Kitzrettung-Jägerschaft?

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Derzeit sind wir mit der Drohne quasi im Dauereinsatz.
Meine Freundin und ich betreiben das so freelancermässig neben den Kitzretter EVs.
Bei den Landwirten kommt das recht gut an, weil wir Null Bürokratie am Start haben.

Aber:

Wo, verdammt nochmal, bleibt hier die Jägerschaft.
Sehr oft sind bei unseren Einsätzen die örtlichen Revierpächter dabei und freuen sich. Kaum eine Kreisjägerschaft hat eine Drohne, Jäger, selbst sehr Vermögende erst recht nicht.

Wir verpassen hier die Jahrhundertchance uns in der Öffentlichkeit durchweg positiv zu plazieren.
Kitzrettung ist eine der wenigen Tätigkeiten auf die einhellig mit Zustimmung und Lob reagiert wird!

Die Kitzretter Vereine machen einen guten Job und sie tun das immer besser und immer öffentlicher.

Und sie sind sehr oft durchsetzt von Jagdgegnern.

Wieso lassen wir uns so eine Gelegenheit entgehen? Die Kitzrettung sollte in Händen der Jäger sein, WIR sollten es sein die damit in der Öffentlichkeit Punkte sammeln.

Ich höre immer nur Zaudern, "zu teuer", "nicht unsere Aufgabe".

WBK Drohnen sind auch zu anderen Zwecken jagdlich gut verwendbar.

Ich bin von dieser Sache mittlerweile wirklich ziemlich frustriert.
Keiner von den Jägern die im letzten Jahr so begeistert von unseren Einsätzen waren hat eine Drohne angeschafft, kein einziger.

Leute gebt euch einen Ruck und steigt da ein, in 2 Jahren ist der Zug abgefahren und die Kitzrettung findet komplett an uns vorbei statt!kkt.JPG
 
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Das die Jägerschaft bei dir nichts macht ist dann aber auch ein lokales Problem. Hier in der Kreisgruppe sind drei Drohnen/Teams nonstop unterwegs, das wird zentral von einem geplant. Die haben Freitag das 150. Kitz gerettet.

Das machen die jetzt so Groß im zweiten Jahr, inkl ganz kluger Pressearbeit.
 
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Wenn man um 9 Uhr angerufen wird das um 12 uhr 22 ha gemäht werden was will man da mit einer Drohne. Wo soll die Kreisjägerschaft, mit meist nur 1 Drohne(Team) überall sein wenn mal 12 Std Trockenheit gemeldet werden. Das ist alles schön im Einzelkitzrettungsmodus. Aber im groben können die Drohnen das nicht leisten wenn viel Grünland vorhanden ist.
 
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Das die Jägerschaft bei dir nichts macht ist dann aber auch ein lokales Problem. Hier in der Kreisgruppe sind drei Drohnen/Teams nonstop unterwegs, das wird zentral von einem geplant. Die haben Freitag das 150. Kitz gerettet.

Das machen die jetzt so Groß im zweiten Jahr, inkl ganz kluger Pressearbeit.
Sehe das auch eher als lokales Problem an.
Hier hat die Kreisjägerschaft über den LJV mehrere Drohnen besorgt, die aktuell auch täglich im Einsatz sind.
Selbst alteingesessene "Nachmittags-Mäher" spielen mit und starten direkt nach dem Drohneneinsatz.
 
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Das machen die jetzt so Groß im zweiten Jahr, inkl ganz kluger Pressearbeit.
Perfekt!

Hast du da vielleicht mal einen link?

Bei uns hat eine Kreisgruppe jetzt eine Drohne im Einsatz. Auf starke Initiative eines Einzelnen.
Die sind auch ständig unterwegs aber leider ohne Medienecho.

Die Kitzretter Vereine geben nahezu täglich Erfolgsmeldungen in alle sozialen Medien.
Dort findet meiner Beoabachtung nach alles komplett ohne Jäger statt.
 
