Krieghoff Neptun - Werteinschätzung und Verwertungsmöglichkeit

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#1
Hallo und ein Gutes Neues Jahr,

uns allen viel WMH in 2016!

Für meinen Onkel ist zum Ende dieses JJ altersbedingt Jagd vorbei.

Er hat mich um eine Werteinschätzung seines Krieghoff Drillings gebeten:

16/70, 16/70, 7x57R, Hensoldt 1,5-6x Diavari (vermutlich auf Suhler Einhakmontage), Schaftlänge 36cm, frz. Stecher, Waffe ist durch Alu Basküle sehr leicht. Die Waffe wird wohl in den frühen 1960ern gebaut worden sein.

Ich habe keine Ahnung, welche Marktpreise hier anzusetzen sind. Die bei Egun nachgefragten Preise scheinen mir alle unrealistisch zu sein - letztlich bietet dann auch niemand darauf. Hat ein Forumsteilnehmer eine Idee oder ggf. bereits eine ähnliche Waffe verkauft?

Ist Egun der richtige Weg für so ein Schätzchen? Oder gibt es andere Ankäufer oder "In-Kommission-Nehmer", die hier empfohlen werden können? Wie kann das Alter zuverlässig bestimmt werden?

Vielen Dank vorab und WMH

Andreas aus D.
 
A

anonym

Guest
#2
Ich Senfe mal, was der Markt so denkt:

+ tolle Waffe

- SEM
- Optik
- "unmodernes" Kugelkaliber
- "unmodernes" Schrotkaliber

Ich senfe weiter, was ich so denke:

+ tolle Waffe

- SEM
- Optik
- klasse Kugelkaliber
- gutes Schrotkaliber, was die Waffe schlank macht

Der Käufer müsste ca. 1.800 - 2.500 (je nach Zielfernrohr der Wahl) Euro in die Waffe hängen, damit er sie zu einer dem heutigen Standard entsprechenden Waffe umbauen kann:
- entweder kurzes 50er Glas mit der vorhandenen SEM nutzen (finde da erst mal einen BM, der das gut macht)
- Neue Montage plus neues Glas (das wäre meine Wahl)

Darüber hinaus fehlt noch die Info, wie der Verschluss sich so darstellt, noch dicht oder muss selbiger auch noch gerichtet werden (+ 300 Euro).

In der Summe: eigentlich schade, aber ich persönlich würde für die Waffe wohl kaum mehr als 1.500 Euro ausgeben. Zumal "bessere" Drillinge (Optik) ohne die verbundenen Umstände, z.T. mit EStl. für 4.000 Euro locker zu finden sind.

Wenn Du Glück hast, ihn besser (!) fotografierst, kann vielleicht bei eGun noch ein bisschen mehr rauskommen.
 
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#3
Moin!

Stichwort "Alter": Das Beschussdatum sollte auf dem Laufbündel zu finden sein ... ;-)

Viele Grüße

Joe
 
A

anonym

Guest
#4
Ggf. könnte die Alu Basküle ein Alleinstellungsmerkmal sein. Wenn dem so ist, könnten / würden Sammler richtig viel Geld dafür ausgeben. Wenn es den NEPTUN allerdings nur in Alu gab, gibt es max. 1.500 Euro dafür.

Ich hatte es in einem anderen Drillingtröt bereits geschrieben : Telefoniere mit Hr. Scherrle. Er bemüht das Archiv und wird Dir Auskunft geben.
 
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#5
Bei dem Drilling dürfte es sich um einen Trumpf Primus und nicht um einen Neptun handeln. Die Modellbezeichnung ist auf die Unterseite der Basküle graviert. Dafür müsste man den Drilling aber umdrehen Eine Werteinschätzung aufgrund eines Fotos ist schlecht möglich. Das Baujahr an Krieghoff-Drillingen läßt sich anhand der ersten beiden Ziffern der Herstellnummern ablesen. 60er Jahre könnte wohl hinkommen.Die Duralbasküle ist kein Alleinstellungsmerkmal beim Trumpf, das gab es öfters, mit dem Ziel der Gewichtsreduzierung um ca. 250 - 300 Gramm.
 
