Ohne Jagdhund noch schund?

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steve

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Der eigene Hund hat gerade für JJ viele Vorteile und deshalb sollte man sich zuerst einen fertigen Hund zulegen. Man spart Zeit und Kraft und braucht keine Ausbildungsmöglichkeit. Man nehme, um dies zu erreichen eine ausgemusterte Züchthündin der Rasse der Wahl. Sie muss aber JagdErfahrung haben. Ein weiterer Vorteil ist es, nicht allen auf den Sack zu gehen und Anschüsse und Totsuchen gleich erledigen zu können. Das ist professionell und gibt eine entsprechende Wertschätzung. Jagdeinladungen darf man nicht erwarten, aber sie kommen. Hundearbeit erschließt Fantastische Nerzwerke. fantastische Netzwerke. Schei....Autokorrektur. Man kann seinen JJ-Kurskameraden helfen und Freundschaften vertiefen. Und, das ist für junge Jungjäger ein echter Trumpf. Unter den Hundetrullas sind doch immer wieder ganz hübsche und auch jagdlich brauchbare Mädels zu finden.

Busch hat grundsätzlich Recht. Lern erstmal jagen. Dann bilde einen selbst aus. Bis dahin kann man das Lernen des Jagens unter Anleitung und den Erlebnissen, die ein erfahrener Jagdhund einem bietet, intensivieren.

Das weiß ich gar nicht ob ich das so unterschreiben würde. Bollenfeld schrieb weiter vorne etwas sehr wertvolles. Man muss erstmal wissen wie gute Hundearbeit aussehen muss. Ich würde sogar noch einen draufsetzen, ich muss eigentlich erstmal wissen wie (gute) Jagd aussieht. Gehe ich als Jungjäger unbeaufsichtigt mit einer ausgemusterten Zuchthündin los, ist das für diese natürlich ein Segen und ich als Jäger mag auch etwas lernen. Völlig in Ordnung. Aber das ist dann aus meiner Sicht mehr das Modell „Hund schnallen und dann Try & Error“. Kein Modell, welches ich erstrebenswert finde.

Auch das mit den Bergehilfen ist so eine Sache. Zeichnen, Anschuss lesen, richtige Entscheidung treffen. Alles Punkte wo ich als Jungjäger sehr wertvolle Dinge von einem erfahrenen Mentor – Beständer, Nachsuchenführer, wer immer das auch ist – lernen kann. Auch völlig verstanden, wenn ich die 50 Meter vom Anschuss bis zum Stück alleine absolvieren kann ist das auch gut. Wenn das Stück aber noch lebt oder aus dem Wundbett aufgemüdet wird, dann habe ich – erfahren oder unerfahren – den Salat. Und ob das geschieht kann man vielleicht durch Studium des Anschusses vorhersagen; nicht selten kommt es aber doch überraschend.

Ich persönlich finde das was viele vor mir geschrieben haben einen sehr guten Ratschlag. Erstmal ein wenig jagen (lernen), dabei auch Hunde(arbeit) beobachten und kennenlernen und dann eine fokussierte Entscheidung ja/nein/falls ja, welche Rasse treffen. Das kann dann mit de nötigen Fleiß sehr wertvoll für einen selbst und für die Jagd werden.
 
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Der eigene Hund hat gerade für JJ viele Vorteile und deshalb sollte man sich zuerst einen fertigen Hund zulegen. Man spart Zeit und Kraft und braucht keine Ausbildungsmöglichkeit. Man nehme, um dies zu erreichen eine ausgemusterte Züchthündin der Rasse der Wahl. Sie muss aber JagdErfahrung haben.
Gar nicht so blöd der Gedanke mit einem fertigen Hund anzufangen. Haben die wenigsten auf dem Zettel wenn es um den ersten Hund geht würde ich schätzen.
 
