Leinenpflicht...Zahlen und Fakten ?

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#1
Moin Moin,
da mich dieses Thema Leinenpflicht in der (gesetzlich verordneten:biggrin:) Brut und Setzzeit immer mal wieder beschäftigt (Ich halte mich dran, hinterfrage aber die Sinnhaftigkeit eines solchen Gesetzes inzwischen ernsthaft). Habe ich mal folgende Frage:

Hat irgendjemand belastbare Zahlen zu der Frage wie viele Stücke Wild jedes Jahr tatsächlich von Hunden gerissen werden ?

Was mich an diesem Gesetz letztendlich stört/verwundert ist folgendes:

- Es wird am Ende die sonst das ganze Jahr über geltende "Unschuldsvermutung" gegenüber den Hundehaltern aufgehoben
(es ist ja am Ende dem Tier egal wann der Hund den Hasen/das Reh etc. frisst...., ich denke immer Hunde die sich nicht benehmen/gehorchen gehören das ganze Jahr über an die Leine, bei Hunden die sich benehmen ist es sinnlos)
- Ist es nicht schlauer das über eine Prüfung zu regeln in der Hund und Halter zeigen müssen das der Gehorsam sitzt wenn der Hund frei laufen soll (also generell nicht nur während der paar Monate) ?
- hat man nicht mehr gekonnt wenn ich jedes Jahr 2 Stück Raubwild/zeug mehr erlege (hängt wieder von der tatsächlichen Zahlen ab)
- Sind die Jäger die so auf dieses Leinenpflicht pochen tatsächlich auch dieselben die auch wirklich Raubild/zeug scharf bejagen um dem (Nieder)wild zu helfen (meine persönliche Erfahrung ist hier gemischt aber eher nein....in einem Niederwildlastigem (es gibt noch ein paar Fasane, wenige Hasen aber vorallem viiiieeel Rehwild und Sauen) Revier hier um die Ecke werden auf etwa 500ha jedes Jahr keine 10 Stück Raubwild erlegt (Fallen und Baujagd ist zu anstrengend, Schweine schießen ist wichtiger als Füchse etc. ..., aber jedem Hundehalter (mit oder ohne Leine) wird hinterhergefahren, angehalten und eher unfreundlich "kontrolliert", in einem anderem Revier was ich gut kenne in dem das Raubwild scharf bejagt wird ist es eher anders, natürlich werden hier wildernde Hunde auch nicht toleriert, es wird aber nicht jedem Hund der 2 m neben dem Wirtschaftsweg seinen Haufen macht unterstellt das er wildert...., leider geht meine Erfahrung in den meisten Revieren eher in die erste Richtung Nummer eins)
- daraus folgt natürlich die nächste Frage...schadet dieses Gesetz aufgrund einiger Jäger in unseren Reihen nicht der Jägerschaft und vorallem deren Öffentlichkeitsbild nicht mehr als es nutzt ?


Am Ende hängt es immer an der tatsächlichen Prädation durch Hunde im Verhältniss zu der von anderen (Katzen,Raubwild/zeug, Jägern, Autos etc...), natürlich vorallem an der frage Raubwild Bejagung, denn das ist die Schraube an der wir drehen können.
Gefühlt ist diese im Verhältniss zu dem Bohai was darum gemacht wird und dem Aufwand der deshalb betrieben wird extrem gering....aber Zahlen habe ich nicht, evtl. einer von Euch? Was sind eure Gedanken zu dem Thema?

