Ohne Jagdhund noch schund?

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Springst Du nach dem Schuß sofort vom Sitz zum Anschuss? Bei den momentanen Temperaturen ist der Schweiss doch ruckzuck erkaltet. Wenn ein Stück noch etwas läuft und ins Gebüsch entschwindet, dann nutzt die WBK nicht viel...

Bei der aktuellen Vegetation sehe ich mit der WBK auch einige Meter ins Gebüsch und das auch auf einige Meter, sogar den Schweiß. Sprich, vom Sitz aus.

Ich sehe die Probleme eher im Sommer, wenn alles dicht und durch die Sonne warm ist.

War von mir nur eine Antwort auf die These, ob die WBK ein Grund für den Rückgang der Nachsuchen ist.
Und ich denke auch, dass durch die Vorsatzgeräte die Fehlschüsse aufs Schwarzwild deutlich weniger geworden sind.
 
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24 Feb 2021
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Mit dem Einsatz von Nachsichttechnik werden Fehlschüsse auf das Schwarzwild wohl nach der Wahrnehmung vieler NSF weniger, was ja auch sehr zu begrüßen ist.

Die WBK wird sicher dort funktionieren, wo ich kaum Bewuchs habe oder, wo ich vom Sitz aus möglichst weit sehe, sonst bin ich mit ihr schnell an der Grenze.

Ich war am Wochenende auf Sauen und habe auf ca. 50 m an der Kirrung einen Überläufer beschossen (bestes Licht dank Mond, Nachtsichtzieloptik habe ich keine). Nach dem Schuss 15 Minuten gewartet, dann zum Anschuss, dort Schweiß - schöne Mischung aus Lunge und dunklem Schweiß -, sonst keine Pirschzeichen, weil alles gefroren.

Links dichter Bewuchs, rechts etwas lichterer Bewuchs, ich habe bis 10m im Umkreis des Anschusses alles abgesucht, dann WBK ausgepakt und mit der geschaut,nichts. Keine Schweißtropfen mehr, keine Sau.

Hund geholt, Hund an den Riemen, nach 40 m einen Schweißtropfen verwiesen, 5 Meter später begann dann die Schweißautobahn und nach weiteren 20m lag die Sau mit bestem Blattschuss.
Ohne Hund läge die Sau heute noch im Wald.

Einen eigenen Hund bräuchte ich deshalb aber nicht.
 
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4 Jul 2018
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dass ein Jagdhund enorm wichtig sei und dass zu einem Jäger auch ein Jagdhund gehöre.
Dem ist definitiv so! Nur sollte das Wohl des Hundes immer im Vordergrund stehen. Dazu gehört auch auf einen Hund zu verzichten.

Ich habe mich derweilen gefragt, wieso? Drückjagden ist klar, darüber brauchen wir garnicht sprechen.
Aber für den Ansitzjäger, der vielleicht zwei mal die Woche ins Revier fährt, ist doch ein Jagdhund überflüssig oder nicht?
Es geht auch um alles weitere. Jagd besteht nicht nur aus Ansitz und Druckjagd. Der Hund ist ein täglicher Jagdbegleiter.

Ich kann nur von mir erzählen. Vater (selbständig und separater Haushalt) ist mit dem Hund von 365 Tagen im Jahr mindestens 364 Tage im Revier (vielleicht etwas übertrieben).
Ich nehme ihn auch regelmäßig mit und hole ihn nachts eigentlich fast immer zum Bergen dazu, auch wenn ich das Wild alleine finden würde.

Die Umstände bringen auch Probleme mit sich. Ich bin nicht das Alpha Tier.... Daraus resultiert auch der Wunsch nach einem eigenen Jagdhund, der wahrscheinlich mehr Sofahund als Jagdhund wäre.
Nur woher die Zeit für den Hund und die Ausbildung nehmen wenn beide Partner ca. 10 bis 12h jeden Tag außer Haus sind....

