Magyar Viszla - Nichts für Anfänger oder Konservative Hundführer

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Noch eine Anmerkung zum Anfassen des Hundes: für den Hund ist Sitz auf Distanz was anderes als Sitz direkt vor dir. Da du auf Distanz nicht auf die Kruppe drücken kannst, fängst du quasi von vorne wieder an.
Soso... in der Distanz kann man also nicht auf die Kruppe drücken, aber per Wurf das Leckerli richtig platzieren...

Ich bilde derzeit zwar meinen ersten Jagdhund aus, habe aber bereits etliche Schäferhunde für Wach- und Schutzdienstprüfungen ausgebildet, daher kann ich dir sagen, dass auch die Ausbildung von Hunden eine charakterliche Komponente hat. Bei manchen kannst du auf die Kruppe drücken, wie du willst. Bei manchen funktioniert ein Nach-hinten-nehmen des Kopfes, bei wieder anderen ist das Leckerli toll und die nächsten brauchen gar nix und verstehen direkt, was man von ihnen will.
Leichter Zwang ist ein Mittel, keine Philosophie. Das mag früher sicher anders gewesen sein. Der Hund muss lernen, wie er lernt, entscheidet er selber mit seinem Verhalten.
Übrigens: eine psychologische Manipulation bleibt eine Manipulation, die im Falle einer negativen Verstärkung auch ganz schnell mal Angstverknüpfungen schafft. Es gilt also auch hier: Wers kann, der kanns und wer nicht, der nicht.
Was anderes hat hier auch keiner für irgendeinem Bereich erzählt.
 
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Phantasieloser kann man kaum assoziieren. Wie will man denn konsequent sein, ohne irgendeine Form von Zwang auszuüben? Mit etwas Gehirnschmalz ist es sehr gut möglich, Zwang oder Druck auf den Hund auszuüben, ohne Gewalt anwenden zu müssen oder tief in die Folterkiste zu greifen. Das Gehirnschmalz ist es, was uns befähigt, den Hund zu führen. Der Grund, warum wir ihm über sind. Nicht rohe Gewalt.

Wenn ich actio=reactio nutze, wenn ich Premack bemühe, wenn ich im richtigen Moment bestätige oder hemme, erreiche ich viel mehr. Ich nutze mein Wissen über das Verhalten des Hundes, um ihn zu manipulieren, ohne daß es ihm bewußt wird. Dafür bedarf es minimaler Einwirkungen. Wer selbst die verweigert, verhält sich widernatürlich.
Das hat mit Phantasie nichts zu tun. Die Assoziation erfolgt automatisch, dass hat auch nichts mit Gehirnschmalz zu tun. Zwang und Druck sind negativ behaftet. Konsequenz wird positiv bewertet.
Erziehung ist eben auch ohne Negativbehaftung möglich. Das heißt NICHT, dass ich dem Hund keine Grenze zeige oder nicht auf Einhaltung von Regeln bestehe. Nur eben mit viel mehr positiver Verstärkung. Nichtbeachtung und/oder kurzer Unmutslaut bei einer nicht gewünschten Reaktion. Gewünschte Reaktionen werden überschwenglich gelobt. Bestätigung und Hemmung habe ich dadurch, ich bin was das angeht, deiner Meinung.
Ich weiß :), die meisten gestandenen Männer finden sich peinlich, wenn sie ihren Hund loben sollen..ich erinnere mich gern an die gequälten Gesichter beim Brauchbarkeitskurs, wenn es daran ging, in höchsten Tönen " braaaver Hund, guuutes Hundchen" zu säuseln :)
Jagdlich ist bei Zwang halt immer der Apportiertisch im Kopf - diese Methoden sind definitiv nun mal veraltet. Man haut dem Schüler ja auch nicht mehr eins mit dem Lineal auf die Finger, weil er mal mit dem Nachbarn plaudert...und ehrlich : Wer seinem Hund angebunden auf einem Tisch den Apport beibringen muss - der hat es halt einfach anders nicht drauf und sollte es lassen.
 
