Quer: Auftragskiller? Jäger erzürnt über neues Jagdgesetz.

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#2
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#3
Du das kann ich Dir auch rechtsschwarzökonomisch für den "bayerischen Mischwald" erklären und zwar ganz logisch.

Wir Bayern haben bei unserem Volkseigentum in der Ausprägung der Bayerischen Staatsforsten im abgelaufenen Geschäftsjahr einen operativen Verlust i. H. v. 36 Mio. Euronen schmerzlich erleiden müssen. Das hat vordergründig weniger etwas mit "Monokulturwald" zu tun, den soo monokulturlich sind wir in Bayern gar nicht überall, sondern mit der Trockenheit, den Stürmen und dem Borkenkäfer.

Natürlich haben wir auch viele Freizeitjunkies, darunter jede Menge (viel zu viele) Hobbyjäger, die durch ständige Hinausfahrerei bzw. Ansitzerei das Wild stressen, oft weit mehr als sonstige Erholungssuchende, die auch ein Recht haben, die Natur zu nutzen, wie auch die Hobbyjäger das wollen.

Vor allem aber sitzen die gerne gemütlich nach Feierabend an den Waldrändern an und erlegen das Wild dort, wo es eigentlich Ruhe vor den Jägern haben könnte, d. h. das Wild tritt immer später oder seltener bis gar nicht aus und verbeißt dann im Wald, wo es natürlich auch noch von anderen Naturnutzern gestört wird, wenn sich die nicht an die Regeln halten.

Dennoch müssen wir schauen, dass wir den Wald schützen und erhalten. Darüber hinaus brauchen wir in Zeiten des Klimawandels auch noch Holz als Rohstoff. Der Boss der Förster hat nämlich auch schon gesagt, dass die Nachfrage nach diesem wertvollen heimischen Rohstoff wieder anziehen wird.

Jetzt wollen wir in Bayern nachhaltig wirtschaften, d. h. wir wollen weniger Holz schlagen, als nachwächst. Ergo muss viel Holz wachsen und der neue Finanzvorstand hat keine viele Geld, sondern nur einen Haufen Schulden abzubauen.

Woher soll er also das viele Geld nehmen, welches nötig wäre, um die ganzen Zäune zu bauen, damit so viel WIld herangehegt werden könnte, wie wir für die vielen Jäger bräuchten? Die ganzen Bäume, die uns Hr. Söder zukommen lies, alle einzäunen, das ginge doch unmöglich.

Was machst denn Du, wenn Du kein Geld mehr hast? Du sparst dort, wo es Dir am Leichtesten fällt. Genauso wie der Waldeigentümer lässt Du lieber weg, was unnötig ist.

Schau, schon hast Du rechtsschwarzökonomisch gelernt, dass man am Besten dort spart, wo es am einfachsten ist und dem Ökosystem Wald tut es auch gut. ;)
 
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#4
.... die Bejagung von Rehwild unter Berücksichtigung von Geschlecht- und Altersstruktur.
Das ist subjektiv die Grundlage bzw. der zielführende Ansatz.
Dieses kombiniert mit sinniger Winter- und Ablenkfütterung würde helfen.
Das Kennen und Respektieren der alten Fernwechsel, sowie Einbeziehen in die Gestaltung
von Wald und Wegebau würde die Situation auch vielerorts entspannen.
So gibt es viele, oft nicht erkannte bzw. ignorierte Parameter, die man nicht berücksichtigt.
Als letztes bleibt der Mensch selbst, der Wald und Natur doch eher respektlos nutzt.

Die Unfähigkeit der Menschen soll letztendlich das Rehwild verantworten und ausbaden.
Ein trauriges und eher ernüchterndes Bild ergibt sich dabei, wenn man den zuständigen,
kompetenten Fachleute zuhört.
Diese Kompetenz basiert oft auf wissensfreiem Sachverstand. Er ist einer Ideologie geschuldet,
die eine Berufsgruppe bereits während der Ausbildung indoktriniert bekommen hat.

Auch der Klimawandel kommt aktuell nicht überraschend!
Zumindest mir als Jagdausübungsberechtigtem hat bereits im letzten Jahrtausend ein Waldbesitzer erklärt, wie er seinen Wald für den anstehenden Klimawandel umbauen wird.
Das war für mich beeindruckend! Man hatte sich dort schon seit Jahren damit beschäftigt.
Als Privatwaldbesitzer, der primär vom Forst lebt, war das offensichtlich eine wichtige Basis
zur nachhaltigen Bewirtschaftung seiner Wald-Flächen.
Beim Staatsforst scheint dieser Gedankenansatz vielerorts über 2 Jahrzehnte nicht zulässig.
Wenn man sich dann ein Vierteljahrhundert später der Problematik bewusst wird, muss
man fast zwangsweise 'verantwortliche Szenarien' instrumentalisieren, um von eigener
Kompetenz und Verantwortung abzulenken.

