neue Purdey o/u

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#2
Warum denke ich beim Anblick der Waffe zuerst an Bella Italia? Schoss mir so durch den Kopf. Und als ich dann mittels meines Pidgin-English den text studierte, die fein-umschreibende Wortwahl - statt: "hergestellt" kommt "bearbeitet durch Purdeys super Handwerker" , verstärkte sich der Verdacht: Kombination aus ausgelagerter Fertigung mit eigenproduzierter "Trigger Plate" als Charakteristikum - plus eines Purdey-like Finishs ab 55.000 Pfund?
Dann der Blick in die Gebrauchtwaffenabteilung: da waren die echten Purdey-Bockflinnten. gebraucht, 80.000 Pfund - und nun werde ich den Verdacht einer verschleierten Cooperation nicht los...:cool:

Wandersmann
 
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#3
Dann der Blick in die Gebrauchtwaffenabteilung: da waren die echten Purdey-Bockflinnten. gebraucht, 80.000 Pfund - und nun werde ich den Verdacht einer verschleierten Cooperation nicht los...:what:Wandersmann
Dito.
aber die "gbrauchten" haben "Seitenschlosse"
bei den "neuen" O/U haben "Blitzschlosse"
P. :roll:
....und nur die '"Triggerplate" ist "made in England by Purdey"......
der Rest ????
....aber "Rigby" by L&O in Isny bietet ja auch
..."überarbeitet by Rigby" in >London< an"
internationale Zusammenarbeit.....:roll:
P.
 
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#4
Dito.
aber die "gbrauchten" haben "Seitenschlosse"
bei den "neuen" O/U haben "Blitzschlosse"
P. :biggrin:
....und nur die '"Triggerplate" ist "made in England by Purdey"......
der Rest ????
....aber "Rigby" by L&O in Isny bietet ja auch
..."überarbeitet by Rigby" in >London< an"
internationale Zusammenarbeit.....:roll:
P.
Wenn man das Schloß der O/U als Blitzschloss bezeichnet, muß man eigentlich auch die Dixon Round Action als Blitzschloßflinte bezeichnen :biggrin:
 
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#6
Hut ab, ich bewundere die Engländer, und hier vor allem Purdey! Sie verstehen wie sonst kaum jemand, den Leuten, die an Profilneurose leiden - und davon soll es nicht wenige geben - das Geld, welches diese selbst oft aus anderen ausgepresst haben, wieder abzunehmen.

Beispiel gefällig:
Im Jahre 2008 kostete eine Perugini i Visini Maestro ohne große Gravur so um die 8.000 Euro. Purdey ließen zur selben Zeit ihre "Purdey Sporter" zu großen Teilen ebenfalls bei P&V fertigen. Bis auf Kleinigkeiten, welche hauptsächlich im Design des Systemkastens zu finden waren, entsprach diese der Maestro. Preis bei Purdey damals umgerechnet 33.000 Euro. 2013 wurden für die mit einigen scrolls versehene Version bereits 43.000 Euro aufgerufen!

But the best is yet to come. Ich zitiere "Shooting UK": "The Italiens also laser cut the basic scroll engraving pattern which is then hand finished in the London workshop".

Für eine Waffe 25.000 - 35.000 Euro Aufpreis anzusetzen, nur weil einer in einer Londoner Werstatt nochmals über die Lasergravur drübergeht, das muss erst einmal jemand nachmachen!

Aber es geht weiter: Purdey ist sich nicht zu blöde, in ihrer Werbung extra hervorzuheben, daß man über 150.000 Patronen durch ihre beiden Läufe durchgejagt hat um zu demonstrieren, daß diese Flinte einige Jagdausflüge auf "high birds" klaglos überstehen kann! Ich habe keine Zweifel, daß diese Konstruktion solche Schusszahlen und noch viel mehr locker durchsteht, aber erwähnenswert wäre allenfalls, falls sie es mit Faktor 10 gemacht hätten. Soviel haben nämlich bereits andere Marken unter Beweis gestellt, welche nicht Purdey heißen!