Edit: es kommt regelmäßig vor, dass ich das Stück eben nicht auf die Schnelle ohne den Hund finden würde. Gerade im Wald wenn das Stück noch ein paar Meter macht und zufällig in einem Loch oder hinter einem Baumstamm zum liegen kommt. Dann nützt auch keine WBK etwas. Für diese Fälle sollte ein Freund mit Hund vorhanden sein, den man nachts um 2 Uhr anrufen kann. Für mich kommt es nicht in Frage für eine Totsuche bis zum nächsten Morgen zu warten.
 
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Doch hat sich gravierend geändert, früher gab es in meinem Umfeld keinen einzigen Haushalt der 8-10 Stunden Verlassen war, Ehefrau war immer zu Hause, dann hat noch die ältere/jüngere Generation in diesem Haushalt gelebt,... wenns gar nicht ging kamen die Großeltern vorbei und schauten sich um den Hund um.
Heutzutage sind fast alle Haushalte 8-10 Stunden am Tag verlassen, bis auf Freitag und am Wochenende, also den Hund ganzen Tag alleine im Haus/Wohnung eingesperrt haben, wennst selber mal Krank bist, Spazierengehen, beschäftigen,.... so einfach ist das nicht, wie mein Großvater noch gelebt hat, Großmutter noch fit, war es noch ein einfacher.
Ich bin selbst mit Hunden aufgewachsen vom Baby bis jetzt war immer ein Hund bei mir im Haus.

So ist es in meinem Umfeld, darum nehmen Jagdhunde rasant ab, komischen Partnerersatzhunde werden dafür immer mehr, 5 Tage/Woche ganzen Tag im Haus eingesperrt, vor der Arbeit schnell Gassi, wenn man mal Krank ist hat der Hund Pech gehabt, wenns blöd kommt wird er ins Tierheim abgeschoben, mir tun diese Wesen unendlich Leid.
Urlaub fahren kommt noch hinzu egal ob Schiurlaub oder MAlediven.

Also bitte gut Überlegen mit dem eigenen Hund anschaffen.
Ja da hast du schon recht. Jedoch glaube ich nicht, dass die „Hausfrauen“ früher die Hunde bespaßt haben.

Wenn ich so an meine Kindheit und die Hunde der Jagdfreunde meines Vater denke. Gut das ist jetzt auch erst 20 Jahre her, aber dennoch. Da wurden (und werden auch heute noch) die Hunde tagsüber im Hof/ Zwinger/ Auslauf gehalten. Ich glaube nicht das es hier wirklich eine Rolle spielt ob die Frau zuhause ist oder nicht.
 
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meinst du damit, dass Nachsuchen jetzt vermehrt mit Wärmebildkamera und Wärmebilddrohne durchgeführt werden, oder das mit der "Technik" weniger Stücke krankgeschossen werden?
Die Nachsuchen sind deutlich zurück gegangen. Gerade schlechte Schüsse wie früher "Vorne/Hinten" verwechselt und was sonst noch bei SW vorkam ist so gut wie nicht mehr vorhanden. Auch die Wärmebildkamera trägt ihren Teil bei. Merke ich doch selber, bevor ich den Hund Zuhause hole, gucke ich mit der WBK vom Anschluss aus und häufig sieht man die Stücke dann liegen. Genauso nehme ich nach dem Schuss sofort die WBK und meist sieht man dann auch die Flucht, sofern der Wald nicht zu dicht ist.
 
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Im Niedersächsischen Jäger war im Juni ein Beitrag drin, bei dem mehrere Schweißhundeführer dazu befragt wurden, wie sich die Nachsuchensituation mit der Verbreitung der Nachtsichtbeobachtung- und zieltechnik geändert hat. War auch ein Interview mit einem früheren Foristen dabei.

Die Erfahrungen waren damals unterschiedlich zur Anzahl und Art der Nachsuchen. Übereinstimmend meinten aber alle, dass die typischen "Bergehilfen" weggefallen sind.
 
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28 Mai 2018
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Das Problem ist nicht einen Hund zu haben.
Das Problem ist den Hund ordentlich auszubilden und danach auszulasten.

