Jagdhund und Jagdhundewesen! Wissen für Jungjäger - Fakten, Hinweise, Anekdoten

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Ich bin mir ziemlich sicher, daß jemand mit Ahnung von Schweißhundeführung, diese Hunde durchaus zu guten Schweißhunden machen könnte. Nur muß man dafür die entsprechende Ahnung haben. Ich habe es selber erlebt, daß ein langjähriger BGS-Führer, dessen Hunde alle die Vorprüfung und einige auch die Hauptprüfung, eine 6 jährige BGS-Hündin übernommen hatte, die bis dahin auch nichts konnte. Mein Bekannter hat sie nach kurzer Zeit hervorragend ans Laufen bekommen.
Es hat sicher eben einen Grund, dass der Klub nur an bestimmte Jäger Welpen vergibt. Wenn die so anders sind, als alle anderen Arbeitshunderassen.
Ein Border, der nicht hütet taugt nix. Kannst ausbilden, bis alle Schaf furdgerennt sind.
Ein Love and Peace Mali wird im Schutzhundedienst nicht alt.
Ein Drahthaar, der nicht das Schilf freiwillig und gern von selbst auf links dreht, wird wohl kaum Erzeuger guten Nachwuchses.
Ein Kopov der nicht stöbert tut das mit oder ohne Ausbildung nicht.
Ein Wachtel der waidlaut ist, hält die Schnauze auch mit Erziehung nicht.

Dass das beim BGS alles auf wundersame Weise keine Rolle spielen und ein rein ausbildungstechnisches Ding sein soll? Da spricht meine bisherige Erfahrung einfach total dagegen.
Wär ja mal ein spannendes Experiment einen dieser Scherenschleifer einem erfahrenen NSF in die Hand zu geben und zu sehen, was der dazu meint.

Unser letzter Dackelwurf ist jetzt knapp 6 Monate alt. Sowohl unsere behaltene Hündin, als auch die der Deckrüdenbesitzer (mit denen haben wir gabz engen Kontakt und bekommen regelmässig, spätestens wöchentlich, Updates zu der Hundearbeit) laufen auf Schweiß wie auf Schienen.
Die beiden behaltenen Hündinnen aus dem Wurf davor, ebenso. Genau wie die Mutterhündin und der Rüde.
Denen musst Du garnix beibringen, nix interessant machen.
Von den Vorstehern kenn ich das zu gut, dass die Schweissarbeit oft nicht so prickelnd finden. Sie können es, haben aber möglicherweise nach 267m keine Lust mehr. An dieser Stelle KANN man MÖGLICHERWEISE mit Ausbildung weiterkommen.
Aber bei einem Hund, der gelangweilt und komplett desinteressiert über den Anschuss latscht, die Fährte nicht einen halben Meter verfolgt, von sich aus, halte ich das Vorhaben eine verlässliche Schweissarbeit hinzubekommen doch für sehr fragwürdig.
Sei's drum, den nächsten wirklichen NSF, dem ich mal iwo begegne, werd ich dazu mal interviewen.
 
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...
Aber bei einem Hund, der gelangweilt und komplett desinteressiert über den Anschuss latscht, die Fährte nicht einen halben Meter verfolgt, von sich aus, halte ich das Vorhaben eine verlässliche Schweissarbeit hinzubekommen doch für sehr fragwürdig.
Sei's drum, den nächsten wirklichen NSF, dem ich mal iwo begegne, werd ich dazu mal interviewen.
Wenn das so ist und sich somit das komplette Fehlen der Anlagen offenbart - was mich persönlich schon ein wenig überrascht - dann wird auch der beste Ausbilder regelmäßig nicht zum Erfolg kommen.

Ich glaube eben nicht an den Satz, dass das Problem immer nur am einen Ende der Leine hinge. Da vereinfacht man die Dinge unzulässig.


grosso
 
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Wenn das so ist und sich somit das komplette Fehlen der Anlagen offenbart - was mich persönlich schon ein wenig überrascht - dann wird auch der beste Ausbilder regelmäßig nicht zum Erfolg kommen.
Ja, mich überrascht das eben auch völlig, grad, weil ich jährlich etliche Hunde unterschiedlichster Rassen, mit und ohne Papiere, erlebe und diese Auffälligkeit bez. Anlagen bisher nur beim BGS so extrem beobachtet hab.

Ich glaube eben nicht an den Satz, dass das Problem immer nur am einen Ende der Leine hinge. Da vereinfacht man die Dinge unzulässig.


grosso
Yepp. Ganz schlimm und leider nicht so selten, ist die Konstellation, dass an jedem Leinenende ein Problem vor sich hin wurschtelt.

Ich find auch den Satz: "Jagd ohne Hund ist Schund" schlicht falsch, mit dem sich viele Jäger berufen fühlen, ebenfalls irgendwas am Strick durch die Gegend zu führen.
Ganz oft ist die Jagd mit Hund nämlich noch viel größerer Schund.
 