Ps.: würde mich freuen wenn das hier eine interessante Diskussion werden würde und kein gegenseitiges Anschnauzten ;)
 
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#2
...
aber jedem Hundehalter (mit oder ohne Leine) wird hinterhergefahren, angehalten und eher unfreundlich "kontrolliert", in einem anderem Revier was ich gut kenne in dem das Raubwild scharf bejagt wird ist es eher anders, natürlich werden hier wildernde Hunde auch nicht toleriert, es wird aber nicht jedem Hund der 2 m neben dem Wirtschaftsweg seinen Haufen macht unterstellt das er wildert...., leider geht meine Erfahrung in den meisten Revieren eher in die erste Richtung Nummer eins)
- daraus folgt natürlich die nächste Frage...schadet dieses Gesetz aufgrund einiger Jäger in unseren Reihen nicht der Jägerschaft und vorallem deren Öffentlichkeitsbild nicht mehr als es nutzt ?
...
Aus meiner Sicht kommt es dabei auf den Ton an. Wenn der Jäger sich als Blockwart aufspielt, schadet das natürlich dem Öffentlichkeitsbild. Wenn der Ton passt sind die meisten Spaziergänger in der Lage ihren Hund anzuleinen und einem das nicht zu krumm zu nehmen.

Da aber der Gesetzgeber in den meisten Gegenden nicht in der Lage ist das Gesetzt durchzusetzten, halte ich es für überflüssig. Die Strafen sind zu gering, der Aufwand der Kontrolle durch Ordnungsamt / Polizei auf dem Lande zu hoch.

WH,
seven
 
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#3
Moin Moin,
da mich dieses Thema Leinenpflicht in der (gesetzlich verordneten:biggrin:) Brut und Setzzeit immer mal wieder beschäftigt (Ich halte mich dran, hinterfrage aber die Sinnhaftigkeit eines solchen Gesetzes inzwischen ernsthaft).
Soweit mir das bekannt ist gibt es nicht in allen Bundesländern während der Brut- u. Setzzeit eine generelle Anleinpflicht.
In NRW z.B. unterliegt der Hund in der freien Landschaft und auf Waldwegen nicht der Leinenpflicht, auch nicht in der Brut u. Setzzeit. Er muss aber im Einwirkbereich des Führers bleiben.
 
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#4
Leinenpflicht in NSGs meines (Halb-)Wissens nach das ganze Jahr.
Gerade in stadtnahen Regionen ist Leinenpflicht allgemein verordnet. Dies weniger durch die Jagd als durch Leute, die sich von Hunden anderer belästigt oder bedroht fühlen, was ich nachvollziehen kann. Passiert mir bei vielen Spaziergängen, dass ein nicht kleiner Hund auf einen zu rennt und einem selbst ist unklar was seine wirkliche Absicht ist. Am besten dann noch der Ruf hinterher: Der macht nichts. Finde ich unmöglich. Eltern mit Kindern reagieren darauf zurecht allergisch.

Ich finde die Regel in den Setz- und Brutzeiten gut, damit den Leuten dies einfach in Erinnerung gerufen wird. Belastbare Zahlen kenne ich nicht. Rehrisse, Kitzrisse etc. finden wir immer mal wieder und das bei einem sehr kleinen Rehwildbestand aber einer hohen Hundedichte.
 
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#5
ich persönlich kenne weder aus dem revier noch aus dem bekanntenkreis einen einzigen fall wo ein hund beim spaziergang ein rehkitz gerissen hätte .

nie gehört sowas.
 
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#6
Moin Moin,
da mich dieses Thema Leinenpflicht in der (gesetzlich verordneten:biggrin:) Brut und Setzzeit immer mal wieder beschäftigt (Ich halte mich dran, hinterfrage aber die Sinnhaftigkeit eines solchen Gesetzes inzwischen ernsthaft). Habe ich mal folgende Frage:

Hat irgendjemand belastbare Zahlen zu der Frage wie viele Stücke Wild jedes Jahr tatsächlich von Hunden gerissen werden ?

;)
Es geht nicht darum Wild vor wildernden Hunden zu Schützen ( dafür bedarf es keine Leinenpflicht das wildern von Hunden auch außerhalb der Leinenpflicht nicht legal ist...)
sondern darum Wild und vor allem Jungwild in ihrerem Ruhe- und Schutzbedürfnis in der noch leeren Landschaft ( Erstes Jungwild ist schon da; die Vegetation und damit Deckung aber noch weit zurück ) zu Berücksichtigen.

