Nie wieder Meindl Schuhe/Stiefel

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Meine Meindl Antarktis habe ich wirklich geliebt. Trotz Nubuk, Pflege nur mit SNOSEAL und penibel darauf geachtet kein Lederfett zu verwenden. Der Geröllschutzrand sollte sich nicht lösen usw. Also wirklich darauf aufgepasst und nicht zu oft angehabt. Nach 8 Jahren ist mir das Leder gerissen, weil laut Hersteller, unzureichend gepflegt wurde. Bullshit. Ich kauf das nächste mal auch was anderes. Schuhe für 300 Euro müssen länger halten.

Handgemachte vom Geiger kosten nicht mal die Hälfte und sind trotz häufigerer Nutzung noch ganz.

Füxlein
 
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Guter Post!! Danke.

Mir fallen zwei Möglichkeiten ein:

a) Jemand (evtl. ein Unternehmensberater) hat der Firma den Rat gegeben Kosten zu senken. Jetzt kauft man günstigere Rohstoffe.
Schau mal Miele an. Die Waschmaschinen hielten früher 25 Jahre. Dann mit nem feuchten Lappen drüber für die nächsten 10 Jahre. Bullauge und Fanghaken aus Metall.
Heute Bullauge und Haken aus Kunststoff. Warten wir da mal 25 Jahre ab...... .

b) Das europäische Chemikaliengesetz "REACH" hat evtl. einigen Additiven die im PU System sind das Leben gekostet. Es gibt zwar Alternativen, aber .... .

Wem fällt noch etwas ein?

c) Das Marketing hat der Geschäftsleitung den Rat gegeben, die Schuhe so zu konstruieren, dass sie nicht ewig halten, da sonst in einigen Jahren der Absatz massiv einbrechen würde. Eine Sollbruchstelle muss her.
Wird bei den Miele Maschinen nicht anders sein.
 
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Redwing, Timberland und Konsorten: Freizeitschuhe, sonst nichts. Lumberjacks im PNW tragen übrigens auch keine Redwing. Sondern Danner. Teils sogar Meindl. Jedenfalls keinen Klumpat.
Redwing produziert gute Arbeidsschuhe, besonders fuer die Metallberufe habe ich bisher noch nichts negatives gehoert.
Redwing ist auch einer der Schuhproduzenten die ein Reparaturservice haben. Ich benutze einen "Logger-Boot" und der ist auch nach vielen Jahren immer noch in Ordnung.

tømrer
 
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Redwings sehe ich nur an den Füßen von Lumbersexuals auf dem Weg zum Coffee Shop oder zum Bart-Styling. Insofern sei die Frage gestattet, ob Du überhaupt fach- und sachkundig bist.
Bloss weil Du etwas beobachtest, stellst Du die Frage nach fach- und sachkundig desjenigen, der mehr eigene Erfahrung einbringen kann?
Gell, Du würdest schon gerne ernst genommen werden? ;-)
 
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c) Das Marketing hat der Geschäftsleitung den Rat gegeben, die Schuhe so zu konstruieren, dass sie nicht ewig halten, da sonst in einigen Jahren der Absatz massiv einbrechen würde. Eine Sollbruchstelle muss her.
Wird bei den Miele Maschinen nicht anders sein.
Ich hätte nicht gedacht, dass es 110 Beiträge braucht, bis das Marketing als Verursacher herangezogen wird.

Meindl gibt es über 90 Jahre und Polyurethan wurde vor ca. 70 Jahren erfunden. Wenn dann vor ca. 10 Jahren diese Erkenntnis kam, waren die Jungs ganz schön langsam.
AberDu hast recht, es gibt Produkte mit Sollbruchstellen,

Beim Bergschuh wäre ich vorsichtig. Stell dir vor es stürzt jemand auf Grund der Sohle ..... Regressansprüche?
Zudem ist der Rufschaden höher als der entgangene Gewinn.

