Mit dem Drilling auf die NW-Treibjagd und Krähen?

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#1
Hallo zusammen,

in Kürze könnte ich meine erste WBK beantragen und mir eine Flinte zulegen. Meine späteren Jagdmöglichkeiten sind aber ehr Reh- und SW-Reviere, eine Flinte käme höchstens auf Raubwild zum Einsatz.
Deshalb meine Überlegung, keine BDF zu kaufen sondern auf einen Drilling zu warten.

Meine Frage:
Sollte dann doch einmal eine Krähen- oder Niederwild-Treibjagd anstehen, kann man da mit einem Drilling aufkreuzen (natürlich ohne Kugel im Lauf), oder ist man mit dieser Waffe dann das letzte mal eingeladen gewesen?

Viele Grüße
Ratatoskr
 
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#2
Damit bin ich 25 Jahre lang meistens "aufgekreuzt" und werde immer noch eingeladen. Wenn Du dann noch damit umgehen kannst, wird es keine blöden Kommentare geben.

Horrido
 
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#3
Da wird man eher komisch angekuckt wenn man in Realtree von Kopf bis Fuss und SLF in Max4 aufschlägt. Wenn man aber sauber jagt und nicht negativ auffällt wird man immer wieder eingeladen, egal was man an Waffe führt.
Ich persönlich nehme zur Tauben und Krähenjagd die Beretta BDF und zur TJ den Drilling.

A.
 

steve

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#4
Ich glaube auch, dass Du Dir keine Gedanken über schräge Blicke machen brauchst. So sind früher viele Jäger aus Schalenwildrevieren zur Treibjagd gegangen.

Rein aus praktischer Sicht rate ich trotzdem zur Bockflinte und zwar aus zwei Gründen:

1. Man muss, um ein wenigstens ordentlicher Schrotschütze zu werden, doch relativ viel mit der Flinte jagen oder wenigstens ein paar Mal im Jahr Tontauben-schießen gehen. Zwar sind die heutigen Patronen für den Stand im Vergleich zu früher alles pillepalle (24 Gramm heute vs. 32 oder 36 Gramm früher), aber der Drilling ist nicht wirklich die Schießstandwaffe par éxellence. Eine Bockflinte moderner Bauart steckt andere Schusszahlen weg.

2. Drilling ist nicht gleich Drilling. Man muss ein wenig suchen um einen traditionellen Drilling mit brauchbaren Abzügen zu bekommen. Wenn man Modelle mit Seitenschlossen mal außen vorlässt, haben viele Drillinge sehr schwergängige Abzüge. Ich bin kein Büchsenmacher, weiß daher nicht wie weit man Blitzschlosse runterregulieren kann, aber Schnappschüsse auf Kaninchen, Enten oder auch den Fuchs bei der Baujagd sind mit vielen Drilling meines Erachtens kaum bzw. nur schwer möglich. Auch da haben Bockflinten moderner Bauart die Nase vorne.

Meinen Drilling führe ich gerne zu Ansitz und Pirsch. Auf den Stand und auf die Niederwildjagd (egal auf was) kommt aber meine Flinte mit.
 
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#5
Mir ist der Drilling zu schwer, um ihn bei einer NW Jagd stundenlang zu schleppen. Zudem muß das ZF (für den Kugellauf) immer wieder montiert / demontiert werden. Auch wenn die Montagen teilweise sehr wiederholgenau sind, eine Restunsicherheit bleibt immer. Beim Einsatz einer BBF bei NW-Jagden bleibt das Thema mit dem ZF. Zudem hat sie aber den Nachteil, des fehlenden zweiten Schusses. Mit einer leichten zweischüssigen Flinte bist Du bei NW-Jagden m.E. besser angezogen.
 
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#6
Zum Thema Schiessstand wurde schon alles gesagt. NW Jagd ist nicht gleich NW Jagd.

Wenn ich an die Hasenschlachten meiner Jugend in der Ochsenfurter Gau zurück denke, da hätte ich auch keinen Drilling über die Schollenäcker schleppen wollen. Heute besteht mein NW TJ Leben aus kleinen Stökerchen in kleiner Runde, mal ein Fuchsriegler oder ähnliches. Dabei muss immer mit Sauen gerechnet werden, deshalb kommt der Drilling mit. Man kann, wenn die Augen mitmachen und man auf den Laufenden geübt hat, Sauen auch über Kimme Korn schiessen. Zur Not kann man sich auch auf den Vorderfuss ein DS setzen. Geht alles.
Würde ich noch in einer mit NW gesegneteren Gegend jagen, würde ich wahrscheinlich eine leichte DF auf TJ führen.

