Jagdliteratur Kanada oder Kamtschatka

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#16
Zum Gruße,
das Buch, das mich überhaupt zur Jagd gebracht hat:
"In Kanadischer Wildnis" von Max Otto - zwar auch ein gehöriges Maß an Deutschtümelei drin, dennoch sehr spannend, finde ich - leider nur noch antiquarisch zu erhalten.
 
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#18
@hobojagd
ist das nur ein Reisebuch oder geht es da auch über die Jagd?
Zu faul zum suchen? ;)
Was findet man wohl wenn man Buhrmeister-Eymern in Google eingibt:
15000 km nach Osten ,Reise- und Jagdabenteuer im sibirischen Urwald von Buhrmeister-Eymern, Wolf von
oder
Wolf von Buhrmeister-Eymern, der von 1926 bis 1933 als Forstmann und Jäger in Sibirien arbeitete thematisiert Jagderlebnisse im Ussurigebiet und auf Kamtschatka

Als Orientierung könnte auch das hier dienen
https://www.ebay.de/itm/1936-Kamtsc...ymern-Jagdbuch-/132926762326?oid=132891459642

Aber man muß eben schon suchen - dann findet man ziemlich viel Informationen
 
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#20
Dank hobojagds Empfehlung habe ich mir Wolf von Buhrmeister-Eymerns Buch "15000 Kilometer nach Osten" gekauft und lese es gerade.
Grundsätzlich ist Literatur immer ein Spiegel der Zeit, in der sie entstand. In der 1936 bei Neumann-Neudamm veröfffentlichten Reise- und Jagdbeschreibung berichtet Buhrmeister von seinen Erlebnissen in Sowjetrussland zwischen 1926 und 1933. Als Forstmann arbeitet er mit Kollegen vor Ort zusammen und hat jagdliche Möglichkeiten, von denen man heute nur noch träumen kann.
Über den dienstlichen Hintergrund seiner Abordnung gen Osten in das Arbeiter- und Bauernparadies äußert er sich nicht weiter (zumindest nicht bis Seite 98).
Eine kurze oberflächliche Recherche zeigte, dass im April 1926 ein deutsch-russischer Vertrag unterzeichnet wurde, der neben z. B. militärischen Aspekten auch eine wirtschaftliche Annäherung/ Zusammenarbeit umfasste.
Vor diesem Hintergrund dürfte der forstliche Einsatz v. Buhrmeisters zu sehen sein. Er war in verschiedenen Regionen unterwegs, überprüfte Taxationen, führte diese wohl auch selbst durch und agierte wohl als forstlicher Berater.
Der Autor beschreibt anschaulich und in klarer Sprache seine Erfahrungen und spart dabei nicht mit Urteilen. Sei es bezogen auf die damaligen politischen Verhältnisse zu Sowjetrussland, zu den USA oder aber auch zu Japan. Allen unterstellt der Autor expansionistische Bestrebungen und beschreibt damit unterschwellig die explosive politische Lage der damaligen Zeit. Gepaart mit antisemitischen Vorurteilen, einem gewissen Überlegenheitsgefühl und wohl auch ( reine Vermutung von mir!) einem "wachen Blick" für miltärische Entwicklungen im Sowjetreich liefert v. Buhrmeister einen Einblick in die Zeitphase, aus der der Zweite Weltkrieg resultierte.
Jagdlich gesehen ist sein Bericht deutlich unterhaltsamer als das, was seit Anfang der achtziger Jahre als Jagdbelletristik veröffentlicht wurde.
Na gut, es gibt Ausnahmen.
Aber viel zu wenige...
Der Schreibstil v. Buhrmeisters ist flüssig und unterhaltsam.
Für diejenigen, die ein lesenswertes Jagdbuch suchen: klare Empfehlung.
Für diejenigen, die daneben noch (kritisch) politisch-historisch interessiert sind: klare Empfehlung.
Für diejenigen, die historische Texte lediglich auf der Basis heutiger political correctness beurteilen können: Pfui bah, böses Buch!
 
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#21
Dank hobojagds Empfehlung habe ich mir Wolf von Buhrmeister-Eymerns Buch "15000 Kilometer nach Osten" gekauft und lese es gerade.
Grundsätzlich ist Literatur immer ein Spiegel der Zeit, in der sie entstand. In der 1936 bei Neumann-Neudamm veröfffentlichten Reise- und Jagdbeschreibung berichtet Buhrmeister von seinen Erlebnissen in Sowjetrussland zwischen 1926 und 1933. Als Forstmann arbeitet er mit Kollegen vor Ort zusammen und hat jagdliche Möglichkeiten, von denen man heute nur noch träumen kann.
Über den dienstlichen Hintergrund seiner Abordnung gen Osten in das Arbeiter- und Bauernparadies äußert er sich nicht weiter (zumindest nicht bis Seite 98).
Eine kurze oberflächliche Recherche zeigte, dass im April 1926 ein deutsch-russischer Vertrag unterzeichnet wurde, der neben z. B. militärischen Aspekten auch eine wirtschaftliche Annäherung/ Zusammenarbeit umfasste.
Vor diesem Hintergrund dürfte der forstliche Einsatz v. Buhrmeisters zu sehen sein. Er war in verschiedenen Regionen unterwegs, überprüfte Taxationen, führte diese wohl auch selbst durch und agierte wohl als forstlicher Berater.
Der Autor beschreibt anschaulich und in klarer Sprache seine Erfahrungen und spart dabei nicht mit Urteilen. Sei es bezogen auf die damaligen politischen Verhältnisse zu Sowjetrussland, zu den USA oder aber auch zu Japan. Allen unterstellt der Autor expansionistische Bestrebungen und beschreibt damit unterschwellig die explosive politische Lage der damaligen Zeit. Gepaart mit antisemitischen Vorurteilen, einem gewissen Überlegenheitsgefühl und wohl auch ( reine Vermutung von mir!) einem "wachen Blick" für miltärische Entwicklungen im Sowjetreich liefert v. Buhrmeister einen Einblick in die Zeitphase, aus der der Zweite Weltkrieg resultierte.
Jagdlich gesehen ist sein Bericht deutlich unterhaltsamer als das, was seit Anfang der achtziger Jahre als Jagdbelletristik veröffentlicht wurde.
Na gut, es gibt Ausnahmen.
Aber viel zu wenige...
Der Schreibstil v. Buhrmeisters ist flüssig und unterhaltsam.
Für diejenigen, die ein lesenswertes Jagdbuch suchen: klare Empfehlung.
Für diejenigen, die daneben noch (kritisch) politisch-historisch interessiert sind: klare Empfehlung.
Für diejenigen, die historische Texte lediglich auf der Basis heutiger political correctness beurteilen können: Pfui bah, böses Buch!
Ich finde es immer gut wenn jemand auch den zeitlichen Kontext in dem das Buch entstanden ist bewußt wahrnimmt.
In diesem Zusammenhang fand ich auch z. B.
Oberländer: Im Lande des braunen Bären. Jagd- und Reisebilder aus Rußland; Neudamm, Neumann 1905
sehr bemerkenswert (vielleicht sollte ich aus heutiger Sicht auch amüsant sagen)
 
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14 Jul 2008
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#22
Einziger Nachteil ist dass es in "alt deutsch" geschrieben ist, da brauchst jedesmal ein bisschen um wieder lesen zu können
 
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