Novellierung des Autorechts

Anzeige
Mitglied seit
6 Dez 2000
Beiträge
300
Gefällt mir
0
#1
hallo ihr alle,

folgenden text habe ich gerade bei
waffen-online entdeckt, ist zwar ewig lang,
aber irgendwie genial.
viel spass beim lesen

GERD


Novellierung des Autorechts- oder:wie komme
ich legal an ein Auto

Copyright Dirk Beckers:

Nun, diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, da muß man etwas weiter ausholen und erklären. Zunächst mal mußt Du Mitglied in einem der großen Automobilclubs (ADAC oder AvD z.B.) werden. Dort mußt Du regelmäßig (so 2 mal im Monat) mit Vereinsautos oder auch Leihautos auf deren Fahrstätte fahren gehen. Bist Du regelmäßig ein halbes Jahr
lang in Deinem Verein gefahren, giltst Du als Sportfahrer und hast ein "Bedürfnis" für den Erwerb und Besitz von 2 Autos. Achtung: manche Automobilclubs verschärfen (in einer Art vorauseilendem Gehorsam) diese gesetzliche Grundlage und verlangen von Dir, daß Du ein Jahr lang regelmäßig im Verein gefahren bist!
Wie ist nun weiter vorzugehen? Dein Vereinsvorsitzender (manchmal auch der Landesvorsitzende) bescheinigt Dir, daß Du regelmäßig am Fahren im Verein teilgenommen hast. Zusätzlich mußt Du eine Prüfung ablegen (früher nannte man sie im Volksmund "Führerscheinprüfung". Führerscheine gibt es aber nicht mehr, doch dazu kommen wir später) die
sogenannte Sachkundeprüfung. Diese Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Im theoretischen Teil kannst Du zu allen Gesetzen der Verkehrsordnung, zu Wirkungen von Autos, deren maximaler Reichweite, Aufbau und Funktion von Autos sowie zu ihren wesentlichen Teilen befragt werden. Im praktischen Teil mußt Du nachweisen, daß Du zuverlässig und sicher mit einem Auto umgehen kannst: betanken, enttanken, zerlegen, zusammensetzen, starten und nicht zuletzt auch fahren. Ob Du immer dort ankommst, wo Du hinfahren wolltest, ist nicht so wichtig. Hauptsache ist, daß Du Dein Auto sicher fahren kannst.

Mit dem Nachweis über die bestandene Sachkundeprüfung und der Bescheinigung über die regelmäßige Teilnahme am Vereinsfahren gehst Du zu der zuständigen Behörde (das kann je nach Bundesland das Ordnungsamt, die Polizei oder eine andere Dienststelle sein) und stellst dort einen Antrag auf Erteilung einer Autobesitzkarte (ABK) sowie einer
Benzinserwerbsberechtigung (BEB). Dabei mußt Du angeben, welche Art Auto Du erwerben willst (also PKW, LKW) und welchen Hubraum das Auto haben soll und welches Benzin damit verwendet wird.

Die Behörde wird dann ca. 1-2 Monate prüfen und bearbeiten. Zu diesem Zweck holt sie eine Auskunft aus dem Bundeszentralregister über Dich ein. Bist Du schon einmal straffällig geworden, dann hast Du Pech: Du bekommst niemals ein Auto! Ferner fragt die Behörde meist bei dem für Dich zuständigen Polizeirevier oder auch der
Staatsanwaltschaft an, ob irgendwelche Auffälligkeiten über Dich bekannt sind. Es kann auch sein, daß ein Polizist zu Dir nach Hause geschickt wird, der Dir ein paar Fragen stellt und sich Deine Garage ansehen will. Damit soll sichergestellt werden, daß nicht irgendwelche "Irren" Autos bekommen oder die Autos nicht sicher verwahrt werden.

Wenn diese Überprüfungen soweit alle zufriedenstellend durchgeführt worden sind, erhältst Du Deine ABK mit der Erwerbsberechtigung und die BEB. Die BEB ist selbstverständlich nur für das zum Auto passende Benzin gültig. Dafür berechtigt sie Dich aber zum Erwerb unbegrenzter Mengen von Benzin. Immerhin! Die Ausstellung einer ABK mit der BEB für ein Auto kostet 160,-- DM. Demzufolge für 2 Autos 320,-- DM.

