Kalibertrends ... 308, .30-06, .270 Win oder was?

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Werter wipi-

Zum Expertentum:

Das Lernen braucht das geschriebene Wort, und allerhand Zahlen.
Hätte ich mich nicht im Jahre 2010 wegen einer traumatischen Beobachtung entschlossen,
das Schießen gründlichst zu erlernen, die internationalen Foren zu durchforsten, die Verwendung eines Zielfernrohres zu erlernen, die Wirkung der verschiedensten Jagdgeschosse am erlegten Wild zu untersuchen, hätte ich all das nicht getan- ja, dann...

Dann würde ich hier nicht schreiben.
Aber ich bin ein ausgesprochen lernwilliger Mensch, und ich habe immer noch fluide Intelligenz zur Verfügung. Die Kapazität sinkt, aber ich bin ganz gut voran gekommen.

Der Durchschnitt der Jägerschaft in Deutschland -in geringerem Maße in Österreich- benötigt
weniger Wissen um die Anforderungen zur Standartisierung zu einer der vier Arten von Naturschutzzonen, sondern mehr Wissen um das Töten von Tieren.
Wir brauchen weniger Wissen um die Standortansprüche der Schlüsselblume, sondern Belehrung ob der absonderlichen Treffpuntlage des Schießprügels.
Wir benötigen weniger Worte zur Waidgerechtigkeit, sondern Jäger, welche die Büchse
wieder fest in der Hand halten.

Wir brauchen ein weiteres Anwachsen der zarten deutschen Büchsenkultur.
Das ist meine Mission.

Was ist die Ihre?

derTschud, dramatisch
 
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Das ist der Einfluß der Jägerschaft auf die Jungjäger.

Letztendlich bleibt es bei der Patronenwahl genau so, wie es die erfahrenen Foristen hier schon mehrfach erwähnt haben: Man arbeitet eine Liste mit Fragen zur Jagd ab.

1. Was ist das schwerste und widerstandsfähigste Tier, welches erlegt werden soll?
2. Was ist die maximale Distanz, welche überbrückt werden muß?
3. Welche Lauflänge ist als Minimum/Maximum möglich?
4. Muß ich wildbretschonend vorgehen oder bevorzuge ich maximale Wirkung?
5. Welche Geschoßkonstruktionen sind verfügbar, in Masse und in Diameter?
6. Welche Patronenhülse/-größe bietet mit dem gewählten Geschoß ausreichende Geschwindigkeit?
7. MIT WELCHEM MAXIMALEM DRUCK ARBEITET DIE GEWÄHLTE PATRONE?
(Druck macht Geschwindigkeit- Geschwindigkeit macht tot)

Erst dann kommen die rein waffenseitigen Überlegungen wie Verfügbarkeit, Robustheit, Präzisionsanforderungen.
Der Jungjäger 2.0 mit 2 Wochen Raketenkurs wird die Fragen wie folgt beantworten:
1. Kuh?
2. 1000m
3. bei 8mm Kugel nimmt man 57cm Lauflänge. IS klar
4. bumm um (What else?)
5. es gibt Teilzerleger und Deformatoren, Vollmantel schießen nur Vollhonks, oder so...
6. 300 WinMack aus Windows 10
7. Unter Druck jagt sich schlecht :-(
 
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Werter Mitch-

Das ist deren Problem!
Einzig und allein.

Mir sagt das allenfalls, daß solche Kandidaten den Weg des geringsten Widerstands gehen.
Solche Personen sind meiner Meinung nach nicht sehr erpicht auf gründliches Lernen oder
gründliches Arbeiten.

Samma beinand?
Na, seghst as!

derTschud
 
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Der Jungjäger 2.0 mit 2 Wochen Raketenkurs wird die Fragen wie folgt beantworten:
1. Kuh?
2. 1000m
3. bei 8mm Kugel nimmt man 57cm Lauflänge. IS klar
4. bumm um (What else?)
5. es gibt Teilzerleger und Deformatoren, Vollmantel schießen nur Vollhonks, oder so...
6. 300 WinMack aus Windows 10
7. Unter Druck jagt sich schlecht :-(
Mit meiner Maso-Ader führe ich ab und an JJ. Die haben (nur) bei Waffen oft ein sehr breites, aber kaum tiefes Wissen. Und oft genug ist Unsicherheit da, dass falsche Kaliber zu haben, weil man ja bei Fehlschüssen nicht wiederkommen darf.

Die Fachdiskussionen plus angedeutete Beleidigungen hier bringen denen gar nichts. Und für 7 von 10 JJ beschränkt sich die Jagd nur auf "ab und zu" mal am Wochenende. Und da ist das Kaliber nun wirklich fast egal. Ich habe auch im Golf fahren gelernt und nicht im AMG.