Gerade Nest bauende und brütende Kleinvögel sind während der Zeit der Brutpflege sehr schnell gestört; und ein Gelege was die Boden brütende Henne verlassen hat ist Verloren und das Gelege wird nicht wieder angenommen.

Bei Schalenwild kommt noch ein weiterer Aspekt : Der Aufrecht gehende Mensch ist genauso wie der Bär Feindbild für Schalenwild; ebenso der Wolf-artige Hund. Jagen beide nun zur gleichen Zeit in einem Biotop welches nur wenig Deckung bietet ( Vegetation ist noch zurück) Vergrößert sich die Fluchtdistanz des Wilde je größer die scheinbar Bejagte Fläche Mensch/Hund ist... und strommert der Hund 100 Meter vor Herli ist das mehr Chaos für das beobachtende Wild als wen Hund und Herli scheinbar überhaupt nicht Suchend und Jagend auf dem Weg sind... der Weg ist als Festgelegte Strecke 5 Meter Breit; aber 2 km lang... Räubert der Hund 100 Meter rechts und links vom Weg wird aus dem 1 ha ( 2 km x 5 Meter=10.000m2 = 1 ha ) gleich 40 ha ( 2km x200 Meter = 400.000 m² ).
Das Verursacht bei Schalenwild Panik; deren Energiereserven sind immer noch stark Strapaziert und die Alttiere kurz vor dem Setzen... Ungute Mischung.

Leinenzwang ist nicht Schutz vor Wildern ( nicht alle Hunde wildern..) sondern Schutz vor Stress und Panik von Jungwild und Alttieren die mit der Aufzucht von Jungwild kurz nach der Notzeit Winter in Deckungsarmen Biotopen bedürfen.

Unabhängig davon ob der Hund Wildert ( das sind einzelne Individuen) sondern das geht von allen aus; selbst vom Dackel von Lieschen Müller die 86 jahre alt und Rollator sich in der Frühlingssonne Dank schmerzhafter Artrose daran erfreut das sie überhaupt noch ein bisschen Selbstbestimmung über ihren geschundenen Körper hat... ändert nix daran das Wild und Natur ( Unnötig) leiden.

TM
 
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#7
Weitschweifend Pseudoargumente aufgeführt...

Wieso ist das Getier in BuLä ohne diesen Leinenzwang noch nicht ausgestorben? Ist die Dichte überhaupt beeinträchtigt?

Wieso darf der Hund nicht auf Flächen frei laufen, die vorgestern gegüllt wurden?
Wieso darf der Hund nicht auf Flächen frei laufen, die gestern gemäht wurden?
Wieso darf der Hund nicht auf Flächen frei laufen, wo gestern ein Volkfest stattgefunden hat?


Hier führt das nur dazu, dass die Hunde-Spaziergänger von April bis Juli vom Standardweg - welcher durch o.g. Bereiche führt - ausweichen in die unmöglichsten Ecken und Uferbereiche und da findet wirklich eine erhebliche Störung statt.
 
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#8
Das Jagdgesetz in NRW ist eines der beschxxxsten in Deutschland, hier wird sich drüber gefreut dass es keinen Leinenzwang in der Brut- und Setzzeit gibt. Gehts noch?
Wenn Jägern nicht mal klar ist , dass es hierbei nicht um gerissene Rehkitze geht, dann sollten diese Jäger nicht die Kataloge von Nachtsichttechnik auswendig lernen, sondern vielleicht mal ein Buch zur Wildbiologie in die Hand nehmen. Was glaubt ihr denn wie oft die Häsin noch zum säugen kommt, wenn 3 Pudel und 2 Dackel den Junghasen beleckt haben...