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Das würde ja aber eher bedeuten, dass die Hunde schlecht ausgebildet sind und nicht, dass sie an sich nichts taugen. Schweißarbeit ist ja bekanntlich Fleißarbeit... das würde ich daher eher als Führerproblem betrachten und man müsste eigentlich sagen: "Schade um den Hund!"
Nein ! das liegt nicht nur am Führer !
 
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Es hat sicher eben einen Grund, dass der Klub nur an bestimmte Jäger Welpen vergibt. Wenn die so anders sind, als alle anderen Arbeitshunderassen.
Ein Border, der nicht hütet taugt nix. Kannst ausbilden, bis alle Schaf furdgerennt sind.
Ein Love and Peace Mali wird im Schutzhundedienst nicht alt.
Ein Drahthaar, der nicht das Schilf freiwillig und gern von selbst auf links dreht, wird wohl kaum Erzeuger guten Nachwuchses.
Ein Kopov der nicht stöbert tut das mit oder ohne Ausbildung nicht.
Ein Wachtel der waidlaut ist, hält die Schnauze auch mit Erziehung nicht.

Dass das beim BGS alles auf wundersame Weise keine Rolle spielen und ein rein ausbildungstechnisches Ding sein soll? Da spricht meine bisherige Erfahrung einfach total dagegen.
Wär ja mal ein spannendes Experiment einen dieser Scherenschleifer einem erfahrenen NSF in die Hand zu geben und zu sehen, was der dazu meint.

Unser letzter Dackelwurf ist jetzt knapp 6 Monate alt. Sowohl unsere behaltene Hündin, als auch die der Deckrüdenbesitzer (mit denen haben wir gabz engen Kontakt und bekommen regelmässig, spätestens wöchentlich, Updates zu der Hundearbeit) laufen auf Schweiß wie auf Schienen.
Die beiden behaltenen Hündinnen aus dem Wurf davor, ebenso. Genau wie die Mutterhündin und der Rüde.
Denen musst Du garnix beibringen, nix interessant machen.
Von den Vorstehern kenn ich das zu gut, dass die Schweissarbeit oft nicht so prickelnd finden. Sie können es, haben aber möglicherweise nach 267m keine Lust mehr. An dieser Stelle KANN man MÖGLICHERWEISE mit Ausbildung weiterkommen.
Aber bei einem Hund, der gelangweilt und komplett desinteressiert über den Anschuss latscht, die Fährte nicht einen halben Meter verfolgt, von sich aus, halte ich das Vorhaben eine verlässliche Schweissarbeit hinzubekommen doch für sehr fragwürdig.
Sei's drum, den nächsten wirklichen NSF, dem ich mal iwo begegne, werd ich dazu mal interviewen.
Du kannst Hunde von jedem Hundeschlag versauen, nur einige Schläge lassen sich schneller versauen, als andere. Die Ahnen dieser Schwarzzuchthunde sind bis auf die letzen 2 -3 Generationen auf Leistung gezüchtet worden, diese verfestigten Merkmale verflüchtigen sich nicht so schnell.
 
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Du kannst Hunde von jedem Hundeschlag versauen, nur einige Schläge lassen sich schneller versauen, als andere. Die Ahnen dieser Schwarzzuchthunde sind bis auf die letzen 2 -3 Generationen auf Leistung gezüchtet worden, diese verfestigten Merkmale verflüchtigen sich nicht so schnell.
Nicht umsonst gibt es aber eine Jugendsuche im Sinne einer Anlagenprüfung, die üblicherweise züchterisch deutlich relevanter ist als die Folgeprüfungen und wir sehen eben gerade da, dass es Hund mit mehr oder minder vorhandenen bzw. ausgeprägten Anlagen gibt.

Wer schon selber mehrere Hunde am Strick hatte wird üblicherweise bestätigen, dass sich das relevant auf die Arbeitsleistung/ Brauchbarkeit der Hunde auswirken kann.

Wenn in der besagten Schwarzzucht eben Hunde aufgefangen wurden, die in der regulären Zucht aufgrund ihrer nicht gewünscht ausgeprägten Anlagen keine Zuchtzulassung erhielten (und meistens wandern ja gerade die in die Dissidenz bzw. Schwarzzucht), ist das möglicherweise eben nicht so ungewöhnlich.


grosso
 
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Nicht umsonst gibt es aber eine Jugendsuche im Sinne einer Anlagenprüfung, die üblicherweise züchterisch deutlich relevanter ist als die Folgeprüfungen und wir sehen eben gerade da, dass es Hund mit mehr oder minder vorhandenen bzw. ausgeprägten Anlagen gibt.

Wer schon selber mehrere Hunde am Strick hatte wird üblicherweise bestätigen, dass sich das relevant auf die Arbeitsleistung/ Brauchbarkeit der Hunde auswirken kann.