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Frage an die Klicker- und Leckerli-Fraktion.
Wie begreift der Hund auf 150 m Entfernung, dass er sich auf Down/Trillerpfiff hinzulegen hat, wenn niemand neben ihm steht, der das Leckerli in der Hand hat?

Als Zaungast eines Hundeführerlehrgangs habe ich das Drama nämlich beobachtet.
Unendlicher Verbrauch an Leckerlis, aber kein Fortkommen, kein Fortschritt.
Das mag zwar für Lieschen Müllers Yorkie gehen, aber auf der praktischen Jagdausübung funktioniert sowas nicht. Hauptsache, das ist "hip", "neu", "modern", "zeitgemäß"

(meine Frau hat daraufhin - unter entsprechendem Ärger mit der Kursleiterin - die Veranstaltung nur dazu benutzt, die Erziehung -Down, Sitz, Fuß, Apport, Wendepfiff-, die der Welpe zuhause schon bekommen hatte, unter der Ablenkung durch das Hundeumfeld zu festigen und zu vertiefen).

Die Hunde werden nämlich bei der ach so "modernen" Ausbildung nur auf diese Belohnungen konditioniert, es fehlt der Übergang vom "ich machs für Belohnung" auf "ich machs, weil der Führer das will, weil ich gehorsam sein muss". (M. E. auch ein Ausfluss der gesellschaftlichen Entwicklung, wo der Begriff Führen negativ besetzt ist.)

Das ist aber das Geschäftsmodell vieler Hundeschulen.
Man braucht, weil's nicht klappt, einen 2., 3......n-ten Kurs und zusätzlich noch Einzelstunden beim Hundetrainer, alles gegen Geld.

Und wohldosierter Druck, ob verbal oder mit sanftem Druck auf die Kruppe zur richtigen Zeit hat weder beim Menschen noch beim Hund je geschadet (sogen. "situatives Führen"), im Gegenteil, die Verhaltensforscher weisen darauf hin, dass Druck zur Weiterentwicklung, beim Menschen auch für ein Glücksgefühl, notwendig ist. (sh. die gescheiterte antiautoritäre Erziehung aus den 70/80er Jahren).

Manchmal bekommt man hier den Eindruck, dass einige wirklich nicht wissen, worüber sie sich auslassen.

Horrido
TicTac
 
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Warum? Der Hund hat den Anfang der Fährte gefunden, hat die Fährte ausgearbeitet, nachdem der Führer die Sau rausgetreten hat hat Hund sie beschäftigt und der Führer hat die Sau erlöst. Was hättest du denn besser machen können? Nichts!
Gute Nachsuchegespanne sind durchaus eine wertvolle und nützliche Bereicherung für den Jagdbetrieb.
Aber es gibt halt immer wieder Nachsucheführer die ausnahmslos jede Nachsuche für sich beanspruchen, nur Sie und Ihr Hund können das natürlich am allerbesten. Womöglich ist es eine Art Ideologische Beschäftigungstherapie für beide. Darüber kann ich nur lächeln.
 
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Soso... in der Distanz kann man also nicht auf die Kruppe drücken, aber per Wurf das Leckerli richtig platzieren...

