Nistkastenfalle für Marder

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#1
Waidmannsheil !

Unser Mitforisti Vojta hat dankenswerter Weise Fotos zum Bau einer Nistkastenfalle für Marder verlinkt :



Besonders die mit Rinde verblendete Version finde ich sehr interessant.

Dazu einmal ein paar Fragen :

Was hast Du mit dieser Art von Fallen schon gefangen ?

Was sind die schwarzen Stücke außen ? Trockenpflaumen ?

Wie erfolgt die Entnahme bzw. der Fangschuß ? Abfangkasten scheint schwierig ...

Wie hoch hängt man so was ?

Führt eine Stange bis zum Einschlupfloch ?

Falls man mit dieser Falle nichts fängt, kann man sich immer noch damit trösten, einen schönen Nistkasten gebaut zu haben.

Gruß, WB
 
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#2
Paul Rößler schrieb dazu mal wenn ich mich richtig entsinne "Bau lieber normale Fangbunker da hast du mehr vor"Ich war nicht so schlau und habe stattdessen Mardernistkästen gebaut zum ausklopfen... Ergebnis 0. Zwei von ihnen habe ich über 12 Monate mit einer Wildkamera beobachtet, Marder kamen zwar vorbei und haben auch Leckerchen auf der Erde am Stamm aufgenommen was sich aber in 2m Höhe abspielte hat sie nicht im geringsten interessiert. was ich falsch gemacht habe kann ich nicht sagen. Habe sie umgehangen, sie dienen nun als Nistkästen für andere Höhlenbrüter und werden auch von Eulen sehr gut angenommen.Hingegen habe ich in meinen Marderbunkern schon mehrfach schlafende Marder geweckt. Wir haben hier allerdings nur Steinmarder, Keine Baummarder. Ob es daran lag? Ich kann es dir nicht sagen.schönen Gruß
 
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#4
Habe vor 3-4 Jahren auch mal 6 Marderkisten gebaut und nach Anleitung mit Spanngurten in Laubalthölzern verteilt. Orte waren ruhig, windgeschützt eig perfekt. Stange angelehnt, Dörrobst gekirrt und bei einigen etwas Anisöl an den Stamm.
Ausgeklopft habe ich nur diverse Nachtgreife und Hornissen;-)
 
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#5
Wenn schon eine selektive Marderfalle, dann besser eine (oder ein Standort), zum selektiven Fang von Steinmardern.

Aus Artenschutzsicht ist der selektive Fang von Baummardern (Martes martes) nicht sinnvoll, das ist immerhin eine FFH-Art nach Anhang V der FFH-Richtlinie - übrigens wie der Iltis (Mustela putorius).

Die hier geschilderten Erfahrungen mit Mardernistkästen deuten ja auch darauf hin, dass Baummarder eher selten sind.

In den Wipfeln von alten Weisstannen scheinen sie sich aber recht wohl zu fühlen, als bei mir vor ein paar Jahren mal ein Blitz in eine solche Weisstanne eingeschlagen hat, lag dann daneben ein toter Baummarder.
 
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#6
Wenn schon eine selektive Marderfalle, dann besser eine (oder ein Standort), zum selektiven Fang von Steinmardern.

Aus Artenschutzsicht ist der selektive Fang von Baummardern (Martes martes) nicht sinnvoll, das ist immerhin eine FFH-Art nach Anhang V der FFH-Richtlinie - übrigens wie der Iltis (Mustela putorius).

Die hier geschilderten Erfahrungen mit Mardernistkästen deuten ja auch darauf hin, dass Baummarder eher selten sind.

In den Wipfeln von alten Weisstannen scheinen sie sich aber recht wohl zu fühlen, als bei mir vor ein paar Jahren mal ein Blitz in eine solche Weisstanne eingeschlagen hat, lag dann daneben ein toter Baummarder.
Also die Mardernistkästen die der Jagdkollege in unserem Revier angelegt hat, wären auch nicht für den Baummarder gewesen, sondern wären eher für den Steinmarder gedacht gewesen. Nichtsdestotrotz war trotzdem der Erfolg 0!!! Wir haben eine reines Feldrevier mit wenigen Remisen und Böschungen und erst in 1km Entfernung beginnen einige kleinere Wälder. Da kommt der Baummarder eigentlich nicht vor, obwohl ich heuer in einer WBRF einen Baummarder gefangen habe. Soviel zu kommt selten vor.

