Mein schönster jagdlicher Gegenstand

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#16
Ganz einfach: Du nimmst einen Korkenzieher (stilecht den am Puma 3591 "Waidmesser für Schalenwild") und eine Flasche richtig temperierten Tokajer ("der König der Weine und Wein der Könige", gerade der richtige Tropfen für das edle Gefäß ).
Dann entfernst du mit dem Messer die Manschette vom Flaschenhals und setzt die Spitze des Korkenziehers auf die Mitte des Korkens und drehst den Korkenziher ganz hinein.
Mit einem kräftigen Ruck ziehst du den Korken nun aus dem Flaschenhals.
Damit der Wein "seine edle Blume entfalten kann" läßt du ihn noch einige Minuten in der offenen Flasche. Einen Dekander (mehr oder weniger bauchige Glaskrug) brauchst du eigendl. nur bei einem recht jungen Wein und dann sollte der Dekander bauchiger sein, je jünger der Wein ist.
Aber da Weine wie Tokajer (oder bei dt. Weißweinen, vornehmlich Riesling der Stufen Auslese, Beerenauslese und Trockenbeerenauslese) bei richtiger Lagerung (dunkel, bei ca. 6-8°C) besser werden, je älter sie sind, kann man ihn auch in der geöffneten Flasche "atmen" lassen.
Dann füllst du den Tokajer ganz vorsichtig in den Becher, aber bitte nicht randvoll, sondern halb bis 2/3 und genießt ihn (z.B. als Nachtisch nach einem üppigen Essen, oder abends in deinem Lieblingssessel) langsam, in kleinen Schlücken. :D:giggle:
Dann müßte es aber ein sehr guter Hirsch in Ungarn gewesen sein, damit ich diese Flasche dazu öffnen würde :whistle::cry: :sad:
 
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#18
Dann müßte es aber ein sehr guter Hirsch in Ungarn gewesen sein, damit ich diese Flasche dazu öffnen würde :whistle::cry: :sad:
"Mein" Hirsch, den ich Anfang September 2019 im südlichen Ungarn strecken konnte, war ein für das Gebiet mittlelguter (darüber gab es sicher noch zwei (Preis)klassen nach oben. Aber wir haben den am Vorabend gestreckten dann dennoch nach Verblasen der Strecke klassisch mit einem universal einsetzbaren Moet tot getrunken.
Leider damals noch nicht aus dem Silberbecher, den ich erst Anfang 2020 ersteigern konnte.

Aber in Erinnerung an dieses Ereignis, und an Berichte von Jagdbechern und ihren Traditionen (von Jagdbechern der alten Römer angefangen, zu fürstlichen Jagdbechern, die in den höfischen Jagdresidenzen und Häusern manchmal als museales Inventar bis in heutige Zeit überdauerten, zu kunstvollen Kristall-Jagdgläsern oder dem zB von Frevert beschriebenen Silberbecher, den er in eine Rominter Becherkrone hat einarbeiten lassen, kam mir der Gedanke, mich mal nach soetwas für mich selber umzusehen. Ergebnis habt Ihr ja gesehen und der Rest, die Tradition und die mit dem Gegenstand verwobenen Erinnerungen - das muss jetzt erst wachsen.







Man findet solche Dinge, leider i.d.R. ihres historisch gewachsenen Kontextes beraubt und relativ "stumm" als blosses Kunstobjekt degradiert, auf Messen, Ausstellungen und Museen.

Aber als Jäger verstehen wir die Zeichen und Gedanken dahinter und können dem Objekt vielleicht wieder etwas von seiner ehemaliger Bestimmung zurück geben.

https://www.br.de/br-fernsehen/send...lber/kunst-krempel-silber-jagdbecher-102.html

 
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