Jagdpächter rechnet mit Drückjagd ab

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Fallwild finden? Bei unseren Raubwild- und Schwarzwildpopulationen? Euer Ehren belieben zu scherzen. Zum Aufräumen brauchts keine Wölfe.

Gilt im übrigen auch für die Kitze.

Ich hab schon in solchen Ecken "gejagt". Der köperlich Zustand mancher Stücke ist erbärmlich. Es ist mir völlig schleierhaft, wie man langfristig seine Jagd so betreiben kann.


Na dann hast du ja mit Sicherheit auch ein Erklärungsmodell an der Hand, was mit mit den ganzen größeren Knochen der kompletten Skelettsysteme der aufgrund der hier postulierten Überschreitung der Biotopkapazität in rauen Mengen verendeten, insbesondere der adulten, Rehlein passiert und wohin diese Knochen dann alle so schnell verschwinden?
Bin gespannt!
Auf unserem Platz im Revier jedenfalls; dort, wo alle "Straßenopfer" oder nicht verwertbaren Tiere oder Teile eben dieser seit Jahren enden, könnte man die Anzahl der entsorgten Kadaver anhand der noch dort befindlichen Rumpf-, Schädel und großen Knochen der Extremitäten auch nach mehr als 15 Jahren "mit etwas Mühe" noch einigermaßen genau nachvollziehen, auch die der entsorgten Rehlein.
An mangelndem Schwarzwild und Raubwild liegt das in diesem Fall mit Sicherheit nicht, die kennen diesen Friedhof durchaus und sind regelmäßiger Besucher!:cool:


Prinzengesicht
 
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.....Auf unserem Platz im Revier jedenfalls; dort, wo alle "Straßenopfer" oder nicht verwertbaren Tiere oder Teile eben dieser seit Jahren enden, könnte man die Anzahl der entsorgten Kadaver anhand der noch dort befindlichen Rumpf-, Schädel und großen Knochen der Extremitäten auch nach mehr als 15 Jahren "mit etwas Mühe" noch einigermaßen genau nachvollziehen, ....
Das bezweifele ich sehr!

Selbst die kompletten Rehschädel mit harten Zähnen und Unterkieferknochen, die während der letzten 4 Wochen in mehreren Dutzend auf den Aufbruchplatz gewandert sind, sind am nächsten Morgen absolut spurlos verschwunden, ALLE ohne Ausnahme.
Schädel von Sauen findet man hin und wieder in Dickungen, die etwas länger überdauern.
 
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Mein lieber, sehr verehrter Stoeberjaeger!

Sie wissen, daß ich diese Anrede mit Bedacht gewählt habe,
denn ich hege großen Respekt vor Ihrem Können und Wissen.

Aber nicht nur das macht Sie mir -und vielen anderen Lesern- zu einem
angenehmen und streitbaren Gesprächspartner.

Was mir bei den beiden Bübchen fehlt, ist die Erfahrung der Fehlbarkeit.
Es fehlt das Versagen, das Scheitern, die Verletzung des Stolzes-
kurz und gut: es mangelt an Erfahrung.

Es ist ein Mangel, der aus dem Reichtum der jugendlichen Sicherheit entspringt.

Zur Betrachtung: Ich kann mir nicht vorstellen, daß ich das Tier im Glas anders
wahrnehme als Sie- gewiß nicht so geübt, und gewiß nicht so sicher.
Lediglich die Bedeutung des Wildtieres für meine persönliche Existenz
mag sich unterscheiden: ich entnehme Lebewesen aus einem Gesamtwerk,
und dafür bleibe ich in einer Schuld- einer Lebensschuld.
Daß eine derartige Anschauung aus einem katholischen Landstrich entwächst,
steht außerhalb jeder Frage.
Dabei bin ich noch nicht einmal sehr religiös, ich darf das jedenfalls nicht behaupten.

Sie selbst haben schon mehrmals auf die Bedeutung der Empathie für den Jäger hingewiesen,
auch um dieses Einfühlungsvermögen zum jagdlichen Vorteil zu nutzen.
Ich habe diese Aussagen mit Erstaunen wahrgenommen, und ich habe verstanden,
daß dies den Horizont -und den Erfolg, wenn Sie so wollen- deutlich erweitert.

