Mindestlohn

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#1
Mahlzeit,

da stehe ich eben im Vereinsheim meines örtlichen Schießstandes und möchte Karten für die TRAP-Anlage erwerben, da meint der freundliche Herr, von mir nicht nur €20,- für vier Rotten nehmen zu müssen, sondern 23,60.

Auf meine Frage, wann der Preis erhöht worden sei, meinte er: "Zum Jahresbeginn, Mindestlohn.
Wir müssen den Drückern jetzt den Mindestlohn zahlen."

Verwundert bin ich schon ein bisschen, dachte ich doch bisher, dass die Drücker Vereinsmitglieder seien, die sich mit dem Drücken abwechseln und so ihren Beitrag in Naturalien/Arbeitsstunden erbringen.

Falsch gedacht?
Oder nur Ausrede, um auch mal die Preise erhöhen zu können?

Im Ausgleich dazu zerbröselte ziemlich genau jede 2. Taube bereits beim Verlassen des Lochs.

Ich gönne jedem Betreiber von was auch immer, dass er damit legal Geld verdient und wenn er es gut macht, soll er auch gut Geld machen, aber manchmal fühle ich mich veräppelt von denen, die mit billigen Ausreden auf einen Zug aufspringen.

Im gewschilderten Fall bin ich mir noch nicht ganz sicher, wie ich ihn werten soll.

Habt ihr Ähnliches erlebt im neuen Jahr?


Waidmannsheil


Beuterheinländer
 
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#2
Nö. Nicht mal mein Friseur ist teurer geworden. Die Preise steigen z.Z. nicht, sie sinken. Die Arbeitslosenzahlen auch und jedem der gegen den Mindestlohn wettert sage ich (als langjähriger selbstständiger und selbsthaftender Unternehmer) das er kein funktionierendes Geschäftsmodell hat und aufhören sollte. Es sei denn natürlich man befürwortet Ausbeutung als Ausgleich für funktionierende Geschäftsmodelle.

Das der Mindestlohn event. auch als Vorwand gebraucht wird um bisher kostenfrei erbrachte Leistungen vergütet zu bekommen will ich nicht ausschließen.
 
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#3
Der Mindestlohn ist eine gute Sache. Das einzige was mich stört ist das er zu niedrig ist. 50+ hat absolut recht, das Leute die nun jammern kein funktionierendes Geschäftsmodell haben. Oder aber sie sind so gierig sind das sie anderen Menschen nicht mal die Brotkrumen auf ihren Tellern gönnen.
Solche Menschen widern mich schlichtweg an.

Schade das es nicht für 10 EUR oder sogar 12 gereicht hat.

Das einzige was passieren wird bezüglich Mindestlohn, ist, das unser Sozialsystem entlastet wird.
 
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#4
Nö. Nicht mal mein Friseur ist teurer geworden. Die Preise steigen z.Z. nicht, sie sinken. Die Arbeitslosenzahlen auch und jedem der gegen den Mindestlohn wettert sage ich (als langjähriger selbstständiger und selbsthaftender Unternehmer) das er kein funktionierendes Geschäftsmodell hat und aufhören sollte. Es sei denn natürlich man befürwortet Ausbeutung als Ausgleich für funktionierende Geschäftsmodelle.

Das der Mindestlohn event. auch als Vorwand gebraucht wird um bisher kostenfrei erbrachte Leistungen vergütet zu bekommen will ich nicht ausschließen.

Nö, schon mal drüber nachgedacht, dass es Tätigkeiten gibt, die mit 8,50 € im internationalen Vergleich dramatisch überbezahlt sind?

Schau Dir mal an, wie hoch der Stundenlohn in Polen ist. Wer es kann, der eröffnet in Polen einen Zweitbetrieb und lässt dort fertigen, wenn er es nicht schon vor Jahren getan hat.

Kenne genügend Unternehmer, die sich ihrer unternehmerischen Verantwortung bewusst waren, das nicht gemacht haben und hier in Deutschland 6,50 an Ungelernte gezahlt haben. 8,50 = 30 % Kostenerhöhung. Das zwingt zum Umdenken!

@ Sateras

Nicht jeder Unternehmer verdient ein Schweinegeld, sondern kommt einfach nur über die Runden. Kann man leicht philosophieren, dass das Geschäftsmodell nicht passt. Alternative? Zumachen?

