Perückenbock und die Konsequenzen

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Gelöschtes Mitglied 7846

Guest
#62
Neiddebatte wird hier gar nicht geführt. Wie gesagt, ich gönne dem Erleger seinen Bock.

Nicht nur die Absprache, sondern die ganze Erlegung, der Bock, der Pächter, der Erleger, alles geht uns nichts an. Der Threadstarter hat es hier eingestellt, und wir diskutieren ganz unaufgeregt darüber.
eine "Diskussion" entsteht ja nur deswegen, weil man dem erfolgreichen Waidmann irgendetwas unterstellt!

Zumindest kommt so mancher Kommentar gerade leider eben so bei mir an !


Offensichtlich war der Pächter der Meinung, dass dieser spezielle Bock für den Erleger NICHT frei war.

ich v e r m u t e :



...dann l ä g e dass Problem in den Absprachen.
Der Pächter konnte sich o f f e n s i c h t l i c h , aus welchen Gründen auch immer, das Vorkommen solch eines Rehbockes in seinem Revier nicht vorstellen... und hat Perückenböcke expliziet n i c h t aus der Freigabe ausgenommen ? ?

Wer nicht zwischen "starkem Bock mit Problemen" und "Perückenbock" unterscheiden kann, der hätte bei mir im Revier schon deswegen Probleme, weil er offensichtlich nicht richtig ansprechen kann.
Du hättest bei uns in so manchem Bergrevier ein Problem, wenn Du dem Jagdpächter erzählst, dass Du einen Perückenbock ziehen lassen hast.

Nein... vergiss es....
 
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#63
Nur mit "Hegeabschuss" sollte man nicht versuchen, sein Tun zu entschuldigen.

Wenn der Erleger geschrieben hätte "das ist ein Ausnahmebock, wie man ihn wahrscheinlich nur einmal im Leben erlegt, und deswegen habe ich ihn dann auch erlegt", dann kommt das der Sache wahrscheinlich schon näher.
So unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein:

Ich seh da ein missgebildetes, verkrüppeltes und leidendes Individuum, das einen Gnadenschuss bekommt und dann in die Mülltonne wandert.

Andere sehen da anscheinend ein gutgebautes Bikiniluder.

Me not verstehen kann, sorry :no:
 
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#64
das sind die zwei Gesichter einer Vielzahl an Jägern ... nach aussen die Heger, die ach so traurig sind von der Gesellschaft völlig falsch wahrgenommen zu werden ... und nach innen trophäengeil und voller Jagdneid ....

es braucht sich niemand persönlich angesprochen fühlen ... nur meine Sicht auf die Dinge ... werde Jagdneid niemals verstehen können. Entweder ich waidwerke in einer Jagdgemeinschaft, in welcher man sich nicht nur die Arbeit teilt oder ich jage alleine ...

So wie sich ein Begeher ein Stück "zurechtredet", so macht es diesem Falle ein Pächter ... wer einen Perückenbock als gesund "verkauft" und darin keinen Hegeabschuß sieht, der lässt schon tief blicken :no:
 
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#65
Ich schreibs mal ganz leise...... Aber ich würde mir so einen Perückenbock nicht mal an die Wand hängen.....

Jetzt könnt ihr mich steinigen, aber bitte fair. Jeder nur ein Stein.
 
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Gelöschtes Mitglied 7846

Guest
#66
servus

Ich schreibs mal ganz leise...... Aber ich würde mir so einen Perückenbock nicht mal an die Wand hängen.....

Jetzt könnt ihr mich steinigen, aber bitte fair. Jeder nur ein Stein.
ein kleines?

Jedem das Seine !


(....aber wenn Du jemals einen erlegen würdest, vielleicht denkst Du dann doch über ein besonders gelungenes Vorschlagpräparat nach. Vertrau mir....
;) )
 
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#67
Waidmannsheil zum Bock

Ich würde mir noch überlegen, ob ich dem Pächter ein Heintges oder Krebs Buch schenke.
Was Abschussböcke sind und was nicht, ist Grundwissen zur Jagdprüfung und zum Jagdschein.
Die Basics sollte jeder aus dem ff drauf haben.