Die Verarsche hat aber anscheinend so gut funktioniert, daß man sich in London entschlossen hat, dem noch eins draufzusetzen. Jetzt darf der stolze Besitzer einer "Purdey Triggerplate" für die Standardversion mit mittelprächtigem Schaftholz stolze 76.000 Euro auf der nach oben offenen Verarschungsskala hinblättern, mindestens!

Preisfrage: Worin unterscheidet sich eigentich die "Trigger Plate" von der "Sporter", außer im Preis natürlich? Sieht man sich die trigger plate von der "Trigger Plate" an, so findet man dieselbe trigger plate bereits in der "Sporter" oder so bereits früher in einer Perazzi, einer P&V, einer Kemen u.v.a..

Aber ich bin mir sicher: So wie viel ausgeschossener Schrott, nur weil der Name "Purdey" oder anderer "London best gun manufacturers" eingestempelt ist, seine Abnehmer findet, so finden sich auch sicherlich genügend Käufer, welche gerne bereit sind, für ein "Taschengeld" ein bis zwei Jahre auf ihren Traum zu warten.

Warum kommt mir beim Schreiben dieser Zeilen immer wieder Einstein mit der Unendlichkeit des Weltalls, oder war es doch die Dummheit der Menschen, in den Sinn?
 
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#7
Hallo,

wozu die Aufregung?

das machen die brit. Nobelfirmen seit Jahr und Tag so. Bis zum "National Gunact" von 1921 kamen Waffen und Waffenteile aus dem "Gunquarder" in Birmingham. Webbley & Scott stellte z.B. den Großteil der Systeme für Boxlock-Flinten und -DB für die großen "Namen" wie H&H, Purdey, Evans, Woodward, Rigby, Gibbs etc. her, gut zu erkennen an der "long Webbley-barr". H&H stellte sogar in der Zeit von der Firmengründung 1835 bis ins Jahr 1893 keine eigenen Waffen her, sondern kaufte weißfertige Waffen bei kleineren Händlern, verfeinerte (heute würde man tunen sagen) sie und verkaufte sie dann unterm eigenen Firmennamen.
Purdey unterteilte seine Waffen in die Kategorien (Grades) A - E, wovon A-Grade und B-Grade bei Purdey gebaut wurden, C- bis E-Grade bei kleinen Fremdfirmen.
Der "National Gunact" brachte dann das Aus für die meist kleinen Hinterhofbetriebe in Birmingham und die Nobelfirmen bezogen nun ihre "undergrades" aus Belgien und später aus Spanien.
Ihre Best-guns (A-Grades) wurden eh nur an die alleräußerst zahlungskräftigste Kundschaft verkauft (europ. und ind. Hochadel). Die meiste firmeneigene Arbeitskraft wurde dann natürl. auf dieses, nur wenige im Jahr fertiggestellten Produkte, konzentriert. Da die Auftragsbücher aber voll waren, kaufte man halt Fremdwaffen dazu und bediente damit die Kundschaft niedrigern gesellschaftl. Ranges (und Kontos).
Natürl. sind solche C - E-Grades keine "minderwertige" Ware. Das könnte sich eine Fa. wie Purdey auch gar nicht leisten, auf ein minderwertiges Produkt seinen etablierten Namen zu schreiben.

Grüße
Sirius (Purdey-Fan)
 
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Hut ab, ich bewundere die Engländer, und hier vor allem Purdey! Sie verstehen wie sonst kaum jemand, den Leuten, die an Profilneurose leiden - und davon soll es nicht wenige geben - das Geld, welches diese selbst oft aus anderen ausgepresst haben, wieder abzunehmen. ....
Vielen Dank für diese Zeilen...und auch die, die denen folgten.
 
