Knalltrauma

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Frage an die Experten!
Wir hier am Niederrhein lassen unsere Hunde schon mal ganz gerne neben dem Fahrrad laufen um die Kondition beim Hund aufrecht zu halten. So geschehen vor gut 2 Monaten auch bei einem Jagdfreund. Er fährt mit dem Fahrrad und dem Hund an der Leine daneben auf einem Radweg neben einer Bundesstraße hier. Ein LKW kommt vorbei und kurz nachdem er an Freund und Hund vorbei ist, knallt an dem LKW ein Luft Balg von der Luftfederung weg. Kommt etwa gleich wie ein LKW Reifen Platzer. Der Hund macht vor Schreck nen Satz zur Seite und mein Freund fast nen Rittberger mit dem Fahrrad! Der Hund ist im 4. Behang. Macht im Jahr rund 20 bis 30 Treibjagden mit und hat mit Knallangst oder Schussangst noch nie Probleme gezeigt.
Nach dem Vorfall auf der Bundesstraße bricht der Hund bei jedem lautem Geräusch in sich zusammen. Mein Freund mit ihm zur Tierklinik und lässt ihn untersuchen. Nichts, alles ok.!
Lediglich der Schreck sitzt dem Hund in den Knochen. Einige Tage später nimmt mein Freund den Hund wieder mit zur Treibjagd. Der Hund kommt an einem Hasen und ab geht die Post. Mein Freund erlegt den Hasen und der Hund ist gute 10 mtr. hinter dem Hasen. Ein Knall und der Hund bricht in sich zusammen. Rute eingeklemmt und versucht das weite zu suchen. Der Hund ist bis dato nicht mehr eingesetzt worden.
Jetzt die Frage an die Experten! Wie bekommt man schrittweise ein Knall oder Schuss Trauma
wieder aus einem Hund heraus? Wie kann er den Knall oder Schuss wieder positiv verknüpfen oder wie kommt man dort hin? Der Hund ist ein Vorsteher. Hat VJP,VGP,HZP und immer jagdlich dabei gewesen. Er steht voll im Saft und es wäre schade drum wenn man diesen Hund aufgibt! Für wirklich brauchbare Typs wäre ich bezw. mein Freund sehr dankbar!
Es ist auch nicht sein erster Hund!
 
A

anonym

Guest
Erster Schritt wäre herauszubekommen , ob der Hund auch bei vorbeifahrenden Lkws so reagiert . Wenn nicht , den Hund wieder schrittweise zur Schussfestigkeit aufbauen , d. h. im Kern plötzliche , unvorhergesehene Schalleinwirkungen .
Kann man zuhause beginnen mit dem Fernseher . wenn er dort keine Reaktionen zeigt , in die Nähe einer Schiessbahn gehen und sich in gehörigem Abstand hinsetzen und verweilen , Nickerchen halten o.ä. . Wenn dies ohne Probleme klappt den Abstand zum Lautereignis verkürzen , aber schrittweise und nicht alles an einem Tag . Auch auf Reaktionen bei häuslichem Türenschlagen achten . Das grenzt dann meistens schon ein , woran dann noch gearbeitet werden muss .
Aber langsam und mit viel Geduld .
Auftretende Angstreaktionen mit stoischer Ruhe begegnen und am besten ignorieren .
 
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Er reagiert! Bei uns wird gerade jede Menge Gülle wieder ausgebracht und die Schlepper mit den Fässern hinten dran sind ja nun nicht gerade klein bei uns. Geht er mit dem Hund spazieren und ein Schlepper rauscht vorbei, springt der Hund in die Leine und will weg!
 
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laute geräusche wie schuß wieder positiv verknüpfen.

ein bekannter hatte mal einen terrier der nie schussempfindlichkeit gezeigt hatte... jedenfalls so lange nicht bis er sein gewehr neben dem auto mit offener heckklappe und den hund im auto in der box eingeschossen hat. danach schreckte der hund immer sehr auf schußgeräusche zusammen und versuchte das weite zu suchen.

das alles einen monat vor der prüfung.... ein paar positive verknüpfungen mit dem schußgeräusch und der terrier war wieder zum glück wieder der alte.

aber gut, beim terrier ist die positiver verknüpfung während der jagdausübung auch nicht schwierig :biggrin::biggrin::biggrin:
 
A

anonym

Guest
Er reagiert! Bei uns wird gerade jede Menge Gülle wieder ausgebracht und die Schlepper mit den Fässern hinten dran sind ja nun nicht gerade klein bei uns. Geht er mit dem Hund spazieren und ein Schlepper rauscht vorbei, springt der Hund in die Leine und will weg!

Auweia . Da ist der Gute wohl wirklich in seinen Grundfesten erschüttert worden .
Die Frage ist nun wie dicht die Schlepper vorbeifahren . Ansonsten auch hier wie oben bereits beschrieben vorgehen . Behutsam testen ob das nur auf grosse Fahrzeuge zutrifft oder auch PKW .
 
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Nur große Fahrzeuge! Autofahren ist seine Welt. Die Heckklappe ist noch nicht ganz auf beim PKW, dann sitzt er schon hinten drin!
Geht er aber mit ihm spazieren und ein Schlepper rattert in 2 Meter Abstand vorbei, wird die Rute eingeklemmt und er prescht in die Leine.
Ich wohne hier total auf dem Land direkt am Rhein. Wir gehen öfters zusammen mit unseren Hunden spazieren. Gestern auch. Alle (4) Hunde von der Leine. Auf der anderen Rheinseite in etwa 500 mtr. Entfernung knallt es. Etwa wie ein Schrotschuss. Behänge angelegt, Rute eingeklemmt und schon wollte er "kopflos" durchstarten. Obwohl meine dabei waren und auf so etwas gar nicht erst reagieren. Kommando "Halt" und er setzte sich hin. Anleinen kein Problem, aber man sieht ihm an das er "Schiss" in der Buxe hat.
 
