Jagdreise vor Gericht

Anzeige
Mitglied seit
15 Jun 2012
Beiträge
2.580
Gefällt mir
1.227
#1
Ach, was es alles gibt:
Gebucht war Jagdreise auf Elch. Zitat: Der Jäger hatte 3800 Euro für die Reise nach Sklov bezahlt - einschließlich der „Abschussvorauszahlung“ für einen Elch mit einem Trophäengewicht von sechs Kilogramm. Diesen Betrag von 1500 Euro fordert er von dem Mönchengladbacher Jagdreisen-Spezialisten zurück, weil er keine Gelegenheit gehabt habe „einen Elch zu beschießen“.
Er habe zwar auf einen Elch mit niedrigerem Trophäengewicht geschossen, diesen aber nicht getroffen. Außerdem sei das Tier krank gewesen, und er habe nur auf Anweisung des örtlichen Jagdführers darauf gezielt.

Nach Auffassung des Gerichts ist die Motivation für den Schuss aber irrelevant.
Er habe zwar auf einen Elchbullen mit niedrigerem Trophäengewicht geschossen, diesen aber nicht getroffen. Hätte er diesen „geringeren Elchbullen“ erlegt, wäre laut Vertrag immerhin eine Teilerstattung von 500 Euro in Betracht gekommen.

Der Jagdreise-Veranstalter hält dagegen, dass der Kläger den Elch sehr wohl getroffen habe. Das Tier sei kurz danach von einem Treiber angeschossen aufgefunden worden und in einem Sumpfgebiet verendet. Das Paket mit der zugeschickten Trophäe hatte der Jäger später nicht angenommen, weil es nicht „seine“ sei. Seinem Mandanten sei die falsche Trophäe untergejubelt worden, sagte der Anwalt des Jägers.

Für mich ziemliches jusitisches Kleinklein. Vorauszahlung wird interpretiert als für die Gelegenheit zum Schuss an sich. Der Jäger beruft sich aber auf zugesagte Gewichtsklasse.

Heute Ureil: Klage abgeschmettert. Kein Geld zurück. Elch ist Elch!
(Wäre der Richter ein Jäger, wäre es vielleicht anders entscheiden worden)

Im Vorfeld wurde im der Presse immer wieder das Verfahren ins Lächerliche gezogen. Der Normalbürger mag nicht verstehen, dass eine Trophäe bei einer solchen bezahlten Jagdreise eben auch eine Rolle spielt.

https://www.aachener-nachrichten.de/nrw-region/jaeger-trifft-elch-nicht_aid-45800383

https://www.bild.de/regional/duesse...gen-elch-reise-vor-gericht-64981068.bild.html

Bei den "Schaufeln" :giggle: kann man verstehen, dass der Jäger mit der ganzen Sache nicht wirklich zufrieden war.
Bildschirmfoto 2019-09-27 um 15.23.13.png
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
28 Jan 2019
Beiträge
1.450
Gefällt mir
1.500
#2
Ach, was es alles gibt:
Gebucht war Jagdreise auf Elch. Zitat: Der Jäger hatte 3800 Euro für die Reise nach Sklov bezahlt - einschließlich der „Abschussvorauszahlung“ für einen Elch mit einem Trophäengewicht von sechs Kilogramm. Diesen Betrag von 1500 Euro fordert er von dem Mönchengladbacher Jagdreisen-Spezialisten zurück, weil er keine Gelegenheit gehabt habe „einen Elch zu beschießen“.
Er habe zwar auf einen Elch mit niedrigerem Trophäengewicht geschossen, diesen aber nicht getroffen. Außerdem sei das Tier krank gewesen, und er habe nur auf Anweisung des örtlichen Jagdführers darauf gezielt.

Nach Auffassung des Gerichts ist die Motivation für den Schuss aber irrelevant.
Er habe zwar auf einen Elchbullen mit niedrigerem Trophäengewicht geschossen, diesen aber nicht getroffen. Hätte er diesen „geringeren Elchbullen“ erlegt, wäre laut Vertrag immerhin eine Teilerstattung von 500 Euro in Betracht gekommen.

Der Jagdreise-Veranstalter hält dagegen, dass der Kläger den Elch sehr wohl getroffen habe. Das Tier sei kurz danach von einem Treiber angeschossen aufgefunden worden und in einem Sumpfgebiet verendet. Das Paket mit der zugeschickten Trophäe hatte der Jäger später nicht angenommen, weil es nicht „seine“ sei. Seinem Mandanten sei die falsche Trophäe untergejubelt worden, sagte der Anwalt des Jägers.

Für mich ziemliches jusitisches Kleinklein. Vorauszahlung wird interpretiert als für die Gelegenheit zum Schuss an sich. Der Jäger beruft sich aber auf zugesagte Gewichtsklasse.

