Nachsuche bei 31 Grad im Schatten

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#1
Vorgestern hatte ich erst eine Kontrolle auf einen Bock und anschließend Suche auf ein Schweinchen. In der Zwischenzeit brannte der Planet am Himmel und das Thermometer stieg auf 31° Grad! Der exakte Anschuss ließ sich auf riesigem Acker mit kniehhohem Mais nicht ausmachen (der von der Sau überraschte Schütze konnte weder Entfernung noch irgendeinen Anhaltspunkt angeben) und wegen der Hitze verzichtete ich auf eine langwierige Suche des Anschusses, sondern suchte an der Waldkante vor. Die anfänglich erhoffte Totsuche wurde immer länger und nach einiger Zeit wurde klar, dass die Sau mit Sicherheit noch lebig ist. Die Sau zog bei Ihrer Flucht nahezu permanent auf Wechseln und suchte bei Km 3 zielgerichtet eine Suhle auf. Die ganze Zeit redete ich mir ein, dass die Sau vielleicht doch noch verendet oder zumindest schwer krank im Wundbett liegen könnte und schwor mir selbst mantra-artig auf keinen Fall meine HS-Hündin zu schnallen. Selbst habe ich schon einige hitzebedingt kollabierte Hunde erlebt und einige meiner Schweißhund-Kollegen haben dabei schon ihren Hund verloren.
Seis drum, nach geraumer Zeit zeigte die Hündin an, dass die Sau vor uns steckt. Am kurzen Riemen vorgepirscht, in der Hoffnung die kranke Sau im Wundbett zu erlegen. Hat natürlich nicht geklappt! Die Sau stand auf ohne dass ich sie hätte beschießen können und entgegen aller Schwüre Halsung ab und zur Hetzte geschickt. Nach ca. 4-5 Minuten und 800 m Standlaut, die Beine in die Hand und hin. Durch das scharfe Stellen kam der Überläuferkeiler nicht mehr weg und ließ sich relativ leicht erlegen. Trotzdem war die Hündin (ich allerdings auch!) kurz vorm Kollaps und es bedurfte die komplette Wasserflasche am Gürtel und einer fast einstündigen Pause bis wir den Rücktritt antreten konnten (leider sind im Nationalpark fast alle ehemaligen Waldwege zugefallen, ein Abholdienst war also nicht möglich). Dabei wankte die Hündin ganz erheblich, stolperte auch einige Male und musste sich auch immer wieder hinlegen. Das war knapp und ich schwöre mir wieder einmal bei der nächsten Suche unter derartigen Bedingungen, den Hund auf jeden Fall am Riemen zu lassen...
 
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#3
Nee, aber vielleicht eine Arbeit für einen Hundeführer, der nachdenkt!
Wie kommt man dazu bei 31 Grad nachzusuchen? Der wird kaum morgens um 10 geschossen haben? Bei solchen Temperaturen setzt man eine NS morgens um 5 oder um 6 an und nicht Mittags!
 
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Gelöschtes Mitglied 4585

Guest
#4
Nur wer an die Grenze geht, weiß was Hund und Führer leisten können.
WH
 
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#7
Da wurde ein Spezialist gebeten nachzusuchen, wer weiss, wann er angerufen wurde. Macht man das oder sagt man Nein Danke?
Ich könnte mir halt vorstellen, dass man vielleicht besser mit zwei Hunden losgeht, wir machen das so, auch wenn es in dichte Dornenverhaue geht, weil Du ja nicht weisst, wie land Du brauchst, bis Du schnallen kannst, da ist der zweite viel schneller frei.
Gruss, DKDK.
 
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#9
Ich würde meinen Hund bei solchen Temperaturen freiwillig nicht so einer Belastung aussetzen und riskieren, dass er einen Hitzeschlag bekommt .....

CD
 
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Gelöschtes Mitglied 4585

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#10
Es ist zu kalt, zu warm, es regnet, es ist Föhn.
Ist auch nur der Hitzeschlag der für Hund und Führer gefahr bringt, gelle.
 
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#11
Ich würde meinen Hund bei solchen Temperaturen freiwillig nicht so einer Belastung aussetzen und riskieren, dass er einen Hitzeschlag bekommt .....

CD
....das ist dann die ,,Gewissensfrage"...was einem wichtiger ist, aber das wiederum muß jeder für sich entscheiden. Ich sage nur ,,Hut ab(y)(y)(y), das man sich UND !!!! SEINEM HUND solche Strapazen (Hitze) aussetzt.
Waidmannsheil 📯

MfG.
 
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#13
Ebenso Hut ab vor diesem Einsatz bis an die Grenzen von Führer und Hund - WMH, die Kranke ist zur Strecke !

