Kaninchen 2019

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#1
Die Ansiedlung mit Wildfängen kann gelingen wenn:
1. Noch intakte Baue vorhanden sind
2. Natürliche Abwanderungsbarrieren vorhanden sind (z.B. Wasserläufe)
3. Noch einzelne Tiere vorhanden sind die auf diese Weise einen Partner finden, der dann bleibt.
4. In vorhandenen Populationen sollte besser nichts ausgesetzt werden. Erwachsene Tiere werden sofort vertrieben. Jungkaninchen werden geduldet.
Kaninchen suchen erst mal wenn es geht wieder ihr altes Revier. Dann suchen sie sich ein Biotop welches ihrem alten Lebensraum entspricht.
Sie brauchen ganzjährig um die Baue offenen Boden (Wege, Althölzer mit geringem Bewuchs oder kurzen Rasen). Sie laufen nicht bei 3 Tagen Dauerregen durch hohen Bewuchs zum Bau.
Alle Wildfänge haben den Kaninchenfloh, der für die Myxo als Überträger die größte Rolle spielt. Mit Zuchtkaninchen hat man zunächste einmal flohfreie Bestände, solange nicht Frettchen etc. welche einschleppen. In CZ ist Frettieren daher verboten, die Bestände sind am Boden. Grund: Krankheitsübertragung
Im Winter muss der kleine Bestand immer in Baunähe gefüttert werden. Lange Wege zu den Äsungsflächen sind immer eine Gefahr.
Es stimmt, Maisfelder (ähnliche Struktur wie Sonnenblumenfelder) werden gerne von Kaninchen angenommen. Ein großes Maisfeld kann so eine Lebensraumvernetzung darstellen.
Wir hatten eine große Feldscheune, da waren immer sehr viele Kaninchen bis der Uhu den Bestand eleminierte. Optimale Anwartemöglichkeit und warten bis sie rauskommen.
200 m weg in den Hecken sind gut Kaninchen. Die Feldscheune wurde bisher nicht als Lebensraum entdeckt. Der Zwischenraum war meist Getreide und dann eben deckungslos. Heuer ist dort Mais und die Kaninchen haben sich über den Mais ausgebreitet.
Im Hinblick auf das Niederwild sollte man den Mais nicht immer verteufeln. Er ist ein hervorragender Lebensraum. Unser gestriegelter Biomais sowieso.
 
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#2
Der Bestand der kleinen Flitzer ist hier sehr gut,habe ich beobachtet.
Besonders in den frühen Morgenstunden sind sie stark anzutreffen 👍
Unsere lockeren Sandböden mit Bauten sind ideal!
 
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#3
Am besten funktionierte die Ansiedlung wenn alte Gartenhäuser, Baustofflager, etc. zunächst einmal die erste Deckung bieten. Das Graben der Baue kommt später, wenn noch keine vorhanden sind. Kaninchen können auch gut ohne Baue leben, wir hatten sie früher in jedem Steinbruch. Vor 20 Jahren war ich mal auf Mallorca, da wurden grad welche angesiedelt. Die haben keinen Mutterboden, nur Vatergestein.
Ausgesetzte Zuchtkaninchen verwildern sehr schnell. Ein zahmes Wildkaninchen wurde in einer Box für Kinder gehalten, es entkam. Nachweislich 14 Tage später wurde das Kaninchen am Tage auf der Straße von einem Hermelin verfolgt. Das Hermelin verlor. Vor einigen Tagen wurde ein Zuchtkaninchen von einem mit allen Wassern gewaschenen DJT aus einem Holzhaufen gesprengt. Es entkam mühelos mit gutem Vorspung. Es war grad mal 3 Wochen in Freiheit.
Ich kann wenigstens im Ausland Erfahrungen sammeln, vielleicht wird das Aussetzen ja bei uns auch einmal legal.
 
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#5
Bei uns schon (Sachsen-Anhalt). Bleibt nur die Wildschadensproblematik, wenn es denn richtig geklappt hat...
Das mit den Zuchtkaninchen finde ich eine gute Idee, allerdings fällt mir auf Anhieb keine Rasse ein, die vom Phänotyp her dem Wildkaninchen zumindest ähnelt... (Kleinchincilla???). als wir noch Kaninchen en masse hatten- lang, lang ist es her, kamen ab und zu Gelblinge vor (Richtung "Japaner", nur nicht ganz so dunkel) - die wurden geschont, nahmen aber auch nicht zu.
Meine Idee wäre eigentlich Wildfänge zu nehmen und denen eine Grundimmunisierung (1 Jahr) gegen Myxomatose und RHD zu verpassen oder ist das für diese einfach zuviel Stress??? Hat da jemand Erfahrungen?
 
