Jagd, Trophäen, Wild in der zeitgenössischen Kunst

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Ich bin kein Kunstkenner, weiß nur was mir gefällt und was nicht:
Infolge des Todes meines Vaters in diesem Monat habe ich eine mir seit Kindertagen bekannte Hirsch-Standfigur übernommen, sie zierte immer den Eck-Holzgewehrschrank meines Großvaters.

Nun lockert sie die nüchterne Strenge meines modernen, antrhazitfarbenen Stahlschranks auf.

Woher, wie alt, welcher Künstler, welches Material (verm. Blech mit Marmorfuß) - dazu kann ich nichts sagen.
Die Gestaltung ist sehr naturalistisch - heute wohl eher "retro-Stil".

Als Erbstück und Erinnerung an meine jagdlichen Vorfahren hat auch er seinen ideellen Wert.

DSC_0033 (2).JPG


...und jetzt merke ich gerade, das es wohl der falsche Faden ist...:rolleyes:
 

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Noch etwas schönes in schwieriger Zeit - über meinen "Ungarn" Hirsch habe ich an anderer Stelle in diesem Forum schon berichtet.

Er hängt, etwas eingeengt in meinem schon sehr vollen Jagd-Arbeitszimmer neben einem 240 Jahre alten Sekretät und einer ollen braunen Liege, auf der ich manchmal lese oder mir, mit einer oder mehreren "Hundewärmflaschen" zugedeckt, einen wochenendlichen Mittagsschlaf gönne.

Unter dem Hirsch (die trockenen Zerr-Eichen-Brüche sind noch die originalen) hängt eine originale Bleistift Zeichnung von Wilhelm Kuhnert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Kuhnert

Ziemlich auf Liegesofa-Höhe, aber so kann ich mir das im Sitzen immer wieder gut ansehen.

Die dargestellte Suhlen-Szene erinnert mich an den ersten Abend der knapp einwöchigen Jagdzeit im südlichen Ungarn letztes Jahr.
Nach der leisen Pirsch über reinen Wirtschaftsweg, an einer Energieholz Plantage vorbei und auf einen öden und leicht moorigen Wald- und Wiesenbereich z. Wir baumen auf einer dort frei vor einem kleinen Erlenbruch stehenden Kanzel auf.

Ungarn Hirsch Arbeitszimmer.jpg

Um uns herum melden vereinzelt erste Hirsche - die Brunft hatte eben erst begonnen.

Plötzlich meldet direkt vor uns, im Erlenbruch, eine tiefe Stimme und ein wenig lassen Bewegungen kleinerer Bäume und Büsche erahnen, wo der inzwischen gut und regelmäßig direkt vor uns meldende Hirsch liegt.
Langsam dreht sich der Prischführer um und raunt uns ein "Suuhle" zu und ein "wir warten".

Erwartungsvoll verhören wir das nahe Geschehen und in Gedanken male ich mir schon einen gewaltigen, hochkapitalen Ungarn-Hirsch - weit jenseits meiner Preisklasse - aus, der in Bälde mit schwarz-gesuhlter Decke und breitem Schrank aus dem Bestand auf die angrenzende, nur spärlich bestockte Wiesen und Moorfläche tritt.

Kuhnert Hirsch Arbeitszimmer.jpg

Nach einiger Zeit wird der Hirsch hoch und wir bekommen seine beeindruckende Rückenline in Anblick- ohne aber sein Haupt im Halbdunkel der dichten Vegetation ausmachen zu können.

Doch schlussendlich steht er frei - tritt majestetisch aus dem Bestand und zieht langsam über die Freifläche, immer wieder einen wilden Kampfruf ausstoßend.

Der Hirsch war stark und, für die Hirsche im südlichen Ungarn offensichtlich typisch, mit sicherlich über 280 kg mächtig im Wildbret. Aber er war mit seinem vielleicht sechsten oder siebten Kopf noch viel zu jung und so war ich, ganz auf den Anblick des beeindruckenden Schauspiels vor grandioser Kulisse reduziert, nur der still genießende Zuschauer dieses Spektakels.