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Ich jage seit knapp 40 Jahren, hatte mit 18 meinen ersten eigenen Jagdhund (Dackel). Danach immer durchgängig Hunde im Haus. Teckel, Jagdterrier und als letzten Gefährten einen BGS-Rüden, welchen ich jetzt im 12 Behang in die ewige Jagd entlassen musste. Ich möchte trotz aller Mühen niemals die Zeit mit Ihnen missen, auch außerhalb des Jagdbetriebes. Niemals wäre mein Jägerleben so bereichert gewesen wie ohne vierläufigen Jagdbegleiter. Ich könnte locker ein Buch schreiben, so mannigfach war das Erlebte. Konkret kann ich nur sagen, nicht raten: Es ist gut, dass Du Dir die Frage stellst. Mache Deinen "Schein" (ich drücke die Daumen) und gehe mit Waidgenossen auf die Jagd, die das Wort Hundeführer im besten Sinne verstehen. Schaue ihnen auf die Finger, löchere sie mit Fragen, befasse Dich mit der Kreatur Jagdhund und rufe Sie immer zur Stelle, wenn nach Deiner Schußabgabe das Stück nicht im Feuer bleibt, auch wenn Du sicher gefehlt zu haben scheinst. Manche Überraschung wird sich für Dich auftun. Nutze bspw. die Messe Jagd & Hund, fast alle im JGHV vertretenen Zuchtvereine stellen dort aus. Dort kannst Du Dir auf einen Schlag einen Rasseüberblick verschaffen und Dich mit erfahrenen Fachleuten austauschen. Zu guter Letzt, kläre es mit Deinem sozialen Umfeld ab. Ein eigener Hund ist fast immer ein Familiending und muss oder sollte von dieser mitgetragen werden. Zum Wohle des felligen Jagdkameraden, denn das ist das mindeste was er verdient hat. HoRüdho!

Du hast da einen aus meiner Sicht sehr wichtigen Punkt angesprochen, der neben den praktischen Überlegung zum Jagdhund (Einsatzarten, Auslastung, Haltung, etc) auch die emotionale Komponente anspricht. Für mich gehört der Hund einfach zum Leben dazu, und da ich Jäger bin insbesondere der Jagdhund. Meine Hündin sitzt neben mir am Sitz und ich genieße die Zeit mit ihr einfach, selbst wenn wir beide nur dumm in den Wald starren. Wenn sie wenn es kalt ist in meinem Wetterfleck eingewickelt neben mir schnarcht, ihren Aalstrich aufstellt und leise knurrt, wenn die Sauen kommen oder immer näher rutscht, wenn die Jause ausgepackt wird, dann ist das einfach schön. Wenn sie mich dann zum erlegten Stück bringt, dann ist das ein tolles gemeinsamen Erlebnis. Hätte ich sie nicht mehr, würde mir etwas fehlen.

Das mag jetzt nicht der Hauptzweck des Jagdhundewesens sein, soll er auch nicht, darf aber aus meiner Sicht nicht vergessen werden.
 
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Diese „Nachsuchen“ mit WBK nerven! Ich weiß ja nicht wie die Physik in anderen Revieren ist, aber wenn ich die berühmte Zigarettenlänge warte, sehe ich eigentlich nichts mehr an warmen Schweiß.

Und das Rumtrampeln beim Anschuss um „mal zu sehen“, ist manchmal die Spezialausbildung für Verleitungen.

Auch kleinere Totsuchen sind ein Spaß für die Hunde. Und für manchen Kofferraumhund der einzige Spass
Danke @Tz99 für Deine deutlichen Worte. (y)
 
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Jeder Jungjäger, der nach bestandener Prüfung ja heutzutage eher eine WBK als ein gutes Fernglas kauft :rolleyes: , hüte sich zu glauben, dieses Gerät ersetzt den firmen Hund zur (echten) Nachsuche.

Wer seinem eigenen Schuß noch nicht traut und der 20-30 m Totflucht in den Busch nicht vom Anschuß mit dem Auge folgen kann, muß noch lernen.

Erst mal selbst jagen lernen, sich dann auf ein Tier als Jagdhelfer einlassen; wodurch man dann nochmal sehr viel mehr dazu lernt, klar. Der Hund ist dann immer im Mittelpunkt, das eigene Jagen die selbstverständliche Kulisse...

Eines nach dem Anderen...!
 
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Die Jagd mit dem Hund oder ohne ist eine Entscheidung für eine jagdliche Subkultur. Daran richtet sich das Leben aus. Ich kenne Führer aller möglichen Rassen (darf man das so noch schreiben....) , die Reisen sonstwohin in Europa, Russland und Amerika, um mit Jagdfreunden jagen oder auch nur angeln zu gehen. Ein Hund schränkt also nicht zwangsläufig ein, er bestimmt aber das Urlaubsziel mit.
 
