Lohnt sich die Investition von 2700 Euro für eine Blaser R8 Professional Success???

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Für mich ist diese ganze Diskussion immer wieder sinnfrei.
Kann mir statt Audi auch VW oder Skoda kaufen, je nach Geschmack und Geldbeutel.
Es würde auch ein SEAT ausreichen, nur genügt mir selbst ausreichend oder hab ich eben gern mehr, jeder wie er mag.

Ich habe mittlerweile den dritten R8 Schaft im Schrank, Holz, Ultimate und einen GRS.
Nach 7 Läufen/Kalibern kann ich für mich feststellen, Leistung/Präzision out of the box sehr gut, Präzision 1/2 MOA und darunter machbar. Gut zu reinigen, zerlegen, zusammenbauen, trifft.

Wertstabil immer wieder mal was gekauft und wieder verkauft, nie groß Geld kaputt gemacht, was sicher auch an den unverschämten Preiserhöhungen von Blaser liegt!
Trotzdem, auch Remington, Tikka etc. wird teurer, trotzdem habe ich ich immer wieder Geld verbrannt wenn ich mich von einer Waffe getrennt habe.
 
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Meines Erachtens gibt es mehrere einschlägige Punkte zu dieser Diskussion - zumindest für Otto Normalverbraucher:

Nach meinen persönlichen Erfahrungen mit der R93 würde ich nur noch im absoluten Ausnahmefall Waffen ohne eine Praxistestung von weniger als 20 Jahren kaufen.



Preis/Leistungsverhältnis: Fällt bei Waffen der Firma Blaser leider zunehmend ungünstiger aus. Die R93 hat anfangs zum Teil wesentlich unter dem Preis damals etablierter Hersteller gelegen. Dies hat sich im Verlauf der Zeit nach der Marktbereinigung natürlich zunehmend geändert. Die R8 ist aus meiner Sicht preislich zu sehr abgehoben. Auch unter dem Gesichtspunkt der deutlichen Delle im Gebrauchtwaffenmarkt mit neuwertigen Qualitätswaffen. Waffen können auch 100 Jahre halten, wenn richtig behandelt.

+Die Schußleistung ist nicht zu bemängeln und stellte bisher immer mehr als zufrieden. Allerdings gilt dies auch für andere Hersteller z.B. Sako, Krico, Ruger, etc.

+Die anfänglichen Vorteile des schnellen Repetierens gibt mittlerweile bei vielen Herstellern –mittlerweile oft günstiger. Auch eine alte Steyr-Mannlicher oder Mauser 66 lasst sich schnell repetieren, wenn einer damit geübt ist. Habe mehrmals Schützen mit der Steyr-Mannlicher erlebt, die wiederholt 3-5 Sauen schossen. Die Steyr-Mannlicher war in den 80ern neben H&K Kult. Ritsch-Ratsch gab es bereits bei k. u. k. vor über 100 Jahren, leider aber mit einem unmöglichem Abzug.

+Wiederholgenauer Laufwechsel: wie oben Der Vorteil von Wechselläufen erledigt sich irgendwann, wenn festgestellt wird, dass je Wechsellauf entweder ZF+Montage jedes Mal neu justiert werden darf bzw. wenn dies bei unterschiedlichen Anforderungen ständig wechselnder Jagdverhältnisse zu lästig wird. Dann kommt doch die Neuinvestition: Ein neues ZF, neue Montage, neuer Schaft, Abzugssystem und bei anderer Patronengeometrie auf jeden Fall ein neuer Verschlußkopf mit Magazin. Vom Kontrollschießen möchte ich gar nicht sprechen. Für den Preis eines neuen Wechsellaufes bin ich im Bereich einer Remington 700 ( bzw. eines Derivates), bei dem ich zumindest für den Ansitz präzisionsbezogen einen Schuß bis 300 m locker abdecken kann. Mit einem Griff in den Waffenschrank habe ich dann ein überprüftes, eingeschossenes Gewehr zum Bruchteil mehrerer Wechsellaufevolutionen.

-Schaftwechsel: Das schnelle Schießen mit einem geradem Schaft muss geübt sein. Persönlich schieße ich jagdlich lieber mit jagdlichem Schaft mit entsprechender Senkung und dementsprechendem fühlbaren Rückstoß drückjagdfähiger Kaliber bei den Serien auf dem Schießstand. Dies bedeutet beim R... ( mehrere Schäfte, zusätzlich mit unterschiedlichen Konturen Normal, Semi oder Match, außer man bevorzugt den Nadelsalat in der Ausfräsung unter dem Lauf.