Es ist wahrscheinlich nicht einfach, über Generationen primär vom Wald zu leben.
Eine nachhaltige Bewirtschaftung ist sicherlich die Grundvoraussetzung.
Aus zwei Beispielen aus näherer Umgebung glaube ich zu erkennen, dass das auch
mit einem jagdlich attraktiven Wildbestand möglich ist.
Nur die Bewirtschaftung unterscheidet sich in ein paar Details deutlich von den
Ansätzen, die von den staatlichen Forstämtern kommuniziert werden.

Vorstehende Ausführungen gelten lokal und sind evtl. nur bedingt zu verallgemeinern.
Außerdem bin ich faktisch nur Waidmann.
Vom Forst verstehe ich nur bedingt etwas.
Allerdings glaube ich nach ein zwei Jahrzehnten des Zuschauens, Hinhörens und Fragen
zu verstehen, warum der Privatwaldbesitzer so viel erfolgreicher sein kann.
Dabei habe ich sicherlich nur einen Bruchteil der kompletten Philosophie verstanden.
 
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#5
So, Privatwaldbesitzer sind erfolgreicher?
Da sehe ich aber in meiner Funktion als Holzkäufer andere Bilder! Während in den öffentlichen Wäldern der verschiedenen Besitzformen alles getan wird, v.a. Käferholz aufzuarbeiten und derzeit zu sehr niedrigen Preisen ( oft defizitär) möglichst schnell abfliessen zu lassen, lassen viele Kleinprivatwaldbesitzer mittlerweile den Käfer fressen - sie können bei den Aufarbeitungskosten es sich nicht leisten, das befallene Holz aufarbeiten zu lassen!
Im Grossprivatwald, so denn nicht die jagdliche Nutzung im Vordergrund steht, wird gerade das Rehwild sehr rigoros bejagt!

Kaum ein Bundesland hat so scharfe Bejagungsrichtlinien in den Landeswäldern wie Bayern - rotgrünsozialistisch gibt es dort aber nicht!!!
 
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#6
So, Privatwaldbesitzer sind erfolgreicher?
Da sehe ich aber in meiner Funktion als Holzkäufer andere Bilder! Während in den öffentlichen Wäldern der verschiedenen Besitzformen alles getan wird, v.a. Käferholz aufzuarbeiten und derzeit zu sehr niedrigen Preisen ( oft defizitär) möglichst schnell abfliessen zu lassen, lassen viele Kleinprivatwaldbesitzer mittlerweile den Käfer fressen - sie können bei den Aufarbeitungskosten es sich nicht leisten, das befallene Holz aufarbeiten zu lassen!
Im Grossprivatwald, so denn nicht die jagdliche Nutzung im Vordergrund steht, wird gerade das Rehwild sehr rigoros bejagt!

Kaum ein Bundesland hat so scharfe Bejagungsrichtlinien in den Landeswäldern wie Bayern - rotgrünsozialistisch gibt es dort aber nicht!!
!
Yes - wir zwei missverstehen uns evtl. ....

Nach meiner Wahrnehmung hat der Kleinprivatwaldbesitzer überwiegend in Anlehnung an die Staatlichen Forstämter gewirtschaftet .... und ist in der Struktur gescheitert.
Der Staatsforstbetrieb hat eine sehr ähnliche Strategie verfolgt und ist subjektiv auch gescheitert.

Nur dort, wo man bereits im letzten Jahrtausend sich mit dem Klimawandel bezüglich Waldbau beschäftigt hat, existieren heute Strukturen, die evtl. mit dieser Challenge fertig werden.
Dort gibt das regelmäßige Vegetationsgutachten die höchsten Verbiss-Werte her, dort kommen jährlich beachtliche Abschußstrecken zusammen und trotzen stimmt der wirtschaftliche Ansatz.
Also macht man in diesen Privatwäldern etwas anders.
Die Details kann ich nicht seriös beurteilen, aber rein aus der optischen Wahrnehmung fällt
u.A. eine größere Artenvielfalt bei den Bäumen auf und relativ wenig Zäune.
 
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#7
Hier ging eine schöne Ahornverjüngung auf. Die Herren, die die Verbisschäden akribisch aufnahmen, nahmen das nur am Rande zur Kentniss. 2 Wochen später führ der Prozessor alles nieder. Nachhaltig, da wächst so schnell nix mehr.
Und die Rückegassen werden gehauen, ob es sie braucht oder nicht, Befehl ist Befehl.
 
