Jagdpächter rechnet mit Drückjagd ab

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Gelöschtes Mitglied 21531

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#76
Keine Rückegassen die haben selektiv gearbeitet. ......wo letztes Jahr angeblich die Naturverjüngung in Gefahr war , sind jetzt Jungwaldleichen.
In Deutschland befährt keine forstliche Großmaschine Waldboden außerhalb von Rückegassen (Fahrlinien auf Schadflächen) - hier (und auch sonst) irrst Du gewaltig.

Es mag ja "interessant" klingen, mit wie vielen Schlagworten Du hier Deinen großen Rundumschlag über Wald, Wild und Ökologie verfasst hast, aber es disqualifziert Dich leider in erheblicher Weise.

Sachlichkeit tut not, gerade auch in diesem Forum - und wenn man von Bereichen keine Ahnung hat, hält man sich besser bedeckt.
Und sonst eher differenziert schreibende User klatschen noch Beifall...(n)

Von Jägern, die doch wohl öfter zum Zwecke der Jagd Waldflächen anderer Eigentümer betreten, sollte man etwas mehr Basis-Wissen um die o.a. Themen erwarten.
 
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Gelöschtes Mitglied 21531

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#78
Zu 99 % ja ! Unternehmer, die sich daran nicht halten, werden üblicherweise sanktioniert und bei Auftragsvergaben nicht mehr berücksichtigt.
Auch bei den kleinsten Waldbesitzern hat sich heutzutage herumgesprochen, daß die Schonung des Waldbodens als ihr wichtigstes Betriebs-Kapital Priorität hat.
 
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#79
Zu 99 % ja ! Unternehmer, die sich daran nicht halten, werden üblicherweise sanktioniert und bei Auftragsvergaben nicht mehr berücksichtigt.
Auch bei den kleinsten Waldbesitzern hat sich heutzutage herumgesprochen, daß die Schonung des Waldbodens als ihr wichtigstes Betriebs-Kapital Priorität hat.
Er redet aber von seinem Revier. Ich denke schon, dass er weiss wie das aussieht und ob da Rückegassen sind, oder eben nicht. Ich kann ja nicht abschließend beurteilen, ob du sein Revier vielleicht besser kennst als er, aber das erscheint mir zumindest unwahrscheinlich. Da zu dem Entschluss zu kommen, dass er sich selbst disqualifiziert kommt mir dann doch etwas vermessen vor.
Ganz allgemein würde es der Gesprächskultur gut tun, wenn Jäger und Förster sich eben nicht immer gegenseitig jegliche Kompetenz absprechen würden. Ich glaub das wünsch ich mir zu Weihnachten :rolleyes:
 
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Gelöschtes Mitglied 21531

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#80
Ich kenne die Region, aus der er kommt, zufällig recht gut und kann mir dort keinen, aber gar keinen Waldbesitzer vorstellen, der es nicht so hält, wie ich beschrieb...

Gesprächskultur ?? Du hast aber seine Posts schon gelesen, oder ?

Im allgemeinen gebe ich Dir recht, hier liegt sehr vieles im Argen zwischen Jägern und Förstern, vor allem aber hier im Forum. Ich hoffe nur immer, daß dieses nicht repräsentativ für die Situation draußen im wirklichen Leben ist. ;)
 
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#81
Das mit der Gesprächskultur war tatsächlich nur ganz allgemein und keineswegs auf dich bezogen. Ist nur so ein ganz grundsätzlicher Wünsch meinerseits...
 
