Patronen delaborieren

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#1
Moin,
ich würde gern Eure Meinung zu folgenden Sachverhalt hören:

ich möchte meine Patronen im Kaliber 6,5X68 delaborieren, weil ich die Büchse nicht mehr habe und ich die Patronen nicht verkaufen möchte, da ich die alle selbst geladen habe. Ich habe beim Laden stets soviel Patronen geladen, wie es die Menge der Dose hergab ( ein Los ), gleiches gilt für die Geschosse.
Nun meine Frage:
Sollte /darf man das Pulver wieder verwenden, da ja ein Los, oder besser nicht? Zumal es sich um mehrere 100 Gramm handelt!

Bei Patronen, wo ich nicht weiß, was drin ist, ( z.B. habe ich mal 100 Patronen des Kalibers 9,3 x 72R bekommen, die ich allesamt delaboriert habe und das Pulver im Garten verstreut ). entlade ich alle, betrifft auch Patronen die ich nicht mehr mit der angegebenen Labo verschießen möchte wenn es sich dabei um wenige Schuss handelt.

Das Pulver der entladenen Patronen kommt wieder in die selbe Dose, aus der es stammt. ( Ich bewahre grundsätzlich die Dosen auf, mit der Aufschrift welche Mun mit welchem Datum geladen wurde ).

Auf eine fachkundige Antwort freue ich mich!
D.T.
 
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#2
Wenn man weiß um welches Pulver es sich handelt , wie lange es in den Hülsen war und wie diese Patronen gelagert wurden oder in Gebrauch waren , würde ich es ohne Bedenken wieder verwenden. So wie ich es verstanden habe kommt es ja zurück in eine leere Dose und wird nicht vermischt.

Bei Patronen die regelmäßig mitgeführt wurden , unterschiedlichen Temperaturen ausgesetzt waren oder von der Sonne bestrahlt wurden , wäre ich eher zurückhaltend.

Ich habe in Schützenvereine in Frankreich schon andere Sachen erlebt und die problemlos verlaufen sind.
 
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#3
In der Apotheke gilt im Allgemeinen der Grundsatz, das einmal entnommene Substanzen aus dem Gebinde nicht mehr zurückgeschüttet werden.

Wenn Du Dir zu 100% sicher bist, das es der gleiche Pulvertyp, das gleiche Los und innerhalb des Loses die gleiche Verbrennungscharakteristik hat, (Achtung, Kontaktflächen mit Metall/potentielle katalytische Stoffveränderungen, Lagerdauer und Temperaturschwankungen, rF der Umgebung während der Lagerung etc.) könnte man es - direkt nach dem Delaborieren - theoretisch wieder verladen.

Ich persönlich rate davon dringend ab. Eine Kilo VV kostet ~100 Teuronen, ein neues Auge oder Finger gibts nicht zu kaufen. Uberlege Dir, ob es zu Deiner persönlichen Kosten-Risiko Abwägung passt...
 
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#4
In der Apotheke gilt im Allgemeinen der Grundsatz, das einmal entnommene Substanzen aus dem Gebinde nicht mehr zurückgeschüttet werden.
Gleiches im Chemielabor.

Gegenfrage: Hast Du Kinder? Würdest Du Deinen Kindern neu geladene Patronen aus dem Recyclingpulver zur Verwendung geben?

Tu's nicht. Schau, wir machen viele Dinge, bei denen "eigentlich nix passieren kann". Warum entsichern wir erst, wenn wir grob auf dem Ziel sind? Wir haben doch "eh den Finger nicht am Abzug"!

Wir tun es, weil der Schaden im Fehlerfall so sehr groß sein kann.immer doppelte Sicherheit. Immer ein gesundes Misstrauen und immer davon ausgehen, daß man selber einen Fehler gemacht haben kann.... Tu es einfach nicht. Einfach, um die Sicherheitsprinzipien einzuhalten. Weil du sie IMMER einhälst.
 
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#5
Einerseits: Sollte sich verladenes Pulver nach einiger Zeit in der Patrone anders verhalten als zum Zeitpunkt der Entnahme aus der Dose wäre das vermutlich jedem Wiederlader bekannt.

Von einem Extremfall habe ich (evtl. sogar hier) gelesen: In den USA wurde eine Schachtel Munition jahrelang im Handschufach spazieren gefahren. Als die Munition dann verschossen werden sollte kam es beim ersten Schuss zu einer Waffensprengung. Ursache: Das jahrelange Schütteln der Patronen hat die Pulverkörnchen zerbröselt. Okok, das wird hier sicher nicht der Fall sein.

Andererseits: Better safe than sorry!
 
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#6
Hab auch gerade ne alte Labo entladen und das Pulver anderweitig wieder verwendet.
Da ich auf meinen Ladeboxen alles penibel draufschreibe weis ich was drin ist und wie alt
es ist. Bei mir wird nix besonders alt...:cool:

Delaborierte Geschosse nehme ich z.b für Schießkinomunition.
 
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#7
Im Versicherungsfall wird es beim o.g. Szenario keine Schadenshaftung geben, da schon im WL Kurs gepredigt wird, was aus der Dose rausgeht geht in die Patrone oder in die Entsorgung.