Viele Hunde, die ich kenne, schaffen es bis Schritt 1, jetzt ist der Hund da. Oh mist ist viel Arbeit und jetzt? ja der macht das schon irgendwie...
Manchmal wird Schritt 1 wiederholt. Kenne ich auch einige.. Dann sind da 3 "Jagdhunde".
Meiner subjektiven Wahrnehmung nimmt das leider zu. Dann kommen auf 10 Hunde die "arbeiten" 1,2, die auch etwas können, da Sie ausgebildet wurden.
Es dauert eben 1-2 Jahre bis der Hund ausgebildet ist und dann folgt die Praxis.
Ich helfe immer gern im Umfeld, aber oft hapert es dann an Schritt 3 der Auslastung.

Das muss jeder für sich entscheiden, ich habe mich entschieden, dass es vorerst der letzte Hund sein wird, den ich so zum Spezialisten ausbilde. Job technisch schaffe ich es einfach nicht mehr dem dauerhaft(!) gerecht zu werden.
Ob es nochmal einen Jagdhund danach geben wird, muss sich zeigen.
Wir haben unsere Urlaube zu großen Teilen nach dem Hund gerichtet und mit ihm ganz Europa bereist.
Falls es nicht ging, war er bei den Eltern in Pension(Vater jagt auch).
 
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Dreh den Satz einfach um (sinngemäss):
Ein Hundeleben ohne Jagd ist Schund (für den Hund).

Falls Du ihm das bieten kannst (inkl. Ausbildung), dann passt's.
Wenn nicht, dann warte, die Zeit wird (hoffentlich) kommen, wenn Du einem Hund gerecht werden kannst.
 
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Leider gibt es immer weniger jagdlich brauchbare Hunde, das merke ich vor allem auf Gesellschafts/Drückjagden. Im "normalen" Jagdalltag fällt es bei uns weniger ins Gewicht, ein brauchbarer Hund wäre aber greifbar.

Woran liegt das jetzt?
Haben die Menschen wirklich weniger Zeit, sieht man den Hund mittlerweile zu sehr als Familienmitglied dem um Himmels Willen nichts passieren darf, will man sich einfach den Stress nicht mehr antun... ich weiß es nicht.

Ich musste für mich leider feststellen dass ich berufsbedingt keinem Jagdhund gerecht werden kann.
Irgendeinen Hund halten ja, Gassi gehen okay aber wirklich was für seine jagdliche Ausbildung tun, leider nein.
Das wäre dann kein jagdlich brauchbarer Hund, sondern halt mein Sofa Fifi der ein bisschen im Revier spazieren geht und vielleicht zufällig mal was findet.
 
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Die Nachsuchen sind deutlich zurück gegangen. Gerade schlechte Schüsse wie früher "Vorne/Hinten" verwechselt und was sonst noch bei SW vorkam ist so gut wie nicht mehr vorhanden. Auch die Wärmebildkamera trägt ihren Teil bei. Merke ich doch selber, bevor ich den Hund Zuhause hole, gucke ich mit der WBK vom Anschluss aus und häufig sieht man die Stücke dann liegen. Genauso nehme ich nach dem Schuss sofort die WBK und meist sieht man dann auch die Flucht, sofern der Wald nicht zu dicht ist.

Im Niedersächsischen Jäger war im Juni ein Beitrag drin, bei dem mehrere Schweißhundeführer dazu befragt wurden, wie sich die Nachsuchensituation mit der Verbreitung der Nachtsichtbeobachtung- und zieltechnik geändert hat. War auch ein Interview mit einem früheren Foristen dabei.

Die Erfahrungen waren damals unterschiedlich zur Anzahl und Art der Nachsuchen. Übereinstimmend meinten aber alle, dass die typischen "Bergehilfen" weggefallen sind.
Hier ist die Zahl der Nachsuchen stark an die Bestandsschwankungen beim Schwarzwild angelehnt. Rot- und Damwild gibt es nur vereinzelnd.
Was fehlt sind die Suchen einen jungen Hund aufzubauen. Sprich mitten "druff" oder vorne/hinten verwechselt. Somit wird es aktuell dann halt sehr schwer einen Spezialisten auf einen hohen Leistungsstand zu bringen. Es ist keinem geholfen wenn der Nachwuchshund Kilometer an Kilometer Riemenarbeit leistet aber am Ende keine Stück am Haken hängt. Viele "müssen" scheinbar auch immer wieder, trotz unklarer Anschüsse, mit dem eigenen Hund über die Fährte zu laufen und machen es somit auch unnötig schwer.
Was die anspruchsvollen Suchen angeht, würde ich behaupten, dass diese mehr geworden sind.
 