Horrido
 
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#9
Leinenpflicht in NSGs meines (Halb-)Wissens nach das ganze Jahr.
Ob in einem NSG Leinenpflicht besteht, steht in der Schutzgebietsverordnung. Ist vom Schutzzweck abhängig. Wenn ein Uralter Eichen- und Buchenbestand Hauptschutzzweck ist, ist es egal ob dort Leinenzwang herrscht. Anders bei einem NSG, welches den Bodenbrütern gewidmet ist.
Deshalb immer die Schutzgebietsverordnung beachten. (Regelung f. Rhld.-Pfalz)

Gruß Wäller
 
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#10
Das Jagdgesetz in NRW ist eines der beschxxxsten in Deutschland, hier wird sich drüber gefreut dass es keinen Leinenzwang in der Brut- und Setzzeit gibt. Gehts noch?
Wenn Jägern nicht mal klar ist , dass es hierbei nicht um gerissene Rehkitze geht, dann sollten diese Jäger nicht die Kataloge von Nachtsichttechnik auswendig lernen, sondern vielleicht mal ein Buch zur Wildbiologie in die Hand nehmen. Was glaubt ihr denn wie oft die Häsin noch zum säugen kommt, wenn 3 Pudel und 2 Dackel den Junghasen beleckt haben...

Horrido
ich habe noch keinen Junghasen beleckenden Hund gesehen und bin viel mit meinen draußen.
Zum anderen gilt offline erlaubt für Hunde auf Wegen, da habe ich auch noch nie Junghasen gesehen abseits ist 365 Tage Leinenpflicht. Erkenne irgendwie nich dein Problem mit dem fehlenden Zwang in der Brut und Setzzeit nicht.
Ich weiß, vielen Besitzern ist es egal wenn der Hund die Wege verlässt, denen ist aber auch der Leinenzwang wärend der Brut und setzzeit egal.
ich habe übrigens bis jetzt mehr Jagdhunde gesehen die Wild ungewollt hetzen als Hunde von "Hundemuttis". Da ist die Aussage :"Der darf das, ist ja mein Revier!“ eine total Sinnbefreite Aussage und hilft den Junghasen auch nicht.
Aber zumindest verhunger sie legal.

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#11
ich bin auch viel mit meinen draußen, aber in der Brut- und Setzzeit angeleint! Das heisst Leinenzwang und nicht Rate mal und das ist auch gut so...

Horrido
 
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#13
Das Jagdgesetz in NRW ist eines der beschxxxsten in Deutschland, hier wird sich drüber gefreut dass es keinen Leinenzwang in der Brut- und Setzzeit gibt. Gehts noch?
Wenn Jägern nicht mal klar ist , dass es hierbei nicht um gerissene Rehkitze geht, dann sollten diese Jäger nicht die Kataloge von Nachtsichttechnik auswendig lernen, sondern vielleicht mal ein Buch zur Wildbiologie in die Hand nehmen. Was glaubt ihr denn wie oft die Häsin noch zum säugen kommt, wenn 3 Pudel und 2 Dackel den Junghasen beleckt haben...

Horrido

Was die Brut und Setzzeit mit der Nachtsicht zu tun hat wird mit nicht ganz klar....

Ob nun grade der Feldhase aus dem Wurf während der Brut und Setzzeit beleckt wird oder der der danach gefallen ist dürfte der Population auch egal sein.....ist ja mehrmals im Jahr. (Steht in den Wildbiologie Büchern ;) ) Freilaufende Hunde sollten generell nur stöbern wenn dies so gewollt ist....oder etwa nicht (hier wieder das Thema gesetzliche Beschränkung der zeit.....)?

Das "Feldhasenbaby" am Wegesrand wird auch während der Brut und Setzzeit ein Problem haben.....die Hunde haben aber auch davor und danach nichts auf den Wiesen/Äckern....etc. verloren denke ich immer....deshalb eben die Frage nach der Sinnhaftigkeit.

Wenn du zahlen hast immer her damit...
 
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#14
Gesetze und Verordnungen, die nicht konsequent durchgesetzt werden sind sinnlos. Auf die Eingangsfragen kann es schon allein deshalb keine Antworten geben, weil der Umsetzungsanteil der Leinenpflicht auf die Fläche gesehen und damit ihr positiver oder negativer Effekt völlig unklar ist.
 
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#15
Ich bin als Jäger ein Vorbild und habe meine Hunde immer angeleint.
So trete ich gegenüber meinen Mitmenschen im Wald u. Flur auf[emoji106]
 
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