Jagdhund und Jagdhundewesen! Wissen für Jungjäger - Fakten, Hinweise, Anekdoten

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Weil heute Jäger nur noch oberflächlich ausgebildet werden im Bereich Hundeführung und sie hören doch alle von dem vielen Schalenwild und der vielen Schweißarbeit :rolleyes:- da muß man doch einfach "mitmachen" und ein Schweißhund ? Ja, es ist doch ein Schweißhund, der muß das doch sowieso von allein können...:LOL:

Wie aufwendig das Fertigmachen eines Hundes für Riemenarbeit auf schwierigen Wundfährten ist, erahnen sie alle nicht und wollen es auch nicht exerzieren...

Gute Hunde für Nachsuchen zu führen war immer ein spezielles Feld für Vollblutjäger und nie für die breite Gelegenheits-Jägerei und so sollte es in meinen Augen auch bleiben !

Und Jagdzeitungen, die was auf sich halten, sollten endlich diese Anzeigen nicht mehr schalten - von den ganzen "Schweißbracken aus jagdlicher Zucht o.P." ...usw., usw...

Ich werde niemals einen Nobody mit z.B. Schwarzzucht-BGS für eine eine erschwerte Nachsuche holen, das bin ich dem kranken Stück schuldig...! Man holt nur den besten verfügbaren Hund incl Führer- und solche sind i.d.R. bekannt in ihren Regionen !
 
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Wie aufwendig das Fertigmachen eines Hundes für Riemenarbeit auf schwierigen Wundfährten ist, erahnen sie alle nicht und wollen es auch nicht exerzieren...

Gute Hunde für Nachsuchen zu führen war immer ein spezielles Feld für Vollblutjäger und nie für die breite Gelegenheits-Jägerei und so sollte es in meinen Augen auch bleiben !
Der Unterschied von vor 30 Jahren zu heute ist, daß die damaligen Jungjäger überwiegend in Revieren schon Anschluß gefunden hatten und in diese integriert waren. Die meisten der Jungjäger wußten was Jagd ist. Den Jungjägern mit Passion für die Hundearbeit war meist klar, was sie für Hunde führen wollten, denn sie wußten welche Rassen in den Revieren zum jagdlichen Erfolg beitrugen.

Heute machen Leute den Jagdschein, ohne Anschluß an ein Revier oder jagdliches Umfeld, weil sie glauben, das Jagen etwas für sie sein könnte. Daraus resultierend gibt es viel Jungjäger, die nicht wissen, welche Rassen das Groh der Arbeit erledigt, sondern man macht sich im Internet, Zeitschriften oder Büchern schlau. Dann werden Rassen ausgesucht, die man nur selten auf der Jagd gebraucht oder man versucht gute Rassen auszubilden, wie einen Spielhund. Das Ergebnis sieht man heute allenthalben in den Revieren. Stört aber oftmals gar keinen, weil die heutigen Pächter oftmals soviel von Hundarbeit verstehen, wie die Kuh vom Fliegen.

Die passionierten Hundeführer, die etwas bewegen werden weniger!
 
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Zuzüglich zum papierlosen Schwarzen fehlt auch bei den meisten dieser Hundebesitzer der Wille selbst zu investieren, weder Zeit, noch Hirnschmalz oder Schweiß. Angeschafft ist so ein Hund schnell, danach was draus zu machen dauert ein ganzes Hundeleben.
Ich denke FSK und die weiteren Nachsuchenspezialisten würden aus einem (gesunden) Papierlosen mehr rausholen können als ein gemütlicher Jägersmann ohne Passion, ohne Revieranschluss und mit vielen anderen auch wichtigen Hobbies.
Auch diese Hunde werden bereit sein zu leisten.
 
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Wer noch keine ständige Jagdgelegenheit hat mit permanenter Bindung an ein Revier, sollte von der Anschaffung eines Jagdgebrauchshundes überhaupt absehen.
Wer noch nicht weiß, ob er reiner Gelegenheitsjäger bleibt, der auf Einladung 1-2mal im Jahr ein Stück für die Küche schießt, braucht noch keinen Hund.

Es ist nicht so, daß bei aller Jagdausrüstung ein Hund unabdingbar dazugehört. Ein Jagdhund ist ein Mitlebewesen, das man nicht anschafft, um dann bei Einsicht in die "Lästigkeit" oder Nichtauslastung einfach weitergeben zu werden wie ein Jagdgewehr, das man wieder verkauft. Mit der Entscheidung hat man ein Familienmitglied mehr und eine deutliche Beeinflussung des eigenen Lebens muß man akzeptieren. Ein Gebrauchshund braucht Auslastung in der Jagdpraxis, über Prüfungswesen allein, Agility oder ähnliches bekommt man keinen guten Jagdhund.

Mir ist ein passionierter und guter Schütze lieber, der mit Jägern unterwegs ist, bei denen einzelne passionierte Hundeleute dabei sind. Auf die kann er zurückgreifen, ohne daß es ehrenrührig ist.
Wenn er nicht selbst einen gewissen "Spurwillen" und Beutetrieb hat, braucht er keinen Vierbeiner an seiner Seite, der dann sowieso nur reiner Begleithund bleibt.

Beispiel:
Ich hätte keine Brackenrasse, wenn ich nicht reiner Wald-und Kugeljäger wäre.
Bei Einladung auf Enten, Kanin o.ä. weiß ich, daß die Kumpels über dafür brauchbare Hunde verfügen, dafür muß ich keinen Vorstehhund vorhalten.
Meinen ersten eigenen Hund schaffte ich erst an, als ich mit dem Studium durch war und die Berufszeit begann, da hatte ich schon 14 Jagdscheine !