Solche Firmen haben keine Sorgen, weil sich Absatzmärkte vergrössern. Reiche Russe, Chinesen, etc. stehen auf Made in Germany Produkte.
 
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Wie einige hier vielleicht mitbekommen haben, habe ich meine Meindl Garmisch GTX Winterstiefel hier immer sehr gelobt, was sich zwischenzeitlich komplett ins Negative verkehrt hat. Zudem habe ich mit der Firma Meindl mehr als abgeschlossen.

Was ist passiert:

Ich hatte mir vor ca. 6-7 Jahren bei F ein paar dieser mir sehr gut passenden Winterstiefel (mit Lammfellfutter und Bergschuhsohle) für rund 250€ gekauft, was ich schon ziemlich hochpreisig fand. Mit dem Stiefel war ich zuerst sehr glücklich, bis sich plötzlich im 2. Jahr Risse an den Außenseiten der Schuhe gezeigt haben – dort wo die Pu-Schale mit dem Nubukleder vernäht ist. Darauf bekam ich die Stiefel bei F problemlos gegen ein paar neuer Stiefel getauscht, und für mich war es zunächst einfach ein Fabrikationsfehler.

Dazu muss ich sagen, dass ich diese Stiefel nur bei ein paar Drückjagden getragen hatte - sagen wir mal so grob 30-50mal bis er gerissen ist. Dazu auch absolut keine Überbelastung, sondern eben nur die Meter vom Auto bis zum STand gelaufen (im Auto für die Fahrten trage ich sowieso leichte Schuhe).

Das getauschte Paar habe ich dann auch nur ein paar Mal getragen (10-15mal) und die letzten 3-4 Jahre standen die Stiefel nur im Schuhschrank, da ich auf keinen Drückjagden war.

In diesem Jahr war ich dann wieder auf 6-7 Drückjagden und bei der letzten DJ fühlte sich ein Schuh seltsam an, weshalb ich genauer geschaut habe und was sehe ich da - der rechte Schuh fast komplett auf der Außenseite aufgerissen, der rechte Schuh ebenfalls rund 5-6cm auf der Außenseite (also genau an der identische Stelle, wie das bereits getauschte Paar). Mit diesem Riss ist der Schuh zudem ein Totalschaden, da man das nicht mehr neu nähen kann.

Ich also gleich noch am Stand Fotos gemacht und diese mit einer Mail an Meindl geschrieben.

Meindl fragte dann nach der Produktionsnummer im Inneren der Schuhe (5stellige Zahl an einem Aufnäher), welche ich Meindl auch mitgeteilt habe.

Im Anschluss kam dann eine Mail mit grob folgendem Inhalt von Meindl zurück:

--- Es handle sich um einen Alterungsprozess der PU-Galosche, denn laut Produktionsnummer wurden diese Schuhe vor ca. 9 Jahren gefertig. Wenn die SChuhe jahrelang nicht genutzt oder selten getragen werden, kann es zu diesem Bruch kommen. Alle dämpfenden Materialen haben eine begrenzte Lebensdauer und das Material dem aktuellen technischen Stand entspricht. ---

Darauf habe ich Meindl geschrieben, dass ich diese Antwort als absolut unbefriedigend empfinde, da ich:

1. als Kunde das Produktionsdatum nicht kenne - somit nicht weiß, wie lange ich bei einem vermeintlich neu gekauften Paar Stiefel dann damit rechnen kann,
dass ich diese nutzen kann.

