Laufreinigung nach Benutzung von Moly-beschichteten Geschossen

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#1
Hallo,

ich habe für meine 6,5x55 gut 2500 Lapua Scenar Silver Jacket Geschosse (Moly-Beschichtung) sehr günstig erstanden, da meine 6,5 mit der Werkslabo von Norma Diamond Line super schoss.
Nebenbei, die Waffe schießt mit den Kugeln wiedergeladen auch sehr präzise.

Jedoch habe ich das Gefühl ich kriege das Moly nie komplett aus dem Lauf. Das Beseitigen des Kupfers geht da ziemlich problemlos.

Also bei einer Grundreinigung gehe ich in etwa so vor:

1. 5-10 mal trocken mit der Bronzebürste durch den Lauf
2. 2-3 Patches um den losen Dreck heraus zu befördern
3. 2-3 Patches mit getränkt mit Shooter Choice durch den Lauf und ca. 15 min warten (dabei werden die Hülsen überprüft und der Hülsenhals gereinigt...)
4. 2-5 Trockene Patches durch den Lauf
5. Shooters Choice auf die Bronzebürste und ca. 15-mal durch den Lauf hin und her
6. Trockene Patches bis die nicht relativ sauber aus dem Lauf kommen (bei starker Verunreinigung wird Schritt 5 und 6 wiederholt)
7. Robla Solo MIL auf einen Filz durch den Lauf und 5-10 min Warten dann ausputzen (das solange bis keine Grünfärbung der Filze zu sehen ist.
8. Lauf Reichlich einölen und mit Filzen trockenwischen (Natürlich auch das Patronenlager)
9. zum Schluss noch mal ein Filz mit Öl

Soweit so gut.

Wenn ich jetzt noch mal die Bronzebürste mit Shooters Choice oder Hoppes No9 durch den Lauf schiebe kommen da schwarze Patches raus. Das könnte glaube ich 20-mal wiederholen und da ändert sich kaum was.

Kommt die Färbung nun vom Moly oder löst sich da die Bürste auf...

Hat da jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Wie reinigt ihr die Waffen nach Gebrauch von Moly Geschossen, wenn danach unbehandelte verschossen werden sollen?

Gruß
Lacky
 
Zuletzt bearbeitet:
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#3
Wie viel mehr JB brauchst Du, wenn Du die Nylonbürste, statt Patches nimmst?
Wie unterscheidet sich die Wirkung?

Bleibt da nicht sehr viel JB zwischen den Borsten, ohne wirklich an die Laufwandung zu kommen?


WaiHei
 
G

Gelöschtes Mitglied 4508

Guest
#4
Ja klar brauche ich dadurch mehr von der Paste. Aber das kann ich mir gerade noch leisten. :biggrin:
Der Vorteil der Bürste ist, dass ich damit auch die Ecken des Zug/Feld-Profils erreiche. Da sitzen nämlich die übelsten Verbrennungsrückstände. Ich gehe so weit zu behaupten, dass die meisten "runden" Feldkanten gar nicht rund sind, sondern durch extrem hart verbackene Kohlenstoffablagerungen verkleistert sind.
Zum Säubern der Nylonbürste bietet sich übrigens eine alte Zahnbürste und Wasser an.
 
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#5
Jedoch habe ich das Gefühl ich kriege das Moly nie komplett aus dem Lauf. Das Beseitigen des Kupfers geht da ziemlich problemlos.
Moin Lacky,

das Problem bei den fabrikmäßig beschichteten Geschossen ist die Wachsschicht über dem Moly, die dazu dienen soll, dass Deine Finger nicht schwarz werden (was beim Wiederladen vollkommener Humbug ist, da die eh immer dreckig werden).

Beim Durchtrieb des Geschosses durch den Lauf schmilzt das Wachs durch die Reibungswärme und legt sich über die gewünschte Molyschicht auf der Laufoberfläche und versiegelt diese somit wieder.

Die beste Abhilfe ist selbst beschichten. Geht ganz einfach, Anleitung dazu findest Du in der VISIER von Februar 2015, Seite 54 bis 59.

Nun hast Du die Farbikmurmeln und das damit einhergehende Problem. Zur Reinigung nutze ich den Leitfaden der Fa. Henke. Ist in jedem Katalog drin.

Der Unterschied zu Deiner Methode: Die Bronzebürste schon mit SC benetzt 10-15 Mal durch den Lauf schieben, um die Wachsschicht(en) aufzubrechen. Danach einwirken lassen (15-30 Minuten) und erst dann 2-3 Patches für den groben Schmutz durchschieben. Hiernach schiebe ich noch ein mit SC benetztes Patch durch und lasse nochmals 15 Minuten einwirken. Dann neue Patches durchschieben, bis sie weiß sind.

Grundvoraussetzung ist, dass der Lauf VOR der Verwendung mit molybeschichteten Geschossen absolut sauber ist, also keine Tombakanhaftungen mehr vorhanden sind.