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#10
Hallo,

wozu die Aufregung?

das machen die brit. Nobelfirmen seit Jahr und Tag so. Bis zum "National Gunact" von 1921 kamen Waffen und Waffenteile aus dem "Gunquarder" in Birmingham. Webbley & Scott stellte z.B. den Großteil der Systeme für Boxlock-Flinten und -DB für die großen "Namen" wie H&H, Purdey, Evans, Woodward, Rigby, Gibbs etc. her, gut zu erkennen an der "long Webbley-barr". H&H stellte sogar in der Zeit von der Firmengründung 1835 bis ins Jahr 1893 keine eigenen Waffen her, sondern kaufte weißfertige Waffen bei kleineren Händlern, verfeinerte (heute würde man tunen sagen) sie und verkaufte sie dann unterm eigenen Firmennamen.
Purdey unterteilte seine Waffen in die Kategorien (Grades) A - E, wovon A-Grade und B-Grade bei Purdey gebaut wurden, C- bis E-Grade bei kleinen Fremdfirmen.
Der "National Gunact" brachte dann das Aus für die meist kleinen Hinterhofbetriebe in Birmingham und die Nobelfirmen bezogen nun ihre "undergrades" aus Belgien und später aus Spanien.
Ihre Best-guns (A-Grades) wurden eh nur an die alleräußerst zahlungskräftigste Kundschaft verkauft (europ. und ind. Hochadel). Die meiste firmeneigene Arbeitskraft wurde dann natürl. auf dieses, nur wenige im Jahr fertiggestellten Produkte, konzentriert. Da die Auftragsbücher aber voll waren, kaufte man halt Fremdwaffen dazu und bediente damit die Kundschaft niedrigern gesellschaftl. Ranges (und Kontos).
Natürl. sind solche C - E-Grades keine "minderwertige" Ware. Das könnte sich eine Fa. wie Purdey auch gar nicht leisten, auf ein minderwertiges Produkt seinen etablierten Namen zu schreiben.

Grüße
Sirius (Purdey-Fan)
ist in anderen Bereichen von Luxusgütern zumindest ähnlich. Luxusautos werden von Zulieferfirmen bedient, alle Teile von Luxusuhren - hört man - werden nicht immer zur Gänze inhouse hergestellt,...
Um aber nachhaltig zu reüssieren und mit dem erarbeiteten Image
das Produkt exklusiv und den Preis hoch zu halten, muß die Qualität dann schon passen. Aufwendige Qualitätskontrolle, Nachjustierungen vor Auslieferung kostet teilweise enorm.
Und wo käme man hin, wenn überall am Schiessplatz Purdeys, Churchills (Kooperation mit Perazzi bzw. Zoli),... zu sehen wären?
 
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#11
Wir Erdenbürger werden - und wollen - belogen und betrogen werden. Das ist insbesonders in der Neuzeit der Fall. Wir akzeptieren die Lebensmittelindustrie als den größten Betrüger, die Autoindustrie hat das Rad von Lug und Betrug neu erfunden. Wen interessiert es? Einen Porsche SUV Fahrer wohl kaum, einen Audi Q/ Fahrer? Wohl auch nicht. Und wenn ich sehe das ein Q/ nach 10 Jahren etwa noch knapp € 15000 wert ist ( neu an die 70000) und nach weiteren Jahren sogut wie nichts mehr wert ist so ziehe ich vor den Londonern best guns meinen Hut.
In der gun trade ist es seit über 100 Jahren so das der eine Läufe machte, ein anderer sie "bläckte", einer machte das Schloss, einer die Gravur einer den Schaft, einer die Fischhaut und ein anderer das Polish. Und ein anderer den schönen Lederkoffer, accessoires usw usw.
Und herraus kommt eine Flinte wie es besser nicht geht. Ein atenberaubendes Werk höchster feinster Flintenkunst. Und die Briten verstehen es auf höchstem Niveau ihren Wert zu erhalten, zu pflegen denn es ist britische Tradition. Wie auch der Tweed.
Ich unterstelle in boshafter Weise das die meisten eine engl. Flinte nie in der Hand gehabt haben bzw je geschossen. Egal ob eine Evans oder Sinnerton.Muß nicht mal eine Purdey sein.
Als ich vor ca 25 Jahren meine Boss auspackte - Baujahr 1924 - stockte ir fast der Atem.
Allein sie nur in der Hand zu haben - eine Gediegenheit die schwer zu beschreiben ist.
Wer kein Gefühl für eine Flinte besitzt oder wer die Aura der Flinte nicht fühlt sollte bei Blase bleiben.
Meine Purdey - Baujahr - 1906 - mit Original Läufen lässt keinen Fasan fliegen und keinen Hasen weg kommen.
Die gehen von allein in?s Ziel.
Verstehe es wer will oder nicht will.
Ps
allerdings spreche ich hier von der Querflinte.
 