2. der Schuh sicher auch gerissen wäre, wenn ich ihn getragen hätte … dies zudem schon früher

3. sich auf der Verpackung kein Mindesthaltbarkeitsdatum befindet, an dem ich sehen kann, wie viel Restlaufzeit mir mit den neu gekauften Stiefel noch bleiben, bis er sich selbst zerlegt

4. ich mir sicher keinen Stiefel für 250€ kaufen würde, wenn Meindl klar kommunizieren würde, dass der Schuh sich von selbst zersetzt, auch wenn er nicht getragen wird

5. auch meine ersten Garmisch GTX genau an der identischen Stelle gerissen sind, obwohl ich diese erst 2 Jahre hatte und der Schuh getragen wurde

6. mir unabhängig nie einen Schuh für 250€ kaufen würde, wenn ich davon wüsste, dass er keine 5-10 Jahre hält (bei geringer Belastung)

Meindl hat es daraufhin nicht mehr für nötig befunden mir zu antworten, weshalb ich nun mit Meindl komplett durch bin.

Ich hätte noch nicht mal etwas gesagt, wenn ich die Schuhe nach intensivem Gebrauch oder nach 10-15 Jahren z.B. mal hätte neu besohlen lassen müssen, aber der Garmisch GTX ist nun mit diesem Riss ein Totalschaden, so dass ich sie in die Tonne schmeißen kann. Die PU-Galosche ist eigentlich rund 1-2mm dick, doch dort, wo das das braune Nubukleder aufgenäht wird, ist es nur ca. 1mm dick, weshalb das die PU-Galosche genau an der vernähten Stelle abreißt. Meine Aigle Gummistiefel mit Vibramsohle habe ich schon rund 15-16 Jahren ... die halten problemlos und da ist die Sohle nicht mal mit dem Schuh vernäht.

Man sieht also, dass es auch anders geht ... unabhängig hätte Meindl dann halt einfach den Schuh anders fertigen können, oder komplett aus Leder, so dass der Riss nicht entsteht.

Nachfolgend die Bilder dazu - an der Sohle könnt Ihr selbst sehen, dass die noch wie neu ist und der Schuh wirklich wenig getragen wurde.

Fazit für mich ... zweimal Schuhe identisch defekt ... als Anwort die Aussage, dass die Schuhe von alleine kaputt gehen ... und dann auf meine weitere Mail nicht mal mehr eine Antwort.

Danke Meindl ... das wars ... nie wieder werde ich Schuhe/Stiefel von Euch kaufen!

Und meine Frage dazu an Euch ... welchen Hersteller könnt Ihr mir empfehlen, der solide gefertigt ist und problemlos hält?

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Hallo.Ich hatte vor X Jahren ähnlichen Ärger,allerdings nicht mit Meindl,jedoch mit einer sogar etwas teureren Firma und einst Testsieger in einer Jagdzeitschrift.Die Fa. hat die dann repariert,aber nach 3 oder 4 Jahren war es genau wie vordem ! Das Problem/Ursache hat @cast sehr gut beschrieben. Hab die Stiefel dann zu unserem SchuhMACHER/Meister gebracht,der echt Ahnung hat und der mir dann erklärte,was Du mitlerweilen schon erfahren hast und @ Cast beschrieb.Problem sei auch,daß die Stiefel längere Zeit nicht getragen wurden,was bei mir auch der Fall war. Bei einer DJ im Hesseschen,verlor ich dann die Sohlenbindung zum Stiefel fast völlig. Eine Katastrophe und alle schüttelten mit dem Kopf.Der Schuhmachermeister versprach dann Abhilfe und meinte ,daß er da was Richtiges mache,was nie wieder abgehen würde.....und er hielt Wort ! Ich bezahlte dann irgendwas um die 70 Euro und die Stiefel bekamen neue Besohlung.
 
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Ich finde den Faden sehr interessant, besonders aber auch, wie einige meinen, dass so ein Schuh quasi ewig halten muss. Ich bin auch ein Freund hochwertiger Produkte, gerade auch bei Schuhen. Aber mir ist völlig klar, dass die bei entsprechendem Einsatz selbst bei bester Pflege einfach irgendwann mal hinüber sind. @cast hat ja sehr schön und ausführlich auch die technischen Limitierungen verwendeter Materialien beschrieben. Ich bin überrascht, dass dann, auch bei hochwertigen Schuhen, ein Hersteller auch nach vielen Jahren alles auf Kulanz regeln soll. Da reißt nach 8 Jahren das Leder, nur als Beispiel, und dann soll es der Hersteller richten? Funktioniert das bei Euch auch bei anderen Produkten wie Kleidung, Autos, Fahrrädern, Waschmaschinen, etc..? Klappt bei mir nämlich leider nicht. Würde vielleicht aber auch das ein oder andere Unternehmen in den Ruin treiben.
 