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#82
Genau. .....Spezi , Links Grünes Denken zB des ÖJV .....Wild als Waldschädlinge ausmerzen , Wölfe und Luchse rein .....die können sich ja von Nutzvieh ernähren .....wie der Waldmärchenonkel Wohlleben neulich im Radio sagte " natürlich sind Bäume fühlende Wesen " dabei vergaß er anscheinend die Waldbewohner ......Gut von Rot-/Reh-/Schwarzwild als hochentwickelte Säuger mit "Gefühlen " ähnlich wie wir , redet natürlich keiner, sind ja Schädlinge. ...!!! Mann, mir wird schlecht. ..... neben den Bahnhofsklatschern und Gutmenschen gibt es jetzt auch noch Baumgutmenschen.....und die Wildtiere sind dann die Schalennazis nur weil sie keine Bäume und Wölfe kuscheln wollen und nicht ins waldgrüne Weltbild passen....! Wsgs Tiere denken und fühlen aufgrund der gleichen "Hardware" so wie wir , nur die "Software" ist different. ......Das kann einem jeder Biologe bestätigen. .....Ich finde dieses homozentrische Weltbild zum kotzen. .......grüße +WMH Olli
Lieber "Nerofrankkirn",

ich teile Ihre Einschätzung nicht. Linksgrünes Denken hat seine Wurzeln im Gleichheitsgedanken. Alles ist gleichwertig. Die Menschen (deshalb universale Menschenrechte für alle überall). Tierrechte ins Grundgesetz, Männer und Frauen sind gleich. Unterscheiden bedeutet "strukturelle Gewalt".

Wobei in vielen Punkten eine Gleichwertigkeit oder Gleichberechtigung wünschenswert ist. Damit begnügt sich die Linke aber nicht. Sie möchten gleich machen. Die Linke negiert die Realität, dass die Fähigkeiten, Intelligenz und Leistungsbereitschaft der Menschen nur dieses Landes höchst unterschiedlich verteilt sind.

Wenn man die Rechnung mit falschen "Ausgangsvariablen" macht, so kann das Ergebnnis nicht stimmen. Wenn das Ergebnis dann (für die schöne neue Welt) erzwungen werden soll, so geht das nur mit Druck. Deshalb münden linke Gesellschaftsexperimente im Totalitarismus.

Eigenverantwortlichkeit, Freiheit und weitgehendes Fehlen von staatlicher Kontrolle ist das Gegenteil von Links.

Wo ist die Verbindung zum Blogthema? Es gibt keine allgemein richtige Jagdstrategie. Auch keine allgemein gültigen Festlegungen zur richtigen Bestandsdichte. Es gibt Interessen und Interessensgegensätze. Und einen Wertekanon. Hier die Waidgerechtigkeit.

Wenn ich ein Revier pachte, das wenig und nur extensiv bewirtschafteten Wald beinhaltet, so kann ich es mir leisten (sofern ich das will), jedes Reh mit Namen zu kennen. Wenn der Verbiß im Rahmen ist und der Verpächter keinen Grund zur Klage hat, so kann ich mich wohl lange an diesem Revier erfreuen.

Wenn ich ein Großgrundbesitzer bin und der Wald eine wesentliche wirtschaftliche Basis meines "Betriebs" darstellt, so darf ich auf dem Boden der geltenden Gesetze eine ganz andere Jagdstrategie betreiben. Es wird dann nicht nach jedem Schuß auf ein Stück Rehwild "ergriffen und mit zwiespältigen Gefühlen ringend" neben dem Stück gekniet. Sondern die Jagd eher geschäftsmäßig betrieben. Was nicht heißt, dass echtes jagdliches Erleben in diesem "setting" nicht möglich ist.

Was ich damit sagen will: Beide "Extrempositionen" sind legitim. Das ist Teil unserer Freiheit. Freiheit die möglich ist, wenn die Interessen zw. Jäger und Waldbesitzer austariert sind. Und nachdem die Interessenlage je nach Situation/Besitzverhältnisse höchst unterschiedlich ist, kann es keine allgemeingültige Richtschnur geben.

Freiheit geht nach meinem Dafürhalten immer vor Gleichheit. Der Leserbriefschreiber der die Jagdpraktiken seines Nachbarn gerügt hat möchte sensibilisieren und stellt seine Sicht in den Vordergrund. Wobei er doch in seinem Revier jagen kann wie er möchte (Interessensausgleich mit dem Besitzer/Verpächter voraussgesetzt). Er möchte aber, dass es auch woanders so läuft wie er es für sich als richtig erkannt hat. Unter Missachtung des Eigentumsrechtes. Das ist in letzter Konsequenz Linkes Denken. So schließt sich der Kreis.
 