Der Schießer: Nein, das wäre geradaus verlogen- Sie wissen, was ich Ihnen und
Ihren Erläuterungen zum Büchsenschuß und zur Ballistik zu verdanken habe.
Das wird mich mein Lebtag lang begleiten.
Wenn ich mich selbst als Drückjagdschütze ausschließe, dann liegt das einfach
an der Erkenntnis der eigenen Grenzen. Die Übungsmöglichkeiten werden
in meiner Heimat immer weiter beschnitten, schon für die Flinte bin ich einfache Strecke
ca 45min. auf der Straße... Es geht halt ohne Können nicht.

Entseelung und Entzauberung: Ich erlaube mir, auf den werten Waidgenossen
Yumitori zu verweisen. Er hat in einem seiner letzten Posts deutlich und überaus
scharfsichtig darauf hingewiesen, daß gerade die Landwirtschaft als einer der
letzten Berufszweige die Professionalisierung aufgenommen und umgesetzt hat.

In völliger Verblendung hat die Politik die Errungenschaften der ins höchste
perfektionierten Landwirtschaft gelobt, ohne auch nur eine Sekunde weiter zu denken-
wie es eigentlich Politiker tun sollten, möchte man meinen.
Aber sie wurden von einem nichtsnutzigen Vertretungssystem, dessen Bauern
schlichtweg in Politik machen wollten, in einer "passt doch ois!"-Laune gehalten.
Die Ergebnisse sind uns Jägern zuvorderst bekannt, und die Volksabstimmung
zur Artenvielfalt hat eigentlich niemanden überrascht...

Die Gefahr für eine Professionalisierung der Jagd sehe ich dagegen nicht im
Erwerb von Können und Wissen- ganz gewiß nicht.
Ich selbst fördere ja die Kenntnisse an der Büchse bei dem einen oder anderen Schüler.
Und ich arbeite dabei nicht als Moderator.
Ihr Gedanke, daß erst die Meisterschaft Grundlage für weiterführende Erkenntnis ist,
verwundert mich etwas- eine parallele Entwicklung beobachte ich ja bei mir.
Und ich wage noch nicht, mich Meister zu nennen...

Was ich den beiden Adepten vorwerfe, hat mitnichten mit Alter oder Jahresjagdscheinen
zu tun, sehr wohl jedoch mit dem "Anfangen".
Weder verfügen sie über Humor, noch über menschliche Güte.
Keine ernsthaften Schrammen, Narben, nichts. Es sind zarte Knaben.
Und doch sind sie zutiefst überzeugte Männer der Tat- also tatsächlich das,
wie die beiden sich selbst zu gerne darstellen.
Eigentlich erlegen sie nur Tiere, wie alle anderen hier auch.
Also rein gar nichts besonderes- außer dem ekelhaften Streben nach eitlem Elitarismus.

Und vielleicht täusche ich mich ja.
Aber wenn ich die Worte dieser Täter lese, habe ich unweigerlich den Gestank
vom Geseich einer siebzigjährigen, letztmalig läufigen Eselin im Windfang.

Werter Stoeberjaeger, ich bin Ihnen und Ihren Vorschlägen zur Jagd stets aufgeschlossen
gegenübergestanden. Ihre Rhetorik und ihre neuen Denkwege haben mich oft inspiriert.
Und ich werde in meiner Heimat von der BJV-Jägerschaft geschnitten, weil ich für eine
engere Zusammenarbeit mit den Eigenbewirtschaftern plädiert habe.
Sie dürfen mir glauben, daß meine Abneigung gegen die Bübchen nur zu einem
sehr geringen Teil ideologischer Natur ist.

Für mich sind die beiden Säuger einfach unerträglich verzogene Arschlöcher.


derTschud
 
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Ach, der Sekundant ist ja auch noch da.

Das bedeutet einfach, daß strohdumme Menschen strohdumme Dinge tun.
Zum Beispiel ihre Begrenztheit öffentlich zur Schau stellen.
Und den Pfad zu ihrer Linken als den einzig wahren Weg hinausposaunen,
während sie -Entseelung und Entzauberung belachend- auf etwas zumarschieren,
das ihnen bis zum letzten Augenblick nicht ersichtlich wird.

Und auch jetzt nicht erkennen, worüber ich schreibe.


Ihr seid gute, effektive Jäger.
Bestes gehirngewaschenes Material.

Und jetzt geht mal schön Rehschrecken, ihr Anfänger.


derTschud
Der Meister hat gesprochen..........😂😂😂😂😂
 
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Was mir bei den beiden Bübchen fehlt, ist die Erfahrung der Fehlbarkeit.
Es fehlt das Versagen, das Scheitern, die Verletzung des Stolzes-
kurz und gut: es mangelt an Erfahrung.

