Kleiner Tipp für alle Suchenden, aus Jungjäger-Sicht...

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Vor einem Monat sah meine Situation noch wie folgt aus:

@Jengol

Ich bin selber seit diesem Jahr Jungjäger und ich finde es erschütternd, wie man selbst von Seiten der örtlichen Jägerschaft über einen Kamm geschoren wird.
Wer sagt denn, dass "wir" alle nur schießen wollen? Ich suche seit Beginn meines Kurses im August 2019 händeringend nach Möglichkeiten mal mitzugehen, im Revier zu helfen und zu lernen.
Am liebsten natürlich vor der Haustür, aber klar, ich würde dafür auch fahren. Ich muss gar nicht mit der Büchse raus, ich will einfach nur mitlaufen und ja, auch helfen! Und vielleicht auch irgendwann mal jagen...
Aber die örtliche Jägerschaft kapselt sich ab. Immer wieder hört man genau die gleichen sch... Argumente von den Alten: ihr wollt doch nur am Wochenende mal jagen gehen, bloß keine Arbeit haben, Familie ist euch wichtiger, kein Bezug zu Jagd blablabla...
Der Witz ist, ich komme aus einem seit Generationen jagdlich geprägten Haushalt. Leider habe ich aus genau den Gründen die mir jetzt vorgeworfen werden, den Jagdschein eben nicht mit Anfang 20 gemacht, sondern erst mit Mitte 40. Weil ich Zeit für die Jagd haben wollte! Das Haus ist gebaut, die Kinder aus dem gröbsten raus etc.
Leider sind inzwischen die familiären Jagdmöglichkeiten allesamt weggestorben bzw. aus Altersgründen nicht mehr verfügbar. Die Reviere sind weg.
Und dann darf man sich von allen Seiten die immer gleichen Sprüche anhören. Am besten noch in Kombination mit dem Vorwurf "Heutzutage will sich ja keiner mehr kümmern!"

Man muss uns Jungjäger auch irgendwie mal lassen!


Was ist seitdem passiert? Ich hatte immer versucht, einzelne Jäger direkt anzusprechen, sei es auf dem Schießstand oder über anderweitige Kontakte. Immer ohne Erfolg, was mich sehr frustrierte. Dann kam ich auf die Idee, den Leiter meines Hegeringes zu kontaktieren. Denn wir Jäger sind über unsere Kreisjägerschaften und die angeschlossenen Hegeringe hervorragend organisiert und vernetzt. Nehmt einfach mal Kontakt zu euren örtlichen Hegeringleitern auf, in der Regel findet man die Kontaktdaten auf den Internetseiten der Kreisjägerschaften. Entweder freundlich anrufen oder eine nette Mail schreiben. Mir wurde umgehend geholfen und es wurde ein Kontakt zu den Pächtern im Hegering hergestellt.
Klar, die wollten mich auch erstmal kennenlernen und abchecken, wen sie sich da evtl. ins Revier holen. Verständlich!
Das muss ja auch menschlich und von der jagdlichen Einstellung passen. Großartige Forderungen zu stellen ist auch sicher nicht angemessen, insbesondere nicht, wenn man wie ich erstmal ganz unverfänglich "mitlaufen" darf.
Letztendlich hat der Zugang über den Hegering nur Vorteile. Man bekommt die Gelegenheit in Wohnortnähe ins Revier zu gehen, man findet Anschluss bei der örtlichen Jägerschaft (wenn man kein sozial inkompetenter Volltrottel ist...) und man hat Zeit langsam in die bestehenden Strukturen reinzuwachsen.

Ob das immer und überall funktioniert hängt mit Sicherheit auch vom jeweiligen Hegeringleiter ab, aber ein Versuch ist es auf jeden Fall wert!

WMH Sebastian

PS: Liebe Moderatoren, falls das Thema aus eurer Sicht hier nicht reingehört, verschiebt es gerne in eine passendere Kategorie!
 
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Viele Dank für das Teilen deiner Erfahrung. :)

Mir geht es ähnlich (wohne in der Großstadt). Hier etwas zu finden ist leider schwer und wenn doch etwas passendes gefunden wird, ist das meist aus finanziellen Gründen (noch) nicht stemmbar.

Habe nun auch mal die verschiedenen Hegeringsleiter angeschrieben (per Mail) und hoffe auf eine gewisse Resonanz.
 
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Habe nun auch mal die verschiedenen Hegeringsleiter angeschrieben (per Mail) und hoffe auf eine gewisse Resonanz.

