"Kidney Beans" oder Abschattungen beim Swaro EL 8,5x42

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#1
Servus zusammen,

ich befinde mich gerade in der Jägerausbildung und stehe gerade kurz vor meiner ersten großen "Invensition" - einem vernünftigen Fernglas, das mich mindestens die nächsten 30 Jahre (Bin momentan 27 Jahre alt) begleiten soll. Kaufe lieber einmal etwas "richtiges", mit dem ich lange meine Freude habe.

Testweise habe ich gerade ein Swaro 8,5x42 WB (Swarovision) zuhause. So beeindruckend die Abbildungsleistung auch ist, ich kann es nicht vernünftig benutzen. Sobald ich das Fernglas minimal aus der Sehachse bewege oder mit den Augen Richtung Rand des Sehfeldes schaue, wird das Bild schwarz und ich bekomme Abschattungen. Ich muss das Glas extrem präzise ansetzen und den Augenabstand etwas kleiner stellen als für mich angenehm, damit dieser Effekt besser wird. Die Augenmuscheln sind dabei komplett herausgedreht. Weiter hineingedreht ist es noch viel schlimmer. Besonders beim Schwenken des Glases treten diese Abschattungen auf.
Alternativ habe ich ein mindestens 20 Jahre altes Optolyth 9x63, dessen Linsen leider trüb sind und dessen Brücke gebrochen ist. Trotzdem ist das Schauen durch dieses Glas für mich angenehmer, weil weniger Abschattungen auftreten.

Mache ich was falsch oder ist das einfach Konstruktionsbedingt? Hat es etwas mit dem Objektivdurchmesser zu tun und ich hätte mit einem EL 10x50 weniger Probleme? Oder benutze ich das Glas einfach falsch? Habe auch einige andere Leute (keine Jäger) durch das 8,5x42 schauen lassen und alle hatten Probleme mit den Abschattungen.

Wäre dankbar für Denkanstöße!

Hans

edit: wie lässt sich denn der Titel des Threads bearbeiten? Muss natürlich heißen 8,5x42!
 
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#2
Hallo & Willkommen!

Bist Du Brillenträger?
Waren die anderen die "Durchblick" hatten Brillenträger oder nicht?
Was sagt denn der, der dir das Glas zur Verfügung gestellt hat?

Ich habe dieses Glas, zwar nicht die aktuelle , neuste Version, aber solch einen Effekt habe ich noch nicht gehabt.
 
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#3
Du machst nichts falsch!
Fakt ist, dass der eine mit einem Glas super zurecht kommt und der andere mit dem gleichen Glas überhaupt nicht.
Das mußte ich selbst auch schon erleben.
Da paßt halt eben die "Paarung" Glas und Auge nicht zusammen.
 
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#4
Hallo & Willkommen!

Bist Du Brillenträger?
Waren die anderen die "Durchblick" hatten Brillenträger oder nicht?
Was sagt denn der, der dir das Glas zur Verfügung gestellt hat?

Ich habe dieses Glas, zwar nicht die aktuelle , neuste Version, aber solch einen Effekt habe ich noch nicht gehabt.
Ich schon Bollinger.
Swaro SL(C) ging bei mir gar nicht, Zeiss war wesentlich besser und Leica setzte nochmals eins drauf.
Kumpel kam mit dem LEica nicht zurecht, aber super mit dem Swaro.
 
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#5
Ich schon Bollinger.
Swaro SL(C) ging bei mir gar nicht, Zeiss war wesentlich besser und Leica setzte nochmals eins drauf.
Kumpel kam mit dem LEica nicht zurecht, aber super mit dem Swaro.
Ist mir (halbwegs) klar, ich kann es nur nicht "technisch" erklären. Jedes Auge ist anders und ein Glkas passt, oder passt nicht.
Ich habe das mal bei einem Zeiss Glas von einem Kumpel erlebt. (Gab es mal ein Conquest HD?).
Mit dem Zeiss Victory komme ich zurecht.

Was mich stutzig macht ist die Aussage, dass einige andere "Durchschauer" diesen Effekt auch hatten?
Fehler am/im Glas?
 
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#6
Der kidney bean effekt hat wohl was mit der Lage der AP zum Auge zu tun, das scheint unterschiedlich zu sein. Also ausprobieren. Tagsüber mit kleiner Pupille soll der Effekt ausgeprägter sein, als in der Dämmerung mit großer Pupille.

http://www.stern-freund.de/index.php?id=73
 
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#7
Ich schon Bollinger.
Swaro SL(C) ging bei mir gar nicht, Zeiss war wesentlich besser und Leica setzte nochmals eins drauf.
Kumpel kam mit dem LEica nicht zurecht, aber super mit dem Swaro.
Kenne ich auch...das muss jeder durch Probieren herausfinden ! Und das machst du richtig. Genau deswegen und durch Probieren bin ich mittlerweile beim sehr hellen und ultrascharfen Leica Ultravid 7x42 HD-PLUS gelandet. Beim 8,5x42 ist die Austrittspupille nur 4,9mm...beim 7x42 ist diese immerhin 6mm groß...bei 6mm AP und wie beim Ultravid 17mm Augenabstand, hat es das Auge einfach leichter ein abschattungsfreies Bild zu zentrieren.