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#8
Die Privatwaldbesitzer in Form der AGDW und des DBV verlangen auch eine Novelle des Bundesjagdgesetzes im Sinne des Wirtschaftswaldes, diese Diskussion auf einen Konflikt zwischen Privatwald und Landeswald zu lenken geht komplett am Kern der Sache vorbei
 
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#9
@ Bodo XJ: Es gibt nicht „den Privatwald“. Von faktischer Stilllegung, von Naturschutzorientierung, Hobby, Brennholzverorgung, Bauernwald bis hin zu durchökonomisierten privaten Forstbetrieben gibt es alles und rund 2 Mio. private Waldeigentümer. Wer also nicht quer durchs Land reist und immer weiß, wem gerade der Wald gehört, hat vermutlich nur einen lokalen Ausschnitt, der nicht verallgemeinert werden kann. Die unterschiedlichen Betriebsziele sind Ausfluss der Eigentümerentscheidung. Im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten darf auch jeder mit seinem Eigentum machen, was er will.

@Model 13: Ich kenne keinen Forstbetrieb, der Rückegassen anlegt, um später nicht darauf zu fahren. Es kann aber sein, dass man jetzt Rückegassen anlegt, um einen Hieb in dem so erschlossenen Bestand erst im Abstand von einigen Jahren zu führen, weil man dem Bestand die Möglichkeit geben will, sich wieder zu stabilisieren, schließlich ist eine neue Rückegasse immer auch ein Ansatz für Sturmschäden.
Bergahorn und Spitzahorn verjüngen sich oft gut, wenn man Glück hat, bleiben Rehe fern, sonst stehen da lauter Zwiesel herum, die außer Brennholz nichts geben. Wenn Du schreibst, dass der Vollernter über die Verjüngung fuhr: kann es sein, dass sich der Ahorn auf der Rückegasse verjüngt hat?

Jagd = Schädingsbekämpfung? Diesen Aspekt hat sie immer auch gehabt. Wer das grundsätzlich ablehnt, soll sich zur Kultivierung seiner jagdethische Motive Jagdreisen kaufen. Dort kann er dann, die Cohiba in der Hand, die Blaser Ruth.an der Wand, philosophieren über Leute und Land...
 
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#10
Jagd = Schädingsbekämpfung? Diesen Aspekt hat sie immer auch gehabt. Wer das grundsätzlich ablehnt, soll sich zur Kultivierung seiner jagdethische Motive Jagdreisen kaufen. Dort kann er dann, die Cohiba in der Hand, die Blaser Ruth.an der Wand, philosophieren über Leute und Land...
Dann soll der Staat auch endlich ehrlich sein und sagen: Biodiversität nur fürs fernsehen, Rehwild muss grundsätzlich komplett entfernt werden. Wählerstimmen der Freizeitgesellschaft und die Kohle sind uns wichtig.
 
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#12
Vielleicht kann man die Sache etwas entschärfen, wenn man nicht mehr von "Auftragskiller" spricht, sondern von "Hobbykiller"?
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Ok, war 'n Versuch....:cool:

basti
 
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#13
„Art. 1
Gesetzeszweck

(1) 1Die freilebende Tierwelt ist wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. 2Sie ist als Teil des natürlichen Wirkungsgefüges in ihrer Vielfalt zu bewahren.
(2) Dieses Gesetz soll neben dem Bundesjagdgesetz1) dazu dienen:
1.
einen artenreichen und gesunden Wildbestand in einem ausgewogenen Verhältnis zu seinen natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten,
2.
die natürlichen Lebensgrundlagen des Wildes zu sichern und zu verbessern,
3.
Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung durch das Wild möglichst zu vermeiden, insbesondere soll die Bejagung die natürliche Verjüngung der standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen,
4.
die jagdlichen Interessen mit den sonstigen öffentlichen Belangen, insbesondere mit den Belangen der Landeskultur, des Naturschutzes und der Landschaftspflege auszugleichen.“

Im Zweifel

könnte ein Blick ins Landesjagdgesetz Bayerns helfen. Oben anfangen und zu verstehen beginnen. Von wegen Schädlngsbekämpfung.

Gruß,

Mbogo
 
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#14
Es wurde doch verkündet, dass die Bayrischen Forsten keine wirtschaftlichen Ziele mehr verfolgen müssen, sondern nur noch den Klimaschutz. :cool:


CdB
 
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#15
Es wurde doch verkündet, dass die Bayrischen Forsten keine wirtschaftlichen Ziele mehr verfolgen müssen, sondern nur noch den Klimaschutz. :cool:


CdB
Die Botschaft hatte ich auch wahrgenommen und war einigermaßen erstaunt, dass gerade die Bayern solche Parolen ausgegeben hatten. Herr Söder bereitet sich allerdings offensichtlich auf schwarz/ grüne Allianzen vor und fürchtet da weder den Kollateralschaden in der Autoindustrie noch beim Forst.

Klar, kann man so machen, wenn es den politischen Zielsetzungen dienen muss.


grosso
 
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