Jagdhund und Jagdhundewesen! Wissen für Jungjäger - Fakten, Hinweise, Anekdoten

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#91
Ich denke, ihr redet aneinander vorbei. Im Süden der Republik wird vieles etwas anders gehandhabt. Hier käme niemand auf die Idee, nach einem Prüfungszeugnis vom Hund zu fragen, bevor er ihn auf der Jagd einsetzt. Mundpropaganda ist alles.
 
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#92
Ich denke, ihr redet aneinander vorbei. Im Süden der Republik wird vieles etwas anders gehandhabt. Hier käme niemand auf die Idee, nach einem Prüfungszeugnis vom Hund zu fragen, bevor er ihn auf der Jagd einsetzt. Mundpropaganda ist alles.
Ihr seid ganz tolle Hechte, im Süden der Republik ;););) Ganz offensichtlich wisst ihr Dinge unmittelbar, die wir hier, weiter im Norden, erst mühsam herausfinden müssen.


grosso
 
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#93
Die Wertung ist Deine. Fakt ist, es gibt andere Gepflogenheiten. Ob die besser oder schlechter sind, möchte ich erstmal gar nicht beurteilen. Man sollte das nur berücksichtigen, wenn man Situationen wie die vom @Bausaujäger geschilderte beurteilt.

Daß ein Gutteil der Arbeit auf einer DJ von Hunden ohne großes Prüfungsgedöns gemacht wird ist einfach so. Dafür sieht man auch öfter mal nen Hund, den eine Prüfung aussortieren würde.
 
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#94
Man muss wohl auch dazu sagen, dass gute Hunde in vielerlei Hinsicht nicht vom Himmel fallen. Ich konnte da verschiedene Dinge beobachten und erfragen, die einfach nicht optimal laufen und nicht zwangsläufig vom Hundeführer abhängen.
Ich selber habe das Glück, dass ich für die Ausbildung meines Hundes mittlerweile auf ein Netzwerk unterschiedlicher Erfahrungsschätze und verschiedene Reviere mit unterschiedlichen Besätzen zurückgreifen kann. Das liegt aber daran, dass ich im Verhältnis wohl einfach sehr gut vernetzt bin.
Von anderen Hundeführern höre ich da durchaus Unterschiedliches... Das sind alles echte Situationen:

1. Auf sehr vielen Jagden sind nur fertig ausgebildete Hunde willkommen.
2. Kleine "Drückerchen" rein zur Hundeausbildung werden in vielen Revieren nicht gern gesehen oder von Pächtern erst gar nicht erlaubt.
3. Macht der Hund - auch wenn er erst in der Ausbildung ist - einen Fehler, wird der HF runtergeputzt, teilweise richtig übel.
4. Es werden nicht rassetypische Maßstäbe angelegt: Eine Bracke braucht einfach länger, bis sie fertig ist.
5. Es wird mit abwertenden Vorurteilen auf einzelne Rassen reagiert, ohne eine Arbeitsleistung vom einzelnen Tier gesehen zu haben.

...

Erst heute hat mir ein Mitjäger mitgeteilt, er habe versucht, einen Platz bei einer BP einer KJV zu bekommen. Als er dann gefragt wurde, welche Art Hund er führe (BGS), wurde er angemacht: "Was wollt ihr alle mit den BGS? Die Hunde sind zur richtigen Jagd doch nicht zu gebrauchen. Die können nur Nachsuche. Besorgt euch doch Hunde, mit denen man auch wirklich jagen kann."

Mir ist da nichts mehr eingefallen. Gehts noch?

Die Jagd ist auf gute Hunde angewiesen. Dementsprechend sollte auch jedem daran gelegen sein, sich so gut wie möglich an deren Ausbildung beteiligen. Ich hab ganz am Anfang auch bei ein paar Revieren nach Übungsmöglichkeiten gefragt und blöde Absagen und Sprüche erhalten. Jetzt ist der Hund soweit, dass er anfängt, gute Arbeiten zu zeigen und jetzt kommen sie an. "Wir haben da eine Drückjagd, Könntest du nicht mit dem Hund...?" Da geh ich mit dem Hund nicht mehr hin und wenn sich die Schweine bei denen stapeln und im Grunde sollten sich da andere HF solidarisch zeigen.

