klassisch oder modern?

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#1
Hallo Leute, habe eine Frage an Euch!

Ich mache jetzt im Februar den Jungjägerkurs beim Landesjagdverband in Österreich.
Ich habe für den Kurs gespart und kann mir nun so einen Traum erfüllen.

Nun habe ich mir einige Lernunterlagen organisiert und auch einen Jagdhut (gibt es da spezielle Formen oder Huttypen für unterschiedliche Anlässe?) und einen Rucksack gekauft.

Für mich ist klar Jagd, aber klassisch! Bedeutet ein Lodenrucksack der alten generation.

Ich bin da wohl eher der konservative Typ der das ganze eher so sieht, meine bekannten nutzen auch moderne 300 Euro Rucksäcke zum jagen usw... Wie handhabt ihr das Kleidungstechnisch bzw. Ausrüstungstechnisch?
 
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#2
Beides. Hat alles Vor- und Nachteile. Ich nehm das, was den Job am besten macht.
 
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#3
In erster Linie nehme ich das, was da ist: Jeans (nicht notwendigerweise blau), eine Parka, Handschuhe, Pudelhaube, Bergschuhe und Gummistiefel, so was hat man ja zu Hause.

Als Rucksack verwende ich zB zwei Segeltuch-Dinger von meinem Vater. Wenn Du meinst, die Büchse unbedingt am Rucksack verstauen zu müssen, wirst Du um einen Neukauf nicht herumkommen.

Für den Winteransitz wird ein Ansitzsack nicht falsch sein. Das Trainigsgwand für darunter hast Du sicher schon längst im Kleiderschrank.
 
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#4
Wie handhabt ihr das Kleidungstechnisch bzw. Ausrüstungstechnisch?
Stand 2018!

Alles andere ist definitiv albern und man müsste sich laufend entscheiden, ob "klassisch" nun a la mode Anno 1936, 1903, 1871, oder 1813 ist. Patrone oder Vorderlader, Kienspan oder LEDlenser?

Immer dran denken: die haben früher Leinentuch, Holz und Loden genommen, weil es noch nichts besseres(!) gab, und nicht, weil es so toll und "traditionell" war!

Zur Heilung nostalgischer Persönlichkeitsstörungen hilft aber oft schon der rohe Verzehr eins korrekt abgehangenen Hasens "grün-blau" nach den Idealen von 1905, oder eine winterliche Autofahrt im Jagdwagen "Dixi 3/15" von Kiel nach Berchtesgaden. Und auch der Dentist von 1910 hatte einen robusten Charme, an den alle gerne zurückdenken.

Was Jagd Heute wirklich am allerwenigsten braucht, sind ewig gestrige Selbstdarsteller, die uns Jäger mit ihrer lächerlichen Attitüde aus der Gesellschaft ausgrenzen und somit vom politischen Diskurs abkoppeln.

Zum Faktencheck einfach mal ein paar Jäger-Karikaturen anschauen (--> KLICK) und dabei überlegen, warum die wohl alle gleich dämlich aussehen.

Und trotzdem immer munter bleiben.......:cheers:

basti
 
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#5
Wobei dieses klare Wort einigen Interpretationsspielraum zulässt.

Mein Stand 2018 ist die Lagerhausmode vom aktuellen Jahrzehnt. Wobei ich auf der Jagd insgesamt gerne Arbeitskleidung trage. Was im Holzberg oder zum Wandern gut ist, ist auch auf der Jagd nicht falsch. :cool:

In Ansehung der zahllosen Ausrüstungsfetischisten im Forum muss ich aber einräumen, dass die sich unter Stand 2018 womöglich ganz was Anderes verstehen.
Dann ist der Hiking- oder Outdoor-Supplier der Richtige. ;-)
 
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#6
Moin!

Stand 2018!

Alles andere ist definitiv albern und man müsste sich laufend entscheiden, ob "klassisch" nun a la mode Anno 1936, 1903, 1871, oder 1813 ist. Patrone oder Vorderlader, Kienspan oder LEDlenser?

Immer dran denken: die haben früher Leinentuch, Holz und Loden genommen, weil es noch nichts besseres(!) gab, und nicht, weil es so toll und "traditionell" war!
Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass je nach Anforderungen schon vor 20, 30, 50, ... Jahren der Zenit des entsprechenden Materials oder Schnittes erreicht war und sich eventuell seitdem noch ein klein bisschen im Materialmix getan hat, oder im Schnitt, aber sonst nicht viel. Wenn ich z. B. an meinen in der Art vielleicht schon 70 Jahre verfügbaren Hut oder den über 20 Jahre alten Lodenmantel in "traditionellem" Schnitt denke: da gab es seitdem weder im Material noch im Schnitt nennenswerte Verbesserungen, eher im Gegenteil. :roll:

Klar, wer in der Jägeruniform von 1812 rumläuft und mit VL rumfuchtelt wird zum Reenactment geschickt und nicht auf den Hochsitz, aber nur weil etwas "alt" oder "unmodern" ist muss es nicht "schlecht" oder gar "unbrauchbar" sein. Hey, Du kaufst doch auch nicht jedes Jahr ein neues Gewehr, oder? ;-)

Viele Grüße

Joe
 
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#7
Hallo Leute, habe eine Frage an Euch!

