Lese gerade, Holzpreis in Deutschland im Keller

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An die Leute vom Fach:

wie hoch sind bei einem Einfamilienhaus die Materialkosten in Prozent vom Gesamtpreis?

Bzw waren vor der momentanen Hochpreisphase.
 
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Um auf @Henry21698 einzugehen: mein Kumpel überlegt gerade sich eine Blockbandsäge zuzulegen und selbst zu schneiden. Jetzt gibt es natürlich ungezählte Videos auf YT dazu, die alle nur Vorteile anpreissen. Wer hat praktische Erfahrung mit solchen Teilen und kann was aus welchem Grund empfehlen? Andi stellt sich vor, das Teil mobil zum Polter zu bewegen, dort zu sägen und dann bei mir im Gelände zum trocknen unter Dach zu lagern. Der Kerl ist Messebauer und würde die ganze Geschichte über seinen eigenen Hausbau ausdehnen. Im Moment produziert er auf der eigens schon im Vorfeld angeschafften CNC-Bank Bienenhotels, Nistkästen für (vernünftige) NANU-Menschen etc.
 
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Komisch. Ein Arbeitskollege hat ein wenig Wald (mit Holz im richtigen Alter). Den wollten sie ihm vor kurzem zu einem richtig, richtig guten Preis abkaufen.
 
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Wurde schon probiert. Hat nicht funktioniert.

Das Problem sind immer die großen, die dann doch ihr eigenes Süppchen kochen wollen. Ober sticht Unter.

Auch generell auf dem Markt. Rahmenverträge mit günstigen Preisen für die eine oder andere Seite schaffen Ungleichgewichte, gegen die kleinere nicht ankommen. Jedenfalls nicht bei Standardware. Mit Nischenprodukten klappt es eher, das erfordert dann aber auch wieder viel Engagement und knoffhoff.

Ohne eine generelle Verknappung des Rohholzangebots wird das nix mit den höheren Preisen. Und so wie sich die Lage derzeit in NO-Deutschland darstellt, ist da demnächst wieder ein Schwung Käferholz zu erwarten.

Vielleicht wurde es halbherzig probiert. Das Prinzip der Genossenschaft funktioniert schon noch, wenn man die Vorteile erkennt. Eine generelle Verknappung müsste europa oder weltweit erfolgen und dann darf man trotzdem spekulieren, was am Ende beim Waldbauern ankommt. Käferholz ist ein schönes Beispiel. Das Prinzip Genossenschaft bedeutet nicht Ungleichgewicht. Es bedeutet nur eine andere Verteilung der Marge. Das Ungleichgewicht entsteht durch die Handelsmargen. Wenn jetzt noch Umweltschäden anwachsen, machst noch mehr Kleinbauern kaputt.

Das mit den Nischenprodukten verstehe ich nicht. Wenn ich wertvolle Hölzer als kleiner Bauer habe, dann brauch ich doch erst recht niemanden. Es reichen die paar Möbelschreiner, die es noch gibt.
 
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Die Möbelschreiner sägen nicht selber und nehmen keine größeren Mengen ab. Die Betriebe, die selber sägen, nehmen nur ausgewählte Stämme und bei Massenware kommt normal keiner gegen die Kostenstrukturen der großen Säger an. Um die Genossenschaftsidee mit Wald + Sägewerk umzusetzen braucht es viele ha Wald und ein von der Kostenstruktur her nicht zu "schlimmes" Sägewerk. Das wurde auch schon häufiger angeregt, aber noch nirgends erfolgreich umgesetzt soweit mir bekannt ist.
 
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Ein Großsägewerk, und nur das ist konkurrenzfähig in den Massensortimenten, die man jetzt als Absatzweg für die klimainstabilen Wälder braucht, erfordert so viele Investitionsmillionen, dass das nichts für Genossenschafter ist.
Eine mobile Bandsäge in der FBG kann nützlich sein, zum Einen für den Eigenbedarf der Mitglieder, zum Anderen, um die Starkholzabschnitte zu schneiden, mit denen das Großsägewerk nichts anfangen kann.
 
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Mir ist schon klar, dass man mit einer genossenschaftlichen Idee nicht die großen Probleme lösen kann, aber regional wäre den Waldeigentümern und Handwerksbetrieben wohl in so manchen Fällen geholfen. Kanthölzer, Bretter, Latten, usw. sind einfach zu sägen und der Bedarf ist hoch. Wenn die Zeiten immer schlechter werden, die klimatischen Veränderungen Schäden machen, dann wäre es doch nicht so verkehrt, sich zu überlegen, welche Möglichkeiten man vielleicht hat, bevor der Sagler irgendwo in der Nachbarschaft auch zumacht und sei es nur, weil er keinen Nachfolger hat.
Ich glaube, dass die Probleme in der Zukunft nicht besser werden. Die Händler sind doch nicht blöd. Die wissen, der kleine Bauer hat Not, wenn er Schadholz hat. Das wird ausgenützt und das aufgekaufte Zeug verkauft er sicher nicht pro Stamm für 2,50 nach China/USA oder sonstwo hin, wenn er im Einkauf 1,-- bezahlt.

