Jagen und Reiten, wird es noch praktiziert ?

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#1
Zum Gruße,

der Faden "Jagen in der Pferdekoppel" hat mir eine Frage sozusagen "hochgeholt":
Wer von unseren Foristi, die sowohl Jäger als auch Reiter sind, nutzen Pferd und Wagen zum Pirschenfahren oder das Pferd als "Pirschgerät".
Vielleicht kennt jemand das uralte Buch v. Max Otto "Jagen in kanadischer Wildnis"? Der Autor beschreibt darin, wie er selbst vom Pferd aus Wild streckt u.a.m. .
Mir ist klar, dass Pferde Fluchttiere sind,, wenn ich aber an die schweren Kaltblüter meines Großonkels denke, kann ich mir lebhaft vorstellen, dass die bei einem Schuss, solange er nicht direkt neben den Gehören abgefeuert worden wäre , n i c h t gestiegen wären.
 
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#2
Dafür braucht man kein Kaltblut.

Bei den Pferden ist das wie mit Hunden.
Manche sind schußfest und andere nicht.
 
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#3
Ich reite vor allem im Winter bei Schnee durch den Wald. Einmal weil es Spaß macht und zweitens um Schäden durch Schneebruch etc. zu erkunden.
Was mir dabei bei jedem Ausritt auffällt, ist die Vertrautheit der Rehe. Diese bleiben im Einstand laufen nicht davon. Sie äugen aus dem Dickicht oder was auch immer und bleiben stehen. Bis auf 10m ranzukommen ist keine Seltenheit.
Schon öfter habe ich darüber nachgedacht mit dem Pferd zu jagen. Umgesetzt habe ich es bisher noch nicht und werde es vermutlich auch nicht.
Vielleicht kommt ja die ein oder andere Meldung von einem Praktiker, dann könnte man sich austauschen.
 
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#4
Hier postete eine Zeit lang eine Foristin, die aktiv mit dem Pferd jagte. Wenn ich mich richtig erinnere mit einem Warmblüter, der auch im sportlichen Einsatz war.

Das hat mich absolut fasziniert. Ich habe es nie ausprobiert, denke aber, dass keiner unserer Warmblüter und/ oder Endmaß-Ponys ein ausreichendes Phlegma besäße um das zu ermöglichen. Die Sportler sind doch mehrheitlich (wunschgemäß) mit so viel 'Go' ausgestattet, dass sie das kaum mitmachen würden.

Das Pferd, das beispielsweise unter dem Springsattel auf zwei Galoppsprünge 'Abschussgeschwindigkeit' erreichen soll (um einen Sprung zu überwinden), wird für die jagdliche Verwendung, aufgrund der Sensibilität am Gaspedal und des daraus resultierenden 'mentalen' Setups, üblicherweise nur sehr bedingt brauchbar sein. Den Teil der Romantik wird man sich zumindest bei Sportpferden eher sparen müssen.

Wie das bei klassischen Freizeit-Hoppas aussieht, weiß ich nicht. Sicher gibt es da eine Fraktion, die durch fast nichts zu erschüttern ist.


Grosso
 
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#5
Ich habe es in Ungarn bei einen Freund praktiziert,
wie bereits geschrieben, im Winter mit Kutsche.
Wenn Wild in Anblick kommt, fährt man weiter, und pirscht die 100-200m zurück.
Sauen und Rotwild zeigt nur kurze "Flucht" bzw. äugt nur aufmerksam zum Gespann.
Von der Kutsche wird nicht geschossen, damit das Wild die Pferde nicht mit Gefahr in Verbindung bringt.
Sehr schöne Jagd...

WH
 
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#6
Yumi,
meine Patroulliengänge per Kutsche im Revier ,ein und zweispännig,oder im Sattel sind ungezählt.
Aktiv geschossen haben wir nur in Ungarn ,sanft aus der Kutsche gleiten und dann dasWild anpirschen.
Die Jagd ist so schön und Pferde sowieso :)

@ Grosso, der Lebensgefährte von Christiane Stückelberger (einstige Olympia Dressur Cracköse und ehemalige Schweizer Kader Trainerin)war bei der Kavallerie im WW II. und erzählte mir: Vierer Trupps ritten ins Gefecht zu den Schützengräben. Jener der das ruhigste Pferd hatte, hielt die anderen,irgendwo abseits .
Vom Pferde aus zu schießen und in die Schlacht zu reiten meinte er ,das war damals schon out,zumindest bei der Wehrmacht.
Go hatten die bestimmt auch.
 

