Nisthilfen für Turmfalken

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Wir haben hier bei uns im Revier eigentlich einen guten Bestand an Turmfalken. Wenn sie in alten Krähennestern brüten, dann sind die Jungen oft der Prädation ausgesetzt denn falls die Krähen aus 360 Grad rumum angreifen können, schaut es meistens schlecht aus. Bruten in Kästen lassen sich m. E. leichter verteidigen.

Wir haben sehr viele Biobetriebe und Mäuse mögen die Bauern natürlich nicht. Meine Frage: Inwieweit kann man mit Nistkästen die Brutdichte steigern? Aktuell ist wieder eine sehr hohe Scheune fertig geworden, aber mir würden spontan noch weitere Scheunen einfallen. Der Kasten kann leider erst in den nächsten Tagen montiert werden.
Ich denke es gibt da keinen Bauern der "nein" zum Kasten sagt.
Irgendwo hab ich mal gelesen, dass pro Paar so 200 ha notwendig sind. Das wären bei unseren 650 ha Feld mit Hecken und Feldgehölzen also nur 3 Paare Die haben wir jetzt auch schon.
Durch eine hohe Anzahl von Fasanenfütterungen konzentrieren sich dort auch die Mäuse und es bieten sich auch für Eulen und Käuze im Winter gute Nahrungsquellen. Auch der Raubwürger überwintert in den Hecken mit Niederwildfütterungen.
Das Ausbringen der Kästen wäre auch mal was für eine Feuerwehrübung.
Hat jemand Erfahrungen über den Abstand von Horsten beim Turmfalken?
 
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Wir haben 2 Paare in ca. 2 km Luftlinie. ein Paar horstet in einem Kirchturm, die anderen horsteten an einem Kraftwerksturm, der aber vor Jahren gesprengt wurde, wo die jetzt "wohnen", wissen wir nicht :unsure:
 
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Siedlungsdichte
... Ferner schwanken die ermittelten Dichtewerte je nach Biotop, wobei (wie Koloniebildungen und erfolgreiche künstliche Ansiedlungen zeigen) vielfach nicht so sehr das Nahrungsangebot, als vielmehr das Angebot an geeigneten Nistplätzen entscheidende Bedeutung erfährt. ...
... 0,04-1,3 Paare pro 100 ha auf wechselndem Anteil von Kulturland und Wald ...
... auf kleineren Kontrollflächen ähnlichen Charakters bis etwa 1000 ha sind die Dichtewerte bisweilen höher, etwa zwischen 0,7 und 2,0 Paare pro 100 ha ...
... von schon fast kolonieartigem Brutvorkommen in Parks und Anlagen .... (z.B. 6 Nester auf 18 ha Park in Zittau) ... 5-7 Paare auf etwa 8 ha Friedhofsgelände in Schleswig-Holstein. ...

Quelle: Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 4, AULA-Verlag, 1989, S. 725

Bitte verwende keinen im Handel angebotenen Kasten. Ich halte diese Kästen für erheblich zu klein. Die Kästen, die ich montiert hatte, wiesen eine Bodenfläche von 100x50 cm bei 50 cm Höhe auf. Sie waren eigentlich für Schleiereulen gedacht, wurden aber meistens von Turmfalken angenommen. Die Jungvögel haben kurz vor dem Ausfliegen einen erheblichen Bewegungsdrang (Stärkung der Flügelmuskulatur), den sie in einem kleinen Kasten nicht ausleben können. Sie verlagern diese Aktivität nach außen und dann droht Absturzgefahr. In einem größeren Kasten sind sie auch untereinander weniger agressiv. Montiere die Kästen möglichst auf der Innenseite des Gebäudes und zusätzlich an der Außenseite einen Fußabstreifer aus Metall als Anflugbrett.

Einige meiner alten Nisthilfen (auf Kirchtürmen) werden inzwischen regelmässig vom Wanderfalken genutzt.
 
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Danke für die ausführlichen Hinweise. Ich kannte nur die Größe eines Kastens am Silo eines landwirtschaftl. Lagerhauses. Der hatte so die Maße 50 x 30 von der Grundfläche. Hat dort ausgereicht, es waren aber auch jede Menge hohe Dächer und Silos nebenan. Die Jungfalken wurden eigentlich immer fast ohne Verluste groß. Ja wenn von 5 mal einer fehlte, das ist normal.