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#6
Wir haben Verhältnismäßig viele Kaninchen bei uns. Leider wurden auch in diesem Jahr schon wider ein paar Kranke gefunden:cry: :sad:. Allerdings verendet bei uns jedes Jahr nur ein Teil. Wir haben in jedem Frühjahr einen stabilen Grundbesatz im ganzen Revier. Zum Ende des Sommers schlägt die Seuche jedes Jahr zu. Warum kommt die Seuche jedes Jahr zur selben Zeit? Und aus welchem Reservoir beginnt die Neuinfektion? Sind die Überlebenden aus dem Vorjahr die Überträger?
 
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#8
Bei uns in NRW ist das ähnlich. Langsam haben wir wieder viele Karnickel, doch bis die Myxomatose kommt sollte nicht mehr so lange dauern. Komischerweise ebenfalls zu ähnlichen Jahreszeiten. Vor drei Jahren war die Seuche so stark, dass wir das Kanin garnicht mehr aktiv bejagen konnten. Hatten davor strecken von 100 Kanin im Jahr.
 
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#9
Von Myxomathose ist mir in Westfalen in den letzten Jahren Nichts bekannt. RHD kam auch bei mir in der Region im letzten Herbst vor!
 
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#10
In den letzten Jahren RHD!
Als die letztmalig vor vier Jahren nicht aufgetreten ist hatten wir eine Strecke von mehr als 350 Kaninchen. In den Jahren danach waren es nur etwa 10% davon bei allerdings auch stark reduzierter Bejagung.
 
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#11
Also vor drei Jahren hatten wir einige mit angeschwollenen Augen, welche nichts mehr sehen konnten und nur noch rum saßen.
 
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#12
In den letzten Jahren RHD!
Als die letztmalig vor vier Jahren nicht aufgetreten ist hatten wir eine Strecke von mehr als 350 Kaninchen. In den Jahren danach waren es nur etwa 10% davon bei allerdings auch stark reduzierter Bejagung.
Bei uns führte RHD zum Aussterben der Lapuze. Anfang der 90er Jahre. Davor Jahresstrecken um die tausend. Nach Seuchenzügen der Myxomatose ein, zwei Jahre geringerer Bestand (und Strecke). Die Seuche brach meist im Sommer, Spätsommer aus, vermutlich, wenn die Bestände eine kritische Dichte überschritten, soweit ich mich erinnern kann, alle 4 bis 6 Jahre...
RHD ließ nur ein paar übrig, seit Ende der 90er habe ich bei uns im Revier keines mehr gesehen. Vermutlich war für die wenigen Überlebenden der Raubwilddruck zu hoch.
 
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#13
Ich bin kein Vet aber anscheinend ist die Mykso immer so unterschwellig im Bestand vorhanden. Ausgeheilte Kaninchen, die offensichtlich trotzdem - vielleicht über den Kaninchenfloh - die Krankheit aufleben lassen. Die M. hat aber ihre frühere Auswirkung bezüglich der Überlebensrate stark reduziert. Die RHD war "gründlicher". Aber die Viren mutieren eben immer wieder. Der AK-Virus von früher ist bezüglich der Sterblichkeit nicht mehr der von heute. Deshalb sollte man sich gut überlegen - auch im Falle eine Genehmigung - Kaninchen von irgendwo her wild dazuzusetzen. Meine Zuchtkaninchen die keine Flöhe haben, sind da sicher erst mal im Vorteil. Wenn ich aber z.B. Wildfänge dazusetze, dann kann es sein dass das große Sterben im Falle eines Seuchenausbruches einsetzt.
Interessante Randerscheinung bei einer vor 3 Wochen gestarteten Auswilderung: Wir hatten ein wenig Bauchweh weil dort doch auch einige Gemüsebeete waren. Und was fressen die Kaninchen?
Den Ackerhohlzahn, der dort eben auch als Garten"un"kraut auftritt.
 
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#14
Nochmal die Frage, Du sprichst immer von Zuchtkaninchen. Damit meinst Du doch nicht den "0815-Stallhasen", der ist doch für die Auswilderung zu groß, zu schwer, zu langsam... Du meinst schon Wildkaninchen (in Gefangenschaft geworfen) oder?
 
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#15
Es handelt sich um Wildkaninchen die in Gefangenschaft geworfen wurden. Allerdings kann man mit Wilden nicht in den Boxen züchten. Auch in kleinen Volieren haben sie oft zuviel Stress. Ich halte meine Zuchttiere in ganz normalen Hasenställen. Es ist erstaunlich wie schnell sie trotzdem verwildern. Das macht keine andere Wildart so schnell. Die neue Kolonie ist jetzt drei Wochen draußen, sie haben voll das Wildverhalten angenommen, verschwinden blitzschnell. Da ist jedes Golfplatzkaninchen zutraulicher.
 

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