Nickel?! Wer führt ein aktuelles Modell von denen?

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#1
Hallo zusammen,

der Faden "Optik für Großwildbüchse" https://forum.wildundhund.de/threads/optik-fuer-grosswildbuechse.122914/ ist weitgehend in eine Diskussion über den Hersteller Nickel übergegangen. Hintergrund war, dass der liebe Sirius das Nickel Magnum 1,5-6x30 ED empahl, welches ohne LA ab 2.567 und mit LA ab 3.097 € kostet.

Bei egun ist grade eins drin, ein 3-12x56, Startgebot 700 €, Sofortkauf 799 €http://egun.de/market/item.php?id=7579840#img . Neupreis 2.435 €. Das hätte ich mir fast zum Spaß mal gekauft, leider aber nur Leuchtpunkt und sonst nix, was nicht mein Fall ist. Ich hatte diesen Hersteller nicht ansatzweise auf dem Schirm, es gibt aber Stimmen, die ihn sehr loben. Nun mal eine Frage in die Runde: wer führt ein ZF jüngeren Baujahres - sagen wir ab 2001 weil da vielde der heute noch gebauten Modelle rauskamen - von denen und wie ist die Qualität im vergleich zu den bekannten, ähnlich hochpreisigen ZF? Woher bezieht Nickel seine Linsen? Was machen die selber, was wird dazugekauft?

Das Geschäftsmodell - nur Direktvermaktung - halte ich für ziemlich absatzhinderlich. So ein ZF will ja schließlich auch montiert werden und daher geht ein großer Teil der Jäger immer noch beim Büma kaufen. Auch bei egun bietet Nickel seine Gläser nicht an.

WH, Bo
 
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#2
Das gezeigte Supra 3-12 ist älteren Datums (denke aus den 90ern). Die aktuellen Nickel C (etwa seit 2006) sind wesentlich kürzer bzw. immer noch mit die kürzesten 3-12x56 am Markt.
Ich führe drei kleine variable Gerhardt Nickel C1,5-6x42 (von 2014 bzw 2016). Für meine Begriffe sind das sehr sorgfältig gefertigte Modelle. Verglichen mit meinen sonstigen Zielfernrohren (alle namhafte Produkte aus dem „Premium“- und Mittelklasse-Segment vertreten) kommen mir manche davon doch etwas „billig“ gemacht vor, obwohl sie es zum Teil gar nicht waren!
Ich gebe Dir völlig recht, dass dieser ausschließliche Direktvertrieb ohne Möglichkeit einer Ansichtssendung oder eines Geschäftsbesuches nicht ideal ist. Ein Modell mit Tages-LA wollte ich deswegen nicht - solche Features muss man, finde ich, ausprobieren können. Beim Kauf der unbeleuchteten Exemplare bin ich kaum ein Risiko eingegangen: zum damaligen Zeitpunkt gab es keine anderen Hersteller mehr, die noch ein unbeleuchtetes „kleines Diavari“ in klassischer Form mit Absehen in der ersten BE angeboten hätten. Kahles hatte sein sehr kompaktes und formschönes Helia C schon ein paar Jahre früher (2009?) aus dem Programm genommen.
 
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#3
Schreib doch einfach mal den Hersteller an; je nachdem wie er mit der Anfrage umgeht, sagt ja dann auch schon einiges aus.
 
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#7
Transmission ist aber nicht alles. Trotzdem hätte ich das 3-12x56 von egun gerne gekauft, nur mal so zum ausprobieren, auch wenns das alte Modell ist.

Das gezeigte Supra 3-12 ist älteren Datums (denke aus den 90ern). Die aktuellen Nickel C (etwa seit 2006) sind wesentlich kürzer bzw. immer noch mit die kürzesten 3-12x56 am Markt.
das denke ich nicht. Nur-Punkt-Leuchtabsehen kamen mit den Varipoints erst Anfang der 2000er auf. Ich glaube nicht, dass Nickel die schon vorher hatte. Dass es sich um ein älteres Modell handelt, habe ich tatsächlich nicht gesehen, hätte ich aber anhand der Längenangaben merken können. Wenn es richtig ist, dass das Modell 2006 abgelöst wurde schätze ich, dass dieses Glas aus der Zeit kurz davor stammt, also vermutlich von ca. 2003 bis 2006.
 