Mittlerweile sage ich nur noch, dass man Geld für Optik und Schaft ausgeben soll. Und das bei einem Büchsenmacher alter Schule und nicht bei einem Händler.
 
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Die Bümas gibts aber immer weniger. Es rechnet sich nämlich kaum.
Mein Büma hat vor zwei Jahren seine Werkstatt für die üblichen Kunden dicht gemacht und verkauft nur noch Gebrauchtwaffen, die vorher durch seine Werkstatt gegangen sind. Leider.
Wieder ein Handwerker weniger.
Denn anders rechnet sich sein Betrieb nicht mehr, weil er mit den Egun Powersellern nicht mithalten kann und er auch keine Mitarbeiter mehr findet die das tägliche Aufkommen in seiner Werkstatt mit abarbeiten könnten.
Der letzte hat sich nach Meisterprüfung selbständig gemacht und er stand allein da.
 
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Ein Thread in einem Fachforum hat ich nicht am DAU zu orientieren.
Das einzufordern ist einfach sinnfrei.
Da muss man jetzt nicht mit ominösen Ausbildungsformen um sich werfen. Es ist ein sinnfreies Gelaber mit dem man höchstens die Trollfunktion erfüllt indem man den Thread stört.
 
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Ein Thread in einem Fachforum hat ich nicht am DAU zu orientieren.
Das einzufordern ist einfach sinnfrei.
Da muss man jetzt nicht mit ominösen Ausbildungsformen um sich werfen. Es ist ein sinnfreies Gelaber mit dem man höchstens die Trollfunktion erfüllt indem man den Thread stört.
Man muss es tatsächlich nicht wem hinterm Mond erklären, aber es sollte auch nicht untergehen, dass jagdpraktisch vieles nicht der Relevanz unterliegt, wie es hier an Umfang diskutiert wird.
Das ist aus meiner Sicht auch nicht weiter tragisch, der Büchsenschuss ist schlicht und ergreifend nur ein Teil der Jagd.
Biotophege oder Hundearbeit sind aus meinem Empfinden ebenso wichtig, um nur zwei weitere Teilbereiche zu nennen.
 
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Ich habe im Jagdkurs auch meinen Ausbilder ausgebildet (natürlich nicht vor der Mannschaft) und er war dankbar für Input. Danach auch einige Jagdkollegen und ich lade für viele davon.
Aber ganz ehrlich - kaum einer schießt über 100 m. Haben sie nie gelernt. Demnächst steht ein Besuch der 300 m Bahn an, damit sie mal probieren können.
Am besten ist der mit der teuersten Ausrüstung, inkl. Ballistikturm, der aber auch nicht weiter schießt.
Zumindest für die ist die ganze Kaliberdiskussion nutzlos. Eine Herausforderung war da eher der Kollegeit einer 308 und 45 cm Lauf (der auch weit treffen kann), der für lange Distanz ein bleifreies Geschoss braucht, das noch ordentlich anspricht.

Fazit: Trend bei uns ist klar die 308 und Läufe um die 50 cm.
Und was soll ich sagen - ich habe dazu geraten...
 
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Wo hast du schon die Möglichkeit regelmäßig auf deutlich über 100m zu schießen. Hier muss ich mindestens 1,5h einfache Fahrzeit dafür rechnen, Hattenhofen sind dagegen keinen 20 Minuten.

Aber alleine die Interesse an diesem weiter schießen können wird immer mehr. Und generell auch an Schießstandbesuchen. Auch bei den langjährigen Jägern.

Zudem lässt die Kompetenz im Handel und bei den BüMa's immer mehr nach.
 
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Ich habe Hohenhorn einigermaßen in Reichweite.
Da kann man die Distanz frei wählen und wir werden uns langsam vortasten
.

Ich bin schon zufrieden wenn das Ergebnis ist: OK - bei 150 m ist Schluss!
Soweit ich weiß hat auch keiner einen Entfernungsmesser. Somit ist eh irgendwann Schluss
 
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Wir haben in der Vorderpfalz den Schießstand des LJV in Landau und den Schützenverein Lachen - Speyerdorf vor der Haustür.
100 Meter und laufender Keiler sind möglich.
 
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Cast- die Sache mit den Büchsenmachern scheint eine regionale Angelegenheit zu sein.
Gerade in meinem Heimatkreis sind in den letzten acht Jahren zwei neue Solche dazu
gekommen, und man trifft manchmal alle drei am selben Tag am wichtigsten Schießstand.
Freillich, shakehands und Umarmung ist nicht zu beobachten.