Ich bilde derzeit zwar meinen ersten Jagdhund aus, habe aber bereits etliche Schäferhunde für Wach- und Schutzdienstprüfungen ausgebildet, daher kann ich dir sagen, dass auch die Ausbildung von Hunden eine charakterliche Komponente hat. Bei manchen kannst du auf die Kruppe drücken, wie du willst. Bei manchen funktioniert ein Nach-hinten-nehmen des Kopfes, bei wieder anderen ist das Leckerli toll und die nächsten brauchen gar nix und verstehen direkt, was man von ihnen will.
Leichter Zwang ist ein Mittel, keine Philosophie. Das mag früher sicher anders gewesen sein. Der Hund muss lernen, wie er lernt, entscheidet er selber mit seinem Verhalten.
Übrigens: eine psychologische Manipulation bleibt eine Manipulation, die im Falle einer negativen Verstärkung auch ganz schnell mal Angstverknüpfungen schafft. Es gilt also auch hier: Wers kann, der kanns und wer nicht, der nicht.
Was anderes hat hier auch keiner für irgendeinem Bereich erzählt.
im Grunde bin ganz bei dir. Allerdings benutze ich das Leckerli in der Anfangsphase nur als Lockmittel. Sobald der Hund weiß was ich von ihm will wird es als Bestechung gegen Aussenreize benutzt und spätestens mit 6 Monaten gibt es Leckerli nur noch als Belohnung. Es ist aber nur eines von vielen Belohnungen die ich einsetze. Ich versuche immer die in der jeweiligen Situation hochwertigste Belohnung für den Hund einzusetzen. Wenn ein 8 Monate alter Rüde auf 50m Sitz machen soll obwohl eine Hündin an ihm vorbei läuft, ist das Leckerli für den Hund in dem Augenblick weder eine Belohnung noch kann ich so weit werfen ;)(y)
 
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Gute Nachsuchegespanne sind durchaus eine wertvolle und nützliche Bereicherung für den Jagdbetrieb.
Aber es gibt halt immer wieder Nachsucheführer die ausnahmslos jede Nachsuche für sich beanspruchen, nur Sie und Ihr Hund können das natürlich am allerbesten. Womöglich ist es eine Art Ideologische Beschäftigungstherapie für beide. Darüber kann ich nur lächeln.
Möglicherweise der ein oder andere dieser Nachsuchenführer sich diese Ansicht nach langer und bitterer Erfahrung aneignen müssen, weil sie viel zu viel Bockmist aufräumen mussten, den irgendwelchen Dilettanten und Vollpfosten in ihrer schier grenzenlosen Selbstüberschätzung vorher zu Lasten des nachzusuchenden Wildes angerichtet hatten...
 
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Heute morgen eine interessante Nachsuche mit meinem noch nicht fertig Ausgebildeten 1-jährigen UK.
er ist gerade in der BP Ausbildung und noch nicht auf Schwarzwild eingearbeitet.
@Bollenfeld

Finde ich jetzt nicht unbedingt verantwortungsbewusst gegenüber der Sau und dem Hund.

Erstkontakt zu SW unter diesen voraussetzungen hätte ins Auge gehen können. Und wenn er jetzt jede Sau binden will......... Viel Spaß, Tierarzt freut sich.

Mir ist persönlich jede Rasse recht. Habe nichts gegen UK oder UD. Kenne persönlich auch keine Jagdlich geführte, nur die aus der Fußgängerzone.
Aber bei einer Nachsuche auf Unfallwild muss der Hund fertig ausgebildet sein !!!!
Alles andere ist murks...

Gruß Weichei
 
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Möglicherweise der ein oder andere dieser Nachsuchenführer sich diese Ansicht nach langer und bitterer Erfahrung aneignen müssen, weil sie viel zu viel Bockmist aufräumen mussten, den irgendwelchen Dilettanten und Vollpfosten in ihrer schier grenzenlosen Selbstüberschätzung vorher zu Lasten des nachzusuchenden Wildes angerichtet hatten...
Wobei beginnt deiner Meinung nach der angerichtete Schaden genau ? Beim Schlechten Schuss ?
Bei der versuchten aber erfolglosen Nachsuche mit dem eigenen Hund ? Deiner Argumentation nach muss ja dann generell eine eigenen Nachsuche unterbleiben wenn Wild nicht am Anschuß/Unfall liegt und SOFORT das Nachsuchegespann geholt werden. Dir scheint nicht ganz klar zu sein wie in den meisten Fällen der Ablauf ist und wann ein Nachsuchegespann zum Einsatz kommt.
1. Schuß, oder hier Unfall
2. Nachsuche mit eigenem Hund
3. Falls erfolglos Nachsuchegespann.

So und nicht anders wird das in 99% der Fälle erfolgen. Somit sind deiner Einschätzung nach wohl 99% der Jäger Vollpfosten die nur einen Hund haben aber eigentlich nicht verwenden sollen ??
 