Baummarder sind in unseren Breiten (zumindest wo ich herkomme) aber keineswegs so selten wie man annehmen möchte. Da ich das Glück habe auch in einem Waldrevier jagen zu dürfen, habe ich auch Baummarder im Revier. Die Wildkameras zeigen immer wieder Exemplare und selbst nach erfolgreichen Fangtagen sind trotzdem immer wieder Baummarder zu sehen. Auch die Straßenränder auf dem Weg zur Arbeit zeigen oft einen überfahrenen Baummarder. In einigen Revieren wo er vorkommt ist es wahrscheinlich auch so, dass dem Baummarder keine Bedeutung beigemessen wird und das hier doch eher die Schalenwildarten (voran das Rotwild) die Jagdarten Nummer 1 sind. Niederwild ist im Wald auch nicht so häufig und die Hege fürs Niederwild wird deshalb vielleicht nicht so hoch angesehen. Der Balgpreis ist im Keller und der Ansporn für den Fang von Baummarder fällt damit auch weg. Deshalb (ist meine Meinung) sind die Abschusszahlen auch annähernd gleichbleibend und spiegeln keineswegs die tatsächliche Bestände wider. Eher sind die Zahlen rücklaufend aber nicht weil es weniger gibt, sondern weil andere Arten höher bewertet werden und auch deshalb die Bestände durch Fangplätze nicht beunruhigt werden dürfen.
 
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#7
@reini1980

ich kann dir nur vollinhaltlich Recht geben.
Baummarder sind keineswegs so selten wie manch einer denken mag.
Mittlerweile machen sie über 50 Prozent meiner jährlichen Marderstrecke aus
Zumindest ist das in unseren Breiten immer öfter zu beobachten. (

Ausnahme: Wenn hauptsächlich in Dorf Nähe gefangen wird, ist der Anteil der BM meist verschwindend gering. Aber auch hier gehen immer wieder welche in die Falle
 
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#8
Nach den Streckenlisten ist der Steinmarder ungefähr 10-mal häufiger als der Baummarder.
Insgesamt scheint der Bestand des Baummarders in den letzten Jahrzehnten eher abzunehmen, das liegt aber vor allem an der Fortstwirtschaft.
Ausserdem ist der Baummarder im Gegensatz zum Steinmarder kein Kulturfolger, sondern hält sich von Siedlungen überwiegend fern.
Und er erbeutet z.B. Eichhörnchen und Eichelhäher, reduziert also deren Prädationsdruck auf Singvögel etc.

Aus ökologischen Gründen ist eine Bejagung des Baummarders also nicht sinnvoll, und neuere Untersuchungen zeigen, dass er auch beim Schutz vor invasiven Arten wie dem Grauhörnchen eine wichtige Rolle im Ökosystem hat :


http://www.tierwelt.ch/?rub=4495&id=40241

"... Doch der Baummarder mag eben auch die Grauhörnchen. Sogar noch lieber, wie Forscher herausgefunden haben. Sie haben Kotproben von Mardern in Irland analysiert und herausgefunden, dass die Marder achtmal häufiger Spuren des Grauhörnchens im Kot hatten als solche von Eichhörnchen.
Kein «Flucht-Modus» in den Genen
Wie bereits erwähnt: Die Grauhörnchen sind grösser und massiger als die Europäischen Eichhörnchen. Dieser Vorteil gegenüber dem Verwandten könnte zum Nachteil gegenüber dem Räuber werden. Die Grösse macht die Tiere schliesslich auch träger, also zu einer leichteren Beute. Ausserdem haben sie im Laufe ihrer Evolution in Amerika nie lernen müssen, vor Baummardern zu fliehen, während Eichhörnchen diesen Flucht-Modus genetisch «einprogrammiert» haben. ..."


[SUP]Originalpublikation:
Emma Sheehy, Colin Lawton: «Population crash in an invasive species following the recovery of a native predator: the case of the American grey squirrel and the European pine marten in Ireland», Biodiversity and Conservation (2014).
DOI: 10.1007/s10531-014-0632-7[/SUP]
 
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#10
Wir haben insgesamt 4 solcher Kästen hängen. 2 in einem Obsthain und zwei in der Dorfnachbarschaft. Die ersten werden ab und an vom Marder angenommen. Die neu dazu genommenen hatten bisher erst einmal einen Marder gebracht und sonst nichts, was uns wundert.
Wenn man nicht weiß was man mit seiner Zeit anfangen soll, auf jeden Fall ein netter Zeitvertreib. Effektiv ist was anderes.
 
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#11
Nistkastenfalle für Marder und Waschbär

Hallo!
Dieser Tread hier ist ja schon etwas älter und da möchte ich mal schauen ob sich die Meinungen und Ergebnisse geändert haben. Laut dem Buch vom Herrn Westerkamp scheint bei seinen Seminaren diese Nistkastenfalle ein großes Interesse hervor zu rufen und eine sehr gute Anschaffungen zum fangen von Mardern und vor allem auch für Waschbären zu sein. Habt ihr diesbezüglich Erfahrungen gemacht oder ist die alte Meinung das es nichts bringt immernoch vorherrschend?
 
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#13
Ich hatte auch mal eine, war auch nie was drin.
Hatte diese zum Schluss auch mal auf den Boden hinter einer Hütte gestellt. Die vor der Falle ausgelegten Eier waren vom Marder angenommen, in die Nistkastenfalle ist er nicht gegangen.
Die später dort aufgestellte Kastenfalle hat dann zuverlässig Marder gebracht.
Ich weiß nicht warum, theoretisch müsste die Nistkastenfalle fangen, praktisch hat sie es bei mir nicht getan.
 
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