Und : Wenn ich nicht jagte, hätte ich gar keinen Hund, obwohl ich Hunde sehr mag !

Es gibt schon viel zu viele Wohlstands-Schicksale, von denen längst nicht alle artgerecht leben.
Hundehaltung ist für einen Gebrauchshund dann artgerecht, wenn er arbeiten darf, in den Disziplinen, für die er gezüchtete wurde.

Also Jungjäger: macht am Anfang mal schön langsam im Thema Jagdhund ! ;)
 
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Und Jagdzeitungen, die was auf sich halten, sollten endlich diese Anzeigen nicht mehr schalten - von den ganzen "Schweißbracken aus jagdlicher Zucht o.P." ...usw., usw...
Geht nicht. Sofern die Anzeigen nicht gegen geltendes Recht verstoßen, gibt es eine Verpflichtung zum Druck.
 
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Niemand holt sich bewusst ein Gewehr, welches nicht schießt und das auch noch von Klempner statt vom Büxer. Worin besteht die Motivation, sich einen Hund zu holen, von dem der halbwegs kundige Jäger wissen sollte, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit so sein wird, dass der Hund nichts taugen kann?
Nach der Motivation befragt, hab ich noch keinen dieser Hundeführer.
Allerdings gilt es in manche Jägerkreisen offenbar schon als schick einen Schweißhund am Bänsel zu haben.
Umweht einem doch damit nahezu unweigerlich der Duft von gefährlichen Nachsuchen auf den angebleiten 16Ender und die 150kg Sau im eignen Hochwildrevier. Hält aber eben nur solang, bis jmd nachfragt.
Ist so ähnlich, weshalb man unbedingt als Nichtjäger einen Weimaraner am Strick haben muss. BGS ist halt so ähnlich, die Version nur für jagdliche Insider.
Als Nichtjäger unter Nichtjägern gewinnst mit einem BGS eben auch keinen Blumenpott.
 
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Dem jagdlichen Dilettantismus wird dadurch weiterer Nährboden gegeben... allein in der akt. Ausgabe der Hauspostille sind allein 3 Anzeigen BGS o.P. zu finden.
 
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Warum soll jemand für seine Hunde ohne Papiere nicht werben dürfen. Das muß allein die Zeitschrift entscheiden, ob sie das will oder auf den Umsatz verzichten möchte.

Interessant ist doch die Frage, warum Käufer der oP-Hunde dem Hörensagen nach sehr hohe Preise akzeptieren.
 
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Also grundsätzlich hab ich überhaupt nix gegen papierlose Hunde.
Nur ist mir explizit bei den BGS eben aufgefallen, dass ich da bisher keinen einen gesehen hab, der nur ein Schälchen Sheba wert gewesen wäre, wenn man denn einen tauglichen Hund für die Nachsuche gewollte hätte.
Offenbar reicht aber eben einigen den Folklore-BGS im Karren spazieren zu fahren.
 
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Nur ist mir explizit bei den BGS eben aufgefallen, dass ich da bisher keinen einen gesehen hab, der nur ein Schälchen Sheba wert gewesen wäre, wenn man denn einen tauglichen Hund für die Nachsuche gewollte hätte.
Das würde ja aber eher bedeuten, dass die Hunde schlecht ausgebildet sind und nicht, dass sie an sich nichts taugen. Schweißarbeit ist ja bekanntlich Fleißarbeit... das würde ich daher eher als Führerproblem betrachten und man müsste eigentlich sagen: "Schade um den Hund!"
 
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Das würde ja aber eher bedeuten, dass die Hunde schlecht ausgebildet sind und nicht, dass sie an sich nichts taugen. Schweißarbeit ist ja bekanntlich Fleißarbeit... das würde ich daher eher als Führerproblem betrachten und man müsste eigentlich sagen: "Schade um den Hund!"
Ich seh das grad an unseren Dackeln, die auf Schweiß gehen wie bekloppt.
Ohne Anlage, kannst üben , was Du willst, da kommt dann einfach nix.
Genauso kann ich auch keinem Hund das Vorstehen oder den nicht angewölften Laut anüben.
Geht ned.
Ne, glaubs mir einfach, die BGS, die ich da gesehenen hab, taugen für hinten aus dem Range Rover rauszuguggen. Das war's.
 
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Ich seh das grad an unseren Dackeln, die auf Schweiß gehen wie bekloppt.
Ohne Anlage, kannst üben , was Du willst, da kommt dann einfach nix.
Genauso kann ich auch keinem Hund das Vorstehen oder den nicht angewölften Laut anüben.
Geht ned.
Ne, glaubs mir einfach, die BGS, die ich da gesehenen hab, taugen für hinten aus dem Range Rover rauszuguggen. Das war's.
Ich bin mir ziemlich sicher, daß jemand mit Ahnung von Schweißhundeführung, diese Hunde durchaus zu guten Schweißhunden machen könnte. Nur muß man dafür die entsprechende Ahnung haben. Ich habe es selber erlebt, daß ein langjähriger BGS-Führer, dessen Hunde alle die Vorprüfung und einige auch die Hauptprüfung, eine 6 jährige BGS-Hündin übernommen hatte, die bis dahin auch nichts konnte. Mein Bekannter hat sie nach kurzer Zeit hervorragend ans Laufen bekommen.
 
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