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@ Bollenfeld, bist ein toller Typ!!! Daumen hoch.

Soll ja auch andere HF außer DD Führer geben, dessen Hunde bei DJ mit Sauen in Kontakt kommen und nicht nur einmal abfangen mussten. Nur ist das ein anderes Thema.

Es soll aber auch welche geben, die sagen hey meine Hunde ist zwar geprüft, machen die paar Nachsuchen die im eigenen Revier anfallen, bekommen ihre Übungsfährten oft genug getreten, ABER bei Nachsuchen auf Unfallsauen, was erfahrungsgemäß nicht eine Totsuche wird und Kilometerweit gehen kann, gibt es bei uns genug erfahrene bestätigte NSF die auch kommen und sich darüber freuen. Mit denen geht man mit um von ihnen zu lernen.

Aber natürlich hat man keine Ahnung, wenn man es unverantwortlich findet einen jungen Hund egal welcher Rasse einfach mal so auf eine Unfallsau nachsuchen zu lassen. Hätte die Sau den Hund geschlagen wer das Geheule jetzt groß.

Aber wenn man ja keine Ahnung hat nur weil man die eigenen Grenzen kennt, bin ich froh das Du nicht der Maßstab bist!
 
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Vollkaskofraktion vs. RL

Immer wieder ne Runde Chips 'n Bier wert.

Warum hab ich nur vorher gewußt, daß dieser Post genau diese Diskussion mit genau diesen Teilnehmern auslösen wird?
 
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Wobei beginnt deiner Meinung nach der angerichtete Schaden genau ? Beim Schlechten Schuss ?
Bei der versuchten aber erfolglosen Nachsuche mit dem eigenen Hund ? Deiner Argumentation nach muss ja dann generell eine eigenen Nachsuche unterbleiben wenn Wild nicht am Anschuß/Unfall liegt und SOFORT das Nachsuchegespann geholt werden. Dir scheint nicht ganz klar zu sein wie in den meisten Fällen der Ablauf ist und wann ein Nachsuchegespann zum Einsatz kommt.
1. Schuß, oder hier Unfall
2. Nachsuche mit eigenem Hund
3. Falls erfolglos Nachsuchegespann.

So und nicht anders wird das in 99% der Fälle erfolgen. Somit sind deiner Einschätzung nach wohl 99% der Jäger Vollpfosten die nur einen Hund haben aber eigentlich nicht verwenden sollen ??
Nein keine Vollpfosten. Nur leiden sie oft an Selbstüberschätzung von sich und ihrem Hund.
 
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Nein keine Vollpfosten. Nur leiden sie oft an Selbstüberschätzung von sich und ihrem Hund.
Bedeutet konsequent zu ende gedacht das ein Hundeführer, der eben keinen geprüften Schweisshund hat generell keine Nachsuche machen soll weil eh zu dämlich ?
Warum hat dann der normale Jäger überhaupt einen Hund wenn eigentlich ohnehin nur die hoheitlichen Nachsucheführer dazu befähigt sind ? Ich kennen selbst wirklich sehr sehr gute Nachsuchegespanne denen ich wirklich vertraue und die eine absolut Top arbeit leisten. Arroganz des Führers macht aber keinen Hund besser.
 
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Warum? Der Hund hat den Anfang der Fährte gefunden, hat die Fährte ausgearbeitet, nachdem der Führer die Sau rausgetreten hat hat Hund sie beschäftigt und der Führer hat die Sau erlöst. Was hättest du denn besser machen können? Nichts!
Heute morgen eine interessante Nachsuche mit meinem noch nicht fertig Ausgebildeten 1-jährigen UK.
Anruf Sau wurde von Auto angefahren, liegt nicht ob ich mit dem Hund kommen kann. Wohlgemerkt er ist gerade in der BP Ausbildung und
Was für ein Quatsch @Bollenfeld. Der Hund ist als nicht brauchbar einzustufen, da er noch keine Prüfung abgelegt hat, was sagt das Gesetz über den Einsatz von Jagdhunden?
 
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