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#8
Dass das angebotene das Tages-LA „Isodot“ hat, habe ich überlesen. Dann ist es wohl von Anfang/Mitte 2000, wie Du sagst.

Das verlinkten Zfr aus Egun wäre nichts für mich. Es wäre mir zu lang und das Isodot ist aus heutiger Sicjt bestimmt nicht mehr das Gelbe vom Ei. Für 799€ bekommt man noch bei manchen Händlern ein etwa gleich langes DOCTER 3-12x56 mit Tages-LA (Lp in 2. BE und Balken in 1. BE) in neu u ovp und mit 30 Jahren Garantie. Und die LA von DOCTER sowie die Optik sind nicht die schlechtesten. Wo wäre da noch der Anreiz?

Stomberger, Du meinst aber nicht den aus einer schwedischen Jagdzeitschrift?
https://forum.wildundhund.de/threads/ein-zf-test-aus-sweden.5430/
 
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#9
....wie ist die Qualität im vergleich zu den bekannten, ähnlich hochpreisigen ZF? Woher bezieht Nickel seine Linsen? Was machen die selber....? WH, Bo
Die Optik der aktuellen Nickel ist auf Zeiss-Niveau. Ein C 1,5-6x42 hat mir heute um 1:30 gut ausgereicht, um einen Keiler von 65kg auf 70m sicher zur Strecke zu bringen. Es ist zwar noch fast Vollmond, aber durch die geschlossene Wolkendecke und Dauerregen war relativ schlechte Sicht.
 

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#10
PS: hier nochmal zwei Fotos einer Nickel C- Objektivlinse mit dem charakteristischen „Blaubelag“...
Man beachte bitte die Wandstärke und - was nicht ganz so gut zu erkennen ist - die Beschaffenheit des Innenrohrs.
Charakteristisch auch der Drehring und die Absehenverstellung. Die Beschriftungen sind alle graviert.
 

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#12
Dennoch sind die Preise für einen Direktvertrieb einfach daneben.
Ich sah das anfangs auch so. Aber wenn ich das nochmal sagen darf und ich bin bestimmt jemand, der schon bei so ziemlich allen Produkten darauf achtet, ob sich wirklich Qualität dahinter verbirgt oder ob es nicht einfach überteuerte „Massenware“ ist - auf die Eigenwerbung oder gar den Ruf der Hersteller verlasse ich mich nicht:

die Qualität, die man zumindest bei den unbeleuchteten Modellen bekommt, entspricht in meinen Augen voll und ganz dem geforderten Preis.

Wenn ich mir überlege, wieviel ich für meine Z6 und Victory gezahlt habe, denke ich, dass ich eher dort zu viel Geld gelassen habe. Die Produkte sind gut und zählen zu recht zu den besseren Jagdoptiken, aber man sieht wirklich bei näherer Betrachtung und vor allem im direkten Vergleich, dass bei diesen herstellerseitig an einigen doch nicht ganz unbedeutenden Punkten nicht zu knapp gespart wurde :-/
Gut, 6fach Zoom kann schon praktisch sein in manchen Jagdsituationen und hat mir auch schon den ein oder anderen Jagderfolg beschehrt, aber ich persönlich lege eigentlich statt auf solche „Komfortfeatures“ doch etwas mehr Wert auf ein kompaktes Design, einwandfreie Mechanik, robuste Konstruktion, bestmögliche Abbildungsqualität vor allem bei Dämnerung und die Möglichkeit, das Zfr noch in zig Jahren von einem Fachmann reparieren lassen zu können.
Verkaufen werde ich die Nickel daher sicher nicht mehr.
Obwohl ich eigentlich sehr selten wieder etwas Angeschafftes verkaufe, bin ich bei den Z6 und Victorys hingegen gar nicht mehr so sicher, ob ich die wirklich noch länger behalten möchte oder ob ich nicht doch wieder noch vermehrt auf die kompakteren Zfre von Gerhardt-Nickel zurückgehe: die 1,5-6 x42 und 3-12x50, mit denen die richtige Balance der Waffe und der schnelle und bequeme Anschlag noch gewährleistet sind, sowie als Wechseloption zusätzlich für manche Büchsen 8x56 und 1-4x (gerade dieses in der Variante mit schmalem Okular ist für RepB mit 90 Grad Öffnungswinkel top).