Schwankungen der Temperatur und der relativen Feuchte können, va. wenn periodisch erfolgt chemisch-physikalische Eigenschaften von Treibladungsmitteln verändern. Polymorphieveränderungen, Oberflächenveränderung, Abrieb der Graphitbeschichtung, Korngrössenverteilung des Schüttgutes, Sedimentationseffekte in der Hülse von Abriebsstaub etc.

Ich mag nicht der Republikbedenkenträger sein - wird sicher in den allermeisten Fällen ohne Probleme und mit gesundem Menschenverstand gehen -Stichwort Testpatrone. Mir persönlich ware es schlicht das potentielle Risiko für 50 Tacken nicht wert.
 
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#8
Wenn man meinen Vorpostern so zuhört, dürftest Du die ursprünglich geladenen Patronne schon nicht mehr verwenden, weil das Pulver sich ja wegen Lagerung, Temperatur, Reibung etc. verändert haben könnte ...

Wenn Du eine gute Dokumentation Deinens Tuns hast, geht das natürlich.
 
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#9
Im Versicherungsfall wird es beim o.g. Szenario keine Schadenshaftung geben, da schon im WL Kurs gepredigt wird, was aus der Dose rausgeht geht in die Patrone oder in die Entsorgung.

Schwankungen der Temperatur und der relativen Feuchte können, va. wenn periodisch erfolgt chemisch-physikalische Eigenschaften von Treibladungsmitteln verändern. Polymorphieveränderungen, Oberflächenveränderung, Abrieb der Graphitbeschichtung, Korngrössenverteilung des Schüttgutes, Sedimentationseffekte in der Hülse von Abriebsstaub etc.

Ich mag nicht der Republikbedenkenträger sein - wird sicher in den allermeisten Fällen ohne Probleme und mit gesundem Menschenverstand gehen -Stichwort Testpatrone. Mir persönlich ware es schlicht das potentielle Risiko für 50 Tacken nicht wert.
Ohjeohweh....
 
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#10
Hier prallen sie aufeinander, die mit dem gesunden Menschenverstand und die Lebensversicherer deutscher Wesensart...und stets mit nem worst-case -Horrorszenarium bei der Hand.
(fällt mir immer das Wort eines Kölner Volkswirt ein: Kein Land der Welt hat soviel Versicherte und Versicherungen wie Deutschland)
 
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#11
Außer Kopfschütteln fällt mir da beim Mitlesen nichts mehr ein. :eek:

Auf die Logik dass ein 1x in eine Messinghülse gefülltes Pulver auch nach Jahren noch OK sein könnte. Wenn man es dann aber in eine zweite Hülse umfüllt würde es aber vom Fleck weg lebensgefährlich!
Echt, da muss man schon Deutscher sein um auf sowas zu kommen.o_O

Leute, haltet Euch an Eure eigene Logik und trinkt Euer Bier nur noch aus der Original-Flasche.
Es könnte lebensgefährlich werden sobald ihr es ins Bierglas schüttet! :devilish: :evil:
 
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#12
Leut, Leut, gehts nur noch konfrontativ?

ich habe die Frage von DT einem wissenschaftlichen Standpunkt betrachtet und eine persönliche Meinung sowie Risikoabwägung wiedergegeben, u.a. weil ich mit einigen Mitarbeitern der RUAG dazu einen Austausch hatte.
Und wie gesagt es ist eine persönliche Meinung. Wer es gut dokumentiert weiss in der Regel auch was er wann wo und wie laboriert hat. Somit kann jeder selbst entscheiden.

@ Brackenmann: Du wirst sicher mit blossem Auge erkennen ob Dein Bierglas mit Schwebepartikeln kontaminiert ist an denen Covid 19 haftet....:cool:
 
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#13
Hier prallen sie aufeinander, die mit dem gesunden Menschenverstand und die Lebensversicherer deutscher Wesensart...und stets mit nem worst-case -Horrorszenarium bei der Hand.
Ja, aber das hält uns auch länger oberirdisch.

Risiko vs. Nutzen.

Der Fragesteller hat nach EINSCHÄTZUNGEN gefragt. Einen Beweis kann auf die Schnelle keiner hier liefern.

Und auch, wenn ich als Bundesbedenkenträger auftrete: ginge es um mich, würde ich meine Sicherheitsregeln einhalten, weil ich sie immer einhalte.

Solange ich es nicht besser WEIß muß ich vermuten. Und dann bleibe ich bei der Art Vermutung, die auf der sicheren Seite ist.

Ich habe das einmal anders gemacht und teuer dafür bezahlt. Aber das war ein anders gelagerter Fall, also hier nicht wiederzugeben.
 
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#14
@ Brackenmann: Du wirst sicher mit blossem Auge erkennen ob Dein Bierglas mit Schwebepartikeln kontaminiert ist an denen Covid 19 haftet....:cool:
Weis jetzt nicht was das mit dem Thema zu tun hat, ich rate aber erst nachzudenken und dann zu posten!

Nochmal zum mitdenken. Selbstgeladene Munition, Pulver und Alter bekannter Herkunft.
Klingelts?
 
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