Aber es scheinen alle drei Büchsenmacher auszukommen, und das in einer Entfernung von weniger als 50km zu Roland Standhaft, der Dir eine SAKO samt V8 auffegschmatzt hat, bevor Du noch sagen kannst: "Aber ich will doch gar keine neue Bü...!"

derTschud
 
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Werter wipi-

Hiermit bitte ich meine drastische Ausdrucksweise wenigstens teilweise zu entschuldigen,
denn ich kann das geschriebene Wort nicht mehr zurücknehmen, und möchte das auch gar nicht.
Kein Problem!

Ich vermute, die hier mitlesenden Jungjäger, Interessenten aller Altersgruppen und generell Fortbildungswilligen lesen in diesem Fachforum, in diesem spezifischen Thread nicht nach,
um über die Sinnlosigkeit der Patronenwahl belehrt zu werden, sondern um tatsächlich Meinungen über die Modewellen der Patronen und die gegebenen Vor- und Nachteile
der verschiedenen Konstruktionen zu erfahren.
Ich halte diese Vermutung für sehr optimistisch. Für mich lesen die meisten aus allgemeinem Interesse am Thema, ohne den Willen sich tiefgreifend in die Materie zu vertiefen. Manche "suchen" vlt. noch eine Bestätigung für ihre momentanen "Habenwollen" Attacke.
Es bleibt für mich dabei, dass die Unterschiede zwischen den Mittelkalibern und den hierzu angebotenen Patronen für die ganz große Masse der Jäger und ihren Schussdistanzen völlig irrelevant sind. Kaliber wählen und das Geschoss, welche die eigenen Ansprüche erfüllt finden und gut is.

Ich bin bereits der dritte Forist, der versucht, Ihnen das -mehr oder minder- schonend beizubringen, wie man sieht mit bescheidenem Erfolg.
Aber das liegt gewiß an mir.

Ansonsten hat unser werter Löffelmann wieder einmal das Pflasterl gestanzt, und zwar auf 200m.

derTschud
Ich möchte Ihren Einsatz in keinem Fall unterbinden und wünsche künftig zufriedenstellende Erfolge.

Werter wipi-

Zum Expertentum:

Das Lernen braucht das geschriebene Wort, und allerhand Zahlen.
Hätte ich mich nicht im Jahre 2010 wegen einer traumatischen Beobachtung entschlossen,
das Schießen gründlichst zu erlernen, die internationalen Foren zu durchforsten, die Verwendung eines Zielfernrohres zu erlernen, die Wirkung der verschiedensten Jagdgeschosse am erlegten Wild zu untersuchen, hätte ich all das nicht getan- ja, dann...

Dann würde ich hier nicht schreiben.
Aber ich bin ein ausgesprochen lernwilliger Mensch, und ich habe immer noch fluide Intelligenz zur Verfügung. Die Kapazität sinkt, aber ich bin ganz gut voran gekommen.
Das ist doch löblich. Die Frage bleibt allerdings, welchen Umfang der Materie für die Jagdausübung erforderlich ist. Der geneigte Autofahrer auf Deutschlands Straßen soll sicher unterwegs sein und benötigt hierfür weder umfangreiche theoretische Kenntnisse zum Antrieb, cw-Wert oder der elektronischen Bausteine seines Vehikels.

Der Durchschnitt der Jägerschaft in Deutschland -in geringerem Maße in Österreich- benötigt
weniger Wissen um die Anforderungen zur Standartisierung zu einer der vier Arten von Naturschutzzonen, sondern mehr Wissen um das Töten von Tieren.
Wir brauchen weniger Wissen um die Standortansprüche der Schlüsselblume, sondern Belehrung ob der absonderlichen Treffpuntlage des Schießprügels.
Wir benötigen weniger Worte zur Waidgerechtigkeit, sondern Jäger, welche die Büchse
wieder fest in der Hand halten.

Wir brauchen ein weiteres Anwachsen der zarten deutschen Büchsenkultur.
Das ist meine Mission.

Was ist die Ihre?

derTschud, dramatisch
Meine Mission, wenn man sie denn so nennen möchte (was ich selbst nicht mache) besteht darin, meine Ansichten zum Umgang mit den uns anvertrauten Revieren und insbesondere dem Wild an jüngere Generationen weiterzugeben. Dies bedeutet für mich weder Überhege noch Schädlingsbekämpfung, nicht jedem Hype hinterherzulaufen ohne "lodenjockelig" zu sein und neue Erkenntnisse in die eigenen Maßnahmen einfließen zu lassen.
Diese Weitergabe erfolgt nicht am Stammtisch, sondern im Revier, wo die Jungjäger dann ihre Erfahrungen machen können und sollen.

wipi
 

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