgendwann auch zu einem Klassiker wird) oder Trophäen abqualifiziert sollte mal sein Oberstübchen untersuchen lassen.

Offenbar erlebt die Jagd in Kunst, Einrichtung und Medien wieder mehr Beachtung. Siehe die ganzen Landhaus-Einrichtungsstile oder Rehgehörne zu Dekozwecken in Wohnungen von Nicht-Jägern.

Das fängt an mit bunt verzierten Rehgehörnen und Trophäenbrettchen in (eher teureren) Einrichtungshäusern und endet eben in Kunstausstellungen.

Der von mir geschätze Maler und Bildhauer Markus Lüpertz war nicht nur Rektor der Kunstakademie Düsseldorf, sondern ist auch begeisterter und bekennender Jäger, der es auch zu einem eigenen Kaliber (in CIP gelistet) geschafft hat. Gut möglich, daß Lüpertz auch seine Schüler positiv beeinflusst hat.
Von ihm selbst ist mir jetzt kein Werk mit Jagdbezug bekannt, was aber keinesfalls selbiges ausschließt.

PS: das Kaliber ist die .375 Hölderlin (auch als "R"), eine auf 9,5mm aufgezogene 8x68S Hülse.
 
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#13
Heute hat in Köln die "Art fair" eröffnet. Habe dort wieder viele Bilder mit Bezug zu Wildtieren (nicht Jagd) gefunden. Hier die ersten beiden. Fasan und Kaninchenmädchen sind vielleicht interessant für den passionierten Niederwildjäger ...
Beide Arbeiten handwerklich gut gemacht. Das kommt auf den Photos nicht raus.
Der Vorredner hat recht. Über Geschmack konnte man schon immer streiten. Hier geht´s lediglich um ein paar Beispiele, was sich so tut in der Kunstszene, seit die Deutschen sich vor 100 Jahren erstmals den berühmten "röhrenden Hirsch" über das Sofa in ihre gute Stube hängten.
 
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#14
Hab´wieder was gefunden. 300 Gehörne für die Kunst! Trophäen ins Museum!
Die Künstlerin Chrisitane Möbus macht das vor vor.
Rehgehörne in einer Schau über die "Herkunft der Zukunft". Eine neue Ästhetik. Zitat: "Noch aber ist die Disparität im Szenischen nicht konstitutiv für die ästhetische Form.Inhaltlich unszusammenhängendes wird Kompositionen in eine artifizielle Ganzheit gebunden." In diesem Fall die 300 Gehörne und 23 Tonnen Granit vor der Galerie. Titel der Ausstellung war "Seit Jahrmillionen". Kann man googlen.
 
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#15
Habe in der Tate Modern/ London Dauerausstellung grad diese Arbeit gesehen von Janina Kounellis aus 1979. Es scheint sich niemand aufzuregen über die Themen "tote Tiere" und "Bogenjagd" ;-).

In der Sigmar Polke Ausstellung, ebenfalls Tate Modern, die leider heute zu Ende geht, sind einige der riesigen, großartigen Hochsitz- Bilder zu sehen. Das freut doch das Jägerherz!
 

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