Kormoranjagd 2020/21

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#16
Glücklich der, der in Bayern lebt. Hier am Bodensee bei Konstanz ist es eine Katastrophe mit den Kormoranen: gestern hab ich am seerhein wieder mind. 70 Kormorane gezählt, die gemeinsam auf Treibjagd gingen...Der See ist quasi fischleer, aber die grüne Landesregierung Kennt ja nur Artenschutz oberhalb der Wasserfläche.
Wenn die Landesregierung pauschal "Nein" sagt ist es natürlich schwierig, aber die Hoffnung sollte man nie aufgeben. Ich gehe mal davon aus, dass die gebeutelten Bodenseefischer jährlich einen Antrag auf Vergrämung stellen, denn ohne Anträge tut sich in den Ämtern ja bekanntlich gar nichts. Der stete Tropfen höhlt aber wie wir alle wissen den Stein. Ein Arbeitskollege ist jagdlich an der Lahn unterwegs, das ist dort meine ich Rheinland-Pfalz. Da dürfen die normalerweise auch nicht schießen, haben dieses Jahr aber nach langem Kampf eine befristete Ausnahmegenehmigung für ein paar Wochen im Februar bekommen. Eigentlich wollte ich da auch hin fahren und Lockjagdeinweisung machen. Leider waren die Vögel aber mit den Wettergöttern im Bunde und es war starkes Hochwasser, so dass eine Bejagung praktisch nicht möglich war. Trotzdem ist so eine erste Genehmigung ein wichtiger Teilerfolg, die wird im nächsten Jahr dann ja vielleicht auch wieder erteilt. Also nicht verzagen, die Hoffnung stirbt zuletzt.
 
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#17
Maahunter: Danke. Was Du machst, ist großartig!! Weiter so. Nur: Eine wirklich effektive (und tierschutzkonforme) Bestandsreduktion beim Kormoran ist letztlich nur möglich, wenn man in den Kolonien einmal systematisch alle Kormoran-Eier entnehmen würde... Oder wenn natürliche Feinde wieder da wären, wie etwa der Seeadler. Der Waschbär ist für unsere Vogelwelt zwar insgesamt eine Katastrophe (und ist es va am vogelreichen Bodensee), aber in einer Kormorankolonie wäre ein Waschbärenpaar für die Fische Glück im Unglück.
 
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#21
So, wie ist denn die Lage? Der Zug hat ja eingesetzt und es könnte durchaus was gehen. In meiner Ecke zeigt sich nach ein paar Jahren Vergrämung mittlerweile, wie lernfähig die Vögel sind. Während Ende September im Nachbarlandkreis sehr viele Vögel (400+) an einer Stelle gezählt wurden blieben die Schlafbäume bei mir leer. Seit ca einer Woche ist jetzt ein See in einem meiner Reviere mit 100+ besetzt, aber da darf ich leider nicht schießen. Allerdings streichen die Vögel von da aus konsequent zu Gewässern, an denen kein Jagddruck herrscht, weil die Pächter nicht von der Notwendigkeit zu überzeugen sind. Mit Mühe und Not konnte ich deshalb bisher nur ein paar einzelne erwischen. So greift halt das "Sankt Florians Prinzip", gut für die Fische bei mir, schlecht für mein Sitzfleisch. Wie sind die Beobachtungen bei denen von euch, die auch schon länger Kormorane bejagen? Wenn sie ähnlich sind ist das ein wichtiges Argument gegen die Behauptung der Vogellobby, dass Abschüsse nichts bewirken, weil durch den "Trichtereffekt" angeblich immer wieder neue Vögel nachrutschen, wenn irgendwo eine Lücke entsteht.
WMH und bis dann,

der maahunter
 
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#22
Bei uns ist das ebenso. Wir haben 3,5 km Bach Bachforellen/Äschenregion und 39 Fischteiche. Angrenzend im Lehr- und Forschungsrevier des Landesjagdverbandes wird auch der Kormoran beim Auftreten bejagt. In diesen beiden, getrennt liegenden Bereichen sieht man keine Kormorane (oder nur kurz:LOL:)Dafür sitzen sie flussabwärts im Nachbarrevier auf den genauso zahlreichen Erlen am Bach wie bei uns. In der anderen Richtung liegen ebenfalls große Angelteiche, auch dort sieht man sie sitzen und fischen. Beide Reviere interessieren sich für diese Vogelart nicht.
Auch ein Erwerbsfischer berichtet mir vom Nutzen der Vergämungsjagd. Der Nachbarlandkreis hat sogar einen Berufsjäger beschäftigt: Zuständig für Biber, Kormoran, Mink, Nilgans, Fischotter und auch die hier noch vergleichsweise seltenen Waschbären und Marderhunde.
Das wäre der richige Weg.
 
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#23
Ja, die Probleme werden nicht weniger.

Den Otter hatte ich die letzten Jahre an verschiedenen Stellen selten mal auf der Kamera. Dieses Jahr konnte ich ihn dagegen schon zweimal live beobachten, dabei einmal aus sehr kurzer Distanz und ganz in Ruhe. Und Fraßreste sind flächendeckend immer häufiger zu sehen, wenn man die Augen auf macht und weiß, nach was zu schauen ist. Der Brassen lag ca 10 Meter vom Ufer entfernt und hatte so ca. 45 cm, also eine wunderbare Größe für den Otter. Typisch ist wohl, dass sie gerne das Herz und Kiemen fressen und das ist auf dem Bild offensichtlich zu erkennen. IMG_20201004_142453.jpg

Waschbären hatte ich mal einen einzelnen vor 2,5 Jahren an der Kirrung gezielt strecken können, danach war erstmal Ruhe. Jetzt sind sie richtig da. Im August habe ich zwei erwischt und der nächste hat bereits ein Bild von sich machen lassen. Ich befürchte, dass vielen Jägern in meiner Ecke gar nicht bewusst ist, wie weit der Waschbär sich mittlerweile verbreitet hat. Ich höre immer nur "Noch nie gesehen". Vielleicht helfen die Fischpellets, die ich zu einem kleinen Anteil unter den Kirrmais mische. Leider befürchte ich, dass es trotzdem nur eine Frage der Zeit ist, bis die Panzerknacker sich überall fest etabliert haben, die Fallenjagd betreiben ja auch immer weniger Jäger.

Naja, so wird es nicht langweilig und wenn die Kormorane sich rar machen gibt es immer noch etwas anderes zu hegen.
 
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