OT:
Ihr seid ganz tolle Hechte, im Süden der Republik ;););) Ganz offensichtlich wisst ihr Dinge unmittelbar, die wir hier, weiter im Norden, erst mühsam herausfinden müssen.

grosso
Da könnt ihr nichts dafür, das liegt am höheren Serotoninspiegel. Durch höhere und südlichere Lage bekommen wir mehr Sonne ab. ;)
 
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#98
Was bleibt dir übrig, wenns keiner vom Club ist?
Die Frage sollte man sich, mit ein wenig Nachdenken, evtl. selbst beantworten können. Die Idee, sich erst so einen Hund anzuschaffen und dann bei der KJS damit ein 'normale' Brauchbarkeit machen zu wollen, finde ich - vorsichtig formuliert - ein wenig speziell.

Mein Mitleid hält sich da in engen Grenzen.


grosso
 
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#99
1. Auf sehr vielen Jagden sind nur fertig ausgebildete Hunde willkommen.
Wo sollen die fertigen Hunde denn herkommen wenn sie nicht jagen dürfen!?
Prüfungskasper stehen dann vor warmem WIld und apportieren nicht mehr, hoppala.

2. Kleine "Drückerchen" rein zur Hundeausbildung werden in vielen Revieren nicht gern gesehen oder von Pächtern erst gar nicht erlaubt.
Siehe oben.
3. Macht der Hund - auch wenn er erst in der Ausbildung ist - einen Fehler, wird der HF runtergeputzt, teilweise richtig übel.
Mit solchen Menschen würde ich nicht jagen, umdrehen und gehen, irgendwann braucht er schon einen Hund und dann Arxxxxxecken.
4. Es werden nicht rassetypische Maßstäbe angelegt: Eine Bracke braucht einfach länger, bis sie fertig ist.
Ist so, auch innerhalb einer Rasse gibt es Spätzünder.
5. Es wird mit abwertenden Vorurteilen auf einzelne Rassen reagiert, ohne eine Arbeitsleistung vom einzelnen Tier gesehen zu haben.
Koniferen......

...

Erst heute hat mir ein Mitjäger mitgeteilt, er habe versucht, einen Platz bei einer BP einer KJV zu bekommen. Als er dann gefragt wurde, welche Art Hund er führe (BGS), wurde er angemacht: "Was wollt ihr alle mit den BGS? Die Hunde sind zur richtigen Jagd doch nicht zu gebrauchen. Die können nur Nachsuche. Besorgt euch doch Hunde, mit denen man auch wirklich jagen kann."

Mir ist da nichts mehr eingefallen. Gehts noch?

Sind halt schöne Hunde, aber wieviele davon werden gefördert und gefordert??
Im Kurs meiner Kreisgruppe sind ein halbes Dutzend Schweißhunde und die sind nicht sooo schlecht, aber was hilfts wenn hinten eine Pfeife an der Leine hängt.
Ein BGS ist ein Top Hund, aber der "Führer" vermasselt den so dass man koxxen könnte.


Die Jagd ist auf gute Hunde angewiesen. Dementsprechend sollte auch jedem daran gelegen sein, sich so gut wie möglich an deren Ausbildung beteiligen. Ich hab ganz am Anfang auch bei ein paar Revieren nach Übungsmöglichkeiten gefragt und blöde Absagen und Sprüche erhalten. Jetzt ist der Hund soweit, dass er anfängt, gute Arbeiten zu zeigen und jetzt kommen sie an. "Wir haben da eine Drückjagd, Könntest du nicht mit dem Hund...?" Da geh ich mit dem Hund nicht mehr hin und wenn sich die Schweine bei denen stapeln und im Grunde sollten sich da andere HF solidarisch zeigen.

Das seh ich auch so, so einen gibts in meinem Dunstkreis auch, Top Saujagd, blablabla.
Es sind aber nie Sauen da, die Hunde sind schlecht, wir brauchen andere Hunde, blablabla.
Mittlerweile geht keiner mehr hin, außer Erstlingsführern denen Märchen erzählt werden.


