Jagdgeschichten zum Marderhund

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Ich saß im August 2017 draußen. Konnte kurz nach beziehen des Hochsitzes ein Kitz erlegen auf dem Feld (>150m entfernt). Unter dem Hochsitz zog wenig später ein Marderhund durch. Da der Enok bei bei der Freigabe nicht vorkam schickte ich dem Revierpächter eine WhatsApp-Nachricht mit dem Hinweis "Anblick Marderhund". Leider ist Handyempfang in diesem Revier auch im Jahr 2017 nur bedingt vorhanden. Bis die Freigabe zurück kam war der Enok außer Sichtweite.
Mit Ende des Büchsenlichtes bemerkte ich einen "schwarzen Fleck" etwa da wo das Kitz lag. Als ich hin ging hatter der Marderhund schon eine der Keulen angeschnitten ....

Wenige Wochen Später: Ich saß wieder in diesem Revier auf einer anderen Kanzel. Mit elektronischem Gehörschutz. Als ein "seltsames" Geräusch hinter mir einen Marderhund verriet, der bereits die Vorderläufe auf den unteren Stufen der Leiter hatte.

Leider war der Bursche mindestens genau so erschrocken wie ich und sofort geflüchtet bevor ich die Waffe im Anschlag hatte ...
 
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Ich hatte am vergangenen Wochenende zweimal (und das zum Ersten Mal) Anblick von Marderhunden. Scheinbar ist das die Vorhut hiermit Oberfranken. In den vergangenen 22 Jahren habe ich jedenfalls noch keine gesehen. Am Freitag Abend kamen sie im Nachbarrevier, am SMontag Morgen kam mir einer 1,5m neben meinem Klappstuhl.
Jetzt werden wir den Kameraden mal zu Leibe rücken. Die gehören hier genausowenig her wie Waschbären (auch neulich den Ersten gesehen) und Nilgans (da habe ich schon etliche auf der Strecke).
 
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Vor 3 Jahren bei der Maisernte ein Pärchen erlegt . Hab sie auch abgebalgt . Wärmste Mütze im Sortiment . Ansonsten auch bei uns relativ stetig aber kleinere Population als bei den Waschbären . Auf den kirrungen ganz selten . Aber sie sind da .
 
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Zu Zeiten als ich noch in Brandenburg jagte, hatten wir sie fast täglich auf der Strecke. Insbesondere für die Gäste oftmals eine ganz neue wildart. Ansage war, erlegen was kommt. Der Rekordhalter kam des nächtens ganz geknickt vom Ansitz, er hatte sich auf einen enok völlig verausgabt und komplett leer geschossen. Er meinte, der wäre nach jedem schuss wieder auf die wiese gezogen. Nachuche ergab am nächsten Morgen, dass er mit seinen 12 Schuss 10 marderhunde erlegt hatte, Selbstvertrauen war wieder hergestellt und der Jagdkönig gesichert.
 
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Sind Marderhunde auch tagaktiv und scheuen den Menschen nicht ganz so sehr wie anderes Wild?
Jemand will angeblich beim Gassi gehen mehrfach ein hundeähnliches Tier zwischen zwei Felder hin und her springen gesehen haben, war sich aber sicher, dass es kein (verwilderter) Hund war?
Wolf will ich nicht ausschließen, aber eher unwahrscheinlich in dem Gebiet.
Ich war leider selber nicht dabei und kann mir keinen Reim drauf machen.
 