Die Erwerbsberechtigung für Dein Auto ist 1 Jahr lang gültig. Damit gehst Du zum Autohändler, legst sie vor und darfst ein Auto kaufen. Der Händler trägt den Kauf dann in Deiner ABK ein. Innerhalb von 2 Wochen mußt Du dies dann bei Deiner zuständigen Behörde melden. Sie stempelt dann Deine ABK nochmals ab und berechnet Dir dafür weitere 25,-- DM je Auto.

Nun bist Du also legaler Autobesitzer. Du darfst jetzt Dein Auto mit nach Hause nehmen, z.B. um es zu reinigen oder zu reparieren. Allerdings mußt Du es immer sicher in der Garage verschließen. Aber Achtung: auf Deinem eigenen Grundstück oder in Deiner Wohnung darfst Du Dein Auto auch führen. Du führst Dein Auto, wenn Du Benzin einfüllst und es dann schiebst. Jaja, man muß noch nicht einmal fahren! Fahren darfst Du zuhause sowieso nicht, das darfst Du nur auf behördlich genehmigten Fahrplätzen.

Bei dem Transport Deines Autos zu einem solchen Fahrplatz - also zu Deinem Automobilclub z.B. - mußt Du immer darauf achten, daß Du Dein Auto nicht führst! Also: das Benzin ist aus dem Tank zu entfernen und getrennt vom Auto zu transportieren. Besser ist es, wenn Du auch den Tank ausbaust, selbst wenn er leer sein sollte. Auto und Benzin müssen so transportiert werden, daß sie nicht mit weniger als 4 Handgriffen fahrbereit gemacht werden können. Sonst würdest Du Dein Auto nämlich in der Öffentlichkeit führen und das ist streng verboten!

Amsonsten solltest Du ab jetzt aufpassen, daß Du Dir nichts zu schulden kommen läßt, weil man Dir sonst u.U. Deine ABK wieder aberkennt und Du Dein Auto sofort verkaufen mußt. Außerdem solltest Du weiterhin regelmäßig (also mindestens alle 2 Wochen) mit Deinem Auto in Deinem Automobilclub fahren gehen, weil die Behörde sonst annehmen könnte, daß Du ja gar kein Bedürfnis mehr zum Besitz eines Autos hast. Ist ja auch klar, warum solltest Du ein Auto besitzen dürfen, wenn Du eh nicht fährst!

Willst Du mehr als 2 Autos erwerben und besitzen wirds schwierig. Jetzt brauchst Du in jedem Falle eine "Befürwortung" durch den Landesvorsitzenden Deines Automobilclubs. Dazu mußt Du genau darlegen, wieso Du ein weiteres Auto benötigst. Sonst könnte nämlich der Landespräsident (oder später die Genehmigungsbehörde) auf die Idee kommen, daß Du ja auch mit Deinen schon vorhandenen Autos von A nach B fahren kannst und Du also kein weiteres Auto brauchst. Außerdem will der Präsident sehen, daß Du in ca. 70-80% der Fälle auch dort angekommen bist, wo Du hinfahren wolltest. Mit dieser "Befürwortung" stellst Du dann wieder bei der zuständigen Behörde einen "Antrag auf Erteilung einer Auto-Erwerbsberechtigung". Falls die Behörde Deiner Argumentation warum Du ein weiteres Auto benötigst (also ein "Bedürfnis" hast, sorry für das Wort, aber so ist das Amtsdeutsch nunmal) folgt, wird sie wieder 1-2 Monate zur Prüfung (siehe oben, Zentralregisterauszug usw.) brauchen und Dir dann gegen Zahlung von 160,-- DM eine weitere Autoerwerbsberechtigung mit Benzinerwerbsberechtigung in Deiner ABK eintragen. Aber das kennst Du ja schon.