Wenn in der besagten Schwarzzucht eben Hunde aufgefangen wurden, die in der regulären Zucht aufgrund ihrer nicht gewünscht ausgeprägten Anlagen keine Zuchtzulassung erhielten (und meistens wandern ja gerade die in die Dissidenz bzw. Schwarzzucht), ist das möglicherweise eben nicht so ungewöhnlich.


grosso
Man kann nicht innerhalb von 2 - 5 Generationen die Gene so verschlechtern, daß es zu einem Totalausfall der jagdlichen Leistung kommt!
 
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Diese Aussage kann ich nur stützen. Beispiel:
In den letzten Jahren ist es innerhalb der Showlinie der Foxels in Mode gekommen, die Hunde zur Bauprüfung anzumelden. Und was soll ich sagen, schlecht waren die, die ich gesehen habe, weiß Gott nicht, die hatten alle noch die Schärfe die man sich wünscht. Das hat auch dazu geführt, dass der ein oder andere jagdliche Züchter einen Zuchtversuch mit einem dieser Hunde unternommen hat; kann der Verbreiterung der Zuchtbasis nur dienlich sein.
 
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Nicht umsonst gibt es aber eine Jugendsuche im Sinne einer Anlagenprüfung, die üblicherweise züchterisch deutlich relevanter ist als die Folgeprüfungen und wir sehen eben gerade da, dass es Hund mit mehr oder minder vorhandenen bzw. ausgeprägten Anlagen gibt.
Die Frage bleibt, ob die Anlagen geweckt wurden. Manche bekommen es sogar hin, vorhandene Anlagen zu unterdrücken.

Wenn in der besagten Schwarzzucht eben Hunde aufgefangen wurden, die in der regulären Zucht aufgrund ihrer nicht gewünscht ausgeprägten Anlagen keine Zuchtzulassung erhielten (und meistens wandern ja gerade die in die Dissidenz bzw. Schwarzzucht), ist das möglicherweise eben nicht so ungewöhnlich.
grosso
Es ist spekulativ, woher die Elterntiere kommen. Ein vernünftiger Hundeführer wird sich eher selten darüber hinwegsetzen, das sein Hund die entsprechenden Anlagen in der Prüfung nicht nachgewiesen hat. Gerade beim Club BGS dürfte die Anzahl verantwortungsvoller HF überwiegen.

Grundsätzlich glaube ich eher, dass die Besitzer nicht in der Lage waren den Hund entsprechend zu fördern, die Anlagen zu wecken und demnach auszubilden. Das bedeutet zwar nicht, dass diese Hunde alle Spitzenleistungen hätten bringen können. Aber in "geschulten" Händen, wären sie wohl in der Lage gewesen eine Vorprüfung zu bestehen, sofern sie keine Wesensmängel haben.

wipi
 
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Aber gerade die Wesensmängel zeichnen die BGS o.P. aus, die ich bisher gesehen habe!
 
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Diese Aussage kann ich nur stützen. Beispiel:
In den letzten Jahren ist es innerhalb der Showlinie der Foxels in Mode gekommen, die Hunde zur Bauprüfung anzumelden. Und was soll ich sagen, schlecht waren die, die ich gesehen habe, weiß Gott nicht, die hatten alle noch die Schärfe die man sich wünscht. Das hat auch dazu geführt, dass der ein oder andere jagdliche Züchter einen Zuchtversuch mit einem dieser Hunde unternommen hat; kann der Verbreiterung der Zuchtbasis nur dienlich sein.
Nette Anekdote dazu: In England gibt's ja neben den klassischen Rassen auch deren Working-Derivate, welche im Typ je nach Züchtervorlieben mal der einen Rasse, mal der anderen Rasse mehr ähneln. Die Züchter kreuzen bisweilen aber auch mal einen Rassevertreter ein, warnen aber immer wieder vor den Nachteilen der Einkreuzung von Showlinien, die aber nicht in fehlender Schärfe liegen, sondern ganz im Gegenteil, eher wird kritisiert, dass die Hunde eher packen und zu Streitereien neigen würden. Nachzulesen in mehreren Büchern der englischen Workingterrier-Literatur.
 
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Man kann nicht innerhalb von 2 - 5 Generationen die Gene so verschlechtern, daß es zu einem Totalausfall der jagdlichen Leistung kommt!
Kommt auf des jeweilige Merkmal und die Verankerung in der Rasse an...
Die Schärfe beim Terrier wird ich nicht schnell verlieren. Den Spurlaut beim Foxl oder beim PRT ganz schnell wieder, wenn ich nicht drauf achte...Dagegen werde ich bei den Bracken des laute Jagen und den Spurwille nicht schnell verlieren... Möglicherweise aber deutlich schneller eine ausgeprägte Wildschärfe.

Edit: letztendlich kommts aber immernoch auf die Ansprüche an. Topleistung wird evtl schnell in durchschnittliche Leistung abfallen, aber Totalversager wie du sagst werden bei durchgezüchteten Rassen nicht über Nacht kommen. mit o.g. merkmalsbezogenen Einschränkungen...
 
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