Ich kenne einen Sagler, der schon Ü70 ist und mit einem Helfer blos noch hobbymäßig dahinsägt.
Wenn der aufhört, ist wieder einer weniger. Auf der anderen Seite gibt es in dem Gebiet Nebenerwerbler, die alle das gleiche Problem haben mit ihrem Holz.
Würden sich zwei Betroffene finden, die mitsägen und noch ein paar mehr Eigentümer und Handwerker, die etwas Geld investieren, dann wäre die große Lagerfläche des Saglers heute nicht halb leer sondern bum voll.

Früher hat Not erfinderisch gemacht und heute akzeptieren die Leute scheinbar regungslos, dass ihr Besitz weniger wert wird.

Wenn der Käferbaum kein Brennholz ist und noch zu Dachlatten, etc. taugt, dann frag ich mich, wo die Kohle bleibt wenn der Bauer ab Waldweg einen Euro für den ganzen Baum bekommt.
 

z/7

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Als Konstruktionsholz taugt es nur, wenn es sofort geschnitten und verarbeitet wird. Das scheitert aber im Fall einer Kalamität bei einem Großteil des anfallenden Käferholzes daran, daß sich Forstarbeiter und Maschinen zum Ernten und Rücken nicht beliebig vermehren lassen. Also wird notwendig vieles zu spät aufgearbeitet. 1€ Holz.
 
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Als Konstruktionsholz taugt es nur, wenn es sofort geschnitten und verarbeitet wird. Das scheitert aber im Fall einer Kalamität bei einem Großteil des anfallenden Käferholzes daran, daß sich Forstarbeiter und Maschinen zum Ernten und Rücken nicht beliebig vermehren lassen. Also wird notwendig vieles zu spät aufgearbeitet. 1€ Holz.

Was heißt "sofort"? Kann ich nicht drei oder vier Monate trocken lagern, wenn die Rinde herunter ist? Die meisten kleinen Waldbauern die ich kenne und denen was am Wald liegt, fahren fast tgl. raus und schauen nach Käferbäumen. Schneiden selber um und ziehen raus.
 

z/7

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Nicht, wenn es schon am Stock getrocknet ist. Bekommt Risse, daß die Bretter zerfallen, und im Splint ist der Schwamm drin.

Was meinst Du mit "Rinde herunter"? Geschepst oder vertrocknet und abgefallen?
 
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Ein Waldbauer mit wenig Fläche und geringem Holzanfall hat immer Vermarktungsprobleme, egal ob mit oder ohne Kalamität, wenn er auf dem Ego-Trip ist/bleibt.
Kein industrieller Verarbeiter und auch kein Rohholz-Händler springt Kleinmengen aus Kleinprivatwald nach.
Mit 15 fm in Solo-Aktion bekommt man quasi keinen Marktzugang, wenn nicht Säger-Opa aus der Nachbarschaft einem gut sein will...

Flächenzusammenschluß zur gemeinsamen Holzvermarktung und Bündelung der Angebotsmengen heißt das Zauberwort, beim Unternehmereinsatz wie genauso beim Holzverkauf.

Ein Rundholz-LKW fährt nur kpl. ausgeladen, dafür braucht er 25 fm Rundholz und das will er nicht auf 5 Stellen mit jeweils ein paar Stämmen und dann noch Partietrennung erledigen müssen.
Wie es Streu- und Kleinmengenverkauf funktionieren kann, wird im Bereich der Forstlichen Zusammenschlüsse schon lange gezeigt.

ad Mobil-Sägewerk:
Wenn nur 3 Beisitzer je 1ha Totalschaden infolge Sturm/Käfer haben, im Sparkassen-Fichten-Altholz fallen da in Abhängigkeit von Standort und Pflegezustand an:
450 - 600 fm/ha x 3 = 1350 bis 1800 fm !
Daran kann ein Mobil-Sägewerkchen (und selbst eine konv. Gattersäge) ein paar Tage sägen... ;)
Abgesehen vom anfallenden Produkt: bei nur angenomm. 50 % Ausbeute sind das 600-900 cbm Schnittholz. Wieviel Ställe will ein Waldbauer davon bauen ?

Zum Vergleich: Eine moderne Profil-Zerspaner Spaner-Linie eines mittl. Großsägewerks schneidet mal fix in 2 Schichten 1200 fm am Tag weg ; das sind fast 50 LKW !

Für ein paar Einzel-Stämme, die für den Eigenbedarf eines land- und forstwirtschaftl Betriebs/auch Gala-Bau an Zaunmaterial, Hochsitzholz, von mir aus etwas Bauschnittholz (Latten, Rahmen, Kantholz) einzuschneiden sind, mags Sinn machen, v.a. auch im Bereich des Rotholzes (Dgl, Lä).

Für die in Massen am Markt benötigte Rohware für Leimbinder- und Konstruktionsholz, die heute gerade bei großen Dimensionen das Massivholz verdrängt haben, ist ein Mobil-SW niemals ein sinnmachendes und konkurrenzfähiges System.
 
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