Falls Du Dein Auto auch in der Öffentlichkeit führen willst, brauchst Du einen Führerschein. Der ist aber so gut wie gar nicht zu bekommen - es sei denn, Du bist Taxifahrer oder Politiker. Amsonsten mußt Du nämlich nachweisen, daß Du über die normalen Maße hinaus mobil sein mußt und von daher einen Führerschein benötigst. Aber wie gesagt, es ist fast unmöglich einen Führerschein zu bekommen. Man wird immer argumentieren, daß die Taxifahrer ja schließlich für Deinen Transport zuständig sind und wo kämen wir denn hin, wenn jeder sich situationsbedingt selber mit seinem Auto transportieren würde! Auch das Argument, daß Du ja schließlich weit draußen auf dem platten Land wohnst und es bestimmt 30-45 Minuten dauert, ehe ein Taxi kommt um Dich zu transportieren, wird Dir nicht helfen! Notfalls mußt Du eben auf das Taxi warten oder zu Fuß gehen.

Dann gibt es noch sogenannte Autosammler. Das sind Menschen, die eine Sammel-ABK haben. Damit sind sie berechtigt, Autos, die zu ihrem Sammelthema passen, zu erwerben. Allerdings müssen diese Autos fast ausnahmslos vor 1945 hergestellt worden sein. Moderne Autos sammeln ist nicht! Das Sammelthema muß historisch bedeutsam und möglichst neu sein. Dazu stellen meist Autosachverständige ein Gutachten über das Sammelthema aus - gegen Kohle natürlich! Vor der Ausstellung einer Sammel-ABK wirst Du allerdings einer harten Prüfung unterzogen. Du solltest schon die Entwicklungsgeschichte Deines Sammelautothemas in all ihren Ausprägungen und Sonderausstattungen kennen und diese auch in einen historischen Gesamtzusammenhang bringen können. Es schadet auch nicht, wenn Du ein oder zwei bedeutende Autos Deines Sammelthemas im Detail mit allen ihren Einzelteilen kennst. Du solltest schon sagen können, ob die Nockenwelle, die man Dir vorzeigt, nun von einem Mercedes oder einem BMW stammt...

Hast Du erst mal eine Sammel-ABK, dann mußt Du besondere Vorkehrungen treffen, um Deine Autos sicher zu verschließen. Deine normale Garage reicht dann nicht mehr, denn mehr wie 5 Autos in einer Garage sieht die Behörde gar nicht gerne! Du baust besser gleich unter Deinem Haus ein besonders gesichertes Parkhaus, dann sollte es keine Probleme geben. Und Du solltest so mindestens einmal im Jahr ein Auto für Deine Sammlung erwerben, weil man sonst den Sammelzweck und den Sammelwillen nicht mehr erkennen kann und Dir die mühsam erlangte Sammel-ABK wieder abnehmen kann.

Problematisch wirds, wenn Du stirbst und Deine Autos vererbst. Deine Erben haben ja in der Regel keine ABK. Daher ist es der einfachste Weg, dann die Autos in einen nicht-fahrfähigen Zustand zu versetzen. Dazu verschweißt ein Automacher z.B. den Motor. Dann dürften Deine Erben das Auto behalten. Amsonsten müßten sie eine ABK beantragen. Meist bekommen sie diese auch - wenn sie nicht straffällig geworden sind, aber das kennst Du ja schon... Allerdings wird man ihnen keine Benzinerwerbsberechtigung für das Auto ausstellen, damit sie nicht in Versuchung geraten, mit dem Auto zu fahren.

Eines kannst Du gleich vergessen: sogenannte "Anscheinsautos". Das sind Autos, die entweder tatsächlich zu militärischen Zwecken eingesetzt worden sind oder aber auch nur so aussehen, als seien sie militärische Autos. Da reicht schon die Farbe oder ein besonders auffälliger Kühlergrill und schon ist so ein Auto ein "Anscheinsauto" - und somit verboten für den privaten Autobesitzer! Nicht, daß militärische Autos jetzt irgendwie gefährlicher wie normale Autos sind. Nein, aber stell Dir mal vor, was Trudchen Normalo für eine Angst bekommt, wenn sie sich auf Euren Fahrplatz verirrt und sieht, wie Du dort mit einem Militärauto fährst! Sie könnte ja glauben, es sei Krieg! Also: militärische oder "Anscheinsautos" is nicht. Was ein "Anscheinsauto" ist, bestimmt das jeweilige Bundesland. Dein Pech, wenn Du in NRW ein Auto ganz legal erworben hast, welches in Bayern z.B. als "Anscheinsauto" gilt. Du darfst dieses Auto nie durch oder nach Bayern transportieren, weil der Besitz dort strafbar wäre! Ach ja: der Begriff "Anscheinsauto" gilt auch für Spielzeugautos. Also: laß lieber die Finger von diesen Matchbox-Militärautonachbauten. Wenn man Dich damit erwischt, dann bist Du Deine ABK los, auch wenn es nur ein Spielzeugauto ist...