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Das liegt IMHO schlicht daran, daß der durchschnittliche Deutsche seine Alltagsschuhe bei Takko oder Deichmann für ein Appel und Ei einkauft und wenn er dann gezwungen ist bei Bergschuhen tiefer in die Tasche zu greifen, fängt das jammern an und dann muss das Teil auch ewig halten.
Ist ja hier schön zu sehen.
Möchte nicht wissen, was gerade mancher so an Schuhen unter seinen Schreibtisch streckt..
Ich habe die Macke auf Schuhe zu achten, meist ist es ein Graus.
Wenn dann mal ein halbwegs brauchbares Paar dabei ist, ist es oft völlig runtergekommen, Pflege Fehlanzeige.
Und dann kommt auch noch einer um die Ecke der Timberland, geklebte Chinaware mit genähten Stiefeln aus bestem Leder vergleicht. Auch keine Ahnung.
 
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Ich denke auch, dass man dem Hersteller hier keinen Vorwurf machen kann, was die Herstellung angeht.
Meine dienstlich Gelieferten haben letztes Jahr beide mit einem Tag Abstand hinter einander nach 22 Jahren die Sohle verloren. Die Zwischensohle ist weggebröselt, nachdem die sich die Weichmacher verflüchtigt hatten und das waren noch die alten langlebigen, die man heute nicht mehr verwenden darf.
Ein guter Freund, der im Wintergarten-/Markisengeschäft ist, hat mir kürzlich mehr oder weniger unter der Hand mitgeteilt, dass es beim Markisenstoff mittlerweile egal sei, ob man den teuren vom Fachbetrieb oder den billigen aus dem Baumarkt nimmt, sofern das Maß passt, weil die Weichmacher in beiden Geweben durch gesetzliche Vorgaben ohnehin innerhalb eines ähnlichen Zeitraumes aufgeben würden, was zwangsläufig Beschädigungen und fehlende Funktionsfähigkeit zur Folge habe.

Ich finde die Idee, dem Schuh das Herstellungsdatum zuzuordnen aber gut, weil die Uhr tatsächlich ja auch bei Ladenhütern tickt.
 
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Jo. Hatte den Fehler begangen, mir nach 30 Jahren Dreistreifen-Laufschuhen Salomons zu kaufen, die im Laden übriggeblieben waren, 5 Jahre alt oder so, gefielen mir einfach besser als der aktuelle Mode-Schnickschnack. Die Kunststoffverblendungen in Wildlederimitat hielten kein halbes Jahr. Gsd ist der Körper Echtleder, tragen kann ich die noch, aber nur, wenn keiner guckt.

Was diese bröselnden Zwischensohlen betrifft, ist das der höchste Blödsinn überhaupt. Das menschliche Gestell ist so konstruiert, daß die Muskulatur, sofern vorhanden, eine völlig ausreichende Dämpfung ermöglicht. Insbesondere beim langsamen Wanderschritt. Da zu meinen, mit Kunststoff nachhelfen zu müssen, ist reine Verarsche. Daseinsberechtigung für Sportschuhdesigner, denen auch so sinnvolle Dinge wie abgeschrägte Schuhsohlen im Zehenbereich und tausend Ziernähte bei wasserdicht sein sollendem Schuhwerk einfallen.

Ich trag schon immer Zwiegnahte, damit ich von diesem Krampf verschont bleibe. Lieber einmal mehr fetten.
 
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