Lutz Möller ist tot

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#61
„Zu haben ist besser als zu brauchen“

Seit ich diesen Satz auf den „Netzplatz“ las, habe ich ihn ihn schon einige Male in völlig anderen Zusammenhängen gebraucht.

Lutz Möller war ein Mensch mit eigener, fester Überzeugung und Erschaffer hervorragender Geschosse. Ich habe Stunden auf dem Netzplatz verbracht, mit der Munition erfolgreich gejagt und bin von der Nachricht des Unfalls tief betroffen.

Den Angehörigen wünsche ich Kraft und Zuversicht in dieser schweren Zeit.

Waidmannsruh 🌿
 
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#62
Den Angehörigen mein herzliches Beileid.
Es ist sehr traurig dass ein Individualist und Querdenker mit Ecken und Kannten weniger unter uns ist, er war sicher zu recht umstritten, aber das sind wohl alle Orginale. Sicher geht auch vieles an Fachwissen mit ihm verloren, aber ungleich mehr hat er uns auf seine eigene Art und Weise hinterlassen, dafür einen aufrichtigen Dank. Lutz ruhe in Frieden.
 
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#63
Ich hatte leider nur kurz Kontakt über E-Mail mit ihm. Wenn man aber seine ausgesprochen informative Internetseite las, merkte man schnell, daß man es mit einem Mann zu tuen hatte, der nicht nur kantig sein konnte, sondern auch einen aufrechten Charakter besaß. Ein Mensch mit Fähigkeiten und Eigenschaften, die heutzutage selten sind.
Er wird Vielen fehlen.
 
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#68
Den Angehörigen mein herzliches Beileid und die notwendige Kraft !

R.I.P.

:cry: :sad:
 
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#69
Ich habe noch ca 40 Schuss von ihm geladene 7 remmag mit 5. Erbfolge. werde sie in Ehren halten...sehr präzise.

Und auf dem Foto der Giessener Zeitung stehen die Mysophobiker mit Maske rum:sick:
Ruhe in Frieden Lutz, meine 1. Waffe in Kanada in 7 RM wurde erst mit den KJG richtig praezise, hab ihn dann auch in Brandenburg besucht. das KJG das meinen kapitalen Elch fällte, steht noch im Regal. Alles nur noch Erinnerung...
 
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#70
Ich habe LM immer sehr geschätzt. Sein Produkt brauche ich nicht zu kommentieren das spricht für sich. Ich hab vor 2 Wochen noch 200 St. 8x57 IRS mit seinen Geschossen geladen weil ich mir auf seinen Rat hin eine K5 bestellt habe.
Ich werde sicher oft an ihn denken wenn ich die führe😔

Danke Lutz für Deine jahrelange engagierte Arbeit! Das und Deine unnachahmliche Art wird mir fehlen. Nicht jedermanns Sache aber immer geradeheraus!

Der Familie mein aufrichtiges Beileid.

Waidmannsruh!😢
 
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#72
Bin zwar kein Freund großer Worte, aber weil ich gerade eine große Tasse Kaffee vor mir stehen habe. Here goes:

War schon als Jungjäger auf ihn aufmerksam geworden und hatte sein Wirken über die Jahre verfolgt, seinen Netzplatz wohl bis in die hintersten Winkel studiert. Was vor allem imponierte, war seine Kompromisslosigkeit in Sachen wissenschaftliche Herangehensweise. Es wurden Fakten zusammengetragen, Theorien herangezogen, empirische Daten gesichtet, Thesen formuliert, Prototypen entwickelt, in praxi erprobt, Produktion hochgezogen, umgerüstet und so weiter. Möller fiel hin, stand auf, klopfte sich den Staub von den Klamotten, und machte weiter. Ohne solche Menschen würden wir noch in Höhlen hausen, und zwar ohne Feuer. In Möller loderte die Glut des alten, weltberühmt gewordenen deutschen Forschergeists.

Habe oft staunen müssen, sowohl über spektakuläre Erfolge als auch darüber wie, wenn der Möllersche Expeditionskorps mal wieder in eine Sackgasse geraten war, kurzerhand ein Gartenzaun umgesägt und unter lautem Gezeter irgendwelcher alten Weiber und ohne Rücksicht auf Verluste durch Blumenbeete gefahren wurde. Und zwar mit einer solchen Verve, dass selbst ein Haudegen wie Panzergeneral Heinz Guderian seine helle Freude daran gehabt hätte. Es musste weiter gehen, und es ging weiter. Onward and upward, tertium non datur.

Wer genau hinschaute erkannte bald, dass sich an Möller, seinem mehr oder weniger wissenschaftlich informierten Genius, seinen Entwicklungen, seiner Ausdrucksweise, dem Mjölnir und all den anderen Kauzigkeiten nur Kleingeister abarbeiteten. Der Königsberger Kant stellte mal fest, dass die Menschen aus krummem Holz geschnitzt sind. Möller allerdings war aus geradem, alten Holz. Es war insofern nur folgerichtig, dass er bei manchen Zeitgenossen aneckte.

Möllers Drang in die luftigen Höhen der Premiumjagdgeschosse und seine gelegentlichen unfreiwilligen Sturzflüge auf dem Weg dorthin hätten wohl selbst einem Protagonisten der griechischen Mythologie, nämlich Ikarus, Bewunderung abgerungen. Und der nun tragische Flugzeugabsturz hätte Ikarus ganz sicher betroffen gemacht.

