Nachsuche ohne brauchbaren Jagdhund – Jäger verliert Jagdschein

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Was machen eigentlich die Jäger weltweit, die keinen geprüften deutschen Jagdhund haben?
In einigen Ländern (div. Bundesländer in den USA) sind sogar Hunde eher verboten. Die Bloodtrails werden selber nachgesucht.
Der Theoretiker weiß wie es geht, kann es aber nicht. Der Praktiker löst das Problem weiß aber nicht warum das so ist.
 
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Was machen eigentlich die Jäger weltweit, die keinen geprüften deutschen Jagdhund haben?
Leider wird in Bezug auf das Thema in anderen Ländern oft nur sehr wenig nachgesucht! Nachsuchen nach unserem
Verständnis werden traditionell im deutschsprachigen Raum und im Bereich der ehemaligen K.u.K.-Momarchie durchgeführt, langsam geht es auch in F und in I voran - aber auch dort ausgehend von Elsass, Lothringen bzw. Südtirol.
Zum Teil gelten vom Gesetz her noch schärfere Vorschriften als in D!
 
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In Schweden muss nach dem Tierschutzgesetz nachgesucht werden. Die Polizei hat die Telefonnummern zum nächsten Gespann um es bei Verkehrsunfällen zur Hand zu haben. Aber irgendwelche zwingende Prüfungen haben wir nicht. Da man hier,bei Gemeinschaftsjagden mit hauptsächlich Braken jagd ist die Nachsuche auf angeflicktes Wild selbstverständlich für den Hund. Der lässt nicht locker ehe das Wild wieder in Pass geht und erlegt wird. Bei der Einzeljagd ruft man einen Bekannten, der einen geeigneten Hund hat.
 
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Was machen eigentlich die Jäger weltweit, die keinen geprüften deutschen Jagdhund haben?

Habe mal eine Suche auf einen Blessbock in SA gemacht und war dazu über Tage im Busch unterwegs - an anderer Stelle in diesem Forum darüber bereits ausführlich berichtet.

Der alte Vorstehhund (irgendwie ein wilder Mix aus DK) war mehr Wachhund als Jagdhund und die Schlangekiller-Terrier-Derivate die die Lodge vor ungebetenen Krabbeltieren bewahren sollten, waren jagdlich auch nicht zu verwenden.

Der Schweiß"hund" war ein ansonsten sehr fähiger, schwarzer Tracker... Ich habe meinen firmen Hund noch nie so vermisst.

Von deutschen Berufsjägern und auch Jagd-Farmern mit kontnentaleuropäischem Background in Kanada, den USA oder Afrika hört man, dass dort in den letzten Jahren Schweisshunde (oder zumindest kontinentale JGH-Rassen mit einer prinzipiellen Verwendbarkeit zur Nachsuche) angeschafft wurden, um angebleites Wild, zB wertvolle Trophäenträger, selektiv zur Strecke zu bringen und damit dem Jagdgast zum erhofften Erfolg zu verhelfen.

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Habe mal eine Suche auf einen Blessbock in SA gemacht und war dazu über Tage im Busch unterwegs - an anderer Stelle in diesem Forum darüber bereits ausführlich berichtet.

Der alte Vorstehhund (irgendwie ein wilder Mix aus DK) war mehr Wachhund als Jagdhund und die Schlangekiller-Terrier-Derivate die die Lodge vor ungebetenen Krabbeltieren bewahren sollten, waren jagdlich auch nicht zu verwenden.

Der Schweiß"hund" war ein ansonsten sehr fähiger, schwarzer Tracker... Ich habe meinen firmen Hund noch nie so vermisst.

Von deutschen Berufsjägern und auch Jagd-Farmern mit kontnentaleuropäischem Background in Kanada, den USA oder Afrika hört man, dass dort in den letzten Jahren Schweisshunde (oder zumindest kontinentale JGH-Rassen mit einer prinzipiellen Verwendbarkeit zur Nachsuche) angeschafft wurden, um angebleites Wild, zB wertvolle Trophäenträger, selektiv zur Strecke zu bringen und damit dem Jagdgast zum erhofften Erfolg zu verhelfen.

