Neuvorstellung (USA)

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#1
Hallo zusammen,

Ich wollte mich kurz vorstellen. Ich bin 29 Jahre alt und komme aus einem kleinerem Ort in der Nähe von Siegen, ich bin selbst (noch) kein Jäger, aber ich verbringe sehr gerne meine Zeit draußen in der Natur und ich hatte schon immer ein starkes Interesse an der Jagd gehabt. Für nächstes Jahr habe ich mir dann vorgenommen endlich mit der Jagd anzufangen, allerdings nicht in Deutschland, sondern in den USA.

Hintergrund dafür ist, dass meine Verlobte Amerikanerin aus Albuquerque ist. Sie und ich haben uns während ihrer Zeit als Englischlehrerin in Deutschland kennengelernt und sind dann während meines anschließenden Auslandsstudiums in New Mexico ein Paar geworden und seit September 2018 verlobt. Im Oktober/November werde ich dann wieder zu ihr zurück nach New Mexico ziehen, nachdem mein Verlobten-Visum bewilligt worden ist.

Da die Jagdausbildung in den USA doch wesentlich weniger "formalisiert" ist als bei uns und da ich bisher noch keine Mentoren dort drüben gefunden habe, habe ich mir gedacht, dass es keine schlechte Idee wäre noch parallel auf die Expertise der deutschen Jägerschaft zurückgreifen zu können. In meinem Familienkreis gibt es zwar einige Angler, aber keine Jäger.

Ich habe bereits die gesetzlichen Mindestanforderungen für die Jagdausbildung in den USA erfüllt als ich 2015 bei einem früheren USA-Aufenthalt einen sogenannten "Hunter Education Course" in El Paso, Texas absolviert hatte. Bei den Hunter Ed Kursen handelt es sich im wesentlichen um Wochenendkurse bei denen den angehenden Jägern Wissen über den sicheren Umgang mit Waffen, grundlegende Jagdtechnike, Jagdethik, Kenntnisse über das Wild, etc. nähergebracht werden sollen. Erfolgreich abgeschlossen wird der Kurs mit dem Bestehen eines Tests mit 100 Fragen von denen mindestens 80 korrekt beantwortet werden müssen. Falls sich jemand dafür interessieren sollte, hier ist der Kursinhalt: https://www.hunter-ed.com/newmexico/studyGuide/20103303/. Die Kurse werden bereits am dem Alter von 9-12 Jahren angeboten. Ab dem Alter von 21 Jahren kann man den Kurs sogar komplett online absolvieren.

Ich bereits Kontakt mit dem New Mexico Department of Game and Fish aufgenommen, welche auch wirklich sehr hilfreich bei verschiedenen Fragen reagiert haben. Tatsächlich ist meine ehemalige Arbeitgeberin (ich hatte letztes Jahr auch für einige Monate in den USA im Wahlkampf gearbeitet) die derzeitige Commissioner of Public Lands in New Mexico. :D

Des weiteren habe ich mir, unter anderem, die beiden Bücher von Steven Rinella "The Complete Guide to Hunting, Butchering, and Cooking Wild Game: Volume 1 and 2" geholt, welche ich wirklich ziemlich gut, nicht nur für Jungjäger, finde. Natürlich sind seine Sachen eher für amerikanische und kanadische Jäger ausgelegt. Vielleicht hat hier ja jemand der ein oder andere bereits von Steven Rinella gehört. Er ist als Fürsprecher für die Jägerschaft und für den Erhalt von Public Lands in den USA recht bekannt in der amerikanischen Szene.

In Deutschland bin ich bereits ein Jahr lang KK-Sportschütze gewesen. In den USA plane ich dann höchstwahrscheinlich mit dem Kaliber 30-06 zu beginnen. Allerdings finde ich .308 Win auch interessant. Neben Zeit in der Natur zu verbringen, ist meine Hauptmotivation für die Jagd selbst für das Fleisch, welches ich konsumiere, zu sorgen.

Ich hoffe hier auf ähnlich gesinnte Leute im Forum zu treffen, zwar werde ich kein Expertenwissen beisteuern können, aber vielleicht kann ich dann nächstes Jahr ein paar Erfahrungsberichte zur Jagd in den USA beisteuern.
 
