NRW: Grünes Jagdgesetz wird gekippt

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Allerdings: wenn man bei jedem Licht mitten in der Nacht jagt, dann wird man alles Wild heimlicher machen.
Aber dann bitte Beweise und keine Kaffeesatzleserei und Kristallkugel wegpacken!
Wann hat Schwarzwild Todesangst? Wie entsteht Angst beim Wild? Darüber hab ich hier schon einiges geschrieben. Wir dürfen die Denkweise eines Menschen nicht auf das Wild übertragen. Wenn es in der ganzen Evolution nicht immer wieder Menschen gegeben hätten, die auch mal eingfahrene Wege verlassen und etwas Neues ausprobiert haben, würden wir immer noch auf den Bäumen sitzen und Bananen kauen.
Ich jage mit Technik übrigens weniger in der Nacht als vorher, aber effektiver.
 
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Eine größere Heimlichkeit des Schwarzwildes ist nicht meine Sorge, heimlicher als jetzt, geht ja kaum. Aber wenn ich dadurch das wiederkäuende Schalenwild heimlicher mache, dann wars ein Schuss ins Knie des Waldeigentümers. In der Abwägung ist das keine Alternative.
Vielleicht, wahrscheinlich sogar, gehen wir von unterschiedlichen Landschaften aus, in denen wir jagdlich unterwegs sind. Deshalb kann es sein, dass es für Dich ein gutes Konzept ist.
Und, ganz aktuell, im ASP-Einsatz, wird das NZG unentbehrlich.
 
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Da gibt es andere Baustellen.

Denken wir an die geliebte Januarjagd, wenn endlich etwas Schnee fällt, an das Wild denkt niemand. Wenn den Jägern etwas an Rotwild liegen würden, dann würden sie die Januarjagd ablehnen. Wir machen seit Jahren vor Weihnachten Schluss mit dem Rotwild auf 12.000 ha. Und wir sind bei rd. 1 % frische Schälschäden pro Jahr im Rotwildkernbereich. Ich habe in meinem Pirschbezirk von 280 ha jedes Jahr um die 10 Stück Rotwild erlegt. In 10 Jahren aber davon nur 2 Hirsche (3.Kopf). Tanne wächst mit Einzelschutz, Buche ohne Schutz, Ahorn wird verbissen kommt aber immer mehr durch. Dazwischen Vogelbeere...So ganz falsch scheint das Jagdkonzept nicht gewesen zu sein. Aber es fordert persönlichen Verzicht zu Gunsten des Rotwildes. Wer will das?

Aber so bleibt die Knochenernte bis zum letzten Januar am Tresterhaufen das geliebte Kind. Es wird bei uns im Januar max. 2-3 % des Gesamtabschusses erlegt. Keine Riegler im Januar! Außer wenn vielleicht mal Wild abseits der Fütterung überwintern will. Wenn man aber nicht bis zum Schluss kirrt, wandern sie auch in die Fütterungseinstände.

Eine Reihe von Foristi haben bei mir gejagt die das bestätigen können. Wir gehen ohne Taschenlampe vom Hochsitz runter, das Wild ist tagaktiv. Ich wurde immer gefragt wie lange blieben wir sitzen? Aber im Kernbereich wird auf Schwarzwild nicht oder nur an Randbereichen gekirrt. Mit dem Erfolg, die Sauen können nicht bis 23 h im Kessel bleiben und sich dann überlegen welches Kisterl sie heute aufdecken. Sie sind früh auf den Läufen und werden bei Büchsenlicht erlegt.

Ja das Leben kann schon ein wenig einfacher sein, wenn man will!
 
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Noch was vergessen: Zielwildart ist das Rotwild. Das hält selbst das Rehwild zurück. Wird das Rotwild verdrängt, drückt das Rehwild nach. Da ist man schnell in der Spirale aus der man nicht so schnell rauskommt. Klar muss man beim Rehwild noch etwas nachhelfen.

Ab Anfang Dezember wird gefüttert und wir haben in den Fütterungseinständen keine Schäden (Inventurbeweis). Aber man darf halt da nicht reinriegeln, nur weil man ein paar Stücke sicher weiß und der Sabber läuft.

Rotwildjagd zu Gunsten des Rotwildes und des Waldes ist persönlicher Verzicht in einigen Dingen. Das Rotwild sollte im Mittelpunkt stehen, nicht die Bedürfnisse des Jägers, welche sich wieder mit denen den Grundbesitzers oft beißen.
 
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