Neu Schärfen vs. Nachschärfen

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Hallo,
ich bin sehr zufrieden mit meiner Ausrüstung zum Aufbrechen: diverse rostfreie farbige Moras zum Schneiden und seit letztem Jahr so eine kl. Säge für Schloss und Brustkorb. Seit ich die Säge habe, verwende ich auch den Keramik-Wetzstab von Ikea zum Nachschärfen.
Schärfe überprüfe ich mit Papier…

Aber ich habe den Eindruck, dass eine Nachgeschärftes Messer schlechter taugt als wenn ich sie erneut mit dem Lansky traktiere. Obwohl ich beim Papier keinen Unterschied feststellen kann. Und zwar von Anfang an beim Aufbrechen, also nicht ein Thema der Haltigkeit(oder wie man das nennen würde)

Einbildung oder kann da was dran sein?
Peter
 
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Schnitthaltigkeit war das Wort

Deine Beobachtung teile ich. Abhilfe schafft eine Diamantnagelfeile, ganz am Schluß des Schärfvorgangs
 

ElCaracho

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Ich bilde mir ein, dass der Grat den man händisch wieder aufstellt mit der Zeit immer gröber und nicht mehr ganz so vollständig ist wie bei einem Neuschliff.

Ein guter Neuschliff hält irgendwie besser und länger.

Wo ich das beobachte sind auch unsere Schneiderscheren, die für gute Arbeit wirklich teuflisch scharf sein müssen, die gehen zum Spezialisten nach Thüringen zum nachschleifen....wenn die wiederkommen sind die wie neu.
Wenn ich das selbst mache, ist das Ergebnis trotz größter Mühen erbärmlich.
 
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Ich bilde mir ein, dass der Grat den man händisch wieder aufstellt mit der Zeit immer gröber und nicht mehr ganz so vollständig ist wie bei einem Neuschliff.
Du kannst halt einen Grat nicht beliebig oft wieder aufstellen. Irgendwann ist er einfach "weg".
Das was Du dann kriegst ist gefühlt dann eben schlechter - was auch der Realität entspricht.

Nach meinem Erleben geht es relativ gut und oft mit den nicht rostfreien Carbon-Klingen. Andere, wie z. B. die Mora, sind da eher nicht so gut.
 
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Auch bei Diamant gibts unterschiedlich Körnung.
Aber, Diamant ist für ein Mora viel zu aggressiv.
 
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Ich habe auch Messer bei denen ich das Gefühl habe, wenn ich mit dem Finger fühle, dass sie „stumpf“ sind, wenn ich aber Schneide sind sie durchaus scharf. Aber der „Rasierklingen-Effekt“ fehlt. Ist das vielleicht der Fall bei hartem Stahl?
 
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Ich habe auch Messer bei denen ich das Gefühl habe, wenn ich mit dem Finger fühle, dass sie „stumpf“ sind, wenn ich aber Schneide sind sie durchaus scharf. Aber der „Rasierklingen-Effekt“ fehlt. Ist das vielleicht der Fall bei hartem Stahl?


Das ist der Fall wenn der Grat weg ist, der ist meist eher wie eine Säge, aber er ist eben nicht stabil.
 
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Beim Nachschärfen wird mMn nur einkleiner Teil der Schneide bearbeitet => der Winkel wird immer größer.
Beim neu schleifen wird der Winkel schon weiter "hinten" korrigiert und nach vorne zur Schneide hin "mitgenommen".
Spitzerer Winkel = schärfer
Spitzerer Winkel = leichteres schneiden => weniger Druck
Spitzerer Winkel = empfindlicher
 
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Papier schneiden kann man schon mit recht geringer Schärfe, von daher sagt es nicht allzuviel aus, wenn man mit dem Messer sowohl nach dem Lansky als auch nach dem Wetzstab gut durch Papier kommt.
Daß der Wetzstab schlechtere Ergebnisse bringt, wird am Schleifwinkel liegen, wie von @Almöhi oben erwähnt, der gegenüber dem Lansky anders sein wird, und am evtl. produzierten Grat.

Man muß sich mal vergegenwärtigen, was ein -relativ weiches- Mora bei der roten Arbeit stumpf macht: das sind i.d.R. Umlegungen der Schneide, wenn sie mit bspw. Knochen in Berührung kommt. Das kann man gut sehen, wenn man die Schneide unter eine Lampe hält: die Stellen glänzen dann. Diese kann man vor Ort mit einem Polierstahl (blank und daher nicht abrasiv, dazu hygienisch) einfach wieder aufrichten und stellt damit die Lansky-Ausgangslage wieder her: es muß also in solchen Situationen i.d.R. nicht Stahl abgetragen, sondern lediglich wieder "zurückgebogen" werden. Dazu benötigt man kein abrasives Mittel wie den Wetzstab.

Und es ist von vornherein hilfreich, den Skandischliff der Moras nicht auf Null zu schleifen, sondern eine etwa doppelt haarbreite Microphase einzuschleifen: die Schneide wird dann stabiler bei nur wenig Schärfeverlust gegenüber Schliff auf Null, und der Polierstahl wird dann gleich weniger gebraucht werden müssen.

Der Wetzstab kann zu Hause bleiben oder kommt nur bei "Notfällen" zum Einsatz, bspw. bei kleinen Klingenausbrüchen, die vor Ort beseitigt werden müssen und bei denen keine Zeit für den Lansky ist, bspw. wenn Verhitzung von Wildbret droht oder so. Oder man steckt sich gleich ein paar Ersatz-Moras in den Rucksack.
 
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