Aber ich verstehe schon, wenn Du oder andere bei den Preisen von 1690 -1970 EUR etwas zurückschrecken, vor allem weil S&B mit seinen Zeniths u.a. Modellen ja wirklich auch solide Qualität liefert, die den meisten Jägern völlig genügt. Ich störe mich halt an der modernen Objektivform und manche Zfr-Exemplare von SuB waren einfach an der Endkontrolle vorbei geschleust worden - das gab es auch bei Zeiss, Swarovski und Kahles. Aber es ist ja auch kein Wunder, bei den Stückzahlen und auch den „unruhigen Zeiten“ / internen Änderungsprozessen, die manchmal einen harten Sparkurs und evt zu wenige hochqualifizierte oder demotivierte Mitarbeiter zur Folge hatten. Und letztlich ich gebe gerne einem alteingesessenen kleinen deutschen Hersteller den Vorzug, wenn ich ein in meinen Augen qualitativ gutes Produkt bekomme, auch wenn es ein paar Euro mehr kostet. Das macht mir wirklich gar nichts aus, obwohl ich nicht unermesslich wohlhabend bin.
 
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#13
Hallo,

vor ca. 10 Jahren habe ich ein 2,5-10x46 Nickel gekauft und leider wieder unmontiert weiter verkauft, weil das Projekt (BBF) sich damals nicht realisieren ließ.

Den hervorragenden Qualitätseindruck kann ich bestätigen. Ich hatte bisher kein Glas (S&B, Swaro, Zeiss, Kahles) was in der Gesamtheit an das Nickel heran kam. Allein schon die Verpackung - dickwandiger Karton und vollständige Schaumstoffausfüllung - unterschied es damals von den anderen. Die Optik habe ich auch in sehr guter Erinnerung. Referenz waren damals ein 42er Varipoint, ein 50er Habicht und 56er Zenith aus der gleichen Zeit.

Ich hätte nie Bedenken gehabt, mir wieder ein Nickel zu holen. Besonders das 1,5-6x42 gefällt mir. Das Sehfeld ist auf damaligen Niveau der Varipoints! Mehr brauch ich nicht.

Leider hat man dann damals die Preise um ca. 30 % angehoben. Die Homepage wurde 10 Jahre nicht mehr gepflegt und man hatte den Eindruck, dass die einfach keine Gläser mehr verkaufen wollen bzw. das nur aus Liebhaberei betrieben wird.

Etwas modernere Absehen - für den, der es braucht - vielleicht noch eine Z-Schiene, die Preise etwas an den Direktvertrieb wieder angepasst und man hätte ein solides konkurrenzfähiges Produkt auf dem Markt.

Wäre schade, wenn die ZFs mit ihrem 10 Mann-Betrieb verschwinden.
 
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#14
Ach so, mein Großvater hatte damals ein 8x56 Nickel Abs. 1 aus Anfang der 90er auf seinem Drilling. Das Glas war groß, schwer und lang. Optisch top und man hätte die Sau auch mit dem Glas erschlagen können, wenn nix anderes zur Hand war.

Optisch habe ich die Nickelgläser immer besser als die S&B angesehen.
 
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