Probleme beim Flintenanschlag

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#1
Ich bin Flintenanfänger. Nachdem ich nunmehr viele Flinten ausprobiert habe musste ich folgendes feststellen: Es passte keine einzige auch nur annähernd.

Mein Vorgaben für den Flintenaschlag habe ich aus Büchern und die sagen: Das Auge muss direkt hinter die Schiene. Die beiden Augen und die Schiene sollen idealerweise in einem Winkel von 90 Grad stehen. Es soll die Grundposition eingenommen werden und dann soll der Schaft zum Kopf gezogen werden, welcher sich dabei nicht bewegt. Der Schaft soll unter dem Jochbein quasi "satt einrasten". ... Das würde auch alles schön funktionieren, wenn sich mein Jochbein rechts neben meinem Gesicht befinden würde. Da ich aber nicht aussehe wie Quasimodo ist das Jochbein mitten im Gesicht und und wenn ich den Schaft dort satt einrasten lassen will, dann muss ich den Schaft bei einer Standartschäftung im Winkel von etwa 45 Grad an den Kopf führen. Dann blicke ich aber zwangsweise halb schräg nach vorne und nicht in einem Winkel von 90 Grad.

Kann eine Schaftverstellung da helfen?
Sind Schaftverstellungen auch seitlich verstellbar z.B. bei Beretta?
Kann es sein, dass der Schaft gar nicht satt unter dem Jochbein klemmen muss, sondern sich nur darunter befinden muss?
 
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#2
Schau mal ob du die Flinte nicht zu weit Richtung Oberarm/Schultergelenk in den Anschlag nimmst und ob du den Ellbogen zu weit hochziehst. Merkt man meistens nach 20 Schuss mit hoher Vorlage. Das ist zu mindestens mein häufigster Flüchtigkeitsfehler bei der Jagd, wird einem gerne mit einem blauen Fleck gedankt wo eigentlich der Schaft nicht sein dürfte. Probiere dich auch mal etwas verdrehter hinzustellen, z.B linker Fuß und linke Hüfte weiter vor bei Rechtsschütze. Ich persönlich habe den Schaft meiner Lieblingsflinte auch nicht komplett am Jochbeinknochen anliegen beim Schuss sondern nur Wangenkontakt, ist aber auch keine Maßflinte.
 
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#4
Ich bin Flintenanfänger. Nachdem ich nunmehr viele Flinten ausprobiert habe musste ich folgendes feststellen: Es passte keine einzige auch nur annähernd.

Mein Vorgaben für den Flintenaschlag habe ich aus Büchern und die sagen: Das Auge muss direkt hinter die Schiene. Die beiden Augen und die Schiene sollen idealerweise in einem Winkel von 90 Grad stehen. Es soll die Grundposition eingenommen werden und dann soll der Schaft zum Kopf gezogen werden, welcher sich dabei nicht bewegt. Der Schaft soll unter dem Jochbein quasi "satt einrasten".
Meinst du so, wie in dem Bild? Augen senkrecht zur Schiene.JPG
Wie man so einen vernünftigen Anschlag hinbekommen soll, erschliesst sich mir nicht.
Ich kenne es eher so:
Den Kopf etwas seitlich zum Schaft hin drehen und dann senkrecht nach unten neigen.
So blicken die Augen immer noch in einer horizontalen Linie, was für die räumliche Orientierung wohl wichtig ist und man liegt satt am Schaft an. Über die Neigung des Kopfes kann man dann auch in gewissem Maße beeinflußen, wieviel Schiene man sieht und damit das Visierbild.
Nach dem, was ich bisher weiss, sollte der Anschlag etwa so aussehen:
Körperhaltung Oberkörper leicht nach vorne gebeugt, Kinn etwa auf Höhe der Fußspitze.
Die Schaftkappe sitzt knapp unterhalb der Schulterlinie in der Tasche innen neben dem Schultergelenk. Der Arm der Abzugshand "umarmt" die Flinte quasi.
Kopf in der oben genannten Position. Dabei sollte zwischen Nasenspitze und Daumenwurzel der Abzugshand zwei bis drei Finger breit Abstand sein.
Wenn man auf die Schiene in Höhe der Basküle zwei 1 Eurostücke legt und beim Blick über die Schiene das Korn auf den Münzen aufliegt, hat man das Zentrum der Garbe meist etwa in Höhe des Korns.
Der Blick des dominanten Auges sollte mittig über die Schiene gehen.
So in etwa kenne ich das.