Rolf-Peter Sieferle denkt in „Finis Germania“ darüber nach, welche Möglichkeiten Ikarus hat, wenn seine Flügel schmelzen und er in die Tiefe hinabstürzt: „Er kann die Augen schließen und so lange schreien, bis die See ihn verschlingt. Er kann aber auch die Augen geöffnet halten und die erhabene Aussicht genießen, solange sie sich bietet.“
Gar kein Zweifel: Möller war einer von denen, die die erhabene Aussicht genießen, wenn sie zu Boden stürzen.
Dass dieser Menschenschlag im Aussterben begriffen ist, inzwischen niemand mehr aus den Menschenmassen herauszuragen wagt, Erhabenheit verpönt ist und der Gleichmacherei gehuldigt wird, sich die Intoleranz als Toleranz tarnt, ist das große Verhängnis unserer Zeit. Der Untergang des Abendlandes vollzieht sich vor unser aller Augen. Zwischen den Zeilen konnte man auf Möllers Netzplatz lesen, dass er diese Entwicklungen genau beobachtete und sie ihn sorgten. Dass er dieses große Drama, das sich über die nächste Dekade hinziehen und sicherlich kein Happy End finden wird, nun nicht mehr selbst miterleben muss, mag uns ein schwacher Trost sein.
 
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#73
Schock..., mein Beileid den Familienangehörigen...

Mir kommt ein Kommentar eines Jägers in Erinnerung, als Lutz damals postete dass er den Flugschein machen und später ein Flugzeug kaufen werde...
Der Jäger schrieb damals sinngemäß ...Männer sollten sich in acht nehmen vor schnellen Autos, Glücksspiel, Flugzeuge und schöne Frauen...
Danach dachte ich an die eine oder andere Meinungsverschiedenheit die wir hatten... neben den Emails an den persönlichen Kontakt, ich war -im Gespräch mit ihm- angenehm überrascht.
Ich dachte an meine tägliche Routine... auf seinem Netzplatz vorbeischauen... was es neues gibt... und wie lange ich schon seine Geschosse wiederlade (...seit MJG Typ 7626)
Er wird mir fehlen...
 
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#74
Habe oft staunen müssen, sowohl über spektakuläre Erfolge als auch darüber wie, wenn der Möllersche Expeditionskorps mal wieder in eine Sackgasse geraten war, kurzerhand ein Gartenzaun umgesägt und unter lautem Gezeter irgendwelcher alten Weiber und ohne Rücksicht auf Verluste durch Blumenbeete gefahren wurde. Und zwar mit einer solchen Verve, dass selbst ein Haudegen wie Panzergeneral Heinz Guderian seine helle Freude daran gehabt hätte. Es musste weiter gehen, und es ging weiter. Onward and upward, tertium non datur.

Wer genau hinschaute erkannte bald, dass sich an Möller, seinem mehr oder weniger wissenschaftlich informierten Genius, seinen Entwicklungen, seiner Ausdrucksweise, dem Mjölnir und all den anderen Kauzigkeiten nur Kleingeister abarbeiteten. Der Königsberger Kant stellte mal fest, dass die Menschen aus krummem Holz geschnitzt sind. Möller allerdings war aus geradem, alten Holz. Es war insofern nur folgerichtig, dass er bei manchen Zeitgenossen aneckte.

Möllers Drang in die luftigen Höhen der Premiumjagdgeschosse und seine gelegentlichen unfreiwilligen Sturzflüge auf dem Weg dorthin hätten wohl selbst einem Protagonisten der griechischen Mythologie, nämlich Ikarus, Bewunderung abgerungen. Und der nun tragische Flugzeugabsturz hätte Ikarus ganz sicher betroffen gemacht.

Rolf-Peter Sieferle denkt in „Finis Germania“ darüber nach, welche Möglichkeiten Ikarus hat, wenn seine Flügel schmelzen und er in die Tiefe hinabstürzt: „Er kann die Augen schließen und so lange schreien, bis die See ihn verschlingt. Er kann aber auch die Augen geöffnet halten und die erhabene Aussicht genießen, solange sie sich bietet.“
Gar kein Zweifel: Möller war einer von denen, die die erhabene Aussicht genießen, wenn sie zu Boden stürzen.
Dass dieser Menschenschlag im Aussterben begriffen ist, inzwischen niemand mehr aus den Menschenmassen herauszuragen wagt, Erhabenheit verpönt ist und der Gleichmacherei gehuldigt wird, sich die Intoleranz als Toleranz tarnt, ist das große Verhängnis unserer Zeit. Der Untergang des Abendlandes vollzieht sich vor unser aller Augen. Zwischen den Zeilen konnte man auf Möllers Netzplatz lesen, dass er diese Entwicklungen genau beobachtete und sie ihn sorgten. Dass er dieses große Drama, das sich über die nächste Dekade hinziehen und sicherlich kein Happy End finden wird, nun nicht mehr selbst miterleben muss, mag uns ein schwacher Trost sein.
Wahr gesprochen und eine wunderbare Grabrede! Hier geht ein Mann einer leider untergehenden Epoche.
 
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