Pard 007: Praxiserfahrung

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#1
Hallo,
mich würde mal Eure Praxiserfahrung im In- und Ausland mit dem Pard 007 interessieren. Über die Technik ist ja schon viel geschrieben worden. Ein BKA-Bescheid ist im Netz zu finden und die Länder haben unterschiedliche Umsetzungen des neuen Waffengesetzes bzw. Jagdgesetz. Darüber gibt es hier schon viel zu lesen.
Was mir interessier ist die Anwendbarkeit von dem Ding.

Wie gut klappt das Zielen mit dem nach hinten verlängerten Okular?
Haut man sich das Teil jedes mal ins Auge oder auf die Nase?
In welchem Kaliber und Waffe verwendet Ihr es und ist es schußfest?
Wie gut funktioniert die Montage mit welchem Adapter?
Flüchtet das Wild vor dem IR-Licht?
Hat jemand einen Adapter für das SwariZ6i?
Verkratzen die ZFs?
Hat jemand den Vergleich zu einem Vorsatzgerät mit Verstärkerröhre ...


etc. etc.

Ich freu mich auf Eure Berichte!

Waidmansheil!
 
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#3
Ja eben genau da nicht. Da geht es um Technik, Gesetzeslage, physikalische Berechnungen etc. . Keine schreibt mal was, der das Ding auch in Wald und Feld wirklich benutzt hat.
 
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#4

Wie gut klappt das Zielen mit dem nach hinten verlängerten Okular?


Macht nur 3 cm aus, mit Schaftverlängerung und aufgelegt kein Problem

Haut man sich das Teil jedes mal ins Auge oder auf die Nase?


Ja, aber nur wenn die Waffe nicht eingezogen wird

In welchem Kaliber und Waffe verwendet Ihr es und ist es schußfest?


30-06, 10 Schuss hat es bislang ohne Probleme überstanden

Wie gut funktioniert die Montage mit welchem Adapter?


Mit den Originaladaptern kein Problem

Flüchtet das Wild vor dem IR-Licht?


Das Wild lernt schnell, es gibt aber auch Raubwild, dem ist es völlig egal.

Hat jemand einen Adapter für das SwariZ6i?


Ja, von RUSAN für's Z6i 1.Gen

Verkratzen die ZFs?


Meine nicht
 
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#5
Das hatten wir alles schon in dem oben verlinkten Faden. Der Übersichtlichkeit halber halt hier auch noch mal:

Wie gut klappt das Zielen mit dem nach hinten verlängerten Okular?
-> mein Nacht-ZFR ist ca 1,5 cm nach vorne versetzt montiert, das passt dann mit und ohne PARD ohne zusätzliche Schaftverlängerung.
Haut man sich das Teil jedes mal ins Auge oder auf die Nase?
-> bei .308 mit SD keinerlei Probleme
-> bei 30.06 aus dem Drilling hab ich schon mal einen Einschlag bei nem Jagdfreund bewundern dürfen. Der hat verdreht nach hinten geschossen, nicht gescheit eingezogen = aua.
-> durch die intensive PARD-Nutzung versaut man sich auch ohne schmerzhaften Einschlag die Schießtechnik, zumindest ich hab zeitweise das Mucken angefangen.
In welchem Kaliber und Waffe verwendet Ihr es und ist es schußfest?
ich .308, andere bis 30.06. Aus unserer Sammelbestellung von 15 Geräten ist bislang keines ausgefallen, trotz ausgiebiger Nutzung. Meines hat ca. 50 Schuss auf Wild und noch ein paar auf die Scheibe durch, der 30.06 Drillingsschütze ähnlich.
Wie gut funktioniert die Montage mit welchem Adapter?
Orichinoool oder den Schnellspannadapter -> beides bleibt meist fest auf dem ZFR, auf- und ab-schrauben nervt. Der Bajonettverschluss zum Aufsetzen des PARDs funktioniert einwandfrei und ist besser, als bei so manchem teuren Röhrengerät.
Flüchtet das Wild vor dem IR-Licht?
Raubwild lässt sich wenig vom IR beeindrucken. Rehwild eräugt das IR-Licht definitiv, aus Langeweile angestrahlt springt es auch öfters mal ab. Das für NZT relevante Schwarzwild äugt und sichert schon ab und zu, abgesprungen ist mir erst einmal was, nachdem ich nicht ausreichend zügig zum Schuss gekommen bin.
Eräugt Schwarzwild das IR-Licht, sind sie oft ehr neugierig und wechseln sogar ein Stück auf mich zu bzw. versuchen mich zu umschlagen, um Wind zu bekommen. Wenn's nicht gerade die Bache ist, sollte man ein solches Stück dann auch erlegen, um sie nicht schlauer zu machen, als sie schon sind.
Hat jemand einen Adapter für das SwariZ6i?
Nein
Verkratzen die ZFs?
Ja, vom Auf-/Absetzen des Adapters schon. Ein Schlag Isolierband rum und fertig.
Hat jemand den Vergleich zu einem Vorsatzgerät mit Verstärkerröhre ...
Ja, mehrere zwischen 3k und 5k€. Das Pard hat kaum Restlichverstärkung, jede Röhre ist da wesentlich leistungsfähiger. Je nach Gerät wesentlich hochwertigere Haptik, sofort und lautlos an, besseres Bild. Es kommt immer wieder der Haben-Wollen-Reflex auf, wenn ich wieder mal an einem herumgefummelt habe.
Aber ich hätte vermutlich kein Stück Wild mehr mit einer mindestens 6x so teuren Röhre erlegt.