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20 Jan 2016
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...Bei uns wird viel aus Schwarzwild, Rotwild und Rehwild gejagd dazu große Revierübergreifende DJ.

Eine Bracke schien (und ist) ein geeigneter Hund. Trotz 2 Personen in Vollzeit und Kinder Bracken vernünftig auf Schweiß und stöbern ausgebildet und auf Prüfungen geführt.

Die DJ sind im 2stelligen Bereich, die Nachsuchen nicht erwähnenswert, da ja inzwischen jeder seinen Hund auf Schweiß führt.

Durch den Falknerschein kam der Gedanke zum Vorsteher.
Aber auch der Gedankendank was ist wenn wegen irgendeiner Seuche die Beizjagd wieder untersagt wird.


Die Überlegung zum Spurlauten DD waren da. Bevor der Hund angeschafft wurde unsren Pächter gefragt, ob ich nicht das NW bejagen könnte.

Aus einen Revier wurden 3.

VGP und Co hat man auch absolviert.

Ich liebe das Brackengeläut während der DJ(der DD klingt anders 😉).

Freue mich über die wenigen Nachsuchen aber mein Herz geht mir auf wenn ich mit dem DD Und der Flinte allein oder zu 2. losziehen kann und Fuchs, Hase und die wenigen Hühnervögel bejagen kann.

Urlaub mit Hunden, Kinder bilden inzwischen mit aus. Gut strukturierter Alltag
 
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meinst du damit, dass Nachsuchen jetzt vermehrt mit Wärmebildkamera und Wärmebilddrohne durchgeführt werden, oder das mit der "Technik" weniger Stücke krankgeschossen werden?

Kenne hier zwei Nachsucheführer, die das „Amt“ jetzt aufgegeben haben, und zwar aus zwei Gründen: 1. erstaunlich viele Jäger scheinen zu glauben, man könnte den Hund durch eine Wärmebildkamera ersetzen und 2. gab es wegen Corona sehr wenige Gesellschaftsjagden, sodass die Einsatzmöglichkeiten für die Vierläufer wegschmolzen.

Gerade Punkt 1 halte ich für mehr als bedenklich.
 
G

Gelöschtes Mitglied 6216

Guest
Mit einer WBK findet man den Schweiß für Totsuchen und auch das Stück ohne Hund, früher war man auf den Hund angewiesen.
Bullshit. Sorry. Nicht persönlich gemeint. Wie viele Stücke ich trotz teurer aktueller WBK nicht gefunden hätte ohne Hund. Im Feld und im Wald.
Ich würde nie ohne Hund rausgehen, es fallen aber auch sehr viele Stücke bei uns .
 
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7 Jul 2020
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Leider gibt es immer weniger jagdlich brauchbare Hunde, das merke ich vor allem auf Gesellschafts/Drückjagden. Im "normalen" Jagdalltag fällt es bei uns weniger ins Gewicht, ein brauchbarer Hund wäre aber greifbar.

Woran liegt das jetzt?
Haben die Menschen wirklich weniger Zeit, sieht man den Hund mittlerweile zu sehr als Familienmitglied dem um Himmels Willen nichts passieren darf, will man sich einfach den Stress nicht mehr antun... ich weiß es nicht.

Ich musste für mich leider feststellen dass ich berufsbedingt keinem Jagdhund gerecht werden kann.
Irgendeinen Hund halten ja, Gassi gehen okay aber wirklich was für seine jagdliche Ausbildung tun, leider nein.
Das wäre dann kein jagdlich brauchbarer Hund, sondern halt mein Sofa Fifi der ein bisschen im Revier spazieren geht und vielleicht zufällig mal was findet.
Ich habe nicht den Eindruck, dass die Qualität der Hunde schlechter geworden ist.
 

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