Du solltest Dich darauf einstellen, daß Du als legaler Autobesitzer nicht so gerne gesehen bist. Ist ja klar, wer ein oder auch mehrere Autos besitzen und fahren will, der kann ja nicht ganz richtig im Kopf sein. Ein potentieller Amokläufer und Mörder - glaubt zumindest die Gesellschaft. Hab ein bischen Verständnis für Deine Mitmenschen, sie wissen es ja nicht besser. Wer kennt sich schon im Autorecht so genau aus? Und es passiert ja auch soviel mit Autos. Meist sind dies zwar illegale Autos, aber das spielt für die Presse erst mal keine Rolle. Kann ja niemand ahnen, daß Du ein mehrfach überprüfter und sachkundig ausgebildeter Fahrer bist.

Jetzt wirst Du wahrscheinlich sagen: "Was soll der ganze Schwachsinn?!?" Eigentlich hast Du ja Recht, aber bedenke mal, was all die Jahre mit Autos so angestellt wurde. Da gab es doch Zeiten, in denen der Besitz und das Führen von Autos nur schwach reglementiert war. Jeder hatte ein Auto und dementsprechend viel ist passiert. Jaja, teilweise bis zu 9.000 Tote pro Jahr! Nur, weil jeder ein Auto führte! Aber die Zeiten sind ja gottseidank lange vorbei...
 
Mitglied seit
6 Jan 2001
Beiträge
1.703
Gefällt mir
1
#2
Ganz schön langer "Tobak".
Du hast aber zu bedenken, daß Jäger und Waffenbesitzer nun mal nicht im Trend liegen, bei "Rot-Grün" schon gar nicht - wenn die anderen großen Themen wie Steuerreform, Gesundheitsreform und Rentenreform; Kleinigkeiten und Hysterien wie z.B. Kampfhunde etc. "abgearbeitet sind, dann werden endlich auch die Waffenbesitzer und Jäger dran sein.
Warte ab, insbesondere die Grünen haben einen langen ideologischen Atem, da wo 2 und 2 = 6,3 oder so Ähnlich sind.
Und die Meisten haben dem nichts entgegenzusetzen oder weichen solchen z.T. Fanatikern aus (oder versuchen sich mit ihnen zu arrangieren - diese werden dann i.d.R. absorbiert!).
Die Folge ist dann vielleicht als nächstes die "Attacke" auf die Niederwildjagd, mit Argumenten wie z.B. "Im Dorf den letzten Hasen" totschießen ...".
Damit wird die Jagd dann fallen, wenn dies nicht schon ständig im Ansatz schon verhindert wird.
Bestimmte Verbände aber arbeiten da schon ständig fleißig dran.
Erst die Forsten, zwischendurch die landverbundenen Bauern, dann die Jäger - und weg sind sie.
Ich kann nur hoffen, daß ich nicht recht habe ----?!?!?!????!!!!????
hab da aber so ein ungutes Gefühl und das wird immer schlechter.
 
A

anonym

Guest
#3
Nach diesen Beiträgen wundert mich so einiges überhaupt nicht mehr. Die Argumente die ich beim Vogel und bei Gerd lese, müssen Nichtjägern aufstossen, und genau zu dem Image führen, welches uns - auch politisch - zu Schaffen macht.
És nützt keinem etwas, bestimmte Interessengruppen zu verteufeln und für die Restriktionen verantwortlich zu erklären, die uns der Gesetzgeber aufbürdet.