Komm einfach mal zum Stammtisch des Hegerings Hannover 1, wird nach dem aktuellen Lockdown Anfang Dezember vermutlich wieder stattfinden. So richtig hilfreich sind die Kontakte die man da knüpfen kann nicht (wenig Revierinhaber), aber es ist immer lustig und interessant. Schießen gehen wir auch einmal im Monat (Langwaffe) und alle drei Monate (Kurzwaffe). *Werbung Ende ;)*
 
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Komm einfach mal zum Stammtisch des Hegerings Hannover 1, wird nach dem aktuellen Lockdown Anfang Dezember vermutlich wieder stattfinden. So richtig hilfreich sind die Kontakte die man da knüpfen kann nicht (wenig Revierinhaber), aber es ist immer lustig und interessant. Schießen gehen wir auch einmal im Monat (Langwaffe) und alle drei Monate (Kurzwaffe). *Werbung Ende ;)*
Wohne in Bothfeld, da passt das ja! Werde vorbeikommen.
 
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Komm einfach mal zum Stammtisch des Hegerings Hannover 1, wird nach dem aktuellen Lockdown Anfang Dezember vermutlich wieder stattfinden. So richtig hilfreich sind die Kontakte die man da knüpfen kann nicht (wenig Revierinhaber), aber es ist immer lustig und interessant. Schießen gehen wir auch einmal im Monat (Langwaffe) und alle drei Monate (Kurzwaffe). *Werbung Ende ;)*
In der Eiche findet der statt, oder?
 
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Die Hoffnung stirbt zuletzt:( wird wohl nix mehr dieses Jahr.
Zum Thema Jagdgelegenheit muß ich mich immer wieder wundern welche Vorstellungen die meisten haben.
Jagen kostet Geld und davon nicht gerade wenig oder verdammt viel Zeit. Wer beides nicht hat, sollte sich den Jagdschein sparen.
Es ist immer wieder verwunderlich welche Vorstellungen einige haben.

Ein Rechenbeispiel: Die privat tätigen Jägerinnen und Jäger entlasten die deutschen Steuerzahler um jährlich 2,275 Milliarden Euro. Der Berechnung zugrunde liegen die bejagbare Fläche in Deutschland mit 35.000.000 Hektar sowie Lohnkosten, Betriebskosten für Maschinen, Ausrüstung und Lohn für Helfer.
35.000.000ha Fläche / 390.000 Jäger hat jeder knapp 90ha zur Verfügung.
Wenn man dann sie Summe sieht, die von den Jägern für den Steuerzahler erwirtschaftet wird. Jetzt weiß jeder auch wie Jagd geht und was er Leisten muss um Jagen zu können.
2.275.000.000 / 390.000 = 5.833,33 € pro Jäger das sind die Kosten.
Das muß jeder Jäger bringen egal ob als Arbeitsleistung oder Geld, wenn er Jagen möchte.

In Hannover und Umgebung kenne ich die Pachtpreise nicht denke aber die werden so wie bei uns bei 20,- je ha anfangen für Niederwildreviere.
Warum soll ein Pächter der für seine 500 ha 10.000,- + Revier kosten und Wildschaden sind das dann um die 15.000,- Zahlt einem anderen Jäger kostenlos Jagen lassen?????? Das ist doch absurd, wenn einer das glaubt als Jungjäger.
 
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Hallo @ton_sohn , freut mich für Dich und alle anderen, bei denen es so gut gelaufen ist! (y)

Aus meiner Erfahrung war das leider nicht so dolle. Mein Verfahren war:
  1. Erste E-Mail => ignoriert
  2. Pers. Treffen => "Ja, klar, ich ruf Dich an, kannste mit" => Leider nie wieder was gehört
  3. Zweite E-Mail => ignoriert
Bin auch keinem böse. Jeder hat viel um die Ohren und verliert Sachen aus den Augen und überhaupt. Ist nur schade, wenn man sich schon freut wie 'nen 4 jähriger an Weihnachten und dann leider nix kommt.

Und nein, ich habe keine großen Ansprüche gestellt und einfach nur Hilfe angeboten und Lernbereitschaft signalisiert.

Aber gut. Im Frühjahr kommt n Jagdhorn ins Haus, selber Schuld! :devilish: :evil:
 
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Hallo @ton_sohn , freut mich für Dich und alle anderen, bei denen es so gut gelaufen ist! (y)

Aus meiner Erfahrung war das leider nicht so dolle. Mein Verfahren war:
  1. Erste E-Mail => ignoriert
  2. Pers. Treffen => "Ja, klar, ich ruf Dich an, kannste mit" => Leider nie wieder was gehört
  3. Zweite E-Mail => ignoriert
Bin auch keinem böse. Jeder hat viel um die Ohren und verliert Sachen aus den Augen und überhaupt. Ist nur schade, wenn man sich schon freut wie 'nen 4 jähriger an Weihnachten und dann leider nix kommt.