...aber...jeder empfindet das anders !:shoot:

...und zur Vertiefung des Themas empfehle ich besonders "Seite 4, rechts" zum Thema "Lebensalter und maximale Pupillenöffnung" in u.a. hervorragendem Fachtext:

https://www.sternfreunde-muenster.de/pdf/apupille20101.pdf

WeiHei,
Phosphoros
 
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#8
Danke für die vielen informativen Antworten.

Bin kein Brillenträger und habe gute Augen. Ebenso wie die anderen Betrachter.

Der Effekt liegt wohl tatsächlich an der relativ kleinen Austrittspupille und ist deshalb beim Optolyth (9x63) schwächer ausgeprägt. War eben nochmal draußen mit dem Glas und habe festgestellt, dass es im Schatten tatsächlich besser ist als mit Gegenlicht. Zusätzlich wird der Effekt deutlich besser, wenn ich das Glas nur ganz locker an die Augen halte, was einen etwas größeren Abstand der Augen zur Lise zur Folge hat.

Hatte mich eigentlich schon auf das Swaro eingeschossen (8,5 als für mich ideale Vergrößerung, Swaro Kundenservice, Durchgriff und Ergonomie an dem Glas ideal für mich, extrem tolles Bild). Kriege langsam den Dreh raus, wie ich das Glas bedienen muss.

Ein Kollege bringt morgen sein 10x56 Zeiss Conquest HD mit, das hat 7mm Austritspupille wie auch mein Optolyth. Müsste damit ja theoretisch besser sein.

Werde berichten.
Hans
 
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#10
Das identische Problem habe ich mit einem neuwertigem 7x42 P* T* Zeiss Classic, wenn man es dann hingefriemelt hat: ein tolles Bild, für Zeiss-Verhältnisse sogar recht randscharf.
Trotz langem Probieren & Trainieren wollen wir keine Freunde werden, und ich war so froh eins erwischt zu haben, hat mich wirklich geärgert: liegt tatsächlich an mir...

Gruß Wolfgang
 
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#11
Danke für die vielen informativen Antworten.

Ein Kollege bringt morgen sein 10x56 Zeiss Conquest HD mit, das hat 7mm Austritspupille wie auch mein Optolyth. Müsste damit ja theoretisch besser sein.

Werde berichten.
Hans
...nein...ein 10x56 Zeiss Conquest HD hat eine AP von 5,6 mm, also gerade mal 0,7mm mehr als das EL 8,5x42. Das was du da an geringfügig größerer Austrittspupille vermeintlich "gewinnst", verlierst du möglicherweise wieder durch deine Handunruhe mit einem stärkeren Zitterbild. Bei Vergrößerung gilt im freihändigen Jagdbetrieb, wie beim Pirschen oder eben mal schnell bei der einhändigen Nutzung: "weniger Vergrößerung ist mehr" ! Also Vergrößerung für größtmöglichen Nutzung, am besten 7-fach, höchstens 8-fach !

WeiHei,
Phosphoros
 
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#12
...nein...ein 10x56 Zeiss Conquest HD hat eine AP von 5,6 mm, also gerade mal 0,7mm mehr als das EL 8,5x42.
WeiHei,
Phosphoros
Stimmt, ich war beim 8x56...

Konnte heute das Zeiss Conquest HD 10x56 testen, ein Jagdkollege hat es mir vorbei gebracht. Das Swarovski hat er gar nicht vor die Augen bekommen, das war bei ihm noch viel schlimmer als bei mir. Denke langsam, dass es sich dabei wirklich um ein Montagsmodell handelt, wobei ich mir solche Ausreißer bei den Premiumherstellern kaum vorstellen kann.

Das 10x56 hatte für mich einen deutlich angenehmeren Einblick, Kidney Beans ließen sich aber auch damit provozieren (Blick zum Sehfeldrand), allerdings waren sie nicht schon bei normaler Nutzung störend.

Ich fange bei der Fernglassuche jetzt also wieder fast bei 0 an. Die wichtigste Lektion für mich war, sich nicht auf technische Herstellerangaben zu verlassen, sondern selbst unter unterschiedlichen Lichtverhältnissen durchzuschauen.

Werde als nächstes ein Glas mit einem geringeren AP-Längsabstand testen. Angeblich sind diese nicht so anfällig für den Kidney Bean Effekt.
 
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