Ich mache jetzt im Februar den Jungjägerkurs beim Landesjagdverband in Österreich.
Ich habe für den Kurs gespart und kann mir nun so einen Traum erfüllen.

Nun habe ich mir einige Lernunterlagen organisiert und auch einen Jagdhut (gibt es da spezielle Formen oder Huttypen für unterschiedliche Anlässe?) und einen Rucksack gekauft.

Für mich ist klar Jagd, aber klassisch! Bedeutet ein Lodenrucksack der alten generation.

Ich bin da wohl eher der konservative Typ der das ganze eher so sieht, meine bekannten nutzen auch moderne 300 Euro Rucksäcke zum jagen usw... Wie handhabt ihr das Kleidungstechnisch bzw. Ausrüstungstechnisch?
Und bei Gesellschaftsjagden verzichtest du dann auf Signalkleidung weil "da schaust ja aus wie ein Clown"?

Für mich gilt: die Ausrüstung muss zweckmäßig sein! Der Jagdrucksack muss leise leise sein wenn ich etwas rausnehme! Aus welchen Material er besteht ist für mich nebensächlich! Das Gleiche gilt bei der Kleidung! Je nach Witterung soll die Kleidung mich z.B. warm halten!

Was zweckmäßig bei der Jagd ist, kommt auch auf die Revierverhältnisse und Jagdmöglichkeiten an!

Wmh

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#8
Hey, Du kaufst doch auch nicht jedes Jahr ein neues Gewehr, oder? ;-)
Und wenn ich es täte, würde ich das bestimmt nicht im Forum "Jagdliches Brauchtum" diskutieren, sondern unter Waffen, Ausrüstung, oder Jagdpraxis. Es ist übrigens noch gar nicht so lange her, dass z.B. Jägern mit modernen Kunststoffschäften die Ächtung und Ausgrenzung drohten. Teilweise ist das auch jetzt noch so, wegen der "Tradition".

Was kommt hier als nächstes? Ein Thread "brauchtumsgerechte Bleigeschosse", "waidgerechte Stiefelpflege", oder gar "Hirschhornknöpfe statt Reißverschluss"...?

:biggrin:
basti
 
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#10
Und bei Gesellschaftsjagden verzichtest du dann auf Signalkleidung weil "da schaust ja aus wie ein Clown"?
Die meisten dieser Experten laufen im Zivilleben ebenso in grünem Loden gewandet über die Straße, da stört sie nicht, daß sie ausschauen "wie ein Clown"....
 
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#11
Moin!

Nicht so abfällig! Wenn ich im Winter auf Dienstreise mit der Bahn unterwegs bin fahre ich auch im Lodenmantel - die Bahnhöfe sind kalt und zugig und wenn man wie so oft etwas länger als geplant deren Gastfreundlichkeit geniessen darf ist man froh über was langes, warmes. ;-)

aber ich weiss, welchen Typus Mensch Du meinst ... :cheers:

Joe
 
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#12
Besonders spaßig sind die, die gar keinen JS haben, aber so herumlaufen.
Mein Onkel war so einer, ihm machte es Spaß, als Herr Oberförster angesprochen zu werden, ich habe mir ein Grinsen verkniffen.
Es sind definitiv mehr grüne Lodenmäntel und "Tiroler Hüte" im Umlauf als Jagdscheine.:biggrin:

Reenactment. :twisted:
 

steve

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#13
Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass je nach Anforderungen schon vor 20, 30, 50, ... Jahren der Zenit des entsprechenden Materials oder Schnittes erreicht war und sich eventuell seitdem noch ein klein bisschen im Materialmix getan hat, oder im Schnitt, aber sonst nicht viel. Wenn ich z. B. an meinen in der Art vielleicht schon 70 Jahre verfügbaren Hut oder den über 20 Jahre alten Lodenmantel in "traditionellem" Schnitt denke: da gab es seitdem weder im Material noch im Schnitt nennenswerte Verbesserungen, eher im Gegenteil. :roll:
Du willst doch Deinen Lodenmantel nicht allen ernstes als "modern" einordnen, oder? Modern im Vergleich zum Lederwams vielleicht, aber ohne Mebran und X-Tec-Anglizismus im Markennamen ist er sowas von klassisch, das geht schon gar nicht mehr klassischer. Da ich meinen auch heiß und innig liebe, weil nichts so warm hält, gleichzeitig Beweglichkeit gewährleistet und leise ist, hätte ich mich hier ganz klar unter klassisch eingeordnet. Gut...und wegen der Hirschlerderhose...ok, und wegen den rahmengenähten Schuhen...ok und wegen der Brauchtumskugel aus Leinen...vielleicht auch wegen dem Hut statt der Basecap...vielleicht auch weil mein Drilling verlötet und nicht "termolabil" ist...