Darüber hinaus solltet Ihr euch darüber im Klaren sein, daß beispielsweise der Waffenbesitz ausschließlich zur Ausübung der Jagd dienen soll. Wir alle wissen hinlänglich, daß es in der Jägerschaft auch Waffenliebhaber gibt, die den Jagdschein besitzen um ihrer Leidenschaft ungetrübt fröhnen zu können. Dies sei ihnen aus meiner Sicht auch vergönnt. Jedoch gilt auch für diese Gruppe, daß sich jeglicher Waffenbesitz ausschließlich durch den jagdlichen Hintergrund legitimieren darf.
Anders ausgedrückt; die Waffennarren sollten über die Freiheiten, die Ihnen der Jagdschein einräumt eher dankbar sein anstatt mit derart deklassierenden Meinungsaüßerungen Öl in das Feuer der Jagdgegner zu giessen.
Weidmannsheil,
Björn
 
Mitglied seit
6 Dez 2000
Beiträge
300
Gefällt mir
0
#4
@jonny,
nun aber mal nicht so bad.
Das was der grosse vogel geschrieben hat, kann schneller passieren, als uns allen lieb ist.
Die grüne partei zählt nun mal nicht zu den befürwortern der jagd, jedenfalls nicht in der form wie sie heute ausgeübt wird.

Unterscheiden solltest du auch zwischen nichtjägern und jagdgegnern.Einem nichtjäger kannst du mit sachlichen argumenten sinn und zweck der jagd näherbringen.Er wird es akzeptieren oder auch nicht, aber deshalb noch lange kein jagdgegner!

Mit den wirklichen jagdgegnern ist sowieso keine vernünftige diskussion möglich, also
bemühen wir uns da erst gar nicht.

Der text über die novellierung wurde von mir original von waffen-online übernommen und gegen satirische beiträge dieser art dürfte wohl niemand etwas haben.
(wenn du andere beiträge von mir meinst, lass es mich wissen)


zitat jonny:
---------------------------------------------
Darüber hinaus solltet Ihr euch darüber im Klaren sein, daß beispielsweise der Waffenbesitz ausschließlich zur Ausübung der Jagd dienen soll.
----------------------------------------------
-lass das mal nicht die sportschützen lesen!!

Nochmal zu argumenten und beiträgen: gegenüber anderen foren (über jagd und jäger), sind wir hier bei wuh die reinsten chorknaben.


GERD
 
Mitglied seit
6 Jan 2001
Beiträge
1.703
Gefällt mir
1
#5
Danke Gerd.
Das "Bild" des Jägers und auch des Försters war früher! traditionell, die Zeiten sind leider vorbei; ein "Image" und zwar ein negatives hat man den Jägern schon verpaßt. Daran wird leider kein Artikel mehr etwas ändern.
Wo es noch einigermaßen in Ordnung ist, ist vielleicht der ländliche Raum, wo man noch "normal" mit der Natur umgeht, und die Natur versteht.
In einer "Bambi"-Gesellschaft ist nunmal einiges anders geworden.
Realität interessiert im Übrigen auch die Meisten wenig, scheren tut es sie noch weniger.
Bestimmte Instutitionen gilt es nicht zu verteufeln, sonder festzustellen ist, daß sie definitiv der Jagd wenigstens in Teilbereichen den "Kampf" angesagt haben - es gilt zu erkennen !!!.
Und das ist deutlich.
Beispiele gibt es dafür viele - die hier den Rahem des Beitrages sprengen würden, insbesondere wenn man die Hintergründe und einzelnen Interessen dazu eräutern würde.
Aber die Meisten auch von uns Jägern differenzieren nicht immer - und leider immer weniger - die Meisten geben sich in der Öffentlichkeit auch auf oder passen sich nicht immer im Sinne der Jagd einfach an!
Wichtig ist hat einmal ein Feldherr gesagt: "Wer den Feind und seine Eigenschaften nicht kennt wird verlieren" - und wer davor die Augen verschließt m.E. erst recht .
Und wer den lieben Konsens ständig sucht wird "gebuttert" und vielleicht "geschluckt", auch dafür gibt es mittlerweile reichlich Beispiele , auch in der Jagdpolitik. Teilweise ist dies in WuH auch in vielen Artikeln deutlich gemacht.
Aber die Hoffnung soll man wohl nie aufgeben!
 