Klar, macht ja nichts. Arbeitslosenquote steigt und irgendwo in der Welt steht ein anderes Unternehmen auf, dass seine Mitarbeiter mit 200 € im Monat !!!!! honoriert. Wollen wir das?

Leben und leben lassen. Das gilt für Arbeitnehmer und Arbeitgeber!
 
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#5
Die USA sind sicher eins der marktwirtschaftlichsten Länder der Welt und mit Mexico als einem Niedriglohnland durch ein Freihandelsabkommen verbunden. Trotzdem und aus gutem Grund gibt es dort seit vielen Jahren einen Mindestlohn.

Als ganz persönliche Meinung: Ich fand die Hetzkampagne der smarten und gutverdienenden Milchbubis der FDP gegen den Mindestlohn immer ziemlich unappetittlich und empathiebefreit. Gottlob hat sich dieses Thema jetzt erledigt und zwar hoffentlich nachhaltig.
 
A

anonym

Guest
#6
Gottlob hat sich dieses Thema jetzt erledigt und zwar hoffentlich nachhaltig.
Angesichts der völlig absurden Bürokratie, die mit dem Mindestlohngesetz eingeführt wird, bin ich mir da nicht sicher.

Ich bin gespannt, wann die ersten Gerichtsverfahren wegen diese Absolutschwachsinns laufen werden.

(aber etwas anderes als Absolutschwachsinn kann man von der aktuellen Einheitspartei auch nicht erwarten)

Rolf2
 
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#7
Mag sein, dass es bei der Umsetzung die üblichen bürokratischen Exzesse gibt,. Den Mindestlohn an sich halte ich für 100% kompatibel mit Ludwig Erhard's großem Wurf, bekannt und geneidet als "soziale Marktwirtschaft".
 
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#8
Ich hab mich immer gefragt, wie man mit 8,50 oder weniger hier in M. überhaupt leben kann... Aber das sind dann eben auch Aufstocker und Wohngeldbezieher, die somit wieder der Allgemeinheit auf der "Tasche" liegen....
Ich meine, ich verdiene momentan 3k Brutto, entsprechen in etwa 17 Euro/h, dass sind als Alleinverdiener in einem 3-Personenhaushalt etwas mehr wie 2k Netto. Davon dann 1200 Miete....
Aber man soll einfach gar nicht drüber nachdenken und weiterwurschteln...
 
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#9
Die USA sind sicher eins der marktwirtschaftlichsten Länder der Welt und mit Mexico als einem Niedriglohnland durch ein Freihandelsabkommen verbunden. Trotzdem und aus gutem Grund gibt es dort seit vielen Jahren einen Mindestlohn.
.....
War mir offen gestanden nicht bekannt. Weißt du auch wie hoch dieser Mindestlohn ist? Ich habe vom internationalen Vergleich gesprochen. Mexiko ist meines Wissens kein Land, in dem hohe Löhne bezahlt werden. 8,50 € Gegenwert sind es sicher nicht!

Um es klar zu sagen, ich kenne Länder wie Pakistan, Bangladesh und Ägypten. Dort erhält eine Näherin für 6 Tage/Woche teilweise nicht einmal 200 USD im Monat. Dass man dort einen Mindestlohn einführt, ist für mich nachvollziehbar, aber hier in Deutschland ? Da führen 8,50 € - zumindest im internationalen Vergleich -schnell zu einer Wettbewerbsverzerrung!

Ich kenne im übrigen auch keine Facharbeiter, der mit dem Mindestlohn bezahlt wird. Hier geht es doch wohl um simpelste Tätigkeiten für ungelernte Kräfte.
 
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#10
...Schau Dir mal an, wie hoch der Stundenlohn in Polen ist. Wer es kann, der eröffnet in Polen einen Zweitbetrieb und lässt dort fertigen, wenn er es nicht schon vor Jahren getan hat.
...
In Ordnung, dann werden solche nicht rentablen Jobs eben nach Polen verlagert und wir reduzieren als Ausgleich unsere direkten Finanztransfers dorthin.
Gilt ganz generell, wir verschwenden viel zu viel unserer Wirtschaftskraft für unsinnige Transfers ins Ausland, statt im Inland damit unsere Wirtschaft zu stärken.
 