Gute Schilderung, damit die ganzen Theoretiker mal erkennen, was erschwerte Nachsuche heißt und das man dafür nicht irgendeinen Fiffi mit BP mit herbstfeisten Führer aus der Nachbarschaft einsetzt.

Manche Entscheidungen fällt man intuitiv und weiß erst hinterher, obs richtig war.

Hättest nicht geschnallt, war das kranke Stück verloren.

(Schxxx.-NP, nehme an Müritz...was machen die eigtl., wenns Waldbrand gibt ?)
 
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#14
Vorgestern hatte ich erst eine Kontrolle auf einen Bock und anschließend Suche auf ein Schweinchen. In der Zwischenzeit brannte der Planet am Himmel und das Thermometer stieg auf 31° Grad! Der exakte Anschuss ließ sich auf riesigem Acker mit kniehhohem Mais nicht ausmachen (der von der Sau überraschte Schütze konnte weder Entfernung noch irgendeinen Anhaltspunkt angeben) und wegen der Hitze verzichtete ich auf eine langwierige Suche des Anschusses, sondern suchte an der Waldkante vor. Die anfänglich erhoffte Totsuche wurde immer länger und nach einiger Zeit wurde klar, dass die Sau mit Sicherheit noch lebig ist. Die Sau zog bei Ihrer Flucht nahezu permanent auf Wechseln und suchte bei Km 3 zielgerichtet eine Suhle auf. Die ganze Zeit redete ich mir ein, dass die Sau vielleicht doch noch verendet oder zumindest schwer krank im Wundbett liegen könnte und schwor mir selbst mantra-artig auf keinen Fall meine HS-Hündin zu schnallen. Selbst habe ich schon einige hitzebedingt kollabierte Hunde erlebt und einige meiner Schweißhund-Kollegen haben dabei schon ihren Hund verloren.
Seis drum, nach geraumer Zeit zeigte die Hündin an, dass die Sau vor uns steckt. Am kurzen Riemen vorgepirscht, in der Hoffnung die kranke Sau im Wundbett zu erlegen. Hat natürlich nicht geklappt! Die Sau stand auf ohne dass ich sie hätte beschießen können und entgegen aller Schwüre Halsung ab und zur Hetzte geschickt. Nach ca. 4-5 Minuten und 800 m Standlaut, die Beine in die Hand und hin. Durch das scharfe Stellen kam der Überläuferkeiler nicht mehr weg und ließ sich relativ leicht erlegen. Trotzdem war die Hündin (ich allerdings auch!) kurz vorm Kollaps und es bedurfte die komplette Wasserflasche am Gürtel und einer fast einstündigen Pause bis wir den Rücktritt antreten konnten (leider sind im Nationalpark fast alle ehemaligen Waldwege zugefallen, ein Abholdienst war also nicht möglich). Dabei wankte die Hündin ganz erheblich, stolperte auch einige Male und musste sich auch immer wieder hinlegen. Das war knapp und ich schwöre mir wieder einmal bei der nächsten Suche unter derartigen Bedingungen, den Hund auf jeden Fall am Riemen zu lassen...
Ich hab zwar keine Ahnung von Nachsuchen aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass du alles richtig gemacht hast (y)
 
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#15
Bei solchen Temperaturen setzt man eine NS morgens um 5 oder um 6 an und nicht Mittags!
Geschossen abends oder nachts. Mit Sicherheit sofort hinterher gegangen, weil: es könnte ja gleich um die Ecke liegen. Am nächsten morgen noch einmal nachgeschaut, wieder nix gefunden und dann wird rum telefoniert, wer denn helfen/nachsuchen könnte. Das ist kein Einzelfall, sondern eher die Regel! Was macht man da? Nachsuche absagen und eine Sau von den Schmeißfliegen von oben auffressen lassen?

Horrido, was für ein Treffer lag vor?
Krellschuss, ziemlich weit vorn

ch würde meinen Hund bei solchen Temperaturen freiwillig nicht so einer Belastung aussetzen und riskieren, dass er einen Hitzeschlag bekommt .....
Bei jeder Nachsuche musst Du überlegen: Wie weit ist die nächste Straße, Bahnlinie? Geht die Hetze in unbegehbares Moor? Was mache ich am Rapsfeld? Schafft der Hund die Hetze bei dem heißen Wetter? Das ganze ist ein jedes mal neuer Abwägungsprozess und oft geht man halt auch Risiken ein und manchmal trifft man auch die völlig falsche Entscheidung. Wie oft hab ich schon mit dem Garmin in der Hand gebangt, weil die eben noch 2 km weit entfernte Bundesstraße plötzlich dem Hund ganz nah kam.
Leider wird das Wild nicht nur am autofreien Sonntag und im physiologischen Optimum des Hann. Schweißhundes (Null Grad und Nieselregen) krank geschossen!
 
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