Und nein, ich habe keine großen Ansprüche gestellt und einfach nur Hilfe angeboten und Lernbereitschaft signalisiert.

Aber gut. Im Frühjahr kommt n Jagdhorn ins Haus, selber Schuld! :devilish: :evil:
Biete anstatt der Arbeit, die du vermutlich eh nicht erbringen kannst 1.500,- bis 2.000,- € im Niederwildrevier Jagdbetriebskostenpauschale für eine Jagderlaubnis an und dann klappt das auch.
 
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Die Hoffnung stirbt zuletzt:( wird wohl nix mehr dieses Jahr.
Zum Thema Jagdgelegenheit muß ich mich immer wieder wundern welche Vorstellungen die meisten haben.
Jagen kostet Geld und davon nicht gerade wenig oder verdammt viel Zeit. Wer beides nicht hat, sollte sich den Jagdschein sparen.
Es ist immer wieder verwunderlich welche Vorstellungen einige haben.

Ein Rechenbeispiel: Die privat tätigen Jägerinnen und Jäger entlasten die deutschen Steuerzahler um jährlich 2,275 Milliarden Euro. Der Berechnung zugrunde liegen die bejagbare Fläche in Deutschland mit 35.000.000 Hektar sowie Lohnkosten, Betriebskosten für Maschinen, Ausrüstung und Lohn für Helfer.
35.000.000ha Fläche / 390.000 Jäger hat jeder knapp 90ha zur Verfügung.
Wenn man dann sie Summe sieht, die von den Jägern für den Steuerzahler erwirtschaftet wird. Jetzt weiß jeder auch wie Jagd geht und was er Leisten muss um Jagen zu können.
2.275.000.000 / 390.000 = 5.833,33 € pro Jäger das sind die Kosten.
Das muß jeder Jäger bringen egal ob als Arbeitsleistung oder Geld, wenn er Jagen möchte.

In Hannover und Umgebung kenne ich die Pachtpreise nicht denke aber die werden so wie bei uns bei 20,- je ha anfangen für Niederwildreviere.
Warum soll ein Pächter der für seine 500 ha 10.000,- + Revier kosten und Wildschaden sind das dann um die 15.000,- Zahlt einem anderen Jäger kostenlos Jagen lassen?????? Das ist doch absurd, wenn einer das glaubt als Jungjäger.
Ums kostenlose jagen geht es mir auch nicht. Ist mir schon klar, dass das nicht realistisch ist. Ich bin gerne bereit einen gewissen Betrag zu zahlen, dafür müsste sich aber erstmal etwas ergeben. :)
 
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Die Hoffnung stirbt zuletzt:( wird wohl nix mehr dieses Jahr.
Zum Thema Jagdgelegenheit muß ich mich immer wieder wundern welche Vorstellungen die meisten haben.
Jagen kostet Geld und davon nicht gerade wenig oder verdammt viel Zeit. Wer beides nicht hat, sollte sich den Jagdschein sparen.
Es ist immer wieder verwunderlich welche Vorstellungen einige haben.

Ein Rechenbeispiel: Die privat tätigen Jägerinnen und Jäger entlasten die deutschen Steuerzahler um jährlich 2,275 Milliarden Euro. Der Berechnung zugrunde liegen die bejagbare Fläche in Deutschland mit 35.000.000 Hektar sowie Lohnkosten, Betriebskosten für Maschinen, Ausrüstung und Lohn für Helfer.
35.000.000ha Fläche / 390.000 Jäger hat jeder knapp 90ha zur Verfügung.
Wenn man dann sie Summe sieht, die von den Jägern für den Steuerzahler erwirtschaftet wird. Jetzt weiß jeder auch wie Jagd geht und was er Leisten muss um Jagen zu können.
2.275.000.000 / 390.000 = 5.833,33 € pro Jäger das sind die Kosten.
Das muß jeder Jäger bringen egal ob als Arbeitsleistung oder Geld, wenn er Jagen möchte.