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Naja, in aller Regel hat es Gründe, weshalb in anderen Regionen dieser Erde anders gejagt - und auch anders nachgesucht wird - und ja, manchmal auch gar nicht.
Und ebenso, wie man die dortigen (jagdlichen) Verhaltensweisen nicht unreflektiert zu uns importieren sollte, sollte man sich auch davor hüten, die unsrigen einfach so zu exportieren.

Ein deutschstämmiger Farmer in NAM erzählte mir, er habe innerhalb weniger Jahre zwei importierte DJTs bei Nachsuchen verloren, einen durch einen Schlangenbiss, den zweiten bei seiner ersten Hetze durch einen Oryx. Der dann angeschaffte RR habe nix getaugt aber seit er seinen Buschmann habe, sei ihm kein Stück mehr ausgekommen, das mehr hatte als einen Streifschuss. Das Thema Hunde für die Jagd sei für ihn abgehakt (als Schutz für den engeren Farmbereich sah er seine Kreuzungen aus Dobermann und Rottweiler allerdings absolut unverzichtbar!).

Natürlich sind mir die Berichte sowohl über die HS (sowie deren F1-Abkömmlinge) als auch die BGS (Dank Borngräber) in Afrika durchaus präsent. Trotzdem dürfte diese Form der Nachsuchen immer noch die absolute Ausnahme sein.
 
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Ehrlich gesagt verstehe ich das ganze Problem nicht so richtig.
Das BP stellt eine Mindestanforderung dar, hoch hängen die Früchte hier nicht.
Sofern der Hundeführer willens ist seinem Jagdhund ein Mindestmaß an Gehorsam anzutrainieren hat er die ersten Fächer der BP schon im Sack, Grundgehorsam und Leinenführigkeit. Wenn man seinen Jagdhund im weiteren Leben auch "nutzen" möchte muss er die anderen Fächer eh lernen.
Sofern man die Hund danach sowieso nicht in diesem Bereich einsetzen will/kann muss man nicht einmal alle Fächer durchlaufen, man kann z.B. die erweiterte Brauchbarkeit Wasser "weglassen".
Eigentlich sollte doch jeder eingesetzt Hund diese Prüfung absolvieren können. Natürlich stellt die Prüfung nur eine Momentaufnahme dar, und die Hunde werden im Leben whr noch höhere Leistungen abrufen können, sie geben dem Gespann aber auch eine Wasserstandmeldung ob Sie "überhaupt" das Mindestmaß erreicht haben
 
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Wohl die wenigstens, es geht hier nicht nur darum, dass der Jagdleiter eine vereinzelte Nachsuche auf ein krankes Stück Wild gemacht hat sondern um eine Reihe an Verstößen, die ihn in Summe den Jagdschein gekostet haben!

- kein Nachsuchengespann auf einer revierübergreifenden Drückjagd auf Abruf gehalten
- Wildfolgevereinbarung nicht getroffen und missachtet
- mindestens ein krankes Stück ohne geprüften Hund nachgesucht hat
- auch am Folgetag keinen bestätigten Schweißhundeführer eingesetzt hat

Selber Schuld!

Guter Beitrag, danke.

Bei uns (Eifel, RLP) ist der Jagdpächter verpflichtet, einen geeigneten Hund für die Arbeit nach dem Schuß und bei der Jagd auf Wasserwild für sein Revier zu haben bzw. vorzuhalten. Und es wird auch überprüft.

Man kann (leider!) auch von einem ansässigen Jäger mit geprüftem Hund eine unterschriebene Bestätigung vorlegen, dass dessen Hund zur Verfügung stehe.