So mache ich das nun schon seit etlichen tausend Schuss und habe immer eine spiegelnde Laufoberfläche. Allerdings handelt es sich bei meinen so verwendeten Waffen um Neuwaffen mit BR-mäßig eingeschossenem Lauf, nicht um einen eventuell vorher mit korrosiver Munition genutzten Militärprügel(?).
 
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#6
Hallo Hochsitzcola,

danke für die Hinweise.

Es handelt sich bei mir um eine Tikka Super Varmint, kein Militärprügel...

Gruß
 
G

Gelöschtes Mitglied 4508

Guest
#7
Wachs lässt sich übrigens sehr gut mit Waschbenzin entfernen. Ist mir neulich beim Säubern eines Kerzenleuchters aufgefallen.
 
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#9
Danke, ich habe Spaß an der Waffe.

Ich reinige nach jedem Schießstandbesuch, deswegen hat es mich gewurmt dass die Patches noch braun schwarz heraus kamen...
 
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#11
Moin!

Zum Säubern der Nylonbürste bietet sich übrigens eine alte Zahnbürste und Wasser an.
Kurze Zwischenfrage: wieso säubern? welche Standzeiten haben denn eure Bürsten? Wenn ich mit einem Lauf fertig bin ist die Bürste meistens auch eine Kaliberstufe kleiner weiter zu verwenden, da abgenutzt. Und zwar egal ob Bronze, Messing oder Plastik (mit JB-Paste). Wenn ich also mit einer .30er anfange und anschliessend eine 7mm reinige ist nach dem Abend die Bürste auf 6,5mm runter und da ich keine solche habe --> Entsorgung.

Viele Grüße

Joe
 
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#12
Hallo Pitox, das läuft so nebenbei, wenn ich Heim komme wird die Waffe trocken vorgereinigt und dann mit SC getränkt, ca. 5 min. Dabei prüfe ich die Hülsen ob was auffällig ist und mit einem Heschoss ob sich am Hals eine Wulst gebildet hat. Dann SC ausputzen 2-3 min. Und mit Robla Solo MIL den Lauf benetzen. Wärend der Lupferlöser einwirkt entzündere uch die Hülsen und mache das Zündloch sauber ca. 5-7 min. Dann trockene Patches durch und wieder benetzen. Jetzt werden die HülsenhälE mit feiner Stahlwolle außen vom Schamuch befreit und innen mit einer Bürste. Ca 5 min. So nun robla auswischen und mit öl nachbehandeln 2-5 min.

Dauert alles so 20-30 min je nach dem wie schenll ich bin.

Wird natürlich nicht so nach der Jagd gemacht.
 
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#13
Moin!



Kurze Zwischenfrage: wieso säubern? welche Standzeiten haben denn eure Bürsten? Wenn ich mit einem Lauf fertig bin ist die Bürste meistens auch eine Kaliberstufe kleiner weiter zu verwenden, da abgenutzt. Und zwar egal ob Bronze, Messing oder Plastik (mit JB-Paste). Wenn ich also mit einer .30er anfange und anschliessend eine 7mm reinige ist nach dem Abend die Bürste auf 6,5mm runter und da ich keine solche habe --> Entsorgung.

Viele Grüße

Joe
:thumbup::thumbup::thumbup: Jetzt habe ich den Grund warum ich noch eine 6mm Patrone brauche :biggrin:
 
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Gelöschtes Mitglied 4508

Guest
#14
Moin!



Kurze Zwischenfrage: wieso säubern? welche Standzeiten haben denn eure Bürsten? Wenn ich mit einem Lauf fertig bin ist die Bürste meistens auch eine Kaliberstufe kleiner weiter zu verwenden, da abgenutzt. Und zwar egal ob Bronze, Messing oder Plastik (mit JB-Paste). Wenn ich also mit einer .30er anfange und anschliessend eine 7mm reinige ist nach dem Abend die Bürste auf 6,5mm runter und da ich keine solche habe --> Entsorgung.

Viele Grüße

Joe
Nee, nee, so schnell geht das bei mir nicht. Wenn man natürlich eine Bronzebürste in Robla getränkt liegen lässt, ist der Verschleiss immens. Ansonsten haben die bei mir so ca. 6 bis 7 Mal gehalten.
Und die Nylonbürsten halten bei mir eine gefühlte Ewigkeit; auch bei der Verwendung mit JB.
 
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#15
Die Bürsten verschleißen eigentlich fast nur durch unsachgemäße Anwendung. Zum Beispiel dann, wenn sie nicht ganz durch den Lauf gefahren werden und vor dem Verlassen der Mündung (mit Gewalt) umgedreht werden. Oder aber wenn man eben chemische Zusätze verwendet, die auch die Bronze angreifen.

Ich nutze eine Dewey-Bürste meist für mehrere kalibergleiche Waffen etwa ein bis zwei Jahre lang. Und ich putze die Waffe auch, wenn ich nur einen Schuss abgegeben habe.

Für das Einbringen von tombaklösender Chemie (Robla Solo, etc.) gibt es ja die Nylonbürsten bzw. Patches.
 
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