Mitglied seit
16 Dez 2000
Beiträge
11.022
Gefällt mir
7
#6
Als Anmerkung zum Großen Brachvogel :
Wenn ich die Diskustionsproblematik als
Jäger und in meinem Fall auch als Viehhaltender Landwirt hinterfrage, komme ich eigentlich immer auf den gleichen Punkt :
In unserer Konsumfreudiegen welt in Ballungszentren hatt niemand mehr den umgang mit dem Tod gelernt. Ich selber mußte mir
von Beckanten schwerste vorwürfe gefallen
lassen, als ich denen beileüfig erzählt habe,
das ich Sonntags immer mit meiner 3-Jähriegen Tochter ins Revier gehe und die sich schon die ganze Woche drauf freut.
Dann gings los :
Wie kannst du nur, wenn du was "Abschiest", wie willst du das vor deiner Tochter vertreten !
Meine Antwort :
Du darfst nicht die Fehler deiner Erziehung auf deine eigenen Kinder übertragen ;
Tod kommt doch in den meisten Famielien nicht mehr vor : Fleisch vom Schlachter;
Fisch aus der Dose; Hänchen aus der Gefrietruhe beim Supermarkt und die Alten
Menschen ins Altersheim !
Reaktion der doch sehr resulten Dame ( 1,80 Meter groß und 110 Kg Schwer )= 2 Minuten Pause, dann die Worte : Sch... ; du hast ja Recht!
Viele Verbraucher und auch unsere Jagdgegner
haben es wohl noch nicht verstanden, das mann erst ein Tier Schlachten muß, um sein Fleisch zu Essen.

P.S.
meine Tochter kennt alles heimische Wild vom
Ansehen, und als ich auf einem Reviergang ganz überraschen einen überleufer in ihrem beisein erlegte war ihr komentar :
Toll, noch mal Pappa !

In letzen Jahr sind 2 ihr nahestehende Personen ( Ihr Opa mit 66 und ihr Vetter mit
18 Jahren) verstorben und Sie muste Abschied von ihrem Spielgefährten, unserem alten
Drahthaarrüden mit 16 Jahren nehmen, für sie sind alle im Himmel und es wird nicht mehr
danach gefragt

Andreas
 
Mitglied seit
6 Jan 2001
Beiträge
1.703
Gefällt mir
1
#7
Vielen Dank für deine offenen realistischen Worte Rugen.
Die Mehrheit, da bleibe ich bei meiner Feststellung, ist der Realität entrückt, sind stellenweise zu "kleinen softies" geworden.
Das ist auch von der Masse so gewollt - alles ist gut - jeder ist gut - alles wird gut - M.E. ist das esoterischer Quatsch und hat eher mit Fiktion zu tun.
Vielleicht geht es uns insgesamt eben auch zu gut - und dann geht ja der Esel bekanntlich aufs Eis.
Im Übrigen haben unsere Jagdgegner u.a. insbesondere in "Spontikämpfen" .... und Klassenkampf ihr "Können" unter Beweis gestellt - man braucht nur in die Tagespresse schauen.
Ehemals z.B. einem Polizisten in die "Fresse" zu hauen ist ja nicht schlimm, "töten" vor allem von wehrlosen Tieren - auch wenn man sie eigentlich Essen will- schon.
Und so ist den Bambimördern der Kampf angesagt(ich bleibe bei diesem Wort - jedes andere würde nicht zutreffen) - leider - weil:
wie Rugen schon ausführt:
Man geht in den Supermarkt, greift ins Regal - unten Styropor, oben Folie - dazwischen was Weißes - Fleisch!?- und vielleicht Blutsud darunter?! - igitt igitt - alles der Realität entrückt.
Würde Otto-Normalverbraucher eine Wildtiererlegung miterleben, erlebt er es i.d.R. positiver als ein gesehenes "Massentierschlachten" am Fließband im Schlachthof.
Meine Oma ging früher in den Hühnerstall - dann machte es klack - und dann gab es Hähnchen!