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#4
@ Siegerländer:
Da wird ja der Bulle bei den Hörnen gepackt! Nutze die Chance!
Und wenn Du drüben gelernt hast, die jagdliche Spreu vom Weizen zu trennen, ist die Jagd dort mindestens genauso erlebnisreich und wie hier - vielleicht etwas fordernder, was "Aufspüren" des Wildes anbelangt. Und später, auf Besuchen in "the old fatherland " kannst Du hier immer noch traditionsreich 'nen Hirschen erlegen, mit Hörnerklang (und linkstrinkenden Besserwissern:whistle: ).
Ich wünsche Dir persönlich & jagdlich viel Glück in "the great outdoors".
Wandersmann
PS: wenn schon .30er Kaliber, nimm gleich die .300WinMag - auf alles in den USA/Canada und auf alle (,händelbaren) Entfernungen; das ganze second Hand von Winchester mit geradem Schaftrücken ohne Backe, möglichst mit einem variablen Leupold...
 
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#6
Danke für die netten Willkommensgrüße!

@Wandersmann : Ja, das mit dem Aufspüren des Wildes könnte für mich als Jagdanfänger tatsächlich etwas schwierig werden. Ich habe vor das nächste Jahr dafür zu nutzen die verschiedenen Jagdgebiete auszukundschaften um dann bis zum nächsten Saisonbeginn im Herbst ungefähr zu wissen welche Gegenden lohnend sein könnten. Dementsprechend wird meine erste Anschaffung in den Staaten ein gutes Fernglas (10 x 50 wahrscheinlich) sein. :-D
Die Ziehung für die Tags erfolgt soweit ich weiß Im März, da hat man dann ja danach noch etwas Zeit sich sein zugeteiltes Gebiet anzuschauen.

Ein Jäger aus New Mexico hat mir neulich übrigens auch erzählt, dass im Bundesstaat bei den Schussdistanzen alles von 50 bis +370 Metern dabei sei. Danke für den Hinweis mit der .300 WinMag schonmal! :) Inwiefern ist denn der Rückstoss der .300 WinMag denn im Vergleich zur .30-06 (bei einer Lauflänge von, sagen wir mal, 54-60 cm)?

Ich wiege übrigens ca. 85 kg bei 1,80... :D
 
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#7
Servus @Siegerländer ,

da ich selber schon in Albuquerque war, ist zwar schon 30 Jahre her, bin ich Dir fast schon etwas neidisch.
Allein am Rio Grande, was ich da an Niederwild gesehen habe, a Traum.
Eine Stunde außerhalb sieht man fast alles was New Mexico an Wildarten zu bieten hat. (y)
Also dran bleiben!

Bausaujäger
 
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#9
Mega! Das nenne ich doch mal ein schönes Stück vom Amerikanischen Traum und gebe zu, dass ich echt neidisch bin... hat deine Verlobte nicht eine Singlefreundin mit Interesse an einem 36jährigen, 172er, athletisch gebauten und vorzeigefähigen, anglophilen deutschen Jäger, der dir dann beim Aufspüren des Wildes helfen kann? :D
 
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#10
Mega! Das nenne ich doch mal ein schönes Stück vom Amerikanischen Traum und gebe zu, dass ich echt neidisch bin... hat deine Verlobte nicht eine Singlefreundin mit Interesse an einem 36jährigen, 172er, athletisch gebauten und vorzeigefähigen, anglophilen deutschen Jäger, der dir dann beim Aufspüren des Wildes helfen kann? :D
Wenn Du es schon hier nicht schaffst, ... :p:p:p
 
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#11
@Siegerländer:
Zwischen 30.06 und 300 WinMag ist für nen gestandenen Mann von 180 kein Unterschied fühlbar, auch da die meisten US-Repetierer vernünftige Hinterschäfte aufweisen und einem notfalls jeder "gunsmith" bei Cabellas oder im local gun-shop eine Rückstoßmindernde Schaftkappe anschraubt...Und bei der Lauflänge der beiden 30er Waffen sind 60cm schon ein gutes Maß.
 
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#12
... und was mir beim Jagen in den USA aufgefallen ist: Etwas deutsche Tradition dabei, und sei es nur, einen Bruch korrekt zu überreichen und "Weidmannsheil" zu sagen, kommt ziemlich gut an. Alles rund um das Jagdhorn, Signale, Strecke verblasen, etc. noch viel mehr.

Zwar gibt es viel mehr jagende Menschen dort, doch beschränkt sich die Jagdzeit je nach Staat/Region auf viel engere Zeiträume als hier... und oft auf einen Trophäenträger und ein paar weibliche im Jahr. Dadurch sind Fertigkeiten wie z.B. Aufbrechen, Ansprechen, aber durchaus auch Schiessen, hier eher stärker vorhanden (nach meiner subjektiven Beobachtung). Wurde auch von "meinen" Amis drüben so gesehen. Daher finde ich Dein Vorhaben, parallel auch hier in D etwas zu lernen, gut.

Auf jeden Fall, und wo auch immer: Weidmannsheil!
 
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