Gruß,
Blechhase
 
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#7
Sorry, aber ich habe da was falsch verstanden. Ich dachte: "Die beiden Augen und die Schiene sollen idealerweise in einem Winkel von 90 Grad stehen." ... das ist natürlich Quatsch. Wenn man so Flinten anschlägt, dann passt auch keine einzige. Richtig ist, dass der Kopf und die Wirbelsäule eine Linie bilden sollen, aber der Kopf durchaus nach rechts gedreht werden kann und für den Anschlag auch nach rechts gedreht werden muss. Trotzdem Danke für die Tipps.
 
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#9

oder einfach zuschauen und von den Könnern lernen...
Bei Sekunde 46 erklärt der Mann, dass Auge, Korn und Ziel während dem Gun Mount eine Linie bilden müssen, also dass die Mündung quasi der Drehpunkt beim Anschlag bildet. Ich habe aber mal gelernt, dass beim Gun Mount die Laufseelenachse konstant auf das Ziel gerichtet wird, also intuitiv. Sind das zwei verschiedene Techniken?
 
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#12
Bei Sekunde 46 erklärt der Mann, dass Auge, Korn und Ziel während dem Gun Mount eine Linie bilden müssen, also dass die Mündung quasi der Drehpunkt beim Anschlag bildet. Ich habe aber mal gelernt, dass beim Gun Mount die Laufseelenachse konstant auf das Ziel gerichtet wird, also intuitiv. Sind das zwei verschiedene Techniken?
Zu aller erst sollte man die Flinte mal richtig einsetzen, kann auch (zur Übung) leicht schräg von oben erfolgen.
Hals etwas strecken, Wange zum Schaft, gerade über die Schiene blicken. leicht nach vorne beugen, Fußhaltung ca. 10 nach 11 Uhr, Füße nicht zu weit auseinander. Passt der Schaft, ist das
Dein zu erreichender Anschlag. Im Idealfall bildet das Korn das Drehgelenk, das die Flinte abkippen lässt.
Der Kopf bleibt da wo er ist, nur die Flinte bewegt sich (fast nur). Im Idealfall. Das muss man oft üben.
Hier ab Minute 3:06 sehr schön zu sehen:
https://www.youtube.com/watch?v=dEXiRM-qMr4
Ja, Skeet ist kein Jagdparcours oder echte Jagd, aber der Anschlag ist doch der selbe.
 
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#14
Ich steh auf dem Schlauch, deshalb hab ich es mal skizziert. Die obere oder die untere Variante? Oder je nach Disziplin?
IMG_20190131_104610.jpg
 
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#15
Naja - die Frage beantworte ich für mich so:
Jede Scheibe wo ich die Höhe definiert weiß - also Olympisch Skeet oder zum Beispiel ein profaner seitlich rollender Rollhase - schiess ich mit der Laufmündung als Drehpunkt.
Bei jagdlich Trap wo flache oder auch hohe Scheiben geworfen werden musst du fast zwingend die Laufmündung bei hohen Scheiben in der Anschlagbewegung mitheben - sonst schlagst ja grade an und machst dann die komplette Höhenbewegung im Anschlag was net sinnvoll ist - bei flachen Scheiben fungiert wieder die Laufmündung als Drehpunkt

Hab ich mich verständlich ausgedrückt?
 
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