Narkosegewehr - Verkauf - welche Berechtigung?

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#1
Hallo zusammen,

Ich bräuchte einmal Euer geballtes Fachwissen.

Der Vater eines Bekannten gibt die Jagd auf. Einen Teil werdw ich selbst übernehmen, die Waffen für die ich keine Verwendung habe, für ihn im Auftrag an den Mann bringen.

Darunter sind auch 2 Narkosegewehre Dist inject, modell 40 und 60N.

Von der Materie habe ich gar keine Ahnung. Daher meine Fragen:

Gibt es einen markt für sowas und wenn ja was sind marktübliche Preise?

Und die wichtigere:
Was muss beim Verkauf beachtet werden? Gibt es besondere Erwerbsvorschriften?

Danke im voraus für eure Hilfe.
 
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#2
Moin!

Gute Frage ... ich würde die erstmal der zuständigen Waffenbehörde stellen (für die rechtliche Seite) und dem Veterinär des nächstgelegenen Zoos oder z.B. beim IZW oder der Ex-TiHo (jetzt ITAW) in Hannover (für die Praxis ;-) und ggf. zur Abschätzung, was das für Dinger sind). Vielleicht kann Dir in Sachen "Markt" auch der Verband der Damvieh-Gehehalter (keine Ahnung, wie der heisst) oder der der Land-Veterinäre weiterhelfen. THEORETISCH müsste das bei einem Narkose-Lehrgang vermittelt werden. Wer bietet denn bei Euch in der Nähe sowas an?

Viele Grüße

Joe
 
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#3
Die Dinger sind sehr schwer zu verkaufen; irgendwann muss das mal eine Art Mode gewesen sein.

Nahezu jeder Tierarzt, mit dem ich darüber gesprochen habe, nutzt einfach ein Blasrohr; Gewehre sind sehr selten.

Alles, was man ab und zu bei Egun sieht geht erst nach ewigen Zeiten für einen Appel und ein Ei weg.

Tel-Inject in Römerberg verkauft auch fast ausschließlich weltweit, zumindest sagen die das. Wobei das Gespräch in den späten 90igern war.

Zunächst einmal sind Medikamente - meistens ja Betäubungsmittel - saugefährlich und vor allem erlaubnispflichtig. Dann sind die Spritzen für diese Waffen auch EWB, d.h. unterliegen der Munitionserwerbscheinspflicht, obwohl sie faktisch nicht wirklich von den Blasrohrspritzen zu unterscheiden sind.

Und die Gewehre sind natürlich auch EWB, obwohl es faktisch sehr einfache Luftgewehre sind, die mit sehr niedrigem Druck arbeiten. In einer anderen Welt, zu einer anderen Zeit soll es mal Jugendliche gegeben haben, deren Vater von Beruf Tierarzt war und die Kids unter seiner Aufsicht in einem ummauerten Hof mit so einem Ding Blasrohrpfeile verschiessen ließ, die sich nur knapp einen halben Zentimeter in Weichholz bohrten - auf ca. 25 Meter Distanz.

Hab ich jedenfalls mal in der Zeitung gelesen.


Theoretisch sind das Langwaffen, ob man die auf den Jagdschein bekommt?

Und was macht man dann damit, denn die "Hellabrunner Mischung" und ähnliche Immobilisatoren sind wirklich gefährlich und natürlich unterliegen die dem Betäubungsmittelgesetz!

Wenn da noch alte Ampullen dabei sind, paß bloß auf!

Ein Tropfen auf die Haut kann für einen Menschen akut lebensgefährlich sein; das ist kein Witz!!!
 
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#5
Danke schön für die Antworten. Nach langem versuchen habe ich nun auch den Mann bei der Behörde erreicht. Deckt sich mit der Antwort von Streichelzoo, danke dafür - Voreintrag in die WBK. Betäubungsmittel sind keine dabei :p

Ist nicht ganz einfach den etwas älteren Herren begreiflich zu machen, dass für ihre damals teuer erstandene Ausrüstung kaum noch ein Abnehmer zu erzielen ist, auch wenn diese wie hier in gutem Zustand sind. Drilling, BDF mit Doppelabzug, KK und diverses anderes sind halt keine Mangelware und kaum gefragt. :roll:
 
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#6
Was sagt denn der Noch-Besitzer dazu ? Kann er nicht Auskunft über Erwerbsvoraussetzungen etc. geben ?
 
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#7
Und was macht man dann damit, denn die "Hellabrunner Mischung" und ähnliche Immobilisatoren sind wirklich gefährlich und natürlich unterliegen die dem Betäubungsmittelgesetz!

Wenn da noch alte Ampullen dabei sind, paß bloß auf!