Als ich dann einige Zeit später diese Zeichnung erwerben konnte, und sie mit einem antiken italienischen Rahmen dann in den Händen hielt, konnte es nur einen Platz in meinem Zimmer geben.
Die beiden Hirsche, der von mir später an anderer Stelle in dem einige tausend Ha großen Revier geschossene Hirsch vom 11. Kopf und dieser, von Kuhnert vielleicht in Erinnerung an eine ähnliche Situation handgezeichnete "Suhlenhirsch" auf Papier - gehörten irgendwie zusammen.

Und so hängen sie nun auch beieinander und erinnern mich immer wieder an diesen wunderschönen Abend....

PS: Ja, der blöde weiße Lichtschalter im Bild stört. Irgendwie muss ich den dort mal entfernen lassen. ;)
 
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6DEF4581-088C-4236-B53A-CF390B52F281.jpeg Diese Bronze von Friedrich Wilhelm Wolff aus dem Jahr 1853 ziert meine Fensterbank. Es zeigt 2 Hunde, vom Phänotyp am ehesten den heutigen Hannoverschen ähnlich, an einem gefallenen Hirsch.
Die Bronze habe ich aus dem Nachlass meines Großvaters und der hat sie von seinem Vater. Mein Urgroßvater war in dritter Generation gräflicher Revierförster, irgendwo während dieser Historie wird das Stück in Familienbesitz gekommen sein
 
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Interessant - Elchwild war ja ein "Klassiker" von ihm. Siehe auch Ostpreussisches Landesmuseum in Lüneburg.

Gibts dazu eine Geschichte, zu dem Bild ?
Du bist gut! Nein - leider keine Geschichte - bis auf den Besuch im Ostpreussischen Landesmuseum mit einer gesonderten Führung durch Dr. Hinkelmann.
Ich stand vor dem Bild und wollte nicht wieder davon weg. Einfach nur gefangen im Augenblick dieser Kunst. Unbeschreiblich.
 
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Mitunter tauchen auf Auktionen auch Dinge auf, von denen man gar nicht erwarten würde, dass sie noch existieren.
So fand ich neulich in einem Online Auktionskatalog aus Tallahassee/Florida eine Bowle-Schüssel, die der Adjudant Görings (General der Flieger Bodenschatz) diesem und seiner zweiten Frau anlässlich eines Hochzeitstages zum Geschenk machte. Die Silberarbeiten dieses prunkvoll/protzigen Stückes sind von einem Berliner Silberschmied mit Auerhahn als Griff, Schaufler-Köpfen zu beiden Seiten einem stellenden Schweißhund sowie den Wappen von Göring und seiner Frau sowie dem eingravierten Liedertext des "Jäger aus Kurpfalz" ebenso handwerklich perfekt wie politisch befremdlich (das Stück datiert von 1943 - angesichts des fortgeschrittenen Kriegsverlaufes werden überall im Land sicherlich andere Probleme geherrscht haben, als jagdliche Bowlenschüsseln zu fertigen).



Wie das Stück den Weg von der Schorfheide oder dem Jägerhof in Rominten in die USA gefunden hat erschließt sich aus dem Auktionstext nicht. Es sind aber genug mit Schätzen beladene Züge Görings zunächst von Rominten erst nach Carinhall und dann später nach Berchtesgaden gefahren und das sich der eine oder andere US-Soldat dort dann auch für den Hausgebrauch etwas mitnahm, ist allgemein bekannt.



Wäre eigentlich ein Ausstellungsobjekt für die Dauerausstellung "Jagd und Macht" im Schorfheide-Museum, da es im Spannungsfeld handwerklicher Qualität und naturalistischer Darstellung einerseits und dem politisch-historischen Hintergrund sowie der unverholenen Protzigkeit anderseits, beispielhaft für eine in der Form heute kaum mehr nachvollziehbaren Zeit der deutschen Jagd steht.

 
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Gouache mit Bleistiftvorzeichnung
von Albert von Scanzoni
Hab ich zusammengerollt bekommen- muß im Rahmen glatt werden.
20201119_202340.jpg
 
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