Neu Schärfen vs. Nachschärfen

Registriert
8 Sep 2016
Beiträge
3.877
Der Grat wird nicht entfernt, der bleibt im Microbereich stehen.
Genau so wie ich das oben beschrieben habe.
Nur weil einige den Grat nicht mehr fühlen können, ist der immer noch da.
Unterm E-Mikroskop kann man den immer noch erkennen.

Auch wen du es nicht glaubst Steinkauz.
 
Registriert
21 Jan 2002
Beiträge
65.488
Es fällt auf wenn du die Klinge durch Papier ziehst, vorallem Dünndruck wie Tekefonbuchseiten.
Die polierte Schneide zieht durch, die leicht rauhe rupft etwas.
 
Registriert
8 Sep 2016
Beiträge
3.877
Wie schon vorher geschrieben:
Je feiner das „Sögezahnprofil“ umso schärfer erscheint das Messer.
Je feiner das Gefüge umso schärfer bekommt man den Stahl.
Da viele PM Stähle aber große Karbide enthalten wird die abgezogene Schneide nie so scharf wie bei anderen Stählen.
Moderne PM Stähle haben wiederum mittlerweile kleine Karbide.
Die Entwicklung geht halt immer weiter.
 
Registriert
21 Jan 2002
Beiträge
65.488
Dafür sind die PM Stähle zäh und bleiben scharf und die Rasierklinge aus C75 eben nicht.
 
Registriert
1 Okt 2020
Beiträge
674
Das ist schon eine super Thematik, oder? Kann man lange drüber fachsimpeln und es gibt schon viele tolle Kommentare, und einige sind bereits ziemlich weit gekommen, haben individuelle Erfahrungen darin sammeln können, mit ihren Methoden das Maximum aus ihren Werkzeugen herauszuholen und teilen das Wissen hier. Weniger erfahrenen Interessierten ist es zu gönnen, daß sie möglichst viel von diesem Schwarmwissen abschöpfen & dann vor allen Dingen selber fleißig ausprobieren und üben können, um somit ebenfalls eigene Erfahrungen machen & ausbauen zu können und für sich herauszufinden, was für sich funktioniert. Denn darauf kommt es ja an.
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
25 Dez 2009
Beiträge
3.004
Ich war am Anfang mit zahlreichen Schärfwerkzeugen unterwegs und immer unzufrieden.
Seitdem ich alles immer per Hand mit ein paar Wassersteinen mache, habe ich keine Probleme mehr. Die Ursache war tatsächlich der regelmäßige Wechsel div. Schärfwerkzeuge.

Man sollte immer bei einer Technik bleiben!

Dann einmal den Entschluss gefasst, alle Messer im Haushalt mit 400/800er Steinen erstmal in die grobe Richtung gebracht und letztlich kann ich regelmäßig mit 2000er/5000er Körning nachschleifen und bin super zufrieden.
 
Registriert
8 Sep 2016
Beiträge
3.877
Man sollte immer bei einer Technik bleiben!

Da bin ich nicht ganz deiner Meinung.
Einen C-Stahl schärfe ich mit dem Wasserstein.
Aber warum soll ich mir einen abbrechen wenn ich den PM-Stahl auf einem Wasserstein schärfe,wo es doch so viel schneller auf dem Diamantstein geht?
But only my 2 Cent.
 
Registriert
8 Sep 2016
Beiträge
3.877
Das ist die von mir auch verlinkte Seite. Der schreibt nur eben nix zum Riemen ohne Schleifpaste. Was passiert da, und wie geht man vor?

Schai dir mal das unten verlinkte Video an.
Da sieht man die verschiedenen Schritte mit den unterschiedlichen Körnungen.
Zum Schluß kommt der Stoßriemen bzw.in dem Fall das Lederrad.
Ist nichts (nicht viel) was anderes.
Genau genommen verringerst du auch die Höhe des Grates.
Wenn du eine Schneide dir unterm Mikroskop betrachtest sieht das aus wie eine Berg- und Talbahn (wie eine unregelmäßiges Sägezahnprofil).
Je grober dieses Profil ist, umso rauher schneidet das Messer.
Umso feiner dieses Profil ist, umso feiner schneidet das Messer.
D.H. die Leute sprechen von einem scharfen Messer, wenn das "Sägezahnprofil" sehr fein ist.

Und wenn du genau hin siehst, dann wirst du auch selbst nach dem letzten Schritt noch das (sehr sehr feine) Sägezahnprofil sehen und den winzig kleinen Grat.


Das mit den Härten und den Qualitäten der Stähle (das die Härte was über die Qualität aussagt) solltest du überhören!
Da gehören noch ganz andere Sachen mit dazu.
Härte ist def. nicht alles!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: z/7
Registriert
14 Apr 2018
Beiträge
624
Das mit dem Grat ist verwirrend, weil es verschiedene Schneid-Philosophien gibt, die eben mehr oder weniger bewusst, bis gar nicht mit dem Grat arbeiten.
Der klassische Wetzstahl den man vom Metzger kennt kann glatt (Polierstahl schrieb schon jemand) bis gerillt sein. Er arbeitet mit dem Grat, nicht gegen ihn, sein Ziel ist es nicht Material abzutragen, sondern nur den Grat aufzustellen um ihn zu nutzen. Der Grat bleibt nicht sehr lange stehen, drum wetzt der Metzger auch immer wieder zwischendurch. Ist sehr wirtschaftlich, weil insgesamt wenig geschliffen wird.