Perückenböcke sollte man frühestmöglich erlegen. Muss doch nicht sein das die leiden. Gene geben sie ja auch nicht weiter. Also welchen Grund gibt es ihn nicht zu erlegen?
Ich sehe im Revier selten einen älteren Bock zweimal. Warum sollte es in anderen Revieren anders sein. Je älter der Bock desto heimlicher.

Mich würde noch deswegen das Alter interessieren. Wie sehen die Zähne aus?
 
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#68
@freiburger, waidmannsheil zum Bock.

Ich kann den Rauswurf auch nicht nachvollziehen, aber keiner außer Dir kennt die genauen Hintergründe, Personen und Absprachen.
Bei uns im Revier hatten wir auch mal einen Perückenbock. Unser langjähriger Mitgeher hatte ihn gesehen. Der Mitgeher durfte ihn dann auch erlegen, auch wenn er natürlich uns Pächtern eine große Freude gemacht hätte.
Er hatte freie Büchse auf Alles. Grundsätzlich, war lange im Revier. Aber trotzdem hatte er uns vorab informiert.
Auch Du hast den Bock bereits Anfang Mai gesehen. Redet ihr nicht miteinander? Für mich ist es normal, dass meine Jäger und Gäste berichten was sie gesehen haben. Das ist doch das normalste der Welt.
Wenn Deine Vermutung damals schon war, es ist was abnormales, dann sage ich das doch dem Pächter? Oder sehe ich das falsch? Ich will Dein Handeln nicht in Frage stellen. Aber es waren fast vier Wochen Zeit, da kann man doch über so eine Ausnahme mal ein Wort verlieren.

Dass man ein krankes Stück erlegen muss, steht auf einem anderem Blatt Papier.
 
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#69
Mich würde mal noch interessieren, was der Auslöser für die Perückenbildung war. Ich weiß schon, dass das generell auf eine Hormonstörung, oft ausgelöst durch eine Verletzung der der Brunftkugeln zurückgeht.

Mich würde aber interessieren, ob Du sagen kannst, was es in diesem Fall war. Verletzung oder Infektion? Offen oder (oberflächlich) verheilt? Hast Du eine Vermutung, was der Ausöser gewesen sein könnte?

Zum Verhältnis zu Deinem Jagdherren: ich gehe mal davon aus, dass es das Beste ist, Dass Ihr Euch getrennt habt. Anscheinend hat die Kommunikation nicht gepasst, und dann macht gemeinsames Jagen auch keinen Sinn.
Egal, ob das jetzt ein akuter Hegeabschuss war, oder nicht, ob der Abschuss durch die allgemeine Freigabe gedeckt war oder nicht, anscheinend hat's zwischen Euch menschlich irgendwo nicht gepasst. Ich möchte in keinem Revier jagen, wo ich nicht das gefühl habe mit Freunden draußen zu sein. Jagen ist für mich Naturgenuss und Ausgleich für sonstigen Stress. Und das will ich mir nicht vermiesen lassen, wenn ich da ständig auf Menschen treffe, denen ich eigentlich gar nicht begegnen will...
 
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#70
Ich möchte in keinem Revier jagen, wo ich nicht das gefühl habe mit Freunden draußen zu sein. Jagen ist für mich Naturgenuss und Ausgleich für sonstigen Stress. Und das will ich mir nicht vermiesen lassen, wenn ich da ständig auf Menschen treffe, denen ich eigentlich gar nicht begegnen will...
:thumbup:

Jep. Tät mir irre auf den Keks gehen wenn ich irgendeinen Mist baue (kommt vor!) und mir dann Gedanken machen muss was die anderen wohl dazu sagen. Oder wenn mir was gut gelingt und deswegen dann einer eingeschnappt ist.
So wichtig ist mir das Jagen dann auch wieder nicht, dass ich bereit wär, mich für solche Anti-Kameraden zu bücken.
 
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#71
Auch wenn ich dem Threadstarter durchaus den Bock gönne, so kann ich den Pächter auch verstehen.