In Hannover und Umgebung kenne ich die Pachtpreise nicht denke aber die werden so wie bei uns bei 20,- je ha anfangen für Niederwildreviere.
Warum soll ein Pächter der für seine 500 ha 10.000,- + Revier kosten und Wildschaden sind das dann um die 15.000,- Zahlt einem anderen Jäger kostenlos Jagen lassen?????? Das ist doch absurd, wenn einer das glaubt als Jungjäger.
Naja, das ist eben der Durchschnitt über Gesamtdeutschland.
Es gibt etliche Regionen, in denen Reviere wesentlich günstiger sind, Begehungsscheine for free für Mitarbeit und Wildbretübernahme.
Als wichtiger Faktor der Kontaktherstellung seh ich nach wie vor die Ausbildung an. Via notwendigem Lehrprinz oder Mentor (der einem dann auch wieder mit einem Haufen anderer Leute bekannt macht) ist man ja schon während der Ausbildung irgendwo unter und bekommt in der Regel auch hinterher eine Jagdgelegenheit dort, zumindest, wenn es halbwegs harmoniert.
Auch macht es durchaus Sinn mit seinen ex Ausbildungskollegen in Kontakt zu bleiben, sofern man die Ausbildung heimatnah absolviert hat.
Ich hab z. B. einem geholfen ein Revier zu übernehmen, weil wir uns immer gut verstanden haben und schon ich mal mit dem ex Pächter zutun hatte.
Sobald man irgendwo mal dabei ist, ist es kein Problem mehr an Jagdgelegenheit zu kommen.
 
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Biete anstatt der Arbeit, die du vermutlich eh nicht erbringen kannst 1.500,- bis 2.000,- € im Niederwildrevier Jagdbetriebskostenpauschale für eine Jagderlaubnis an und dann klappt das auch.

Das sind in vielen Gegenden hier realistische Preise, oder halt etwas weniger und verpflichtende Arbeitseinsätze (ab und zu mal Samstags raus sollte jeder einrichten können und es macht ja Spaß !).

Ist aber selten in der Nähe von Großstädten überhaupt so etwas angeboten zu bekommen, aktive Suche über Hegeringe, Bläsergruppen etc. hin oder her. Da bleibt nur Augen offen halten, auch in den (A)Sozialen Medien ;)
 
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Vor einem Monat sah meine Situation noch wie folgt aus:




Was ist seitdem passiert? Ich hatte immer versucht, einzelne Jäger direkt anzusprechen, sei es auf dem Schießstand oder über anderweitige Kontakte. Immer ohne Erfolg, was mich sehr frustrierte. Dann kam ich auf die Idee, den Leiter meines Hegeringes zu kontaktieren. Denn wir Jäger sind über unsere Kreisjägerschaften und die angeschlossenen Hegeringe hervorragend organisiert und vernetzt. Nehmt einfach mal Kontakt zu euren örtlichen Hegeringleitern auf, in der Regel findet man die Kontaktdaten auf den Internetseiten der Kreisjägerschaften. Entweder freundlich anrufen oder eine nette Mail schreiben. Mir wurde umgehend geholfen und es wurde ein Kontakt zu den Pächtern im Hegering hergestellt.
Klar, die wollten mich auch erstmal kennenlernen und abchecken, wen sie sich da evtl. ins Revier holen. Verständlich!
Das muss ja auch menschlich und von der jagdlichen Einstellung passen. Großartige Forderungen zu stellen ist auch sicher nicht angemessen, insbesondere nicht, wenn man wie ich erstmal ganz unverfänglich "mitlaufen" darf.
Letztendlich hat der Zugang über den Hegering nur Vorteile. Man bekommt die Gelegenheit in Wohnortnähe ins Revier zu gehen, man findet Anschluss bei der örtlichen Jägerschaft (wenn man kein sozial inkompetenter Volltrottel ist...) und man hat Zeit langsam in die bestehenden Strukturen reinzuwachsen.

Ob das immer und überall funktioniert hängt mit Sicherheit auch vom jeweiligen Hegeringleiter ab, aber ein Versuch ist es auf jeden Fall wert!

WMH Sebastian

PS: Liebe Moderatoren, falls das Thema aus eurer Sicht hier nicht reingehört, verschiebt es gerne in eine passendere Kategorie!

Gut beschrieben. Ich suche gerade Begeher (und bin auch schon weit), was mir allerdings auffällt, ist eine enorme Kluft zwischen dem Willen zu Jagen und der Realität.

Jagen wollen alle, aber das magische Vieleck von Zeitaufwand, finanzielle Möglichkeiten und mal Durchdenken was Wildbretübernahme, Revierarbeiten oder regelmäßige Jagd heißt - das Versprechen ja alle- fehlt echt in 80 % aller Anfragen.
 
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