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Meine Erfahrung mit Marderhunden besagt das die auch tagaktiv sind - zumindest in Baunähe und wenn die Alten auf Nahrungssuche für den Nachwuchs sind.
Mein erstes Erlebnis mit dem Marderhund ist schon gut zwanzig Jahre her. In meiner Thüringer Heimat gab es keine und somit auch keine Erfahrung damit.
Ich saß bei einem guten Freund hier in Sachsen an einer Kirrung, direkt an der Feld-Wald-Kante an. Sauen waren regelmäßig, sehr zum Ärger des Landwirts, auf dem Weizenfeld. Also mal sehen was da so kommt. Mit Einbruch der Dämmerung kam dann ein Marderhund den ich zuerst für einen Waschbär gehalten hatte. Nach zwei Minuten Ansprechen war ich mir sicher - kein Waschbär, Marderhund! Feuer frei und die 7x65R hat in dann an den Platz gebannt. Die Sauen kamen gut eine Stunde später. Zu meiner Überraschung haben sie zwar den Marderhund mitbekommen, aber ignoriert und sich erstmal an der Kirrung gütlich getan. Dann sprach die 7x65R nochmal ein Machtwort und dann war Ruhe. Also abbaumen und Strecke versorgen. Mein Freund hat sich natürlich in erster Linie über die Sau gefreut und das damit erstmal wieder etwas Ruhe am Weizen herrscht. Den Marderhund hat er als Beifang abgetan. Scheint dort in der Region keiner so richtig zu kennen und zu bejagen.
Dann, ein paar Jahre später waren wir, also die ganze Jagdhornbläsergruppe, am Mais zur Ernte. Neben den obligatorischen Sauen wurde auch ein Marderhund erlegt. Nachdem Hahn in Ruhe war packte der Schütze den Marderhund an einem Hinterlauf und schleifte den Burschen die knapp 300m zum Streckenplatz. Dort abgelegt und dann erstmal was trinken. Und wie wir so zusammen stehen, die Waffen entladen im Auto, fängt der Marderhund an sich zu bewegen und macht sich auf und davon. Die bedröppelten Gesichter von uns allen hätte man fotografieren sollen. Gott s ei Dank waren die Hunde noch am Platz so das sich zwei DD den Ausreiser vorknöpfen konnten. Hat noch keiner von uns erlebt.
Das schönste Erlebnis - Hubertusjagd bei mir um die Ecke an der Buschschänke. Begrüßung, Belehrung und Freigabe. Ein Freund fragt ob Marderhunde auch frei seien - Antwort:" Wenn du willst kannste den auch erlegen, aber wir haben hier in all den Jahren noch nie einen gesehen, geschweige denn erlegt". Etwa 10 Minuten vor Jagdende schnallt mein Nachbar nochmal seinen DD weil der immer unruhig in Richtung Schilfkante schaute, Nase hoch und zweimal auch Laut gab. Ergebnis - DD vorneweg und der brachte doch wirklich noch zu guter Letzt zwei Marderhunde an. Damit war natürlich mein Nachbar ungekrönter Jagdkönig.
Kurios - ja, die kommen immer zu zweit. Mehrmals beim Sauenansitz einen erlegt, beim nächsten mal kamen wieder zwei an. Warum auch immer.


Gruß der olle pudlich
 

steve

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Ich kann mit der sagenhaften Strecke von einem Marderhund aufwarten. Aber die Geschichte dazu ist trotzdem gut. Es mag etwa 10 Jahre her sein, da war ich zur Damwildbrunft in der Uckermark. Zu dieser Zeit gab es dort vereinzelt Sichtungen wandernder Wölfe in der Gegend, über die ich mich mit meinem Jagdfreund auch unterhielt. Wir gingen dann ein paar Tage hintereinander Brunftplätze an. Es war Hochbrunft und der Wald bebte wirklich.

Ein sehr schwer anzugehender Brunftplatz lag in einer Ca. 150x50m Kieferndickung. Ringsum war eine vielleicht 15-20 Jahre alte Eichenanpflanzung. Der Hirsch saß in seiner Brunftkuhle, das Kahlwild stand ringsum in den Kiefern und schaute vom Dunkeln ins Helle. Dementsprechend war es sehr schwierig heranzukommen. Wir schafften es dann auch nur bis etwa 40m vor den Dickungsrand und verschanzten uns wegen der vielen „Satelliten“ dann dort hinter einer älteren Eiche. Den Hirsch anzusprechen brauchte Geduld, war er doch ständig in der Dickung in Bewegung. Während sich mein Gastgeber wirklich bemühte in irgendeiner Lücke einen Blick auf Geweih und Wildkörper zu erhaschen, übernahm ich die Sicherung des Umfeldes. Irgendwann fiel mein Blick auf etwas graues 40m neben uns in den Eichen. Es schaute rechts und links hinter einer dickeren Eiche hervor. Es schien ein Wildkörper zu sein, der regungslos auf dem Boden lag. Angesichts der Gesamtszenerie dachte ich am Ehesten an einen vielleicht geforkelten Damspiesser.