Heute Ureil: Klage abgeschmettert. Kein Geld zurück. Elch ist Elch!
(Wäre der Richter ein Jäger, wäre es vielleicht anders entscheiden worden)

Im Vorfeld wurde im der Presse immer wieder das Verfahren ins Lächerliche gezogen. Der Normalbürger mag nicht verstehen, dass eine Trophäe bei einer solchen bezahlten Jagdreise eben auch eine Rolle spielt.

https://www.aachener-nachrichten.de/nrw-region/jaeger-trifft-elch-nicht_aid-45800383

https://www.bild.de/regional/duesse...gen-elch-reise-vor-gericht-64981068.bild.html

Bei den "Schaufeln" :giggle: kann man verstehen, dass der Jäger mit der ganzen Sache nicht wirklich zufrieden war.
Anhang anzeigen 91911
... aber warum wurde das in der Öffentlichkeit breit getreten, das ist kein gutes Image für die jagd im allgemeinen. Ob der Schütze nun Recht bekommen hätte, wenn der Richter auch Jäger gewesen währe, mag ich nicht zu beurteilen. Der abgebildete Elch ist ein ein/zwei jähriger Fahradlenker, der kein Geld wert ist, aber........
MfG
D.T.
 
Mitglied seit
31 Mrz 2009
Beiträge
7.036
Gefällt mir
2.694
#3
Auf Jagdreisen gibt es eben keine Garantie seine Wunschtrophäe mit nach Hause zu nehmen. Es sei denn man bucht in einem kleinen Gatter mit garantiertem Wildbestand. Ein jeder wie er mag, man sollte das dann aber nicht Jagd nennen...

Angeschweißt gilt halt auch als voll bezahlt. Im Falle eines Hegeabschuß oder Küchenabschuß sollte man vorab geklärt haben, was das kostet.

Die Bedingungen der Jagdreiseanbieter sind meistens recht klar, wenn einem diese nicht gefallen sollte man nicht buchen. Man ist schließlich erwachsen und darf Waffen führen...
Auch ist es auf manches Wild bzw. in manchen Ländern üblich, daß das zu erlegende Wild vorab bezahlt wird (und nicht in jedem Fall gibt es eine Rückerstattung, das kann einem als Elefant auch passieren).

Der Jäger hätte, anstelle zu klagen, lieber mit dem Veranstalter einen Rabatt für das nächste mal aushandeln sollen (und besser treffen sollen).
 
Mitglied seit
6 Nov 2013
Beiträge
9.365
Gefällt mir
10.415
#5
wenn die Nutte keine 75 G hat wird reklamiert.

Wenn dein neues Auto statt Fullsize-Airbags nur eine Luftpolsterfolie auswirft, bist du auch nicht begeistert.

Ich finde den Artikel zu dürr um eine Aussage über den gesamten Vertragsinhalt zu wagen.

Was mir aber in der Aachener gefällt, ist dass der Veranstalter etwas mehr sagen darf als üblich und auf den nachhaltigen Charakter von Jagdreisen hinweisen kann.


CdB
 
Mitglied seit
16 Mrz 2012
Beiträge
1.062
Gefällt mir
253
#6
Nur mal so...ein Fasan in England für 22€ dürfte wohl kaum nachhaltig sein...da scheint der DJV seltsame Ansichten zu haben...
 
Mitglied seit
31 Okt 2014
Beiträge
2.177
Gefällt mir
1.440
#7
In diesem Land wird mit beständiger Zunahme gegen alles und jedes geklagt, das ist völlig unabhängig von Jagd und Jägern.


Für die medialen Berichterstattung geht es eh nur um Jäger als Kuriosum, als Freakshow oder um das Reizthema Jagdreisen. Nur das trifft das Leserinteresse. Würde jemand seinen Pauschalreiseveranstalter verklagen weil ihm das Bad am Urlaubsort nicht gefallen hat, oder weil ihm bei der Adventurereise der Geländewagen nicht passte, wäre das keine Zeile wert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
8 Aug 2019
Beiträge
88
Gefällt mir
135
#8
Für die medialen Berichterstattung geht es eh nur um Jäger als Kuriosum, als Freakshow oder um das Reizthema Jagdreisen. Nur das trifft das Leserinteresse.
Tja, so werden wir eben wahrgenommen: Irgendwelche Irren, die sich über die Hörners von (nichtmal erlegten) Riesenrehen streiten, weil die ihnen so wichtig sind.
 
Mitglied seit
5 Aug 2013
Beiträge
6.303
Gefällt mir
4.618
#9
War vor ein paar Tagen auch in den swr1-Nachrichten.
Interessante Stangenelch-Trophäe. Hätte nix dagegen sowas in Schweden, Baltikum, Ostpreussen oder jwd in Sibirien zu schießen.
Die Lenden mit Estragon (russ. Tarchun) gewürzt über offenem Lärchenholzfeuer gebraten, schmecken bei dem wohl genausogut wie bei einem mit 2m-Schaufelauslage. Die Gegend dort ist wohl auch mit Stangenelch-Trophäe auf dem Rucksack noch imposant genug.
 
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Anzeige
Oben