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G

Gelöschtes Mitglied 25569

Guest
Ich bin in zwei Jagdvereinen und in beiden wurde eine Drohne zur Kitzrettung für die Mitglieder angeschafft. Es gab dafür meines Wissens auch Fördermittel. Es wurden Mitglieder als Piloten dafür geschult. Vielleicht ist es bezeichnend, dass dies durchweg eher junge Jäger sind - aber immerhin steht in jedem der Vereine ein „Drohnen-Team“ zur Kitzrettung in den Revieren auf Abruf bereit. Das Problem des Einsatzes ist eher eine organisatorische Frage. Sehr oft scheitert der Einsatz durch fehlende oder unzureichend rechtzeitige Absprache mit dem jeweiligen Landwirt im Vorfeld. Ebenfalls vielleicht bezeichnend ist aber in meinen Augen, dass keine dieser beiden Jagdvereine fähig und gewillt ist, dass Thema Kitzrettung mit Drohne auch als Chance für die Öffentlichkeitsarbeit zu sehen. Lieber quält man die örtliche Presse weiterhin erfolglos mit den üblichen Presseberichten über Jahreshauptversammlungen und Mitgliederehrungen - wie ein provinzieller Karnickelzüchter-Verein.

@.406: Du schreibst „WBK Drohnen sind auch zu anderen Zwecken jagdlich gut verwendbar.“ Sofern mit diesen anderen jagdlichen Zwecken der Einsatz auf Drück- und Erntejagden gemeint sein sollte, so lehne ich diese Einsatzzwecke mit der Effizienz eines Killers als komplett unweidmännisch ab. Zur Jagd gehört doch auch, dass man dem Wild eine faire Chance des Entkommens gibt. Wildschadensverhütung und vermeintliche ASP-Bekämpfung heiligen nicht alle Mittel. Mit solchen „jagdpraktischen“ Drohnen-Einsätzen, womöglich auch noch auf Youtube dokumentiert, verspielt sich die Jägerschaft ausserdem die mit der Kitzrettung gerade gewonnenen Sympathien in der Öffentlichkeit.
 
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also da kann ich dir nicht zustimmen. die Kitzrettung liegt bei uns allein in den Händen der Jägerschaft. naja, jetzt nicht mehr ganz, seitdem wir den Landwirten bei uns im Revier alle mit Kitzrettern ausgestattet haben. war aber die beste Lösung, da es bei einigen auch mal schnell gehen musste mit dem Mähen und wir alle berufstätig sind. und immer kann man nicht von jetzt auf gleich weg. seit den Kitzrettern keine Kitzverluste mehr.
 
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Man muss aber sagen: Die kleinen Landwirte die "mal eben Abends" mähen wollen, sind weiterhin das größte Problem. Wir haben hier, zum Glück muss man sagen, mittlerweile viele kleine Nebenerwerbler, die auf Lohnunternehmen setzen beim Mähen. Die melden frühzeitig die Flächen an, das läuft wirklich extrem reibungslos. Die haben die Kontaktdaten der Person vom Kreisverein, der macht die Orga, da braucht der Jagdpächter sich um nix mehr zu kümmern.
 
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Ich mache das jetzt 10 Jahre lang mit einem Eigenbau Kopter ,da gab es noch kein dji oder andere kopter mit WBK. Das hat erst 3 Jahre später richtig angefangen, viele waren misstrauisch gegenüber der neuen Technik. Heute hat fast jedes Revier in dem ich flog einen eigenen kopter.
 
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Dort findet meiner Beoabachtung nach alles komplett ohne Jäger statt.
Geht es jetzt darum wer die Schlagzeilen kriegt - oder nebenbei doch noch darum Kitze vor dem Ausmähen zu bewahren? :rolleyes:

Genau der Scheiß mit "wir" vs. "die" blockiert in allen Lebensbereichen mehr als er hilft.
Mir wärs egal wer fliegt. Gibt z. B. auch teils von der Bundeswehr Angebote zu helfen. Ist halt dann Übung für deren Spezialisten.