Betrifft auch andere Hersteller:

+Bestimmte Bauteile werden möglicherweise von Anderen konstruktiv besser hergestellt: Stichwort Atzl / Bixn Andy. Die Abstimmung findet leider dann im Zubehörhandel über den Geldbeutel ab.

+Gesetzesänderungen: Viele Wechselteile bedeuten auch eventuelle Nacheinträge und unangenehme Rechtsunsicherheit: Viele vehement beim Verkauf vertretene Positionen haben sich um es einmal so zu formulieren, stillschweigend ins Gegenteil erledigt. Kundenpflege schaut erlebt anders aus. Info Fehlanzeige, dafür jede Menge Katalogmüll über megatolle Neuproduktionen.

+Konstruktionsmängel: Wird sich wie gehabt und wie auch bei vielen anderen Herstellern erst nach längerer intensiver Testung auf dem Rücken des Verbrauchers und irgendwann durch Dritte veröffentliche Unfallaufkommen zeigen.

Kleiner Konstruktionsmängel gibt es erstaunlicherweise bei fast jeder von mir bisher gekauften Waffe herstellerunabhängig, auch wenn eine Modellreihe schon 100 Jahre produziert wurde! Daher prüfe, wer sich ewig binde...

Gimmick zur Verkaufssteigerung: gilt auch für andere Hersteller

Kurzläufe ohne Bezug zur Patronenleistung /Pulverabbrand bringt der nächsten HNO-Praxis ein deutliches Umsatzplus in Form eines chronischen Patienten und dem Gewehrfabrikanten den Kauf einen angemessenen längeren Wechsellauf, falls der dann Kunde noch fähig ist, auf die Jagd zu gehen.

Neuerschaffung von besonders „effizienter“ Kaliber in Verbindung mit einer Kampagne in der Fachpresse schalten den Verkaufsturbu. Gelackmeiert ist der Käufer, wenn er nach ein paar Jahren feststellt, für den Preis von 100 Patronen – falls überhaupt zu haben - könnte er schon fast ein neues Gewehr in einem bewährten preiswerten Standartkaliber in 30-06, 9.3x62, 300 WinMag oder ähnlichem leisten, welches eine ähnliches Wirkungsspektrum wie die Wunderpatrone hat.

Für den Durchgehschützen oder Nachsuche ist meiner Ansicht der gute alte 98er von der Preis/Leistung unschlagbar. Ausgestattet mit einer Drückjagdschiene, günstigen Timney-Flintenabzug und überarbeitetem Schloss ist es im Fichtennadelverhau und auch bei der späteren Reinigung mittlerweile für mich die überzeugende Alternative. Optik wird da nicht benötigt, trotzdem aber das flüchtige Ziel schnell und sicher erfasst. Weder Magazin / Magazinkasten noch Patronen können verloren gehen und waffenrechtlich Schwierigkeiten machen. Geachtet sollte jedoch darauf, dass die Patronengeometrie einen Bezug zum ursprünglichen K98 / 8x57 IS hat, also 30-06, 9,3x62 oder doch die 8x57 IS. Ob Gürtelhülsen im 98er gehen, sollte unbedingt intensiv mit mehreren verschiedenen Laborierungen selbst vor dem Kauf getestet werden. Ebenso der Knall (Knalltrauma!) für Hund und Schützen im hippen Kurzlauf!

Herausnehmbare Abzugseinheit mit Magazin: alles, was herausnehmbar ist, kann vergessen oder verloren werden. Peinlich, wenn diese Dinge eintragungspflichtig sind oder wie bei Patronen dann die Zuverlässigkeit berührt ist!



Fazit:
Bei nochmaliger Anschaffung einer Jagdausrüstung wäre für mich das
Motto; 1 Kaliber = 1 Gewehr.

Priorität preiswerter 98er bis 100 m Einsatzweite mit schwerem Brummer eines preiswerten Standartkalibers (9,3x62), bei dem im Dickbusch bei der Nachsuche keine Reue aufkommt.

Remington 700 oder Derivat auf Feldentfernungen mit einer preiswerten 300 WinMag.

Übung mit 222 oder 223 mit 98er-Kontur.
 

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