Gruß,

Mbogo
 
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Hier mal ein Bsp. für "Brauchbarkeit" ohne Kommentar:
Vor 5 oder 6 Jahren,genau weiß ich das nicht mehr,beschoß mein Freund,Of.in Pension, abends anfang März eine starke Sau. Das geprüfte Gespann (BGS) wurde geholt und die Nachsuche später ohne Erfolg abgebrochen,nachden nur am Anschuß ein Tröpfchen Schweiß gefunden wurde und auf gut 500m nichts mehr und der Hund kein Interesse mehr zeigte. Jagdfreund versuchte es dann früh nochmal mit seinem RHT,ebenso geprüft,ohne Erfolg. Daraufhin kam er ca.10 Uhr bei mir vorbei ,es war über Nacht Frost und die naßkalten Temperaturen waren sehr unangenehm.Ich bot ihm an,nochmal mit meinem damals 13 oder 14jährigen Kopovmix,der ohne Prüfung sein Dasein fristen mußte und dessen hervorragende Nase hier legendär war,noch mal nachzuschauen. Der alte Junge hatte es echt schwer an dem Tag ,zog aber ruhig seine Bahn in einem Flußauengebiet,schwieriges Terrain.Kurz,nach ca. 800-1000m zog er aus den Hegern heraus auf einen Sturzacker. Ich hielt an,denn der Rüd war auf einer starken Sauenfährte.200m hin lag ein "zusammengeschobener Altgrashaufen "auf dem Acker.Mein Freund konnte es nach dem Blick durch`s Glas kaum fassen. Der alte Rüd wurde geschnallt und beutelte die Sau. Sein letztes großes Meisterstück und das ganz ohne Prüfung.Ja,er war halt nur ein Mix !1Monat vor seinem 16. ist er in den Hundehimmel aufgestiegen.
 
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Hier mal ein Bsp. für "Brauchbarkeit" ohne Kommentar:
Vor 5 oder 6 Jahren,genau weiß ich das nicht mehr,beschoß mein Freund,Of.in Pension, abends anfang März eine starke Sau. Das geprüfte Gespann (BGS) wurde geholt und die Nachsuche später ohne Erfolg abgebrochen,nachden nur am Anschuß ein Tröpfchen Schweiß gefunden wurde und auf gut 500m nichts mehr und der Hund kein Interesse mehr zeigte. Jagdfreund versuchte es dann früh nochmal mit seinem RHT,ebenso geprüft,ohne Erfolg. Daraufhin kam er ca.10 Uhr bei mir vorbei ,es war über Nacht Frost und die naßkalten Temperaturen waren sehr unangenehm.Ich bot ihm an,nochmal mit meinem damals 13 oder 14jährigen Kopovmix,der ohne Prüfung sein Dasein fristen mußte und dessen hervorragende Nase hier legendär war,noch mal nachzuschauen. Der alte Junge hatte es echt schwer an dem Tag ,zog aber ruhig seine Bahn in einem Flußauengebiet,schwieriges Terrain.Kurz,nach ca. 800-1000m zog er aus den Hegern heraus auf einen Sturzacker. Ich hielt an,denn der Rüd war auf einer starken Sauenfährte.200m hin lag ein "zusammengeschobener Altgrashaufen "auf dem Acker.Mein Freund konnte es nach dem Blick durch`s Glas kaum fassen. Der alte Rüd wurde geschnallt und beutelte die Sau. Sein letztes großes Meisterstück und das ganz ohne Prüfung.Ja,er war halt nur ein Mix !1Monat vor seinem 16. ist er in den Hundehimmel aufgestiegen.

Ein Beitrag, der hervorragend dokumentiert, dass es nichts Subjektiveres gibt, als die Selbsteinschätzung eines HF über seinen eigenen Hund - und damit die dringende Notwendigkeit einer objektiven Prüfungsinstanz bestätigt!
 
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2 Apr 2001
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Naja, in aller Regel hat es Gründe, weshalb in anderen Regionen dieser Erde anders gejagt - und auch anders nachgesucht wird - und ja, manchmal auch gar nicht.
Und ebenso, wie man die dortigen (jagdlichen) Verhaltensweisen nicht unreflektiert zu uns importieren sollte, sollte man sich auch davor hüten, die unsrigen einfach so zu exportieren.