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#11
Ich hab mich immer gefragt, wie man mit 8,50 oder weniger hier in M. überhaupt leben kann... Aber das sind dann eben auch Aufstocker und Wohngeldbezieher, die somit wieder der Allgemeinheit auf der "Tasche" liegen....
Ich meine, ich verdiene momentan 3k Brutto, entsprechen in etwa 17 Euro/h, dass sind als Alleinverdiener in einem 3-Personenhaushalt etwas mehr wie 2k Netto. Davon dann 1200 Miete....
Aber man soll einfach gar nicht drüber nachdenken und weiterwurschteln...
Das sind i.d.R. Minijobber - also 450 € Kräfte, die einfachste Tätigkeiten in 70 Std. / Monat verrichtet haben.

Davon kann man nicht leben - ist in den meisten Fällen nur ein Zubrot eines Zweitverdieners!
 
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#12
@Pancho

Das es in D nötig war einen Mindestlohn einzuführen ist bedauerlich genug und zeigt nur den Irrtum auf, in dem auch du gefangen bist, das die Menschen sich der Wirtschaft anzupassen haben. Tatsächlich aber dient die Wirtschaft nur einem Zweck, die Menschen zu versorgen. Wird Lohn gezahlt der zum Leben nicht ausreicht, ist das strenggenommen überhaupt keine Wirtschaft mehr.
 
A

anonym

Guest
#13
In Ordnung, dann werden solche nicht rentablen Jobs eben nach Polen verlagert und wir reduzieren als Ausgleich unsere direkten Finanztransfers dorthin.
Das Dumme daran ist nur, daß Du damit den Menschen in Deutschland, die nur einfache Tätigkeiten ausführen können oder wollen, die Arbeitsstellen wegnimmst.

Aber das ist halt klassischer Sozialismus: Erst macht man die Arbeitskraft unbezahlbar teuer und dann schimpft man auf die bösen Unternehmen, wenn die Arbeitsstellen wegfallen.

Rolf2
 
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#14
ansich Schlimm wieweit Deutschland gekommen ist;
da werden angestellte nun mit Vorgehaltener Waffe gezwungen zu Konditionen zu arbeiten wo diese glauben nicht mehr leben zu können...
den die Unterschrift unter einem Arbeitsvertrag haben sie anscheinend nur unter der Folter geleistedt

und anstatt selber über ihren Lohn und damit über den Marktwert ( und auch mal den Marktplatz kritisch zu hinterfragen) ihrere Leistungen zu verhandeln; wird dann nach
Mamma Gesetzgeber gerufen.

Letzendlich werden die Suppe die Arbeitgeber auf Umwegen bezahlen müssen : keine Festanstellungen und / oder langfristige
Beschäftigte mehr...

ähnliches wie im Sozialesierten Wohnungsbau : werd ich da dank der Eigentumsenteignung " Mietvertrag" Mieter nicht mehr los; muss ich mkir heute Überlegen ob ich eigentlich Mögliche Wachstumsschritte des Unternehmens aus lasse anstatt mehr Arbeitsplätze die meinen Unternehemswert veringern zu schaffen; und dabei auf entweder technische Lösungen under Auslagerungen nach denke.

Wozu das führt; kann mann am " Lopez-Effekt" sehen...


TM

Zur Eingangsfrage :

Viel Öffentlich geförderte Sportvereine haben plötzlich das Problem das wiederkehrende Leistung der Mitglieder
plötzlich als Sozialversicherungspflichtig gelten.

Durchaus Denkbar das die Leitungen der Standaufsicht aus Haftpflichtversicherungsgründen
im Angesteltenverhältnis und nicht mehr im Ehrenamt erbracht wird.

UNd wer würde sich heute bei regen Schießbetrieb Samstag und Feiertage auf den Stand stellen wen er seinen Aufwand nicht
erstattet bekomm ? Denn immerhin erbringt die Standaufsicht ihre Leistung zum Wohl des gesamten Verines; und ohne Standaufsicht ist ges. geshen kein Betrieb möglich.

Ergo ist die Begründung " Mindestlohn" schon nachvollziehbar.
 
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#15
Der Mindestlohn ist eine übelbringende Maßnahme der Bundesregierung, um die Folgen vorhergehender übelbringender Maßnahmen der Bundesregierung zu bekämpfen und wird Folgen haben, die dann mit weiteren übelbringenden Maßnahmen der Bundesregierung bekämpft werden müssen.
Buisiness as usual
 
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