Was mich zusätzlich dann noch böse(nicht militant!) macht ist, daß viele Leute - auch Jäger- bestimmte Hintergründe gar nicht erkennen, aber mit"faseln" - auch das kann ja und darf ja auch jeder - egal zu was -
manchmal einfach zu typisch deutsch und liegt vor allem im Trend -
Fachkompetenz (siehe unsere Minister) ist ja eher hinderlich!!(Und wenn einer wie z.B. Funke Ahnung hat muß er eben u.U. doch wegen Hysterie und Dummheit der Masse gehen).

So war z.B. ehemals der NABU eine tolle ornithologische Vereinigung von einer honorigen Dame mit guten Fachkenntnissen über die Vogelwelt gegründet.
Neues Reizthema!
Dieser Verein wurde dann kommerzialisiert um Mitglieder zu gewinnen. Also auch für Luise "Piepenbrink - für Hund und Katze .......
Die Masse und nicht die Klasse machts halt - und dann scheibchenweise mit Ideologie werden bestimmte Ziele insbesondere der Grünen konsequent durch diese verfolgt - mit Erfolg weil die Anderen zurückschrecken - und das obwohl z.B. diese Gruppe vieleicht nur ca. 6 % der Wähler darstellt.
Aber man setzt sich halt mit Penetranz durch - und das mittlerweile softig - weil sie haben gelernt.
:)

[Dieser Beitrag wurde von Großer Brachvogel am 19. Januar 2001 editiert.]
 
Mitglied seit
16 Dez 2000
Beiträge
11.022
Gefällt mir
7
#8
Wahre Worte; Großer Brachvogel !
Mal eine Frage :
Womit hats unser Wild und unsere Natur
eigentlich verdint, das ihr Ideologien und
Emutionen angetan werden ?
Die Natur selber kennt solches nicht.

Ich habe mich auf einer Diskutionen mit Tierschützern mal sehr unbeliebt gemacht,
weil ich volgende Feststelung getrofen habe :

Wenn sich Menschen mit Tieren ideologisch
identifizieren, dann geht das nur wen sich der Mensch auf die Stufe eines Tieres stellt;
ein Tier würde sich niemals auf die gleiche Stufe wie ein Mensch stellen !

Andreas
 
A

anonym

Guest
#9
Zunächst einmal zum großen Brachvogel:
Um Missverständnisse zu vermeiden, auch ich bin Jäger und überhaupt nicht mit der derzeitigen Jagdpolitik einverstanden. Auch stimme ich dem Vogel zu, daß wir uns in einer Gesellschaft bewegen, deren ethischen Werte zumindest nicht befürwortend der Jagd gegenüberstehen. (Bambi-Gesellschaft)
Doch ich suche keineswegs den "lieben Konsens", wenn es um Fragen der Jagd geht. Ich bin lediglich der Meinung, daß wir alle uns darüber bewußt sein sollten, daß die Aüßerungen, die wir hier in diesem Forum tätigen, öffentlich sind und somit zum Bild der Jägerschaft - in ebendieser Öffentlichkeit - beitragen können.
Dies bedeutet nicht etwa, daß ich zur jagdlichen PC aufrufe. Auch ich liebe das offene Wort, und gebe zu, daß auch die Provokation ein Mittel des Dialoges sein kann, jedoch nicht das Einzige.
Doch wer von Kampfansagen und "Feinden" redet und mit Feldherren Zitaten argumentiert befindet sich im (zugegebenermaßen metapherisierten) Grabenkrieg jedoch ganz sicher im rhetorischen Abseits.

An Gerd möchte ich folgendes richten:
Auch ich verstehe den Unterschied zwischen Nichtjägern und Jagdgegnern wie Du ihn dargestellt hast. Jedoch läuft man unweigerlich Gefahr ebenso wenig als möglicher Dialogpartner in Frage zu kommen, wenn man extreme Äußerungen seien sie auch satirischer Natur in diesem Forum abbildet. Ich habe auch nie die Veröffentlichung der Satire als solcher kritisiert.
Doch solltest Du nicht vergessen, daß die Satire immer auch politisch ist und als Meinungsbild allemal heranzuziehen ist.

Und noch etwas versöhnliches zum Schluß - Ihr habt recht es gibt wahrhaft schlimmere als Euch und eure Kommentare. :)

Weidmannsheil,
Jonny B. Good
 
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Oben