OT:


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Die Frage sollte man sich, mit ein wenig Nachdenken, evtl. selbst beantworten können. Die Idee, sich erst so einen Hund anzuschaffen und dann bei der KJS damit ein 'normale' Brauchbarkeit machen zu wollen, finde ich - vorsichtig formuliert - ein wenig speziell.

Mein Mitleid hält sich da in engen Grenzen.


grosso
Weißt du, da stoßen wir an ein Grundsatzproblem. Jetzt hast du einen "Jagdunfall" und damit x Welpen ohne Papiere, weil nicht genehmigter Deckakt, aber reinrassig. Was willst du machen? Sie ersäufen? Sie an Nichtjäger als Schoßhund abgeben? Es ist nicht immer alles schwarz und weiß, es gibt ganz viel Grau...
 
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Der weit überwiegende Teil ist schlich schwarz!


grosso
Mag vielleicht sein, ich weiß auch nicht.
Ich bin da immer hin- und hergerissen, weil ich die Verbände auf der einen Seite natürlich verstehe, auf der anderen Seite aber logischerweise jetzt dieser Hund nun einmal existiert und man dem ja auch irgendwie gerecht werden muss, sofern es geht...
 
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Mag vielleicht sein, ich weiß auch nicht.
Ich bin da immer hin- und hergerissen, weil ich die Verbände auf der einen Seite natürlich verstehe, auf der anderen Seite aber logischerweise jetzt dieser Hund nun einmal existiert und man dem ja auch irgendwie gerecht werden muss, sofern es geht...
Ganz ernst gemeinte Frage: warum muss man dem gerecht werden? Damit sich die Vermehrer in die Hände klatschen und weiter ein gutes Geschäft sehen, damit die Käufer mit der Idee des modischen SUV-Begleitwaldi nun doch ein Stück weit bestätigt wurden?

Lass sie Hundebesitzer sein aber sie nicht zwingend in der Auffassung bestätigen, sie seien Hundführer.


grosso
 
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Weißt du, da stoßen wir an ein Grundsatzproblem. Jetzt hast du einen "Jagdunfall" und damit x Welpen ohne Papiere, weil nicht genehmigter Deckakt, aber reinrassig. Was willst du machen? Sie ersäufen? Sie an Nichtjäger als Schoßhund abgeben? Es ist nicht immer alles schwarz und weiß, es gibt ganz viel Grau...
Natürlich. Nur sollte man sich, wenn man sich schon eines derartigen außergewöhnlichen Unfalls erbarmt, vllt ein klein wenig schlau machen. Wäre übrigens auch ein netter Zug des unfreiwilligen "Züchters", seinen Kunden reinen Wein einzuschenken, was die Einsatzfähigkeit seiner Zufalksprodukte betrifft. Anderenfalls könnte man wirklich auf die Idee kommen, das das Interesse auf der einen Seite rein finanzieller Natur ist, und auf der anderen vor allem romantisch geprägt.

Sei mir nicht böse, aber was man gerade mit dieser Rasse erlebt, ist jagdkynologisch haarsträubend. In besagtem Kurs beispielsweise war die Zahl der teilnehmenden BGS astronomisch, und der Anteil apportierender und schwimmender Schweißhunde überwältigend. Ich bin vom Glauben abgefallen.

Es liegt mir fernst, ein Vereinsapostel zu sein, jedoch ist mir solide jagdliche Führung in welcher Sparte auch immer eine Herzensangelegenheit, und derartige Übungen gaben mit der Züchtung und Abführung von Hunden für bestimmte Aufgaben NICHTS zu tun. Gar nichts. Das sind Gesellschaftshunde im BGS-Kostüm.

Es gibt Nachsuchenführer, die erfolgreich Hunde ohne JGHV-Papiere führen. Das ist nicht der Punkt. Aber die kämen nie auf die Idee, einen Kurs bei der KJS machen zu wollen. Die wissen, wie man so einen Hund abführt und machen höchstens ne Prüfung für eingeschränkte BP für Schalenwildreviere, weil das Papier gebraucht wird.
 
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