Es ist ein Mangel, der aus dem Reichtum der jugendlichen Sicherheit entspringt
Jetzt kommt wieder die alte Leier: Ich bin aber älter als du, drum weiß ich alles besser!😂😂😂😂
 
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Werter Herr Tschud,
ich bin ENTSETZT!

Ihro Gnaden "gewählte" Ausdrucksweise (fast hätte ich "gestelzte" geschrieben) scheint in einem Internet-Forum irgendwie "aus der Zeit gefallen", zumindest auffallend.
Schon bei der Anrede fällt es auf:
Mein lieber, sehr verehrter Stoeberjaeger!

Und dann das:
Für mich sind die beiden Säuger einfach unerträglich verzogene Arschlöcher.
Welch' Laus in Elefantengröße muss Euch da über die Leber gelaufen sein ...

Man kann sehr trefflich über die Jagd philosophieren (wie z.B. Ortega y Gasset), das Werk eines "Schöpfers" zu erkennen glauben oder auch sonst noch viel in sie "hineingeheimnissen" - zuvörderst bleibt sie aber Handwerk und Nutzung einer nachwachsenden Ressource.

Die Ansichten wechseln naturgemäß - wer nur wenige Stücke zu erlegen hat, in der Jagd "Ruhe und Erholung" sucht (oder für den sie gar die Flucht vor dem zu Hause regierenden garstigen Weibe ist), der wird sie anders sehen, als der Berufsjäger/Förster, der die mehrfache Strecke erlegen MUSS.
Letzterer wird um "Effektivität" bemüht sein, die ersterem oft zuwider ist, eben weil er viel "hineingeheimnist", was aber eben mit dem ursprünglichen Sinn der Jagd nicht viel zu tun hat.

Wer sich als Ausgleich zum Berufsleben z.B. der Messermacherei verschrieben hat, der wird das auch anders angehen, als derjenige, der davon lebt.
Da wird die Klingenform mit der Handsäge ausgeschnitten, elektrische Säge oder gar beim Dienstleister lasern lassen - ein Sakrileg!
Die Klinge mit der "groben Flex" in Grundform bringen - undenkbar!

Ein "kommerzieller" kann sich solcherlei Gefühlsduselei nicht leisten, wenn er davon leben will.


WaiHei
 
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Mein lieber, sehr verehrter Stoeberjaeger!.....

......Also rein gar nichts besonderes- außer dem ekelhaften Streben nach eitlem Elitarismus.

Und vielleicht täusche ich mich ja.
...... ihre neuen Denkwege haben mich oft inspiriert.
Und ich werde in meiner Heimat von der BJV-Jägerschaft geschnitten, weil ich für eine
engere Zusammenarbeit mit den Eigenbewirtschaftern plädiert habe......
Mein lieber Tschud,

danke für die ausführlichen Erläuterungen, die in Teilen sehr angenehm für mich zu lesen waren. Insbesondere die wichtige Bedeutung des lebenslangen Trainings zur Verbesserung seines eigenen Jagdhandwerks, die kritische Reflexion der aktuellen Jagdausübung (oder auch der Landwirtschaft) und die Bereitschaft zum Verständnis der Eigenbewirtschafter haben mir gefallen.

Es kann auch sehr spannend sein, über Jagd und insbesondere Jagdethik zu philosophieren, wenn man das vorab deutlich von Fachdiskussionen trennt.

Ich würde es aber begrüßen, wenn dabei das persönliche Empfinden über den Charakter einzelner Diskussionsteilnehmer (vor allem, wenn man sie nicht näher kennt) NICHT in die öffentlich geschriebenen Beiträge einfließt, denn erstens bringt das nichts, zweitens verstößt es gegen Forenregeln und nicht zuletzt gibt man nur das Bild eines echauffierten Jägers ab, was ist sicher nicht im eigenen Interesse ist. ;)

Meine Erfahrung mit den "Jungen Wilden" (Jägern) ist, dass sie gar nicht so übel sind. Klar fehlt ihnen die Erfahrung von 40 Jägerjahren, geht ja gar nicht anders und da darf man auch mal großzügig drüber weg gehen. Manchmal überraschen sie einen auch mit interessanten Ansätzen. Es ist imo jedenfalls kein Fehler, schon als junger Mensch mit voller Wucht und Leidenschaft an die Jagd zu gehen, weil das eine gute Grundlage für die Bereitschaft ist, den nötigen hohen Input zur stetigen eigenen Verbesserung zu leisten. In 30 - 40 Jahren sind auch die Youngsters hier weiter. Also bitte etwas mehr Gelassenheit.
Viele Grüße
Stöbi
 
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Werter JBM-

Leider werde ich den Einfluß einiger Autoren nicht mehr los.
Oder den meines Großvaters.
Die Münze bleibt geprägt, auch wenn der Glanz dahin geht.
Dazu bin ich lange nicht so alt, wie es möglicherweise erscheint-
das scheint mir ein furchtbar wichtiger Punkt zu sein.