Das funktioniert nicht oder nur bedingt mit extrem harten Stählen mancher Jagdmesser oder wie sie klassischerweise die Japaner für Küchenmesser verwenden. Diese Philosophie arbeitet nur mit feinst-Schliff ohne Grat und somit auch ohne Grat-aufrichten. Nur geeignete Schleifmittel machen hier Sinn, da funktioniert nicht jedes.
Keramik oder Diamant-Wetzstäbe sind wohl eine Kombination aus Grat-Aufrichtern und schleifern. Bekannte von mir arbeiten damit auf den japanischen Küchenmessern und kommen ganz gut klar - Meins wärs nicht.

Eine Klinge die nur mit dem Grat arbeitet ist die Ziehklinge aus der Schreinerei: Einem zähen, rechtwinklig geschliffenem Blech wird mit einer gehärteten Klinge mit recht stumpfem Winkel ein Grat seitlich weg gezogen. Dieser Grat ist dann wie ein mini-Hobel mit feinstem Abtrag und erzeugt auf Holz recht gute Oberflächen. Ist im Maschinen-Zeitalter praktisch verschwunden, aber es zeigt eben, dass man auch nur mit dem Grat, ohne geometrisch definierte Schneide wie die des Messers wirklich arbeiten kann.

Man muss also seine Schärf-Methode dem zu schärfenden Stahl und der dem Messer angedachten Philosophie anpassen, weil man sonst zumindest uneffizient arbeitet, wenn nicht ggf. fast erfolglos.

Egal mit welcher Philosophie wünsche ich Waidmannsheil,
concolor
 
Registriert
14 Okt 2012
Beiträge
1.296
Je weicher ein Stahl umso leichter bildet sich ein Grat beim Schärfen und umso größer wird dieser. Bei sehr harten Stählen bricht eher die Schneidekante aus. Um den Geat zu brechen benutze ich beim Schärfen ein Stück Horn durch welches ich zwischendurch das Messer durchziehe. Zum Schluss nach dem 5000er kommt ein Leinenriemen um die feinsten Grate zu brechen. Ein Mikrograt ist notwendig, ein hochgezüchteter langer Grat ist kontraproduktiv.
 
Registriert
1 Okt 2020
Beiträge
674
Das mit dem Grat ist verwirrend, weil es verschiedene Schneid-Philosophien gibt, die eben mehr oder weniger bewusst, bis gar nicht mit dem Grat arbeiten.
Der klassische Wetzstahl den man vom Metzger kennt kann glatt (Polierstahl schrieb schon jemand) bis gerillt sein. Er arbeitet mit dem Grat, nicht gegen ihn, sein Ziel ist es nicht Material abzutragen, sondern nur den Grat aufzustellen um ihn zu nutzen. Der Grat bleibt nicht sehr lange stehen, drum wetzt der Metzger auch immer wieder zwischendurch. Ist sehr wirtschaftlich, weil insgesamt wenig geschliffen wird.

Das funktioniert nicht oder nur bedingt mit extrem harten Stählen mancher Jagdmesser oder wie sie klassischerweise die Japaner für Küchenmesser verwenden. Diese Philosophie arbeitet nur mit feinst-Schliff ohne Grat und somit auch ohne Grat-aufrichten. Nur geeignete Schleifmittel machen hier Sinn, da funktioniert nicht jedes.
Keramik oder Diamant-Wetzstäbe sind wohl eine Kombination aus Grat-Aufrichtern und schleifern. Bekannte von mir arbeiten damit auf den japanischen Küchenmessern und kommen ganz gut klar - Meins wärs nicht.

Eine Klinge die nur mit dem Grat arbeitet ist die Ziehklinge aus der Schreinerei: Einem zähen, rechtwinklig geschliffenem Blech wird mit einer gehärteten Klinge mit recht stumpfem Winkel ein Grat seitlich weg gezogen. Dieser Grat ist dann wie ein mini-Hobel mit feinstem Abtrag und erzeugt auf Holz recht gute Oberflächen. Ist im Maschinen-Zeitalter praktisch verschwunden, aber es zeigt eben, dass man auch nur mit dem Grat, ohne geometrisch definierte Schneide wie die des Messers wirklich arbeiten kann.

Man muss also seine Schärf-Methode dem zu schärfenden Stahl und der dem Messer angedachten Philosophie anpassen, weil man sonst zumindest uneffizient arbeitet, wenn nicht ggf. fast erfolglos.

Egal mit welcher Philosophie wünsche ich Waidmannsheil,
concolor

Guter Beitrag, der dazu animiert, eigene Erfahrungen zu sammeln und sich mit den verschiedensten Schneidwerkzeugen und den -ja- verschiedenen Philosophien dahinter mal zu beschäftigen, und daß es nicht nur "eine Wahrheit" gibt. Besonders bei den Japanern wird man in erstaunliche Welten vordringen.
 
Registriert
27 Mai 2018
Beiträge
4.436
Ich erinnere mich an meine Kindheit.
Dieses Wissen hat damals schon den "Scherenschleifer" vom "Scherenschleifer" unterschieden.
 

Online-Statistiken

Zurzeit aktive Mitglieder
144
Zurzeit aktive Gäste
610
Besucher gesamt
754
Oben