Nachdenken über Wald vor Wild

Anzeige
Mitglied seit
11 Okt 2014
Beiträge
3.316
Gefällt mir
815
#1
Das Wetter ist schön, man kann gemütlich auf dem Ansitz in der Sonne sitzen und ein bisschen über die Welt nachdenken.

Seien wir doch mal ehrlich:

Wald gibt es eigentlich nicht mehr, sondern nur noch Forst.

Und ein Forst ist im Grunde eine Art Langzeitacker für die Ackerfrucht Nutzholz.

Was man und also unter dem Deckmantel der Ökologie verkaufen will, ist im Grunde nichts Anderes als eine industrielle Flächennutzung durch Forstwirtschaft, die genau genommen eher umweltschädlich, zumindest anti-natürlich ist, denn es handelt sich weitgehend um eine Monokultur.

Im Klartext: Wir werden mal wieder von den Ökos verarscht.
 
Mitglied seit
6 Jan 2017
Beiträge
1.765
Gefällt mir
2.264
#4
Weshalb es unsere Aufgabe ist einen artenreichen und gesunden Wildbestand unter Betrachtung aller Einflüsse zu erhalten.

Nicht die Jagd ist der Grund für das große Aussterben der Tierarten.

Mit Freude lese ich alte Jagdbücher, kann die Autoren in ihren Geschichten fast nachempfinden und ziehe Parallelen zu den ihren sowie meinen Erlebnissen in der Natur. Traurig macht mich jedoch, dass es die Natur als solche vom Menschen unberührte Landschaft kaum noch gibt.

Man diese selbst kaum erleben kann und meine späteren Kinder dies nicht können werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
25 Mai 2010
Beiträge
21
Gefällt mir
31
#5
(...) Traurig macht mich jedoch, dass es die Natur als solche vom Menschen unberührte Landschaft kaum noch gibt.

Man diese selbst kaum erleben kann und meine späteren Kinder dies nicht können werden.
So viel Pathos und Schwermut sind doch eher was für trübe Novembertage. ;)

Mich würde es traurig machen, wenn wir "die Landschaft" nicht berühren dürften.

Ich finde es auch immer lustig, wenn der eine Naturnutzer zum anderen sagt: "Lass mal die Natur unberührt" sich aber selbst nicht in seiner Naturnutzung einschränken/bevormunden lassen will.
 
Mitglied seit
18 Apr 2017
Beiträge
526
Gefällt mir
304
#7
Was man und also unter dem Deckmantel der Ökologie verkaufen will, ist im Grunde nichts Anderes als eine industrielle Flächennutzung durch Forstwirtschaft, die genau genommen eher umweltschädlich, zumindest anti-natürlich ist, denn es handelt sich weitgehend um eine Monokultur.

Im Klartext: Wir werden mal wieder von den Ökos verarscht.
Dann würde ich mal die Begrifflichkeit "Monokultur" erstmal genauer betrachten. Das mag vielleicht noch auf labilen Fichtenstandorten des Schwarwaldes oder versauerten Kieferkulturen der Nordebene der Fall sein.
Aber Umbau auf stabile Mischwälder ist schon lange ein Thema, siehe aktuell Buchdrucker, Kupferstecher, Krummzähniger WTa-Borkenkäfer. Siehe aktuelle Entwicklung der Bundeswaldinventuren.

Ein Wirtschaftswald ist durch CO2-Bindung umweltfreundlicher, als ein natürlicher "Urwald". Stoffliche Nutzung, Substitution durch Holzprodukte, Senkenfunktion in Zeiten des Klimawandeles, Alt- und Totholzkonzept, Naturverjüngungsverfahren statt künstliche Begründung, etc. Den Gebrauchswert einer Fläche zu erhöhen, um Energie und Wasser einzusparen ist schon seit Zeiten des Ackerbaus bei uns angekommen! Nachhaltig wirtschaften ohne Umweltschädigung geht trotzdem.
Auf Truppenübungsplätzen und in ebener Lage wird mancherorts sogar mit dem Schlepper durch die Rückegassen gefahren, um ein Gelbbauchunkenhabitat zu erhalten. Es gibt also nichts, was es nicht gibt.