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#7
Es müsste wohl eher ein Trumpf Primus sein.
Es gab sowohl den Trumpf als auch den Neptun mit Alu-Kasten.
Für mich im Preis deutlich niedriger anzusiedeln als die Stahl-Version.
 
A

anonym

Guest
#8
Hallo und ein Gutes Neues Jahr,

....

16/70, 16/70, 7x57R, Hensoldt 1,5-6x Diavari (vermutlich auf Suhler Einhakmontage), Schaftlänge 36cm, frz. Stecher, Waffe ist durch Alu Basküle sehr leicht. Die Waffe wird wohl in den frühen 1960ern gebaut worden sein.

...

Andreas aus D.

Andreas,

konntest Du schon mal auf der Waffe nachsehen, ob sich eine
- Modell-Angabe findet ?
- Oder das Beschuß-Datum ?

Du schreibst der Krieghoff-Drilling stammt aus den "frühen 1960ern" ?

Anhand Deines Fotos ists nicht so einfach, den Drilling zu identifizieren.
NEPTUN-Drillinge zeigen seit 1902 eine Basküle mit länglicher, runder Seitenplatte.
TRUMPF-Drillinge zeigen eine Seitenplatte mit K-förmigen Abschluß.
Schau doch mal, ob Du auf Deinem Krieghoff-Drilling eine Modell Angabe findest ?

Hier das NEPTUN Modell 1902:



Das NEPTUN Modell aus dem Jahr 1969:



Das TRUMPF Modell aus dem Jahr 1969:



TRUMPF und NEPTUN aus 1983



TRUMPF und NEPTUN aus 1988



Sollte es tatsächlich ein Krieghoff Drilling Modell NEPTUN sein, würde ich ihn keinesfalls veräußern. Er ist mehr wert, als vielleicht die 2.500,- Euro, die Du dafür erlösen kannst.

Habe-di-Ehre
und
Waidmannsheil

D.
 
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#9
Super, Du hast Dir viel Arbeit gemacht. Danke auch allen anderen für die Ratschläge.

Ich schaue mir die Waffe am Wochenende einmal an - danach weiss ich mehr.

Gruss und WMH

Andreas aus D.
 
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#10
Hallo miteinander,

ich habe mir die Waffe angesehen.

- es handelt sich nicht um einen Kreislauf Neptun sondern vielmehr - wie der FK bereits schrieb- um einen Krieghoff Trumpf Primus (oder Primus Trumpf) Dural;
- neben dem Beschußzeichen auf dem Laufbündel ist die Zahl 158 eingeschlagen - dies könnte auf das Beschußjahr 1958 hindeuten (?);
- an der Laufmündung angefasst, lässt sich das Laufbündel (bei geschlossener Waffe) etwa 1mm hin und her bewegen. Wenn man die Waffe etwas hin- und herwackelt ist etwas Spiel zwischen Basküle und Laufbündel deutlich hör- und spürbar. Meine Flinte und meine Ex (Heym 26) tun bzw. taten dies so nicht. Wie lautet die Diagnose und die Verschreibung hier?

Welche BMs im Raum Wuppertal (einschliesslich der Vorstädte K und D) sind hier kompetent, was ehrlichen Rat angeht?

Dank vorab und WMH

Andreas aus D.
 
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#11
Sorry, es sollte nicht Kreislauf sondern Krieghoff heissen - hier hat sicher der Spellchecker verselbständigt
 
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#12
158 bedeutet Januar 1958 beschossen.

Wie Waffe ist im Verschluss locker! Evtl. wegen Duralsystem.
Am besten bei Krieghoff wegen Dichtung anfragen. Dann weißt Du es genau und kompetent.
 
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#13
Eine Sache ist mir -als Drilling Novize- noch aufgefallen: wenn der vordere Abzug eingestochen ist, wird er beim Öffnen der Waffe nicht automatisch entstochen - wie ensticht man den Abzug, wenn man nicht zum Schuss gekommen ist?

Gruss, Dank und WMH

Andreas aus H.
 
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#14
Entspannen so wie in der Jägerausbildung gelernt. Verschluss muss gedichtet werden da er schon schlackert. Welcher Aufwand das bei einem Duralsystem ist entzieht sich meiner Kenntnis. Mir wurde mal gesagt das Dural schlechter nachzudichten sei als Stahlsystem.

A.
 
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