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Diese „Nachsuchen“ mit WBK nerven! Ich weiß ja nicht wie die Physik in anderen Revieren ist, aber wenn ich die berühmte Zigarettenlänge warte, sehe ich eigentlich nichts mehr an warmen Schweiß.

Und das Rumtrampeln beim Anschuss um „mal zu sehen“, ist manchmal die Spezialausbildung für Verleitungen.

Aha, die WBK sind am Rumtrampeln schuld. Dass ich nicht lache. Ohne WBK wurde früher genauso, oder sogar noch mehr rumgetrampelt. Der Unterschied ist halt, dass die Leute heute mit der WBK eher mal was finden, weil das Stück nur ein paar Meter hinter der Hecke liegt.

Wir haben hier im KJV auch anerkannte Nachsuchengespanne ... Nun für alles was über eine sichere Totsuche raus geht, sind die Hunde leider nicht geeignet, merkt man aber schon, wenn der Hund und der Hundeführer aus dem Auto kommt, dass da nichts geht.

Habe im Bekanntenkreis aber einen guten HS-Mann, das lustige ist, dass sich da weder der Hund, noch der Bekannte daran stören, wenn vorher rum getrampelt wurde. Warum? Weil sowohl Hund als auch Hundeführer richtig gut arbeiten.

Klar, wenn ich meinen Hund noch hätte, würde ich da auch für jede Suche, auch wenn das Stück am Anschuss liegt mal den Kofferraum aufmachen, aber für jede Totsuche jemanden anrufen? Ne...
Man weiß doch, wie man abgekommen ist, sieht das Stück zeichnen und kann sagen, ob der Schuss ins Leben ging, oder man doch Mist gebaut hat. Wenn man sich unsicher ist, kann man dann einen guten Hund holen.
 

Rotmilan

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Es gibt doch so einige, die durch den Hund zum Jagen gekommen sind. Deshalb würde ich die Einschränkung, erst einmal Jagen zu lernen, bevor man sich einen Hund anschafft, nicht als absolut ansehen.

Ich würde die Anwesenheit eines Hundes auch nicht auf die Nachsuche oder das Stöbern reduzieren wollen. Vielmehr erweitert der Vierbeiner den jagdlichen Alltag ungemein.

Denn er erleichtert einem das praktische Jagen-Lernen an sich. Durch seine überlegenen Sinne zeigt und verrät er uns doch so viel über das Wild, was uns ohne Hund sicher entgangen wäre.Ganz ohne aufwändige Technik. Ursprünglich, so wie es unzählige Generationen vor uns schon getan haben.

Auch in einem Revier, in dem "nur" Schalenwild bejagt wird, zeigt er mir bei jedem Reviergang Losung, die ich alleine oft genug übersehen hätte. Oder Wechsel bzw Trittsiegel.

Sogar wenn ich auf den Wegen bleibe, verrät mir mein Hund die Anwesenheit des Wildes, selbst wenn es für jede Wärmebildkamera unsichtbar in der Dickung liegt.

Jagen ohne Hund geht schon, aber mir würde etwas sehr Elementares fehlen.
 
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Meinen ersten Mink erbeutete Ich schwer überrascht, als ich meine Hündin auf einen Erpel zum Apport schickte. Sie kam ewig nicht wieder, und dann schwer schnaufend mit was pelzigem an, gab ordentlich aus und verschwand den Erpel zu holen. Das war der erste Hinweis auf Minke beim Jagdfreund an seinem abgesoffenen Kiesteich.
 
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Für diese Fälle sollte ein Freund mit Hund vorhanden sein, den man nachts um 2 Uhr anrufen kann. Für mich kommt es nicht in Frage für eine Totsuche bis zum nächsten Morgen zu warten.
Ich liebe es geradezu, drei Mal die Woche aus dem Bett geworfen zu werden, weil einer der Mitjäger zu bequem, zu geizig oder zu dumm ist, selbst einen Hund zu führen.
 