Mag sein, dass nicht alle Standorte ökologisch sinnvoll sind. Aber die Forstwirtschaft zu verteufeln, obwohl man als Jäger selbst seinen Teil zum Gelingen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung beiträgt, halt ich eher weniger für sinnvoll.
Obwohl....es gibt auch Jäger, die "Hege und Pflege eines gesundes Wildbestandes" als "Viel kirren hilft viel" interpretieren. Das sind dann (nicht immer, aber) oft diejenigen Waidgenossen, die über untere und höhere Forstbehörden herziehen, mit weniger konstruktiven Argumenten.:)
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
25 Mai 2010
Beiträge
21
Gefällt mir
31
#8
(...) Was man und also unter dem Deckmantel der Ökologie verkaufen will, ist im Grunde nichts Anderes als eine industrielle Flächennutzung durch Forstwirtschaft, die genau genommen eher umweltschädlich, zumindest anti-natürlich ist, denn es handelt sich weitgehend um eine Monokultur.
Vielleicht die Jägerscheuklappen etwas nachjustieren, Frust und Verbitterung bei Seite schieben und über zwei drei Sachen in aller Ruhe mal nachdenken:
Was ich hier schreiben wollte hat dankenswerter Weise @busker schon übernommen. (y)
 
Mitglied seit
18 Mrz 2018
Beiträge
411
Gefällt mir
331
#9
Das Wetter ist schön, man kann gemütlich auf dem Ansitz in der Sonne sitzen und ein bisschen über die Welt nachdenken.

Seien wir doch mal ehrlich:

Wald gibt es eigentlich nicht mehr, sondern nur noch Forst.

Und ein Forst ist im Grunde eine Art Langzeitacker für die Ackerfrucht Nutzholz.

Was man und also unter dem Deckmantel der Ökologie verkaufen will, ist im Grunde nichts Anderes als eine industrielle Flächennutzung durch Forstwirtschaft, die genau genommen eher umweltschädlich, zumindest anti-natürlich ist, denn es handelt sich weitgehend um eine Monokultur.
Das ist aber ziemlich kurz gedacht. Ist bei Jägern aber ja normal. Forstwirtschaft funktioniert doch nur aus einem Grund: weil es eine Nachfrage gibt. Natürlich könnten wir sämtlichen Wald aus der Nutzung nehmen und ihn sich in "Urwald" zurückentwickeln lassen (falls so etwas bei unseren klimatischen Bedingungen und in unserer zersiedelten Landschaft noch möglich ist) aber dann müsste diese Nachfrage an Holz eben aus anderen Quellen gedeckt werden. Sprich: Importe aus Russland, Osteuropa oder gar tropischen Regionen. Und wenn ich deren "Forstwirtschaft" mit unserer vergleiche, fällt mir nicht schwer zu sagen, was mit lieber ist.
Außerdem: so ein "Urwald" hätte eine vollkommen andere Struktur, als die Wälder, die wir so kennen: Sehr dichte Bestände, wenig Licht auf dem Boden, dadurch kaum Bodenvegetation und Verjüngung nur dort, wo mal ein paar alte Bäume (zum Beispiel wegen Sturm) umfallen. Das Rehwild würde also massiv zurückgehen und ein relativ seltenes Tier werden. Ich glaube nicht, dass du dir das wünscht, denn die Jagd in so einem Wald wäre ziemlich schwierig.

Im Grunde hast du Recht, dass Monokulturen vor allem in Zeiten des Klimawandels nicht das Wahre sind, aber das hat die Forstwirtschaft auch schon seit einer ganzen Weile verstanden. Der Umbau auf klimatisch besser angepasste Baumarten läuft (gezwungenermaßen) auf Hochtouren, allerdings funktioniert das nur bei entsprechenden Wildbeständen (Guckst du hier).
Also, inwiefern wirst du von Ökos verarscht?
 
Mitglied seit
15 Nov 2017
Beiträge
1.820
Gefällt mir
2.289
#10
Wald ist besser als Forst und Forst ist besser als Stadt. Und Wild und Forst gehören zusammen, Wald und Wild sowieso. Und die Ökos kann man da auch nicht gebrauchen, denn für Gottes Lohn macht keiner Wald aus Forst. Wir machen es aber immer mehr. Und wenn man einen versauten Forst umwandeln will, mit Naturverjüngung, dann man muss man kräftig jagen. Eine Mehrgenerationenaufgabe.
sca
 
Zuletzt bearbeitet:
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Oben