Auch wenn ich mich wiederhole: Ich habe diese Anrede mit Bedacht gewählt.
Manche Leute haben das verdient. Andere nicht.

Zum handwerklichen Standpunkt kann ich Ihnen und Stoeberjaeger
kaum widersprechen. Es ist Arbeit und bleibt Arbeit.
Aber warum sich die Effizienz und eine stereospokische Betrachtung
gegenseitig ausschließen sollen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.

Gerade die Nutzung der nachwachsenden Ressource ist mein Metier.
Und erlegen "müssen" wir ja alle. Gutachten sei Dank.
Ich glaube nicht, daß die Anzahl sehr viel mit der Ethik zu tun hat.
Oder besser: Ich will nicht, daß durch die Quantität die Qualität der Arbeit sinkt.
Natürlich ist das in den Augen vieler Menschen romantischer Blödsinn.
Geradezu widersinnig.

Der eigentliche Sinn der Jagd ist generell die Gewinnung von Fleisch,
heute von Fleisch allerbester Qualität.
Das ist mein hauptsächliches Bestreben.
Und auch ich will, daß die Kühlung schnell voll ist, damit der Samstag
ausgefüllt wird.

Werter Stoeberjaeger-

Sie haben recht, das ist off-topic, wie ich sie selbst nicht besser ablehnen könnte.
Möglicherweise reagiere ich nur so grantig, weil ich den gezielten Einzelschuß
als solchen sehr ernst nehme. Vielleicht zu ernst.

Ich war sehr erstaunt, daß Sie die .277/110gr mit einem Jagdglas ausgestattet hatten.
Aber das ist Ihre Waffe, nicht meine.

Meine Erfahrungen mit den "jungen Wilden" decken sich leider überhaupt nicht
mit den Ihren- ganz im Gegenteil.
Je größer das Mundwerk der Burschen, umso schlimmer die Ergebnisse.
Jagdschule, 25 Schuß GECO Target, Ergebnisse zum Heulen.
Und hier werden sie zum Helden der Tannen.


Wenn ich heute sage, daß ich das erste Jahr 1000Schuß,
im zweiten Jahr wenigstens 600Schuß in verschiedenen Anschlagarten angestrebt habe,
ernte ich heute nur Kopfschütteln.

Nein, Stoeberjaeger, ein Generationenkonflikt ist das nicht.
Es ist ganz einfach die Selbstbeweihräucherung, die mich würgen läßt.

Übrigens frage ich mich auch, wie lange ich noch hier schreiben darf...


derTschud
 
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Ist mir also ein Rätsel, worauf Du hinaus willst.
Darauf, dass selbst eine geringe Bejagung durch den genannten Mechanismus dazu führt, dass die überlebenden Stücke im Schnitt stärker sind als bei rein dichtebedingter Mortalität und dass deshalb das Statement vom @wuidbradler-schorsch, durch einen Stopp der (geringen) Bejagung würden die Gewichte steigen, nicht haltbar ist.
 
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10 Jul 2011
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Nachdem der Verkehr bei uns ja eine "Quasi-Bejagung" darstellt, dürfte sich ein Nachweis durch Einstellen der Bejagung schwer darstellen lassen. Selbst, wenn man eine Ecke fände, in der Wanderbewegungen sich ausschließen ließen.
 
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Darauf, dass selbst eine geringe Bejagung durch den genannten Mechanismus dazu führt, dass die überlebenden Stücke im Schnitt stärker sind als bei rein dichtebedingter Mortalität und dass deshalb das Statement vom @wuidbradler-schorsch, durch einen Stopp der (geringen) Bejagung würden die Gewichte steigen, nicht haltbar ist.
Servus
Ich hab was anderes gesagt, und zwar:

es würde einigen Rehen ein wenig besser gehen. Und zwar denen, die den Vorteil ihres dann höheren Gewichtszuwachses in ihren ersten 3 Lebensmonaten über den Winter bringen, sprich 1 Jahr alt werden. Und natürlich, das gehört dazu, dann ihr Streifgebiet behalten können. Der Tagesrythmus würde sich ändern etc. p.p.

Gruss WB
 
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