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#7
Was mir dabei bei jedem Ausritt auffällt, ist die Vertrautheit der Rehe. Diese bleiben im Einstand laufen nicht davon. Sie äugen aus dem Dickicht oder was auch immer und bleiben stehen. Bis auf 10m ranzukommen ist keine Seltenheit.
Das wurde mir auch schon von Reitern berichtet. Ob es das Geräusch eines Vierbeiners ist oder der Geruch kann man nur spekulieren. Jedenfalls darf meine Frau im Winter meine Ansitzhose auch zum Reiten ausleihen, vielleicht übertüncht der Pferdeduft ja meinen Körpergeruch...
 
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#8
Da fällt mir gerade was zu ein.

Glaube es war letzten Winter, da hörten wir (Kinder, Frau & Ich) Huf-Geklapper auf der Straße. Da man ja Pferdebesitzer ist, schaut man automatisch aus dem Fenster. Man will ja schließlich wissen wer einen Ausritt unternimmt. Jedenfalls staunten wir nicht schlecht, als wir eine weiße Stute mit einem waschechten Mongolischen Reiterjäger darauf sahen.:unbelievable:
Angezogen mit Rinderfellen und so einer Fell-Ledermütze, wie im Film. Er hatte eine Lehne am Sattel und lümmelte, ein Buch lesend, auf dem Pferd rum. Das Pferd ging ohne Zügelbefehle die Straße lang. Am Sattel einen Recurvebogen und den dazugehörigen Köcher befestigt, mit Pfeilen wohlgemerkt, und über den Rist des Pferdes hingen zwei gegerbte Füchse.
Jedenfalls fiehelen wir nach dem Staunen in schallendes Gelächter einher. Für Fotos war leider keine Zeit.
Seither leider nicht mehr gesehen.

Sorry für OT.;-)
 
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#9
Auch wenn ich hier im Forum die Berichte der Jagd vom Pferd/ mit dem Pferd verfolgt habe, wage ich es doch, die Praktikabilität ein wenig zu bezweifeln.

Wenn man nicht gerade samt Pferd im Revier wohnt und das Hoppa eine kreuzbrave und einfach zu 'bedienende' bewegliche Sitzgelegenheit ist, wird das rein praktisch nur bedingt funktionieren. Es scheitert schon an so einfachen Dingen wie dem Anbinden des Pferdes im Revier.

Das Thema kann ich mir mit einem klassischen Warmblüter aus deutscher, holländischer oder französischer Zucht nur schwerlich vorstellen. Vielleicht fehlt mir aber auch der ausreichend breite Blick auf das Thema 'brauchbarer Warmblüter'.

Von der Kutsche mag das ganze praktisch möglich sein.


Grosso
 
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#10
Wir hatten einen Förster in einem der staatlichen Nachbarreviere, der hat es gemacht.
Stall neben dem Forsthaus und dasselbe mitten im Revier, Kilometer entfernt zur nächsten Straße.
 
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#11
ich bin geritten , noch bevor ich zur Schule kam. Allerdings hat dann irgendwann die Jagdpassion überwogen. Ich bin damals fast jeden Tag mit Pferden im Wald gewesen, große Buchenbestände mit Rotwild. Mit dem Pferd konnte man sehr nahe an die Rudel herankommen, ich hatte das Gefühl, dass ein zufriedenes Schnauben des Pferdes das Wild beruhigt ,selbst das Leittier beruhigte sich dann scheinbar wieder. Meine letzte Warmblutstute war ein ehemaliges Polizeipferd, das dort ausgemustert wurde wegen "Pflastermüdigkeit", eine 10 jährige hoch im Blut stehende Stute, die die Ruhe selbst war. Das Pferd blieb auf Kommando am Platz stehen, zeigte keinerlei Scheu vor Krach, Maschinen etc, wahrscheinlich hätte man auch von diesem Pferd aus schiessen können...
Horrido
 
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#12
Wollte ich gerade schreiben. Jagdfreund war beim Beritt der Frankfurter Polizei, die Gäule haben alles mit stoischer Ruhe mitgemacht.
 
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#14
Ich schätze mal die haben die Erfahrung beim aussuchen der passenden Kandidaten und in der Ausbildung.

Schau dir mal die Pferdchen an die letzten Samstag durch London getrabt sind, die sind auch eher vom ruhigen Schlag.

Wenn ich dagegen sehe was da durchs Revier vom nahegelegenen Reiterhof kommt.:no:

Mammamia, wenn man da am Horizont mit dem Auto auftaucht geht der Spaß los.
 
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