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Aha, die WBK sind am Rumtrampeln schuld. Dass ich nicht lache. Ohne WBK wurde früher genauso, oder sogar noch mehr rumgetrampelt. Der Unterschied ist halt, dass die Leute heute mit der WBK eher mal was finden, weil das Stück nur ein paar Meter hinter der Hecke liegt.

Wir haben hier im KJV auch anerkannte Nachsuchengespanne ... Nun für alles was über eine sichere Totsuche raus geht, sind die Hunde leider nicht geeignet, merkt man aber schon, wenn der Hund und der Hundeführer aus dem Auto kommt, dass da nichts geht.

Habe im Bekanntenkreis aber einen guten HS-Mann, das lustige ist, dass sich da weder der Hund, noch der Bekannte daran stören, wenn vorher rum getrampelt wurde. Warum? Weil sowohl Hund als auch Hundeführer richtig gut arbeiten.

Klar, wenn ich meinen Hund noch hätte, würde ich da auch für jede Suche, auch wenn das Stück am Anschuss liegt mal den Kofferraum aufmachen, aber für jede Totsuche jemanden anrufen? Ne...
Man weiß doch, wie man abgekommen ist, sieht das Stück zeichnen und kann sagen, ob der Schuss ins Leben ging, oder man doch Mist gebaut hat. Wenn man sich unsicher ist, kann man dann einen guten Hund holen.

Es wird schon mächtig rum gelaufen.
Oft auch ohne sich den Anschuss vernünftig anzusehen.
Das geht dann natürlich in die Hose und kann es dem (Schweiß)Hund auch mächtig schwer machen.

Was auch vergessen wird, auch ein Schweißhund der mal Profi werden soll muss mit dem kleinen 1x1 anfangen.
Da kann man nicht sofort mit der erschwerten Suche loslegen.

Also, auch der SHF freut sich über solche Arbeiten oder verweist gerne an wen anders mit frisch geprüftem Hund
 
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Es kommt halt immer auf die Umstände an. Ich könnte mir gut vorstellen, das unser Nachwuchs als JJ schon den ersten Hund auf Prüfungen führt.

Wenn mit Hunden aufgewachsen, jagdliches Umfeld passt warum nicht.

Krasser Gegenentwurf, aus der Großstadt, kein Umgang mit Tieren in der Vergangenheit, keine Jagd- bzw. Ausbildungsmöglichkeit für den Hund und dann eine Bracke vom unseriösen Vermehrer als ersten Hund.
 
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Es kommt halt immer auf die Umstände an. Ich könnte mir gut vorstellen, das unser Nachwuchs als JJ schon den ersten Hund auf Prüfungen führt.

Wenn mit Hunden aufgewachsen, jagdliches Umfeld passt warum nicht.

Krasser Gegenentwurf, aus der Großstadt, kein Umgang mit Tieren in der Vergangenheit, keine Jagd- bzw. Ausbildungsmöglichkeit für den Hund und dann eine Bracke vom unseriösen Vermehrer als ersten Hund.

Recht hast du!
Früher gab es die grüne Karte wo verschiedene Pflichtsachen abgestempelt werden mussten. U.a. der Besuch einer Hundeprüfung.

Und ich finde hier könnte auch der Verband mehr Initiative ergreifen. In den JJ Kursen kann man wunderbar Aufklärung betreiben. Bspw über:

Was ist der richtige Hund für mich?
Auf was muss ich beim Welpenerwerb achten?
Usw usw usw
Ich fände auch ein "Patensystem" gut. Gibt doch bestimmt genug ambitionierte Hundeführer die da mal unerfahrene an die Hand nehmen könnten.
Wir profitieren alle davon, das Hundewesen erst Recht.

Dilletanten und Möchtegerner wird man nie ausrotten können, aber so vielleicht reduzieren
 
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Ich liebe es geradezu, drei Mal die Woche aus dem Bett geworfen zu werden, weil einer der Mitjäger zu bequem, zu geizig oder zu dumm ist, selbst einen Hund zu führen.
Ich hoffe du übertreibst, ansonsten unbedingt, sofern Corona es zulässt, die Kollegen zum Schiesstand schicken anstelle auf den Ansitz ;-) (Wer Sarkmus findet, der darf ihn behalten)
 
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