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also ICH würde an der leine solche situationen provozieren und sein "fehlverhalten" ignorieren. KEINERLEI kommandos geben und schon gar nicht mitleidig auf seine angst reagieren. ICH würde auch die anderen hunde mit einbeziehen und sie neben mitlaufen lassen.

hundl muss einfach wieder daran gewöhnt werden dass grosse fahrzeuge und laute geräusche das normalste auf der welt ist. da hilft kein kommando, da hilft auch kein mitleid.... da hilft nur zeit und konsequente arbeit mit dem hund.
 
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...meiner Meinung nach muss der Hund über seine Jagdpassion wieder an den Schuss herangeführt werden.

Gleichbedeutend würde ich jegliche Situation, die angstverstärkend ist vermeinden. Also kein Gassi gehen an der Straße wo LKW oder Schlepper fahren.

Es wird sicherlich möglich sein, den Hund wieder zu einer Normalität zu führen. Aber es wird keine Sache von Tagen sondern eher Monaten und ich hoffe, dass die Notwendige Geduld vorhanden ist.

Weiterhin hilfreich ist, wenn man eine Person seines Vertrauens miteinbeziehen kann.

Viel Erfolg
 
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Mein Hund lief im nassen Gras und hat gegen einen Weidezaun gepinkelt und ordentlich eine geblitzt bekommen. Danach wollte er da nicht mehr dran vorbei. Die Stelle war durch einen Hollerbusch auch schön gekennzeichnet.
Ich bin jeden zweiten Tag mit ihm dahin und habe ihn apportieren lassen. Jedes Mal ein bischen näher an den Hollerbusch geworfen. Mit Käse belohnt.
Nach 3 Wochen war das Problem erledigt.

Vielleicht kann dein Kumpel ihn über so ein Konstrukt auch wieder auf die Spur bringen.
Den Hund gesichert was angenehmes arbeiten lassen und später du schiesst dabei . Die Schussentfernung verkürzen. Meideverhalten ignorieren.

Oder erstmal an abgestellten Schleppern arbeiten lassen.

Wird ein bischen Arbeit.
 
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Moin

Besorg dir doch noch Knallkörper, irgendein Jugendlicher sollte vielleicht noch welche haben. Durch die Entfernung und verschiedenen Größen kann man die Lautstärke gut regulieren und so langsam steigern.
(Natürlich musst du dann bis zum 30.12 warten um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.)

Waidmannsheil

Meetschloot
 
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also meiner bescheidenen meinung nach erreicht man mit VERMEIDUNG der unangenehmen situation gar nix sondern kann das problem nur mit KONFRONTATION mit diesen situationen geklärt werden.

wie soll das auch gehen? negative verknüpfung ist gegeben und wird auch durch lange vermeidung nicht vergessen.

für die korrektur des fehlverhaltens ist jetzt halt viel fingerspitzengefühl des führers und konsequentes arbeiten mit dem hund gefordert.


wobei auch hier wieder ferndiagnosen für die korrekte herangehensweise und vor allem für die "schrittfolge" mehr als schwierig sind. dazu müsste man den hund sehen.
 
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Mir ist das gleiche wie der_mit_der_Bracke_jagt mit meiner KLM passiert, nur dass dies vor der Prüfung war und ich nicht mitbekam dass sie das verstört hat...das merkte ich dann bei der Prüfung als sie bei Schuss auf der warmen Hasenfährte umgedreht hat....:no:
Seitdem arbeiten wir dran, aber leider zu wenig! Den Tip den ich bekam war auch den Schuss mit positivem Verknüpfen, etwa das Auffinden von Wild gleich im Anschluss, etc....aber das ist ein langer Weg muss ich leider sagen....:sad:
WMH
 
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den Schuss mit positivem Verknüpfen, etwa das Auffinden von Wild gleich im Anschluss, etc....aber das ist ein langer Weg muss ich leider sagen....:sad:
WMH

wenn zur richtigen zeit immer wild da sein soll, um die positive verknüpfung zu erhalten ist das schon ein verdammt langer weg :what:


ich würd mit dem hund spielen und toben. wenn er denn richtig in "fahrt" ist, feuert ein kollege in 200-300 m entfernung einen schuss mit der schrotflinte ab. wenn der hund unerschrocken reagiert die distanz immer mehr verkürzen.
 
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leute knüpft das meideverhalten doch nicht nur an den "lärm". der hund reagiert auch bei traktoren....

d.h. er hat nicht nur vorm lärm angst sondern auch vor grossen maschinen.

und es war NICHT mein terrier von dem ich geschrieben hab. ich hab ihn nur "kuriert".

schlimmer zu "reparieren" war die hand- UND schußscheue von meiner dk-hündin. die hab ich mit 7 monaten hand- UND schußscheu übernommen. dieser hund verließ beim anblick eines gewehres den raum oder verkroch sich in der hintersten ecke wenn sie den raum nicht verlassen konnte. diese "reparatur" dauerte beinahe ein jahr. gemerkt hat man hinterher gar nix mehr ... weder von dem einen noch vom anderen. im gegenteil, ich musste sogar aufpassen dass sich die schußscheue nicht ins gegenteil verwandelte.

fingerspitzengefühl und einfühlungsvermögen gehört halt dazu, genauso wie fantasie!
 
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