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#12
Wir Erdenbürger werden - und wollen - belogen und betrogen werden. Das ist insbesonders in der Neuzeit der Fall. Wir akzeptieren die Lebensmittelindustrie als den größten Betrüger, die Autoindustrie hat das Rad von Lug und Betrug neu erfunden. Wen interessiert es? Einen Porsche SUV Fahrer wohl kaum, einen Audi Q/ Fahrer? Wohl auch nicht. Und wenn ich sehe das ein Q/ nach 10 Jahren etwa noch knapp € 15000 wert ist ( neu an die 70000) und nach weiteren Jahren sogut wie nichts mehr wert ist so ziehe ich vor den Londonern best guns meinen Hut.
In der gun trade ist es seit über 100 Jahren so das der eine Läufe machte, ein anderer sie "bläckte", einer machte das Schloss, einer die Gravur einer den Schaft, einer die Fischhaut und ein anderer das Polish. Und ein anderer den schönen Lederkoffer, accessoires usw usw.
Und herraus kommt eine Flinte wie es besser nicht geht. Ein atenberaubendes Werk höchster feinster Flintenkunst. Und die Briten verstehen es auf höchstem Niveau ihren Wert zu erhalten, zu pflegen denn es ist britische Tradition. Wie auch der Tweed.
Ich unterstelle in boshafter Weise das die meisten eine engl. Flinte nie in der Hand gehabt haben bzw je geschossen. Egal ob eine Evans oder Sinnerton.Muß nicht mal eine Purdey sein.
Als ich vor ca 25 Jahren meine Boss auspackte - Baujahr 1924 - stockte ir fast der Atem.
Allein sie nur in der Hand zu haben - eine Gediegenheit die schwer zu beschreiben ist.
Wer kein Gefühl für eine Flinte besitzt oder wer die Aura der Flinte nicht fühlt sollte bei Blase bleiben.
Meine Purdey - Baujahr - 1906 - mit Original Läufen lässt keinen Fasan fliegen und keinen Hasen weg kommen.
Die gehen von allein in?s Ziel.
Verstehe es wer will oder nicht will.
Ps
allerdings spreche ich hier von der Querflinte.
Liebhaberei zu wunderbaren Produkten, verständlich und völlig legitim.
Soweit ich es überblicke, hat der Kauf einer „Großen“ auch einen wirtschaftlichen Aspekt: es ist am Jagdwaffenmarkt nur bei englischen Flinten der Topmarken so, dass man fast von einer Anlageinvestition sprechen kann. Bei allem anderen Gewehren die man ersteht, unabhängig von der Ausstattung, verliert man bereits beim Verlassen des Shops nach der Bezahlung sofort einen sehr erheblichen Prozentsatz des Anschaffungswertes.
 
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#14
...
Bei allem anderen Gewehren die man ersteht, unabhängig von der Ausstattung, verliert man bereits beim Verlassen des Shops nach der Bezahlung sofort einen sehr erheblichen Prozentsatz des Anschaffungswertes.
Die gebrauchten halten ihren Wert recht gut, die neuen nicht zwingend...
 
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#15
Bei aller Liebe zu Flinten. . Bevor ich 30+ in ne flinte investiere kaufe ich 3 k-80 mit Maßschaft und nill.

Garkein Name dieser Welt rechtfertigt 30k für sowas
 
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