Ich könnt mir 10 Drohnen anschaffen - ich wäre trotzdem nicht verfügbar wenn ich in der Arbeit bin.
Wichtig ist erstmal, dass die Mäharbeiten "angemeldet" werden, sowas ist immer auch eine Sache des guten Kontakts zwischen Pächter und Jagdgenossen. Und dann muss im rechten Moment auch jemand mit einer Drohne greifbar sein.

So lange die Einstiegskosten so hoch sind wie im Moment habe ich starke Zweifel, dass man überall jederzeit genügend Drohnen und Piloten zur Verfügung haben wird um komplett vom simplen Abgehen auf Abfliegen umstellen zu können.
 
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Ist stimme Dir zu, dass die Jägerschaft sich dieses Aufgabenfeld nicht aus der Hand nehmen lassen sollte. Unabhängig vom Geld und unangenehmen Startzeiten.
In NRW wurden Wärmebilddrohnen vom LJV und den Kreisjägerschaften angeschafft. Sie wurden an die einzelnen Hegeringe übergeben und sind dort seither im Einsatz. Da dies (noch) nicht ausreichte schafft "meine" KJS dieses Jahr noch selbst zwei weitere an.
Die Drohnen werden entsprechenden Piloten zur Verfügung gestellt, welche dann zusammen mit den Jägern aus den Revieren oder mit anderen "Läufern" unterwegs sind.

wipi
 
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und beim Anmelden der Mäharbeiten liegt schon der Hund begraben. Teils werden Landwirte von den Maschinenbetreibern vorgezogen weil sie schon anderweitig fertig sind. und dann? ich hab nicht nur einmal einen Anruf von einem Landwirten bekommen dass heute am Abend siliert wird und nicht erst morgen Mittag wie es ausgemacht war weil eben die Ballenpresse heute Abend schon Zeit hat und vorbeikommt. Was soll man dann noch machen? früher nahm ich halt, wenn möglich, Urlaub und ging die Wiesen absuchen. Heute montiert der Landwirt den Kitzretter und geht mähen und meldet dann, wenn wir uns das nächste Mal treffen dass er wieder ein paar Kitze mit der Sirene verscheucht hat und keines erwischt hat. So extrem früh mäht bei uns im Revier zum Glück keiner.
 
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Geht es jetzt darum wer die Schlagzeilen kriegt - oder nebenbei doch noch darum Kitze vor dem Ausmähen zu bewahren? :rolleyes:
Natürlich geht es primär darum möglichst kein Kitz mehr zu vermähen, das ist klar.

Mir fällt nur in den letzten Tagen auf, wie stark die Kitzrettervereine medial vertreten sind.
Dort finden sich nicht wenige, die teilweise extrem jagdkritisch sind, oft auch nur aus Unkenntnis.

Dem sollten wir entgegenwirken, soweit dies geht.


Die bisherigen Beiträge hier sprechen dafür das es regional wohl sehr große Unterschiede gibt.
Das stimmt mich optimistischer als ich heute Morgen noch war.
 
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“ Sofern mit diesen anderen jagdlichen Zwecken der Einsatz auf Drück- und Erntejagden gemeint sein sollte, so lehne ich diese Einsatzzwecke mit der Effizienz eines Killers als komplett unweidmännisch ab
Sind sie ausdrücklich nicht.

Ich fliege gerne das Revier ab um zu sehen was los ist, ob Gefahr für die Felder besteht, wieviel Hasen oder Rehwild so in den Flächen stehen.

Allenfalls könnte ich mir vorstellen, VOR der Maisjagd nachzusehen ob überhaupt Schweine im Mais sind.

Im Notfall haben wir mit dem Ding sogar mal eine kurze Totsuche auf ein Stück Rehwild hinbekommen.
 
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