Ein Tropfen auf die Haut kann für einen Menschen akut lebensgefährlich sein; das ist kein Witz!!!
Im großen und ganzen sind Deine Aussagen korrekt, hier muss ich allerdings einhaken.
Die Hellabrunner Mischung ist bei weitem nicht so gefährlich wie Immobilon, darum hats der Wiesner ja entwickelt ;-)

Immobilon auf der Haut ist aber tatsächlich kein Spaß, geschweige von einem Stich oder einer Injektion.

Bausaujäger
 
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#8
Warum gibt man überhaupt seine Waffen ab , verstehe nicht so ganz die Intention des Besitzers?
Gibt er auch sein Auto ab und lässt sich kastrieren?
Also das grüne rundum sorglos Paket?
 
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#10
In einer anderen Welt, zu einer anderen Zeit soll es mal Jugendliche gegeben haben, deren Vater von Beruf Tierarzt war und die Kids unter seiner Aufsicht in einem ummauerten Hof mit so einem Ding Blasrohrpfeile verschiessen ließ, die sich nur knapp einen halben Zentimeter in Weichholz bohrten - auf ca. 25 Meter Distanz.

Hab ich jedenfalls mal in der Zeitung gelesen.
:cool:
 
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#11
Vor ein paar Jahren haben wir ein Narkosegewehr gekauft für den Fall dass wir in unserem Damwildgehege mal ein Stück betäuben müssen (Verkauf, ärztliche Behandlung...).
Das Teil wurde bisher nie gebraucht und steht blöde im Schrank. Unser Wild vermarkten wir selber und wenn ein Stück "kränkelt" wird es mit .308 "betäubt". - War zumindest bei uns eine Fehlinvestition....

CD
 
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#13
Im großen und ganzen sind Deine Aussagen korrekt, hier muss ich allerdings einhaken.
Die Hellabrunner Mischung ist bei weitem nicht so gefährlich wie Immobilon, darum hats der Wiesner ja entwickelt ;-)

Immobilon auf der Haut ist aber tatsächlich kein Spaß, geschweige von einem Stich oder einer Injektion.

Bausaujäger
Du hast bestimmt recht, so genau weiß ich das nicht.

Das ist gut 30 Jahre her.

Jedenfalls musste der Tierarzt immer, bevor er mit den Injektionspfeilen arbeitete, eine Spritze mit Gegengift aufziehen, die in ein besonderes Behältnis kam, um sofort zugriffsbereit zu sein.

Erst dann ging es mit den eigentlichen Vorbereitungen los.

Mit der Büchs - die einen gut Meterlangen Lauf hatte - durften wir auch hantieren, wobei wir durchaus verantwortungsbewusst waren und keinen Unsinn gemacht haben.

Sobald diese Betäubungsmittel auf dem Tisch lagen durften wir nicht in der Nähe sein und nur aus Entfernung zusehen.

Der Tresor, in dem die Sachen lagen, war riesig groß wie ein Kühlschrank und mit richtig dicken Wänden!

Tja, der arme Mann ist in den 2000sendern innerhalb von Wochen an einem Hirntumor gestorben und sein Sohn ist Informatiker bei der SAP.
 
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#14
Du hast bestimmt recht, so genau weiß ich das nicht.

Das ist gut 30 Jahre her.

Jedenfalls musste der Tierarzt immer, bevor er mit den Injektionspfeilen arbeitete, eine Spritze mit Gegengift aufziehen, die in ein besonderes Behältnis kam, um sofort zugriffsbereit zu sein.

Erst dann ging es mit den eigentlichen Vorbereitungen los.


Sobald diese Betäubungsmittel auf dem Tisch lagen durften wir nicht in der Nähe sein und nur aus Entfernung zusehen.

Der Tresor, in dem die Sachen lagen, war riesig groß wie ein Kühlschrank und mit richtig dicken Wänden!
Wie du es beschreibst, macht das Sinn, Immobilon auf/oder unter der Haut und du hast nur Sekunden für das Antidot.
Sau gefährlich das Zeug. :thumbup::cheers:

Bausaujäger
 
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#15
Wie du es beschreibst, macht das Sinn, Immobilon auf/oder unter der Haut und du hast nur Sekunden für das Antidot.
Meine Güte, das sind Opioide - die sind nicht so schnell wirksam und so verrückt giftig. Ob man sich eine Ampulle Sufenta oder ein ähnlich potentes Opioid aus der Tiermedizin über die Flossen kippt ist egal, bis der transdermale Wirkspiegel da ist dauert das lange. Mehr Spaß macht es, wenn man sich selbst den Pfeil setzt. Auch wenn man sich in diesem Moment wie ein Rindvieh fühlt, so ist die Dosis doch immer noch viel zu hoch und der Atemstillstand droht.
Ansonsten, es gibt genügend verschiedene Medikamente die wesentlich schlimmer in den Nebenwirkungen und Antidoten als Opioide sind, also haltet mal den Ball flach.
 
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