Ein ZFR mit Parallaxeverstellung ist nicht Pflicht, aber dringend anzuraten.

Vorsicht bei der Verwendung außerhalb Bayerns: Die Verwendung des PARDs ohne den Strahler auszubauen ist einer an die Waffe nach wie vor nach WaffG nicht erlaubt.

Fazit: Das PARD hat seine Macken, aber funktioniert in der Praxis. Es legt, wenn man das Preis/Leistungs-Verhältnis betrachtet, bei jagdlicher Verwendung die Latte ziemlich hoch.

Waidmannsheil
Ratatoskr
 
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#6
Ohne es selber ausprobiert/ gekauft zu haben: Auf Anfrage hat Maximtac angeboten, den IR-Strahler für 20€ Mehrkosten auszubauen.
 
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#7
Vielen Dank für die ausführlichen Antworten!

Wenn Ihr im Geiste die Scheuchwirkung des IR-Strahlers mit einer ordinären roten Taschenlampe vergleichen würdet .... würde die TaLa mehr oder schneller verscheuchen?
 
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#8
Vielen Dank für die ausführlichen Antworten!

Wenn Ihr im Geiste die Scheuchwirkung des IR-Strahlers mit einer ordinären roten Taschenlampe vergleichen würdet .... würde die TaLa mehr oder schneller verscheuchen?
Bei IR weniger Reaktion als Bei einer TaLa, bzw. es kommt auf die Tierart an.
SW reagiert auf den eingebauten Strahler mit 850 nm gar nicht, rehwild beziehungsweise Raubwild reagiert mal mehr oder weniger (logischerweise hat es keine negativen Erfahrungen mit dem IR Licht gemacht). Strahler/Lichtquellen über 900nm werden Vom Wild nicht mehr wahrgenommen, bei ausreichend Leistung kann man mit dem Pard jedoch sehen.

Rotlicht habe ich zum Schuss selber nie verwendet (nur zur Beobachtung von rehwild, SW und raubwild), allerdings habe ich im Forum schon mehrfach gelesen, dass es bei SW darauf ankommt, welche Erfahrung das Wild mit dem Rotlicht gemacht hat. Ging bei einer Rotte schon mehrfach das Licht an und es hat dann gekracht, war demnach irgendwann die Bühne bereits leer, wenn bereits nur das Licht anging.

Dahingegen berichten die Erfahrungen des „Schweinwerfers“ davon, dass bei einer kontinuierlichen Beleuchtung der Kirrung mit Rotlicht (auch dann, wenn kein Ansitz stattfindet) kein Gewöhnungseffekt eintritt.
 
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#9
Hatte es auch kurzzeitig, dann an einen Jagdkameraden abgegeben. Die Technik funktioniert so weit gut, eingesetztes ZF war ein S&B Polar 3.12*54. Nur machte als Brillenträger durch den Augenabstand von 2cm mein Kopf nicht mit.

Setze daher jetzt eine Vorsatzlösung ein.
 
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#10
Das ist nicht vergleichbar. Ja Wild reagiert auf den IR, aber meist nur wenn sie ihn direkt eräugen. Rehwild am stärksten, Raubwild auch, Sauen fehlt die Erfahrung. Ich könnte mir aber vorstellen, das eine erfahrene Bache das nur einmal wirklich mitmacht.

Zu den 940er IRs: Nunja das meiste was in D verkauft wird, sieht man mit bloßem Auge immer noch. Wenn 940er, dann würde ich mir einen unsichtbaren besorgen in UK.
 
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#13
Wo gibts denn einen passenden 940er Strahler zu kaufen?
also ich hab mir für die ersten Versuche den geholt (14,-€):

https://www.ebay.de/itm/Zoomable-Focus-10W-940nm-LED-Infrarotstrahlung-IR-Lampe-Nachtsicht-Taschenlampe/383615064269?ssPageName=STRK:MEBIDX:IT&_trksid=p2057872.m2749.l2649

Meiner Meinung nach zur Beobachtung (ich nutze das Pard nicht mit ZF) auf Kirrungsentfernung völlig ausreichend. Keine Reaktion bei Wild, weder Raub-, Schwarz- noch Rehwild.

Kam nach 2 Wochen zuverlässig direkt aus China/HongKong.
 
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#15
Hut ab wenn man die Verkürzung des Augenabstand um> 10 cm durch das Pard mit 1,5 cm ausgleichen kann.(y)
Das pard hat ca. 10 cm Baulänge und man sollte ca. 1,5 cm Abstand zur augenmuschel haben. Das zuvor beschienen vorgehen passt von der ergonomie also ideal.

10 cm Augen Abstand braucht man bei einem ordentlichen Anschlag bei keinem in in Deutschland verwendeten MittelKaliber.
 
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