Um einen "Hegeabschuss" handelt es sich keinesfalls, denn der Bock war ja nicht akut krank. Vielleicht hätten sich irgendwann einmal in der Perücke Parasiten eingenistet - möglich. Vielleicht wären irgendwann einmal die Lichter zugewachsen - möglich.

Eine Notwendigkeit, den Bock sofort zu schießen (wie z.B. bei einem offenen Bruch oder einem Äserschuss) bestand jedenfalls nicht.

Es wäre dem Threadstarter durchaus zumutbar gewesen, mit seinem Verpächter zu diskutieren, ob er diesen Bock schießen darf oder ob der Pächter lieber selber darauf waidwerken wollte.

Zudem kennen wir die genaue Absprache zwischen Threadstarter und Pächter nicht ("freie Büchse" oder nur "freie Büchse, aber bei den besseren Böcken sprechen wir vorher noch mal" oder "Abschussböcke ja, bessere Böcke nur nach Absprache"), da gibt es ja feine Abstufungen.

Wäre ich der Pächter, wäre ich sicherlich auch nicht begeistert, wenn ein Begeher ohne Rückfrage so einen außergewöhnlichen Bock bei mir schießt - muss ich ehrlich zugeben.
Also da kann ich nicht mitgehen!
Wenn man Böcke auch starke frei hat, dann ist es völlig legitim diese auch zu erlegen.
Hätte ich daran vorher irgendwelche Zweifel, so einen Bock guten gewissens erlegen zu dürfen, würde ich Rücksprache mit dem Pächter halten, vorher! Ist das nicht der Fall erlege ich ihn. Sollte dann hinterher sowas wie bei Freiburger passieren, weiss ich wenigstens woran ich gewesen bin.

Ich merke bei sowas immer wieder wie gut ich es hatte!

Und Freiburger Waidmannsheil zum Bock
 
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#72
Also da kann ich nicht mitgehen!
Wenn man Böcke auch starke frei hat, dann ist es völlig legitim diese auch zu erlegen.
Hätte ich daran vorher irgendwelche Zweifel, so einen Bock guten gewissens erlegen zu dürfen, würde ich Rücksprache mit dem Pächter halten, vorher! Ist das nicht der Fall erlege ich ihn. Sollte dann hinterher sowas wie bei Freiburger passieren, weiss ich wenigstens woran ich gewesen bin.

Ich merke bei sowas immer wieder wie gut ich es hatte!

Und Freiburger Waidmannsheil zum Bock

Wenn der TS die vermeintlichen Unstimmigkeiten in den drei Wochen zwischen erstem Anblick und Erlegung in einem Gespräch mit dem Pächter geklärt hätte, wäre hier nur ein schöner Erlegerbericht.
 
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#73
Erinnere mich noch gut an die Worte meines Jagdkursleiters. Ein Perückenbock ist immer ein Hegeabschuss.

Wer das nicht einsieht ist für mich kein Jäger. Es reicht ja, dass er leidet, muss ja dafür nicht akut vom Tod bedroht sein.

Wmh. Skidder
 
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#75
.... Wäre ich der Pächter, wäre ich sicherlich auch nicht begeistert, wenn ein Begeher ohne Rückfrage so einen außergewöhnlichen Bock bei mir schießt - muss ich ehrlich zugeben.
Und das kann man nur zugeben, weil man die Debatte um Jagdneid kennt ... und aber verstanden hat, dass Jagdneid jederzeit über einen kommen kann.
Danke für die Ehrlichkeit.
Glückwunsch all denen, die das noch nie aushalten mussten.

Aber @Wautzebautz: Diese Gelegenheit, sowas auszuhalten und daran zu wachsen, weil man weiß, wie dämlich und schwer zu überwinden dieses Gefühl ist, es zu akzeptieren, dem Erleger zu beglückwünschen und ihm irgendwann bestimmt auch von Herzen gönnen zu können -
das wäre wertvoller in einem Jägerleben, als ein Perückenbock an der eigenen Wand.
 
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