Der für mich grösste Vorteil beim Drilling ist der das ich bei einer Jagdeinladung weiter weg auf Schalenwild auch an dem kurzfristigen Karnickelstökern oder der Baujagd teilnehmen kann und nicht zwei Gewehre
mitnehmen muss.

A.
 
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#8
Das Gewichtsargument finde ich merkwürdig. Hab hier gerade den aktuellen Blaser-Katalog liegen:

Drilling D99 wiegt 3,4 Kilo.
Flinte F3 wiegt 3,7 Kilo.

Nun muss es ja nicht Blaser sein, aber wir reden hier über Gewichtsunterschiede im Bereich von ein paar Hundert Gramm...

Meine persönliche Erfahrung mit dem Drilling: geht bei Treibjagden, wo es hauptsächlich um Hasen, Kaninchen, Fuchs geht und auch ein passendes Reh oder Sau geschossen wird, hervorragend. Probleme hab ich, wenn der Schwerpunkt auf Flugwild liegt. Da nehm ich lieber die Flinte.
 
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#9
Ok, ich assoziiere eine NW-Jagd mit der ausschließlichen Jagd auf Niederwild. Liegt wahrscheinlich daran, das ich in NRW jage.
Der Schießnachweis ist nur für Bewegungsjagden auf Schalenwild vorgeschrieben, entscheidend dürfte die Freigabe durch den Jagdleiter sein. Wird also zu einer klassischen Niederwildjagd auf Hase und Fasan eingeladen und gibt der Jagdherr vor Beginn der Jagd auch ggf. vorkommende Rehe oder Sauen frei, handelt es sich um eine Jagd (auch) auf Schalenwild. Schon die „Teilnahme“ an einer solchen Schalenwildjagd erfordert für jeden Schützen den Nachweis der besonderen Schießfertigkeit.


Danach reicht es nicht aus, wenn der Jagdherr/-leiter nur Schützen mit entsprechendem Schießnachweis Schalenwild freigibt und die Freigabe für übrige Schützen auf Niederwild beschränkt.

Aber das ist nicht das Thema.

Meine DF wiegt gerade mal 2,7 Kg. Mir reicht das aus, für den bewaffneten Spaziergang über mehrere Stunden auf einer Fläche von ca. 200 ha.

 
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#10
Vielen Dank für eure hilfreichen Posts.
Meine Eingangsfrage, ob der Drilling bei der NW-Treibjagd wegen dem Büchsenlauf ein NoGo darstellt, wurde ausreichen beantwortet.
Natürlich dürfen dennoch weiterhin Meinungen hierzu kundgetan werden.

Ich denke, ich warte mit dem Erwerb lieber bis zum ersten Jagdschein und dann auf die Gelegenheit, einen schönen Drilling zu erwerben.

Ob sich im Laufe des Jägerlebens dann eine BF, eine SLF oder was auch immer dazugesellt, wird sich weisen.

Viele Grüße
Ratatoskr
 
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#12
Der Lauf schießt, aber der Schaft trifft.

Bei einer Flinte kannst Du Dir den Schaft genau auf Deine Größe schäften lassen. Beim Drilling - gerade bei einem gebrauchten - wird das eher ein Kompromiss bleiben, da man den Schaft auch fürs Zielfernrohr mit auslegen muss. Kann gutgehen, kann aber auch Schwierigkeiten machen.

Meistens hat ein Drilling auch kürzere Läufe, was in der Verbindung mit dem relativ hohen Gewicht zu einem eigenen Schwungverhalten führt. Das kann einem entgegen kommen, muss aber nicht der Fall sein.

Ich habe mit dem Drilling meines Vaters eigentlich immer sehr gut Schrot geschossen (mit seinen alten Querflinten dagegen nicht).

Einer meiner Onkel hat sein ganzes Leben nur einen Drilling geführt, ob auf Rehwild oder Treibjagden, in Schottland auf Hirsche oder Auerwild in Jugoslawien. Geht also.
 
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#13
Bei mir stehen drei Flinten im Schrank (und ein Drilling): eine DF 16/70, vor dem Verschrotten gerettet, eine 12/76 mit 71er Läufen (gehört meiner Gattin) und eine 12/76 mit Trapläufen (76cm, meine ich).

Hatte letztens bei gutem Wetter :) mal die 76er Beretta beim Frettieren dabei, da steht man stundenlang rum und es könnte jederzeit ein Kanin springen. Ich hatte schon während der Jagd Schwierigkeiten und danach ulkigen Muskelkater. Meine Gattin findet auch, die eigentlich baugleiche Flinte mit dem etwas längeren Laufbündel ist deutlich schwerer.

Nehme jetzt nur noch die DF mit, das 16er Schrot muss auch mal wech :)

Fazit: das mit dem Gewicht muss man mögen...
 
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