Nach einiger Zeit reichte es dann meinem Gastgeber. Der Hirsch war zu jung. Er war für Rückzug. Das war der Moment wo ich ihn auf meine Beobachtung aufmerksam machte. Durchs Glas konnte er sich auch keinen Reim daraus machen. Durch die höhere Vergrößerung unserer Zielgläser konnten wir immerhin Atmung feststellen. So groß, so grau, zu „fellig“ für Damwild. Es musste ein ruhender Wolf sein! Direkt neben dem Damwildbrunftplatz. Ein Foto musste her. Der Plan war, dass mein Gastgeber mit seinem Handy und ich sicherheitshalber - nur für den Fall, dass sich die Situation irgendwie bedrohlich entwickeln würde - dem Wolf nähren und dann die Schrecksekunde für ein erstes Beweisfoto nutzen wollten. Wie die Indianer pirschten wir näher und näher. Der Wolf bewegte sich nicht. Erst auf vielleicht 15m ging eine ruckartige Bewegung durch das Ungetüm. Etwas verschlafen schauten uns zwei Marderhunde von links und rechts hinter dem Baum an. Wir waren auch etwas verdutzt. Dann fragte mein Gastgeber mich, der ich ob des nahen Wolfes ohnehin im Voranschlag war „Willst Du?“. Ich wollte.

Des Rätsels Lösung offenbarte sich dann als wir unsere Beute einsammelten. Diese lag in Form eines jungen Marderhundes hinter der Eiche und genau vor einer Einfahrt zu einer Sackröhre. Die beiden hatten mit den Köpfen zueinander gewandt ein Nickerchen vor der Haustür ihres Baus gemacht.

Noch heute heißt es jedes Mal wenn wir die Kiefern angehen „Weißt Du noch der Wolf?“
 
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1 Sep 2018
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auch tagaktiv sind - zumindest in Baunähe
Auch meine Erfahrung bzw. Erkenntnis durch die Wildkamera. Die können auch gerne mal ne halbe Stunde vor dem Bau in der Sonne liegen.
Ansonsten kommen die Jungmarderhunde derzeit bei bestem Büchsenlicht raus. Die Alten etwas später, aber die haben ja leider bis 01.09. Schonzeit. Ein Alttier hat 15m vor mir gehockt und ließ sich nicht von meinem Hund beeindrucken, der ihn verbellt hat.
Das mit dem 01.09. ist mir auch völlig unverständlich, wenn man sieht, wie selbständig und aktiv die Jungen Fraß suchen und finden. Ab September, wenn die Schonzeit endet, wird es ungemein schwer, sie zu Gesicht zu bekommen
 
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Zu Zeiten als ich noch in Brandenburg jagte, hatten wir sie fast täglich auf der Strecke. Insbesondere für die Gäste oftmals eine ganz neue wildart. Ansage war, erlegen was kommt. Der Rekordhalter kam des nächtens ganz geknickt vom Ansitz, er hatte sich auf einen enok völlig verausgabt und komplett leer geschossen. Er meinte, der wäre nach jedem schuss wieder auf die wiese gezogen. Nachuche ergab am nächsten Morgen, dass er mit seinen 12 Schuss 10 marderhunde erlegt hatte, Selbstvertrauen war wieder hergestellt und der Jagdkönig gesichert.
Zu geil, aber der falsche Faden! Bitte nochmal im Faden "Jagdgäste und andere Überraschungen!
 

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