...modern ausgedrückt bin ich sowas von old-school. :biggrin:
 
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#14
Du willst doch Deinen Lodenmantel nicht allen ernstes als "modern" einordnen,
Ich hatte schon in den 90ern einen mit Goretex Membran in der Hand, da es sowas heute nicht mehr gibt? hat sich wohl herum gesprochen, daß das überflüssig bzw. kontraproduktiv ist.
 
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#15
(...)
Ich mache jetzt im Februar den Jungjägerkurs beim Landesjagdverband in Österreich.

(...)

Nun habe ich mir einige Lernunterlagen organisiert und auch einen Jagdhut (gibt es da spezielle Formen oder Huttypen für unterschiedliche Anlässe?) und einen Rucksack gekauft.

Für mich ist klar Jagd, aber klassisch! Bedeutet ein Lodenrucksack der alten generation.

Ich bin da wohl eher der konservative Typ der das ganze eher so sieht, meine bekannten nutzen auch moderne 300 Euro Rucksäcke zum jagen usw... Wie handhabt ihr das Kleidungstechnisch bzw. Ausrüstungstechnisch?
Danke für Deine Frage. Finde ich gut!

In meinem Kurs der hiesigen KJV (2004/2005) waren einige wenige, die sich - ohne jagdlichen Background - schon komplett (und NEU) jagdlich ausstaffiert hatten. Das gab dann schon etwas Geraune, v. a. unter unseren Ausbildern. Einer der späteren Prüfer meinte sinngemäß, dass vielleicht erstmal Investitionen in Munition und Jagdausbildung anstünden statt sich jagdlicher zu kleiden als erfahrene Jäger... Das braucht schon etwas Fingerspitzengefühl, will ich damit sagen.

Auch ich musste mir etwas in der Art anhören, weil ich damals v. a.beim Schießen und draußen ein älteres (und von mir schon immer outdoor getragenes und geschätztes) olivgrünes Fleece aus der Forest-Linie von Fjällräven trug. Die Sachen hatte ich aber lange vor dem Jägerprüfungs-Lehrgang und sah keine Notwendigkeit, die dann NICHT zu tragen. Das Equipment gab nebenbei guten Schutz vor der Kälte, welche notwendigerweise auftritt, wenn man im Winter stundenlang auf dem eisigen Schießstand stehen und schießen muss.
Die "Krönung" war Zielablesen auf dem Keilerstand bei -12 °C mittags im nebligen Tal des Schießstands... :help:

Unser Lehrgangsleiter - selber seines Zeichens hauptberuflich Förster beim Staatsforst - propagierte den goldenen Mittelweg bei vielem, auch bei der Kleidung, und lag damit eigentlich immer richtig.

Also nicht "volle Breitseite und mit der Brechstange" "jagdlich" und grün oder camo/orange, sondern dezent. Und speziell bei der Prüfung dezent bleiben. So ein bisschen jagdlicher Anklang darf schon sein, glaube ich. Betonung liegt auf "bisschen".
Ich selbst trug bei der mündlichen Jägerprüfung ganz normale Straßenkleidung, bei der Schießprüfung sowie der praktischen Jeans und Outdoorjacke (glaube grün :p), schriftlich wahrscheinlich auch ganz normal. Das kam ganz gut, glaube ich...

Jetzt fahre ich auch den Mittelweg, also weil ich auch nur Gelegenheitsjäger bin, habe ich nicht das komplette Forst-und-Jagd-Programm. So ist es ein Mix aus jagdlich-modern, Outdoor und Tech-Kleidung geworden, ohne das geplant zu haben. Warm und praktisch sollte es sein, aber auch noch etwas Stil und Schönheit besitzen / ausstrahlen. Es geht so in Richtung klassische Outdoor-Kleidung skandinavischer Prägung. Die muss v. a. für Outdoor taugen und eben auch jagdtauglich sein. Auf Wanderungen werde ich gelegentlich von Jägern (eigentlich immer positiv) angesprochen...
Irgendwann ist dann schon noch ein Lodenteil geplant, wahrscheinlich längere Jacke aus Österreich oder Deutschland. Da wäre mir dann das Herstellungsland wichtig. Mal sehen; hier wäre ich für Tips dankbar. Und meine Frau ist nicht so der Loden-Fan...

Wünsche Dir, lieber TS, viel Freude und natürlich Erfolg beim Erwerb des Jagdscheins! :thumbup:
 
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