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#83
Meine Rede. ....Dennoch sollte man waidgerechtes Handeln (die Alten waren nicht blöder als wir! ) , und den "Respekt " vor jeder (!) Lebensform in den Vordergrund stellen. .....Das fehlt mir leider allzu oft ......früher gab es zB die Allmende (wälder).. da mussten sich alle einigen. ....heute sitzt jeder in seiner Glaskugel (egozentrisch ) und schaut nicht über den Tellerrand. ...schade. ...! Gilt wohl auch für den Schreiber des Leserbriefes.
Grüße +WMH Olli
 
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Gelöschtes Mitglied 21531

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#85
@nerofrankkirn :
Das kannst Du gern machen, aber bitte keine Teilausschnitte irgendwelcher Fahrgassen, sondern die komplette Erschließungssituation und eventuelle Befahrungsschäden des Bestandes dokumentierend.
Mit Fotos wird das wohl kaum zu schaffen sein... ggfs PN !
Aus beruflich-fachlicher Sicht interessieren mich Fakten.
 
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Gelöschtes Mitglied 21531

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#86
und den "Respekt " vor jeder (!) Lebensform in den Vordergrund stellen
Ethische Grundeinstellung beim Umgang mit der uns umgebenden Natur = absolut d´accord !

früher gab es zB die Allmende (wälder).. da mussten sich alle einigen
Es gibt heute immer noch Formen von Gemeinschaftswald in einigen Regionen der BRD. Ob diese "alte" Eigentumsform Vorteile hat hinsichtlich Pflege und Erhaltung von stabilen Wäldern, glaube ich nicht.
 
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Gelöschtes Mitglied 21531

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#88
"Sein Revier" kenn ich nat. nicht im Detail, aber ich stelle grds in Frage, daß er die Situation dort fachlich richtig beurteilt oder eben, wie hier so gern praktiziert zum allg. Forst"Bashing " (oder wie heißt das neudeutsch ?!) ausschlachtet.

Ungeregelte Befahrung gehört in der deutschen Forstwirtschaft seit Jahrzehnten der Geschichte an !
Seis drum, jede weitere Diskussion ist müßig.
 
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#89
allg. Forstbashing ist überzogen.
Wenn Großgrundbesitzer die wirtschaftlichen Interessen auf ihrem Besitz in den Vordergrund stellen ist das eine Sache. Was hier aber oftmals als "fremdes Eigentum" bezeichnet wird ist "Allgemeingut" und wenn sich dann einige "Staatsdiener" bzgl. Wildbewirtschaftung aufführen wie die Axt im Walde, muss es wohl erlaubt sein darauf zu verweisen, dass der Fiskalwald auch andere Funktionen hat.
 
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#90
Jeder, auch der Privatwald, findet die Grenze der Eigentumsnutzung, wenn er Nachbarn oder die Allgemeinheit schädigt. Das freie Waldbetretungsrecht (in BW, in manchen BLändern ist das etwas eingeschränkter) zum Zwecke der Erholung gilt auch im Großprivatwald.
Aber auch der "Fiskalwald", als Staats- oder Kommunalwald, hat ein Zielsystem und eine Agenda, um die Ziele zu erreichen. Die Vertreter des "Eigentümers Volk" sind MdBs, MdLs und Gemeinderäte, die im Rahmen der Gesetze (MdBs und MdLs können selbige auch ändern), die Ziele bestimmen und die Verwaltungen damit beauftragen, diese Ziele zu erreichen.
Dass v.a. Schalenwildhege und Waldbau häufig in Zielkonflikten zu einander stehen, ist evident. Daher ist es Sache der Eigentümervertreter zu formulieren, welchem Ziel Vorrang zu geben ist, so wie das Bayern bspw. im Waldgesetz getan hat.
Bei vielen waldreichen Gemeinden im ländlichen Raum ist die Gewinnerzielung aus dem Waldvermögen eine wesentliche Zielsetzung. Das ist weder verwerflich noch rechtlich grenzwertig.
 
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