Ein deutschstämmiger Farmer in NAM erzählte mir, er habe innerhalb weniger Jahre zwei importierte DJTs bei Nachsuchen verloren, einen durch einen Schlangenbiss, den zweiten bei seiner ersten Hetze durch einen Oryx. Der dann angeschaffte RR habe nix getaugt aber seit er seinen Buschmann habe, sei ihm kein Stück mehr ausgekommen, das mehr hatte als einen Streifschuss. Das Thema Hunde für die Jagd sei für ihn abgehakt (als Schutz für den engeren Farmbereich sah er seine Kreuzungen aus Dobermann und Rottweiler allerdings absolut unverzichtbar!).

Natürlich sind mir die Berichte sowohl über die HS (sowie deren F1-Abkömmlinge) als auch die BGS (Dank Borngräber) in Afrika durchaus präsent. Trotzdem dürfte diese Form der Nachsuchen immer noch die absolute Ausnahme sein.

Wer in Afrika Jagdhunde

führen will, der muss sie auch entsprechend einarbeiten!

Paviane, Schlangen, Wasserböcke & Oryx, Großkatzen ab Caracal bedürfen eines vernünftigen Trainings des Hundes, sonst kann es schnell mit ihm vorbei sein.

Außerdem sind sie bei großer Hitze und Trockenheit nicht so leistungsfähig, wie bei uns. Auch apportieren ist bei den Temperaturen keine Leichte Übung für jeden Hund.

Last, but not least, muss man am Wasser extrem vorsichtig sein wegen der Krokodile.

Gruß,

Mbogo
 
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Hier mal ein Bsp. für "Brauchbarkeit" ohne Kommentar:
Vor 5 oder 6 Jahren,genau weiß ich das nicht mehr,beschoß mein Freund,Of.in Pension, abends anfang März eine starke Sau. Das geprüfte Gespann (BGS) wurde geholt und die Nachsuche später ohne Erfolg abgebrochen,nachden nur am Anschuß ein Tröpfchen Schweiß gefunden wurde und auf gut 500m nichts mehr und der Hund kein Interesse mehr zeigte. Jagdfreund versuchte es dann früh nochmal mit seinem RHT,ebenso geprüft,ohne Erfolg. Daraufhin kam er ca.10 Uhr bei mir vorbei ,es war über Nacht Frost und die naßkalten Temperaturen waren sehr unangenehm.Ich bot ihm an,nochmal mit meinem damals 13 oder 14jährigen Kopovmix,der ohne Prüfung sein Dasein fristen mußte und dessen hervorragende Nase hier legendär war,noch mal nachzuschauen. Der alte Junge hatte es echt schwer an dem Tag ,zog aber ruhig seine Bahn in einem Flußauengebiet,schwieriges Terrain.Kurz,nach ca. 800-1000m zog er aus den Hegern heraus auf einen Sturzacker. Ich hielt an,denn der Rüd war auf einer starken Sauenfährte.200m hin lag ein "zusammengeschobener Altgrashaufen "auf dem Acker.Mein Freund konnte es nach dem Blick durch`s Glas kaum fassen. Der alte Rüd wurde geschnallt und beutelte die Sau. Sein letztes großes Meisterstück und das ganz ohne Prüfung.Ja,er war halt nur ein Mix !1Monat vor seinem 16. ist er in den Hundehimmel aufgestiegen.

Du kannst auch mit "Mischlingen" die BrP absolvieren. Um mal kurz andersherum zu fragen, wenn es so ein hervorragender Hund war, welche dieser Prüfungsfächer hättet ihr beide denn nicht bestanden? Wo genau sind denn solch großen Defizite gewesen, dass die BrP in unerreichbarer Ferne lag?

Damit wir beide über die gleiche Prüfung sprechen im Anhang kurz die PO

 
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