Den welchen ich jetzt gebaut habe, der hat die LBV-Maße 55 x 35 und so hoch, vorne Dach abgesenkt. Davor ist ein Lattenrost. Ins Gebäude kann ich leider nicht rein. Das hatte ich einmal gemacht in einer angrenzenden Scheue, deren Anbaugenehmigung ich mit einem Kasten im Innern verbunden hattte. Sollte auch für Eulen mit gelten, war nicht so hoch. Aber die Turmfalken sind jedes Jahr eingezogen. Nun sind die Bäume hochgewachsen und man sieht nichts mehr.
Das mit Deiner Größe leuchtet mir schon ein.

Waldohreulen haben wir regelmäßig. Letztes Jahr eine Rupfung und einen Verkehrsunfall, Waldkauz sowieso. Aber da ist um die Scheuen zu wenig Baumbewuchs.
Schleiereule hab ich dort in 25 Jahren nur einmal eine in diesem Revier gesehen. Da sind die Winter offensichtlich doch zu streng. Drüben im Böhmischen sieht man sie öfters, liegt 100-150 m tiefer.

Naja für heuer ist der Schuss schon draußen, aber dann werde ich mich für nächstes Jahr entsprechend aufstellen. Nach den Untersuchungen ist doch eine höhere Siedlungsdichte möglich wenn Nisthilfen zur Verfügung stehen.
 
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Einige meiner alten Nisthilfen (auf Kirchtürmen) werden inzwischen regelmässig vom Wanderfalken genutzt.
Kann man die Nisthilfen für Wanderfalken hinnsichtlich Einschlupfloch so konstruieren daß der Uhu nicht mehr die Jungen abpflücken kann? Bein Marder- Steinkauz gibt es ja eine Lösüng.
 
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Geht m. E. nur wenn die Kästen innen in Gebäuden angebracht werden, dann über die Größe des Einflugloches. Wird aber letztendlich egal sein ob er die Jungen aus dem Nest holt oder dann in der Bettelflugperiode schlägt.....:(
Mittlerweile macht sich der Vogelschutz schon so seine Gedanken. Keine Wanderfalkenkästen mehr wegen Brachvogel und Kiebitz und wenn der Uhu nebenan hockt. Die einfachste Möglichkeit wäre ja den Uhu mittels Jagd zu begrenzen. Aber da müsste man ja eigene Fehler eingestehen. Kulturlandschaft hat eben eigene Gesetze, da regelt nicht alles so wie man es gerne hätte.
 
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Mache Dir keine großen Gedanken über den Abstand der Nisthilfen. Turmfalken sind innerartlich nicht sehr aggressiv. Wenn Du die in wenigen hundert Metern Abstand aufhängst ist das ok. Werden Kästen nicht angenommen, dann hänge sie einfach um und probiere es ein bisschen aus. Entscheidend für das Vorkommen und dem Brutplatzabstand ist die Nahrung. Wenn das passt kannst Du eine recht hohe Populationsdichte haben.
 
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Ich habe seit 5 Jahren einen selbstgezimmerten Nistkasten an einem Silo angebracht. Öffnung nach Westen. Falken sitzen auf dem Silo, nehmen den Kasten leider nicht an. Ist nur ein einfacher Holzkasten mit Dach, vorne das Brett nur halbe Höhe. Passt denen irgendwie nicht. Hat jemand einen guten Bauplan und wie muss der Kasten hängen? Höhe max 7m möglich, Silo ist rund, Ostseite Wand an Wand zur Scheune.?

Frage 2: Suche auch einfachen Bauplan für Schleiereulen-Kasten innerhalb einer bewirtschafteten (!) Scheune hinter einem Einflugloch. Öffnung ist nur 2,8m über Boden. Wird so was angenommen, oder nicht hoch genug? Die Eule sitzt regelmäßig auf dem Dachfirst und checkt den Hof in der Dunkelheit. Ich hätte gern die Eule fest am Standort als "Rattenpolizei".
 

z/7

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Wenn Turmfalken dafür bekannt sind, daß sie Horste bauen lassen, dann wollen sie Nistkästen vllt auch nur möbliert? :unsure:
 
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Gar nix. War das falsch? Ich dachte mir, im Kirchturm ist ja auch nix gepolstert. Klär mich gern auf, Waidmannsdank.
Ja, dann haben wir den Grund dafür das er nicht angenommen worden ist.
Mach 5-10 cm Kies rein. Körnung so 0-8. Kein Sand, der klebt gern an der Atzung. Du kannst den Kies auch mit ein bisschen Torf vermischen oder Walderde.
Die scharren dann eine Mulde da rein. Walderde dazu, oder Torf, verhindert das die Mulde zu schnell wieder zusammenrutscht.
 
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